Einzelbild herunterladen
 

M«semr»a. yrtM:

S«MM S Mark. HMj.lM.r-OP.

«i-kt-ljLhrlich 2 Mari 25 Pfg. Kür auswärtige abonnenten mit dem betreffe». »m Postauflchla«. »e einzelne Num­mer 10 Wg.

kamner Amciyr

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

^Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

M 21.

Donnerstag den 25. Januar.

Amtliches.

Wilhelm Schönt» eher zu Bruchköbel ist als Mitkurator der Schlingloff'schen Stiftung daselbst vereidigt worden.

Hanau am 23. Januar 1877.

___________________________Der Landratb. ________________________

Der Handelsmann Gustav Caisel aus Magdeburg, früher in Hanau wohnhaft, hat wegen Unterschlagung 5 Tage Gefängniß zu verbüßen.

ES wird um dessen Verhaftung und Einlieferurg in das hiesige Kreisgerichtsgefängniß ergebenst ersucht.^, Hanau, 20. Januar 18774 u - ***r fei.' hüben ^E^EM^A M

1. der Taglöhner Philipp Himberger von Halmstätten, wegen Tiebstahl und

2. die Katharina Läpp, Elisabeths Tochter, vonDörnigheim, wegen Hehlerei je 3 Tage Gefängniß zu verbüßen.

Es wird um deren Ve-Heftung und Eirlieferung in'sdas hiesige Kreisgerichtsgefängniß ergebenst ersucht.

U Der Steinmauer Friedrich Spuhl er" auS AlsenS hat wegen vorsätzlicher Mißhandlung 5 Tage Gefängniß zu verbüßen.

Er wird um dessen Verhaftung und Einlieferung in das hiesige Kreisgerichtsgefängniß ergebenst ersucht.

A Es wird um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des Knechts Adam Schmidt aus Raßdorf, Kreis HerSfeld, ersucht.

Der gegen den Schneidergesellen Ignatz Uhrig von Weilbach unterm 1. Juni 1876 erlassene Steckbrief wird hiermit erneuert.

Der unterm 16. August v. I. gegen den Johannes Daut von Mittelgründau erlassene Steckbrief wird hiermit erneuert.

Der gegen den Restaurateur Christian Judith von Mittelheim am 19. Oktober v. I. erlassene Steckbrief wird hiermit erneuert.

Hanau, 22. Januar 1877.

Der Polizei-Anwalt Scholling.

Tagesschau. '

Berlin, 24. Jan. In der heutigen (6 ) Sitzung des HauseS der Abgeordneten brächte der Präsident ein Allerhöchstes Handschreiben Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin zur Kenntniß des HauseS, in welchem Allerhöchstvieselbe dem Hause Ihren Dank für die durch daS Präsidium anläßlich des HinscheidenS Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Carl dargebrachten Beileidsbezeugungen ausspricht. Von dem Abg. Freiherrn von Heereman ist ein Antrag auf Aenderung der Ge­schäftsordnung des HauseS bezüglich der Wahlprüfungen eingegangen. An Regierungsvorlagen sind dem Hause übersandt worden: vom Finanz- j Minister der Bericht über die Verwaltung der HinterlegungSfondS für! das Jahr 1876, und vom Handels Minister die Uebersicht über den Fortgang des Baues und die Ergebnisse des Betriebs der Eisenbahnen, sowie eine Denkschrift, betreffend die zulässige Reduktion der Staats­baubeamten. Zunächst stand zur Berathung der Gesetzentwurf, betreffend die Deckung der Kosten der anderweiten Regelung der Grundsteuer in den Provinzen SchleSwig-Holstein, Hannover und Hessen-Nassau, sowie im Kreise Meisenheim. Der Abg. Sombart äußerte Wünsche hinsicht­lich einer besseren Organisirung und größeren Centralistrung deS preußi­schen LandeSvermessungSwesenS. Die Verweisung des Gesetzentwurfs an eine Kommission wurde nicht beliebt, und der Gesetzentwurf auch in zweiter Lesung angenommen. Ohne Debatte passirte in erster Bera­thung der Gesetzentwurf, betr. die nach dem Gesetz über daS Kostenwesen in AuSeinandersttzungSsache» vom 24. Juni 1875 zu gewährenden Tage- I gelber, Reisekosten und Feldzulagen. Es folgte die erste Berathung des ! Gesetzentwurfs, betr. die Regulirung deS standeSherrlichen Rechtszu­standes deS Fürstlichen HauseS zu Bentheim-Teckienburg bezüglich der

Herrschaft Rheda und der Grafschaft Hohen-Limburg. Der Abg. Dr. Eberty beantragte die Verweisung an eine Kommission von 14 Mit­gliedern. Nachdem noch die Abg. Dr. Hammacher und Windthorst (Meppen) gesprochen, trat daS Haus dem Anträge Eberly bei. Darauf motivirte der Abgeordnete Windthorst (Meppen) seine Interpellation, welche kautet:

1) welche Schritte hat die Regierung zur Linderung der Noth der in der Nogat-Niedernng von der Ueberschwrmmung Betroffenen gethan;

2) welche Maßregeln und mit welchen Mitteln unterstützt, ge­denkt die Königliche StaatsregierunMzu treffen, um der Wiederkehr einer solchen Kalamität vorzubeugen.

