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Hmaner Inniger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,^ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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JE 12. Montag den 15. Januar.
1877.
Amtliches.
Bei der heutigen Ermittelung des Ergebnisses der Wahlen zum Reichstag hat eine absolute Stimmenmehrheit aller in dem 8. Wahlkreis des Regierungsbezirks Cassel abgegebenen Stimmen sich nicht herausgestellt. Es ist daher eine engere Wahl unter den beiden Kandidaten, welche die meisten Stimmen erhalten haben, vorzunehmen.
Es haben Stimmen erhalten die Herren:
1. Dr. Hermann Weigel zu Cassel 6157
2. Karl Frohme zu Bockenheim 5622
3. Richard Reuter zu Wiesbaden 2471
4. Graf Friedrich zu Solms-Laubach 2029
5. Ludwig Windhorst zu Hannover 1402
6. Dr. Varrentrapp zu Frankfurt 2
7. Professor Janssen zu Frankfurt 1
8. Oekonom Bachmann zu Neuses 1
9. Literat Holchof zu Frankfurt 1
Zur engeren Wahl kommen die Herren Dr. Weigel und Frohme. Alle auf andere Kandidaten fallende Stimmen sind ungültig. Die engere Wahl findet auf denselben Grundlagen und nach denselben Vorschriften statt wie die erste. Es bleiben die Wahlbezirke, die Wahllokale und die Wahlvorsteher unverändert. Es sind dieselben Wählerlisten anzuwenden wie bei der ersten Wahlhandlung. Eine wiederholte Auslegung und Berichtigung der Listen findet nicht statt.
Die engere Wahl wird auf Mittwoch den 24. Januar 1877 festgesetzt.
Die Ermittelung des Wahlergebnisses findet Sonnabend den 27. Januar 1877, 10 Uhr Vormittags, im Gasthofe zum Riesen zu Hanau öffentlich statt.
Hanau den 14. Januar 1877.
Der Wahlkommissarius ____________________Schrötter, Landrath.___________________
Holzverkauf.
Die hinter der gelben Mauer dahier stehenden 11 Pappelbäume werden
Mittwoch den 17. d. M., Nachmittags 2 Uhr, an Ort und Stelle nach dem Meistgebot öffentlich versteigert; bei annehmbarem Gebot wird der Zuschlag im Termin ertheilt.
Hanau, 12. Januar 1877.
Der Stadtkämmerer
(345) Weidert.
Tagesschau.
— Berlin, 12. Januar. Die heutige „Post" schreibt: „Wir möchten nicht Anlaß zu Mißdeutungen geben und erklären deßhalb nochmals, wie wir es so oft gethan, daß uns nichts ferner liegt, als etwa die national-liberale Partei oder einen Theil derselben zu uns herüber- ziehen zu wollen. Möge diese Partei liberal bleiben wie wir conser- vativ bleiben, aber diese Namensunterschiede werden in der Praxis fort- i dauernd verwischt. Wir haben gemeinsame Gegner. Ihnen gegenüber können wir Seite an Seite stehen. Die Fortschrittspartei hat sich ab- i solut ohnmächtig erwiesen, der Socialdemokratie einen Wall entgegen- - zusetzen. Ohne Talent, ohne Charakter, eigensinnig und hochmüthig, | hat sie in einer Verblendung, welche in der Geschichte der politischen ! Parteien ohne Beispiel dasteht, diesen Gegnern des Staates die Bahn i geöffnet. Sie zieht sich heute in ihr Schneckenhaus zurück und versichert züchtiglich, die gemäßigte Demokratie zu sein. Wir trauen ihr nicht einmal die Kraft z«, selbst wenn sie wollte, etwas Anderes zu sein.' Sie hat seit Jahren nur eine hohle und fabelhafte Politik getrieben, deren Frucht sie jetzt ärntet. Wenn die Socialdemokraten in Massen in das Parlament des Deutschen ReichS einziehen, dann wissen wir, mit wem wir es zu thun haben, und das Volk wird aus dem Schlummer erwachen. Die Fortschrittspartei wird dann nichts mitzu- sprechen haben, wir Conservative aber sehen dieser Zukunft festen Auges und frohen Herzens entgegen, denn das deutsche Volk müßte die zwei-
