suthältung nicht rathsam und bei den obwaltenden Vrrhältnisss« die Wahl Dr Wrigel'S zu unterstützen sei. Diese letztere Empfehlung erfreute sich der Zustimmung deS größten Theils der Versammlung.
„Y. Nach den Mittheilungen, welche an dir hiesigen Borstände Her national-liberalen und der Fortschrittspartei gelangt sind, empfiehlt die Fraktion der Fortschrittspartei, auf Ersuchen der Fraklion der national-liberalen Partei, durch die Vermittelung bekannter Abgr- ordneter ihren Parteigenossen füc Dr. Hermann Weigel zu stimmen. , -Mk
— AuS bis j-tzt unbekannten Gründen erhängte sich gestern ein zunger Mann aus sehr achtbarer Familie.
— Vergangene Nacht gegen ^12 Uhr wurde ein KAner der Stadt Frankfurt von einem sich herumtreibenden Bettler lebenSgefähr- Lich verwundet. Der Thäter ist heute Morgen du-ch zwü hiesige Schutzleute in Großauheim verhaftet worden.
BersteigerungS- und BerpachtuugS-Kaleuder für Dienstag den 23. Januar 1877.
Nachm. %3 Uhr findet letzter Termm zum Verkauf der „Rofenar" im Gasthaus „zur Karthauns" statt.
— Für heute. „Maseum": Abends 8 Uhr Generalprobe im großen Saale der „Centralhalle".
Eingesandt.
Städtische Umlage betreffend.
In Bezug auf die in der Versammlung vom 12. Oktober 1874 beschlossene Einsprache gegen das neue Statut zur Erhebung der Gemeinde-Umlage dahier werden die Herren Betheiligten hierdurch benachrichtigt, daß das Ergebniß wiederholter Beschwerdeführung des hierzu erwählten und beauftragten Comitä's allerdings ein den gehegten Erwartungen wenig entsprechendes immerhin aber nicht bedeutungsloses ist.
Nach einer in Auftrag des Herrn Ministers des Innern von dem Herrn Oberpräsidenten dem Comit6 gemachten Eröffnung vom 20. Dezember ist nämlich die gegen das in Folge der ersten Beschwerde abgeänderte Statut vom 9. Juni 1876 erhobene weitere Beschwerde definitiv zurückgewiesen worden. Es beschränkt sich hiernach der Erfolg der erhobenen Einsprache darauf, daß bei der Veranlagung der städtischen Umlage außer der Klassen- uud Einkommensteuer nunmehr auch die Grund- und Gebäudesteuer und zwar letztere Beide mit 50% zur Grundlage genommen werden sollen.
Da über die Erhebung der Eommunalsteuer der Entwurf eines neuen Gesetzes zur Vorlage in den Landtag bereits vorliegt, so darf eine gleichförmige feste Regulirung dieses Gegenstandes für das ganze Land in der Kürze erwartet werden, wodurch alle weiteren Differenzen über denselben für immer abgeschnitten würden.
— Nach §. 99 ad 3 der deutsche-, Wehrordnung vom 28. September 1875 müssen diejenigen jungen Leute, welche im laufenden Jahre das zwanzigste Lebensjahr vollenden, spätestens bis zum 1. Februar c. die Berechtigung zum Einjährig-Freiwtlligendienst bei der „Prüfungs- kommission für Einjahrig-Freiwillige" nachgesucht haben. Es wird hierauf mit dem Bemerken aufmerk am gemacht, daß die Verabsäumung dieses äußersten Termins den Verlust des Anrechts auf die Berechtigung zur Folge hat und die nachträgliche ausnahmsweise Zulassung nur mit Genevmiguna der Miniüerialinftanz erfolgen darf.
M— Die Königliche P^üfunzs-Kommisfion zur Prüfung der Lihrer an Mittelschulen und der Rckcocen ist für das Jahr 1877 im Regierungsbezirk: Kassel aus folgruden Mitgliedern zusammengesetzt: Pro- vinzial-SHulrath Kcetschel, Bo.fitzender, RezierangS- urd Schulrath Bayer in Wiesbaden, RegierungS- und Schulrath Haff: in Kassel, Seminar-Direktor Hardt in Usingen, Seminarlehrer Diesner in Hom- berg, Rektor Dr. Budärus in Kassel und Prorektor Heuser in Kassel. Die Prüfungskommission tritt in Kassel zusammen. Die Prüfung?« Termine werden seitens d:S königlichen Provinzial-Ichul-KollsgiumS veröffentlicht.
