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Hanauer Ameiaer.

Zugleich Amtliches Organ für KreiS und Stadt Hauau. r

s Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,'- '

und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

M 18.

Montag den 22. Januar.

1877.

Amtliches.

Die sämmtlichen Polizei-Behörden unseres Bezirks machen wir darauf aufmerksam, daß der Inhaber eines Vergnügungs-Etablissements, welcher ein Concert und gleichzeitig eine Verloosung von Gegenständen veranstaltet und dem Publikum für einen zu zahlenden Eintrittspreis Zutritt und Theilnahme an der Verloosung gewährt, nach einem Er­kenntniß des Ober-Tribunals vom 1. Dezember v. I. zur Veranstaltung dieser Verloosung einer rbrigkeitlichen Erlaubniß bedarf; fehlt diese Er­laubniß, so ist der Inhaber des Etablissements auf Grund d-s §. 286 des Strafgesetzbuchs wegen unbefugter Veranstaltung einer öffentlichen Lotterie zu bestrafen.

gg Cassel am 10, Januar 1877.1 fjO ^Königliche Regierung, Abth. des Innern,

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S- Auf Grund des §. 2. des Eesetzes über die Schonzeiten des Wil- s des vom 26. Februar 1870 bestimmen wir, daß die Schonzeit für die ' im §. 1 sub 12 dieses Gesetzes bestimmten Wildarten (Auer-, Wirk- [ und Fasanenhennen, Haselwild, Wachteln und Hasen) in dem hiesigen s Regierungsbezirk für das laufende Jahr mit dem 24ste« d. M. ihren s Anfang nimmt und von diesem Tage ab die betreffende Jagd geschlossen s ist.

Cassel am 15. Januar 1877.

Königliche Regierung, Abth. des Innern.

Nachdem im Anschluß an das Gesetz vom 29. Juni v. I. (Ges. ; S. S. 177) durch Gesetz vom 12. Juli v. I. bestimmt worden ist, - daß vom 1ftm April 1877 ab die Feststellung, Veranlagung und Er- : Hebung der biucten Staats-Steuern mit den in den §§. 2 und 3 L cJ vorgesehenen Ausnahmen nicht wie bisher für das Kalenderjahr, son- ! dern gleichfalls für das Etatsjahr zu erfolgen hat, bringen wir mit Bezug auf die §§. 5 fl. des letzterwähnten Gesetzes zur öffentlichen - Kenntniß, daß für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. März 1877 : die für das Kalenderjahr 1876 bewirkte Veranlagung der directen 5 Staats- Steuern, namentlich auch der Klassensteuer, der klassificirten Ein- j kommensteuer und der Gewerbesteuer vom stehenden Gewerbe nebst den - im Wege des Zuschlags zu denselben einzuziehenden Staats-Abgaben i mit allen Zu- und Abgängen, welche im Laufe des Kalenderjahres 1876 s eingetreten sind, fortbestehen bleibt und in Bezug auf die zu entrichten- ; den Steuer betröge das bezeichnete Uebergangs Quartal ganz als ein ' Theil des Veranlagungs-JahreS 1876 anzusehen ist. Es findet daher auch die Einleitung eines Reclamations- und Rekursverfah­rens in dem Uebergangs-Quartale nur hinsichtlich derjenigen Steuer­beträge statt, welche während desselben nach gesetzlicher Vorschrift im Wege der Zugangsstellung neu zur Veranlagung gelangen.

Cassel am 16. Januar 1877.

Königliche Regierung,

Abth. für dirccte Steuern, Domainen und Forsten.

Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Herren $ Standesbeamten im Besitze eines vorschriftsmäßigen Dienstsiegels mit i Farbendruck sich befinden müssen.

Hanau, am 20. Januar 1877.

Der Landrath.

Bekanntmachung.

Kommenden Donnerstag den 25. d. M., Vormittags 10 Uhr, sollen im Junkern-Walde an Ort und Stelle: 11,200 Kiefern-Wellen II Klasse und

7 Meter Ktefern-Prügel-Holz, öffentlich meistbietend versteigert werden. (509)

Windecken am 20. Januar 1877.

Der Bürgermeister

Dietz. \

T a g e s s ch a «.