tausendjährigen Eigenschaften seines Characters verleugnen oder verloren haben, wenn es nicht den gefährdeten Staat zu vertheidigen wüßte." sj — Berlin, 13. Januar. Die Hartnäckigkeit der Türkei dauert, nach einem Telegramm der „Köln. Ztg." fort. Sie weigert sich, die acht wesentlichen Punkte der Vorconferenz anzuuehmen, und wenn sie in der Sitzung der Conferenz am Montag auf die an sie zu stellenden Forderungen keine versöhnliche Erklärung abgibt, so ist bald darauf der Aufbruch der Conferenz zu erwarten. Ist dieser Aufbruch indessen schon gleichbedeutend mit Krieg? Nach früheren russischen Drohungen sollte man es erwarten, indessen verschiedene russische Blätter sühren neuer* dingS eine Sprache, die daran noch zweifeln läßt. Die Agerce Generale Russe klagt über eine allgemeine, stille Feindseligkeit gegen Rußland. Das gemeinschaftliche Interesse Europas habe sich in verschiedene Sonderinteressen aufgelöst, denen allen genehm wäre, daß Rußland allein nur von sich aus und auf eigene Kosten die Sache Aller unternähme und, von seinen Slawophilen gedrängt, es mit einem Krieg gegen die Türkei versuche, wo man dann den günstigen Augenblick abwarten könnte, in dem ein jedes dieser Sonderinteressen Befriedigung zu finden vermöchte. Für die Einen liege dieses Sonderinteresse in einem Ministerportefeuille, wenn nicht in Ländererwerbung. Für Andere bestehe eS in dem eventuellen Eintreffen heimlich genährter Absichten, für Dritte in einer gewissen unvermeidlichen Aernte und Unkosten der Ackerbestellung, für Alle endlich in einem providentiellen Ausgang aus einer absoluten Sackgasse. Der Artikel scheint sich dafür zu entscheiden, daß Rußland nicht seinen Feinden oder falschen Freunden den Willen thun sollte, sich in einen Krieg mit der Türkei zu verwickeln. Eine ähnliche Sprache führt ja der Nord und erklärt, daß Rußland sich seine Zeit zum Kriege wählen werde. Hier sind Nachrichten aus Rußland eingetroffen, wonach dort jetzt der Wunsch überwiege, den Frieden zu erhal. ten. Die „Nordd. Allg. Ztg." welche in der letzten Zeit eine sehr heftige Sprache gegen die Türkei führte und behauptete, die Ehre der Conferenz erfordere, daß sie keine fernere Zugeständnisse mache, äußert keine fernere Zweifel gegen die Nachrichten der „Kölnischen Zeitung", daß der deutsche Botschafter neuerdings auf der Conferenz eine stramme Sprache führe und auf Entscheidung dränge.
— Die Post schreibt: Aus dem Kreise der im vergangenen Jahre von dem preuß. Handelsminister nach England zum Studium dortiger Eisenbahneinrichtungen entsandten Kommission ist ein Bericht über „den Gütertransport auf den Eisenbahnen Englands" von Felix Guttmann, Regierungsassessor und Mitglied der k. Direktion der Ostbahn (Bromberg bei F. Fischer) der Oeffentlichkeit übergeben. Derselbe schließt sich seiner Entstehung und Anordnung nach der schon früher erschienenen Brochüre „über einige Verwaltungseinrichtungen und das Tarifwesen auf den Eisenbahnen Englands" von Ed. Reitzenstein ergänzend an und behandelt eingehend und systematisch den mechanischen Theil des Güter- tranSportwesenS. Proben der auf den englischen Bahnen gebräuchlichen Forumlare für den ExpeditionS- und Güter-Kaffendienst, welche dem Bericht in reicher Zahl angeschlossen sind, tragen wesentlich zum leichteren Verständniß der geschilderten Einrichtungen bei. Die vorliegende Schrift wird nicht nur für die Eisenbahn-Fachmänner, sondern auch für daS mit den Eisenbahnen verkehrende Publikum von Interesse sein. Wie wir höre», hat in diesen Tagen bereits eine Konferenz der preußischen Staatsbahnverwaltungen stattgefunden, in welcher die Ueber* tragung englischer Einrichtungen auf die deutschen Eisenbahnen der Gegenstand eingehender Berathungen gewesen ist. ES unterliegt keinem Zweifel und ist auch von dem Verfasser mit Recht hervorgehoben, daß schon die Durchführung eines einheitlichen Tarifsystems auf sämmtlichen deutschen Bahnen, welche, wie wir hoffen dürfen, dem BundeSrathS« beschluffe vom 14. Dez. v. J. nunmehr mit thunlichster Beschleunigung folgen wird, zum nicht geringen Theil dazu beitragen werde, die vielgerühmte Präzision und Schnelligkeit der englischen Güterabfertigung auch bet unS möglich zu machen.
— Die National-Ztg. meldet: Wie uns von zuverlässiger Seite mitgetheilt wird, werden in der Charwoche die Prinzessin Charlotte (geb. 21. Juli 1860) und Prinz Heinrich (geb. 14. August 1862), die