— Zur Abhaltung der zw iten (praktischen) Lehrerprüfung im israelitischen Schall-hrecseminar in Kassel ist Termin auf den 16. April d. I. und die folgenden Tage angesetzt. Diejenigen Lehrer, welche sich dieser Prüfung, deren Ablezung frühestens zwei, spätestens fünf Jahre nach der ersten Prüfung zu erfolgen hat, zu unterziehen gedenken, haben sich bis zum 25. März d. I. bei den betreffenden Herren Ober- resp. Kceisschul-Jnsprktocen schriftlich zu melden.
— Aus Kurhessen, 17. Januar. Nicht ohne Interesse dürfte eine kleine Statistik sein, welche wir nachstehend über das Risultat der letzten RüchstagSwahlen in unserem Rig erungsbezirk: geben wollen: Die Z chl der überhaupt abgegebenen Stimmen —^wobei man von den relatw sehr wenigen zersplitterten und ungültigen -stimmen füglich ab» schm darf — beträgt 84,972, so daß sich die durchschnittliche Betheiligung auf ca. 53 pCt. beziffert. Davon entfallen auf die national- liberale Partei — einschließlich der liberalen Stimmen aus dem Wahlkreise Marburg — 42,365 =- 50 pEt., auf die ultramontane Partei — einschließlich der ultramontaaea Stimmen aus bin K eisen Kissel, Wolfhag m, Fritzlar und Kirchhain 16,747 = 20 pCt., auf die socia- listig; Partei 11,283 = .13 pCt., auf die Fortschrittspartei 3586 = 4% pEt., auf die altkonseroatwr Partei 2829 ---- 3% pCt., auf die christlich-konservative Partei 2315 — 2% pEt., auf die deuisch-ko aser- oaiivr Partei 2024 = 2% pEt.. auf die frei-konservative Partei 160) = 2 pCt., auf die agrarisch: P ictei 1414 — 1% pEt., a if die parickulacistisch: P irtei 800 ---- % pEt. Vergleicht man diese Z ihlen mit der Statistik über die Co ffession, den B-ruf re. d:c im ehemitigen Karhessm wahlberechiigt-n Pi-soam, so s ergibt sich, daß nächst der Soc aldemokrati! die y-thriltgang der Ultramantanen dir regste war.
- Der „Frankfurter Anzeiger" schreibt unterm 20. Januar aus Frankfurt am Main: Mittwoch Nicht ging ein Husar von dem in Bockeaheim garnisonirenden Husarearegimmt durch. Ex war wegen eines Disziplinarvergehens eingesperrt worden und wußte sich den Ausweg dadurch zu verschaffen, daß er den in der Wand der Z-ll: einge» mauerten Ofm abriß und durch diese OeffnÄNg auf den Ganz urd von da ins Freie gelangte. Man ist seiner noch nicht wieder habhaft geworden.
Thermometerstsuh«
20. Januar: Höchster Stand + 6V-°, Abends 7 Uhr + 6°; 21. Januar: Morgens 7 Uhr + 4%«, Vormittags 10 Uhr -j- 5^ höchster Stand + 5 V,», Abends 7 Uhr + 3V,o; 22. Januar: Mor« qens 7 Uhr + %<), Vormittags 10 Uhr 4- l%o.
Oeffentlicher Verkauf.
Das Besitzthum der Unterzeichneten, „Zur Rosenau" genannt, das sich besonders zum Betrieb einer Wirthschaft und Bierbrauerei eignet, bestehend aus einem zweistöckigen, in Stein erbauten Wohnhaus«, mit daranstoßender Bierhalls, einem geräumigen Keller, nebst Eiskeller unb Halle darüber, sowie Garten für Sommerwirthschaft — einen Flächenraum von 1% Morgen umfassend und an den frequentirten Wilhelms- 6aber und Frankfurter Landstraßen gelegen — soll im dritten und letzten Termin Morgen, Dienstag den 23. Januar,
, Mittags %3 Uhr, im Gasthaus „Zur Karthauue" öffentlich meist- bletend verkauft werden. Kaufliebhaber werden Ultt dem Bemerken hierzu eingeladen, daß die Bedingungen jederzeit eingesehen werden können. Hanau den 22. Januar 1877. (514)
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