Berlin, 20. Ja». In der heutigen (5.) Sitzung des Häuser der Abgeordneten theilte der Präsident mit, daß von dem Abg. Windt- horst (Meppen) eine Interpellation, betreffend die Ueberschwemmungen in der Nogatniederung und Linderung der Noth der dadurch Betroffenen eingegangen ist. Die Uebersicht der Staatseinnahmen und Ausgabe» des Jahres 1875 wurde auf Antrag des Abg. Dr. Hammacher der Rechnung? kommission über Wiesen. Es folgte die Berathung der Nach- Weisungen über die Resultate der Veranlagung zur Klassensteuer und klassifizirten Einkommensteuer für das Jahr 1876. Der Abg. Rickert beantragte die Verweisung der Vorlage an die Budgetkommission, der Regierungskommissar, Geh. Ober-Finanz-Rath Rhode, wies die Angriffe des Abg. Roeckerath gegen das System der direkten Steuern im All­gemeinen, wie gegen die Veranlagung zur klassifizirten Einkommensteuer insbesondere, zurück. Nachdem noch die Abgg. Dr. Nasse, v. Meyer und Dr. Jansen das Wort ergriffen hatten, wurde die Borlage der Budgetkommission überwiesen. Dasselbe geschah mit dem Rechenschafts­bericht über die weitere Ausführung des Gesetzes vom 19. Dezember 1869, betreffend die Konsolidation preußischer Staatsanleihen. I» erster und zweiter Berathung passirte hierauf ohne Debatte der Gesetz­entwurf, betreffend die anzufertigenden und zum Verkauf zu stellenden Stempelsorten. Der Nachweis über die Verwendung des im Etat der Eisenbahnverwaltung pro 1875 unter Titel 78 der einmaligen und außerordentlichen Ausgaben ausgesetzten Dispositionsfonds von 900 000 Mark wurde auf Antrag des Abg. Berger an die Budgetkommission verwiesen. Auf Wunsch beff iben Abgeordneten versprach der Regis- rungkkommissar, Ministerial-DirekLor Weishaupt, dem Hause einen Nach­weis über den Fortgang der Eisenbahnbauten im Jahre 1875 ZaldiM vorzulegen. In erster und zweiter Berathung wurden die Gesetzent­würfe, betreffend die Verpflichtung zum Halten der Gesetz-Sammlung und des Amtsblattes im Herzogthum Lauenburg und die Einstellung der Erhebung der Meßabgabe in Frankfurt a./O. genehmigt. W folgte die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend eine anderweite Einrichtung des Zeughauses zu Berlin. Am Schlüsse des Blattes hatte der Abg. Dr. v. Gerlach das Wort. ($ « St.-M»s

Berlin, 20. Jan. Der Todesfall der Prinzessin Karl ist der erste im Königshause, der bürgerlich zu beurkunden ist. Das Reichs- gesetz verordnet, daß für Landesherren, deren Familien und das Hohen- zollernsche Fürstenhaus die Ernennung der Standesbeamten und die Bestimmung über Art und Führung der Standesregister durch ben Lan­desherr» erfolgt.

S. M. S.Gazelle" ist am 19. Januar er. Mittags von Sheerneß nach Plymouth in See gegangen.

Darmstadt, 20. Januar. Die Zweite Kammer ist auf

din 30. d. M. einberufen worden.

Solingen, 20. Ja». Bei der gestrigen Stichwahl erhielt, nach genauen ErmittsluAgen Georg Jung 7452 und Moriz RitlinL- Haufen 10,632 Stimmen. Die Katholiken, welche offenbar ein Bünd- niß mit den Socialdemokrateu geschlossen, stimmten fast ausschließlich (mit ihren etwa 4500 Stimmen) für den Socialdemokraten. (Köln. Ltg.)

Paris. 20. Jan. . Belgien lieferte gestern, nach derKöln« Ztg." den französischen Behörden den Succursalpfarrer von Vannes-Le- Chatel bei Toul aus, dir des Attentats gegen ein eilfjährigeS Mädchen überwiesen ist und im Trappistenkloster bei Chimay in Belgien Zuflucht gefunden hatte.

__ Die Lage mit Bezug auf die orientalische Frage wird natür­lich als sehr gespannt angesehen; inzwischen wurde der Pforte von bis­her befreundeter Seite dringend gerathen, die voraussichtliche Frist der nächsten Wochen zur sofortigen Einführung praktischer Reformen und zur wenigstens theilwersen Ausführung der Verfassung zu verwerthen, wodurch sie ihre Gegner überraschen, vielleicht auch diejenigen Einflüsse in Petersburg, die den Frieden wünschen, stärken würde. Sehr bemerkt wurde in dem ausführlichen Bericht derKöln.Ztg" auS Pera über die gestrige Sitzung des Großen Rathes, daß Midyat Pascha durch den HmweiZ auf die großen Opfer, welcher der Krieg kosten würde, offenbar einen