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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

^Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage^ 'und Samstags mit der Berliner Provinzial- Lorrespondenz.

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M 17.

Samstag den 20. Januar.

1877.

Amtliches.

Abhandengetomme«: Ein vierräderiger Handwagen.

Gefunden: Ein Portemonnaie mit etwas Geld. Eine Peitsche. ;

Ein Spazierstock. Mehrere Pfennige baar. Ein Messer. Ein großes I Hufeisen. j

Zugelaufen: Ein Hammel.

Hanau am 20. Januar 1877.

________________________Kön'al. LandratbSamt.________________________ |

Proclam.

DaS zur Concursmasse deS verstorbenen Maurermeister Jakob i Herbst und dessen Wittwe dahier gehörige Grundvermögen:

0. 118 V* A. 4 Rth. Garten 1 hinter dem Wohnhaus Nr. 31 i 119 242/ioo Rain / der Gärtnerstraße, jetzt bebaut mit Brandvers. Nr. 38 des j Wallwegs, Wohnhaus, Anbau mit Stei- gerhaus und Seitenbau links.

Brandvers. Nr. 31 der Gärtnergasse. ;

0. 117 A. 7,8 Rth. Wohnhaus, Seitenbau links, Schweine- ; ställe und Höschen in der Gärtnergasse, s M. 234d 1 /* 6,6 Garten in der Gärtnergasse,

235 10,3 Rain

sollen im dritten und letzten Termin den 30. d. Mts., Vormi ttags - 1011 Uhr, bei unterzeichneter Gerichtsstelle versteigert werden. Bis ; jetzt sind auf das ganze zu 96,000 Mk. abgeschätzte Grundvermögen erst : 50,000 Mk. geboten.

Hanau, am 16. Januar 1877.

Königliches Amtsgericht II.

(479) _____________________C ö st e r.__________________vt. Winkler.

Bekanntmachung. ;

Der durch das AuSschläumen des WeiherS in den Anlagen zu Wilhelmsbad auSgeworfene Schlamm kann unentgeldlich nach Anord- s nung deS Unternehmers abgefahren werden.

Hanau am 20. Januar 1877.

Der Königliche Schloßgärtner

(489) Schröder.

Wochenschau.

H. H. C. Das Endergebniß der am 10. d. Mts. stattgehabten ReichStagSwahlen ist nunmehr festgestellt worden. Danach sind von 380 Wahlen 29 konservativ, 105 nationalliberal, 28 reichSparteilich, 11 polnisch, 19 fortschrittlich, 95 klerikal, 10 socialdemokratisch, 6 elsässisch-autonomistisch, 3 elsässisch-protcstlerisch, 4 partikularistisch, 4 volkSparteilich ausgefallen, 4 andere Gewählte gehören keiner Partei an. Engere Wahlen sind 66 erforderlich; bei diesen konkurriren 48 Rationalliberale, 24 Socialisten, 15 Konservative, 14 Fortschrittler, 14 Klerikale, 9 Reichsparteiler und einige Partikularisten und Polen. Dazu kommt daS Resultat auS 17 Wahlkreisen, welcher erst zu Ende der Woche genau bekannt werden dürfte. ES scheint, als würden die oppositionellen Parteien im neuen Reichstag, zusammengenommen, den entschieden regierungsfreundlichen numerisch nahezu gleichkommen. Mit größerer Spannung als der Zahl der den einzelnen Parteien angehö­renden Gewählten, sieht man der Bekanntmachung der Stimmenzahl entgegen, welche im Ganzen für die einzelnen Parteien abgegeben wur­den, um zu erkennen, in welcher Richtung die Bewegung der Geister vor sich geht. Nach den Wahlen 1874 sagte man: DaS deutsche Volk hat eine merkbare Schwenkung nach Links gemacht. Diesmal wird man dasselbe zu sagen gezwungen sein, wenn sich diese Linksschwenkung! auch nur dadurch kundgibt, daß die Zahl der für VolkSparteiler und Socialdemokraten abgegebenen Stimmen erheblich zugenommen hat. Außerdem können freilich auch die konservativen Fraktionen von Er« folgen reden, welche dieselben in einigen Wahlkreisen über Fortschrittler und Natronalliberale davontrugen. Der am 12, Januar durch den Aör-ig selbst eröffnete preuß. Landtag konstituirte sich in den folgenden j Sitzungen und nahm die Vorlagen der Regierung entgegen. Bennigsen wurde wiederum zum Präsidenten erwählt; zum Vizepräsidenten er* [

nannte" n an den Fortschrittler Dr. Klotz, da sich die Nationalliberalen hartnäckig weigerten, dem Profissor Häml wiederum ihre Stimmen zu geben. Der Dr. Löwe erklärte auch für das Abg.-Haus seinen Aus­tritt aus der Fortschrittsfraktion; ob die ganze Gruppe Löwe dasselbe thun wird, bleibt abzuwarten.