Der Minister für die lantwirthschaftlichen Angelegenheiten Dr. Friedenthal entgegnete, daß durch daS einträchtige Zusammenwirken von StaatS- und kommunalen Behörden, sowie des Hülfkcomiläs in Elbing die durch die Uebersckwemmung entstandene Noth soweit möglich gelin­dert sei. Der betreffende RegierungL-Präsident sei aNgewiesen, die nö­thigen Beträge einstweilen auS der Regierungs-Hauptkasse zu entnehmen. Wie weit die Regierung die Mitwirkung des Landtages in Anspruch werde nehmen müssen, lasse sich bis jetzt noch nicht absehen. Die StaatSregierung fei ferner bestrebt, durch Eissprengungen, Deichbaues und Durckstiche, sowie alle anderen erforderlichen Maßregeln die Wie­derkehr ähnlicher Unglücksfälle zu ve-hüten. Auf Antrag des Abg. Wffselinck trat das Haus in die Besprechung der Interpellation ein. Der genannte Abgeordnete sprach dem Minister seine volle Anerkennung für die ertheilte Auskunft aus und rechtfertigte sein Vorgehen, daß er als Vertreter der betroffenen Landestheile nicht zu den Unterstützern der Interpellation gehöre, dadurch, daß die Auskunft deS Ministers ihm und den Betheiligten bereits früher privatim mitgetheilt worden sei. Auch habe er in der Stellung der Interpellation nur die Tendenz er­kennen können, eine Einwirkung auf die demnächst bevorstehende Stich­wahl zum Reichstage in jenen Kreisen zu Gunsten des Centrums auS- zuüben. Nachdem sich der Abz. Windthorst (Meppm) gegen* diese Mo- tivirung verwahrt hatte, war der Gegenstand erledigt.

(Fortsetzung folgt.) (». ». St.«aj

WehreupfennigS patriotische Erwiderung auf v. Ger­lachs Angriffe gegen das Zeughausprojekt in der Sitzung deS preuß. Abg.-HauseS am 20. Jan. lautete: Ich gebe zu, daß die wirth- schaftliche Lage viel zu wünschen übrig läßt, daß aber die Lage der Staatsfinanzen ebenfalls eine schwarze sei, wird man nicht behaupten wollen. War denn Preußen wirklich in den paar Jahrzehnten nach den Freiheitskriegen reicher wie heute? waren die Volks- und wirthschaft- lichen Zustände besser als heute? Wer von dem preußischen Volke hat denn sich beklagt, als Friedrich Wilhelm III. seinen Generalen, den Helden der Freiheitskriege, die Standbilder unter den Linden am Opern- platze errichtete, die Standbilder, an deren Anblick unsere Jugend heute noch sich aufriqtet zu den besten Gedanken. (Widerspruch im Zentrum). Sie vielleicht nicht, m. H., aber dann stehen Sie sehr allein im preu­ßischen Volke (Unruhe im Zentrum). Wer hat denn damals etwa gesagt: die wirthschaftliche Noth des Volkes ist zu groß, wir können keine Standbilder für Gneisenau, Blücher rc. errichten. So dürftig gesinnt, m. H., ist das preußische Volk nicht. Mögen Sie doch andere Gründe vorbringen und die Sache an sich bekämpfen; aber, wenn es sich um Statuen für unsere Könige oder um Restaurirung eines der glänzendsten Bauwerke, die wir in Preußen besitzen, um Wiederherstel­lung des Bauwerks deS alten Schlüter handelt, dann finden Sie im preußischen Volke keinen Boden für das Motv, daß wir zu arm wären, um so etwas herzustellen. (Oho!) ES ist in neuerer Zeit Mode ge­worden zu fragen: sind wir denn in den letzten 20 Jahren eigentlich vorwärts gekommen? Bleiben wir nicht immer mehr zurück? Mehr und mehr, sagt man, bemächtigt sich unserer die Reaktion, welch' letz­tere ich in manchen Symptomen allerdings auch erkenne. Nun, m. H., wenn Sie deutlich und klar sehen wollen, wie viel wir weiter gekommen sind in den letzten 20---25 Jahren, dann müssen Sie mit Aufmerksam­keit solch' eine Rede wie die des Abg. Gerlach verfolgen. (Sehr wahr!