Wahrend die ungarischen Studenten ihrem Russenhaß etwas zu Gute thun, indem sie eine Deputation nach Stambul schickten, um dem tüik. Generalissimus einen Ehrensäbel zu überreichen, machten die czechischen Studenten in Piag, im Verein mit den unteren Volksklassen der böhmischen Hauptstadt, ihrem Slaven- und Russen-Enthusiasmus in energischer Weise Lust. Sie hatten den General Tschernaj-ff nach Prag citirt und ihm zu Ehre große Timonstrationen in Scene gesetzt. Dem panslavistischen General gefiel das sehr gut; weit weniger jedoch gefiel es der österreich. Regierung, welche sofort die Ausweisung des Russen aus dem Lande dekretirte. Tschernojeff jedoch setzte sich zur Wehre und wich nur der Gewalt. Dieser Vorgang wird nichts dazu beitragen, die Wiener Regierung slaven- und russen- freundlicher zu machen. In Wien und Pest ist die Bankfrage wieder ausis Tapet gekommen, aber mit dem Erfolge, daß der ungarische Ministerpräsident Tisza erklärte, mit dem gegenwärtigen österreich. Ministerium nicht mehr verhandeln zu können und auf seiner Entlassung bestand. Der in Italien weilende ungar. Exdikdator Kossuth erließ Episteln in radi­kalen ungar. Blättern, welche den Ministerpräsidenten als einen der Wiener Politik verfallenen Mann hinstellten. Die Kossuih'sche Agita­tion wird viel mit zum Rücktritte TiSza's beigetragen haben. Eine Deputation ungar. Wähler hat sich übrigens zu Kossuth begeben, um ihn zur Rückkehr m's Vaterland und zur Annahme eines MandatS für'S Parlcment zu bewegen. Man sieht mit großer Spannung der Entscheidung des berühmten RevolutionSmannes entgegen, Dessen Rück­kunft ohne Zweifel von epochemachender Bedeutung für die ferneren Geschicke Ungarns sein würde.

Die am 9. Januar wieder zusammengetretenen französischen Kam­mern wählten ihre bisherigen Präsidenten, d'Aud ffret-Pakquier und Gr^vy, wieder. Gleich in den ersten Sitzungen fanden die Minister Gelegenheit sich den Beifall der Deputirtenmehrheit zu erwerben und den Bonapartisten eine große Niederlage beizubringen. Die Minister Simon und Martel sprachen sich mit größter Entschiedenheit gegen die gemischten Kommissionen aus, welche beim Staatsstreiche Napoleon'- III. eine so verwerfliche Thätigkeit entfaltet hatten, und verurtheilten daS Verhalten des General-Advokaten Bailleul, welcher kürzlich die Bestrafung einer Zeitung beantragt und durchgesetzt hatte, die jene ge­mischten Kommissionen an den Pranger gestellt. Die Deputirtenkammer ertheilte den Erklärungen der Regierung mit 395 gegen 2 St. ihre Zustimmung. Die französ. Zeitungen trugen in den Irrten Tagen eine große Verstimmung darüber zur Schau, daß in Elsaß. Lothringen die gegen die Annexion protestirende Partei bei den Reichstagswahlen 6 Stimmen cn die Autonomisten verloren hat. Die Autonomisten sind nämlich in diesem Falle Diejenigen, welche die vollzogenen Thatsachen hinnehmen und die neue Lage im Interesse deS Landes auszunützen entschlossen sind.

Während die rufl. Soldaten aus Serbien nach Haus zurückkehren, die serb. Regierung euch die Milizen erster Klasse entläßt, protestirt Rumänien gegen verschiedene Bestimmungen der türk. Verfassung und erklärt eS sich seiner Lehens Pflicht gegen die Pforte für entbunden. In der Konferenz zu Stambul wurden der Pforte die bekannten Bor­schläge in nochmals abgeschwächter Form überreicht und ihr noch für laufende Woche Frist gegeben. Sie beharit jedoch fest auf ihr-m Wi­derstände, so daß Niemand ernstlich mehr an die Möglichkeit einer friedlichen Lösung denkt.

In den Vereinigten St taten von Nordamerika ist die Präsidenten­wahl endlich zu Ende gediehen. Der demoklät. Kandidat Tilden siegte nach den fitzt eingelaufinen Berichten mit einer Mehrheit von ca. 250,000 St. über den republikanisSen Kandidaten. ,

. m T a g e s s ch a n. ^ «

Berlin, 19. Jan. In der heutigen (4) Sitzung des HauseS