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Hlinauer Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage,? und Samstags mit der Berliner Provinzial-Torrespoudenz.

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Freitag den 12. Januar

1877

Amtliches.

Verloren: Ein Gebund Schlüssel; dem Finder eine gute Be- lohnunn.

Zugelaufen: Ein Huhn.

Hanau, am 12. Januar 1877.

_________________Königliches Landratbsomt.________

Der gegen den Taglöhner Wilhem Alter von Hohmzell, später in Rückingen, zuletzt am 17. Juni v. I. erneuerte Steckbrief wird als erledigt zurückgezogen.

Hanau, 6. Januar 1877.

Der StaatS-Anwalt

________________________Schumann._____________vt. Michael.

Aus der Leonhard Mager 'schen Stiftung soll den Statuten gemäß an einen Dienstboten, der wenigstens 10 Jahre bei einer und derselben Familie in der Stadt Hanau gedient und sich durch Treue, Fleiß und sittliches Betragen ausgezeichnet hat, eine Prämie verab­folgt werden, welche für dieses Jahr 40 Mark betragen wird. Be­werber um dieselbe haben ihre Dienstzeugnisse nebst Gesindebuch bis zu Ende l. M. auf dem Stadtbauie abzugeben.

Hanau am 11. Januar 1877. (319)

Der Oberbürgermeister

Cassian.

Tagesscha«.

Berlin, 11. Januar. DaS Resultat der hiesigen Wahlen ist nach derFrkf. Ztg." Folgendes: 1. Wahlkreis: Forckenbeck (n.4.) 3000, Hirsch (f.) 2700, Most (f.) 1160; engere Wahl zwischen Forcken- beck und Hirsch. 2. Wahlkreis: Engere Wahl zwischen dem Soz al- demokraten Baumann und Klotz (Fortschr.), beide erhielten gegen 4500 Stimmen. 3. Wahlkreis: Rackow (f.) 5000 Stimmen, von den übrigen 8000 Stimmen erhielt Herz (f.) Mehrheit. Engere Wahl nöthig.

4. Wahlkreis: Der Sozialdemokrat Fritsche siegte über Eberty (Aortschr.); Fritsche erhielt 11,000 Stimmen. 5. Wahlkreis: Duncker (f) mit großer Majorität gewählt. 6. Wahlkreis: Hasenclever (,) gewählt, derselbe erhielt 9597, Banks (f.) 6856, Borfig (n.-l.) 2180 Stimmen. ES sind demnach gewählt zwei Sozialdemokraten, ein FortschrittSmann und haben drei Stichwahlen stattzufinden. Im fortschrittlichen Lager herrscht große Bestürzung.

Ueber die Thätigkeit des ReichSgesundheitSamt» wird berichtet: Der Entwurf zu einem Leichenschaugesetz war die erste Arbeit des Ge­sundheitsamtes und ist in der ersten Augustwoche vorigen Jahres an das Reichskanzleramt gelangt. Ein Entwurf wegen Prüfung der Thier­ärzte ist fertiggestellt, soll aber noch einer besonderen Kommission unter­breitet werden, bevor er an dar Reichskanzleramt abgegeben wird. Ein weiterer Entwurf, welcher die obligatorische Einrichtung von Schlacht­häusern und die der Fleischschau betrifft, ist noch in der ersten Vorbe- rathung begriffe». Es wird hierzu demnächst eine Berathung statifinden, zu welcher Geh. Rath Prof. Dr. Roloff von Halle eigens nach Berlin kommt. Ein größerer Plan, den das ReichSgesundheitSamt vorbereitet, bezieht sich auf die Errichtung einer großen hygienischen Institutes, dessen Ausführung jedoch noch sehr große Vorbereitungen erfordert. Es wird damit vielleicht die Erwerbung eines eigenen Hauses verbunden sein. Ein solches Institut ist zuerst von Pettenkofer in München und dann in kleinerem Umfange von Fleck in Dresden, hier aber bereits in verbesserter Weise errichtet worden, und er stellt sich eine gleiche Ein- richtung für das gesammte Reich, allerdings in sehr erweitertem Maß­stabe, als ein Bedürfniß heraus. Eine sehr umfassende Thätigkeit hat da» ReichSgesundheitSamt zur Orientirun» in den weitverzweigten, ihm unterstellten Verhältnissen zu entfalten. Für den Verkehr mit den Landes- und Lokalbehörden, die Prüfung der eingeforderten Gutachten und andererseits für die Erstattung gutachtlicher Urtheile reichen die Kräfte des Amtes kaum aus. Bei der bevorstehenden Berathung des preuß. Staatshaushalt» wird auch die Frage wegen Errichtung eines große« polytechnischen Institutes in Berlin zum AuStrag gebracht wer­

den. Im Aufträge des HandelsministerS hat der Direktor der Bau­akademie, Prof. Lucä, einen sehr umfassenden Plan nebst Kostenanschlaq ausgearbeitet, welcher jetzt dem Finanzminister vorliegt. Hiernach soll da» Gebäude auf dem Grundstück des ehemaligen Hippodroms bei Char- lottenburg, in der Nähe der Artillerie- und Ingenieurschule, errichtet werden. Der Finanzminister hat, wie man hört, den Kostenanschlag bemängelt. Es stützt sich derselbe indessen auf die Erfahrungen, welche Prof. Lrcä auf der von ihm gemeinsam mit dem Geh. Rath Stüve auS dem HandeSministerium im Auftrage der Regierung unternommenen Reise zur Besichtigung aller großen polytechnischen Instituts Deutsch­land» und der Schweiz gewonnen hat, und auf die ausgesprochene Ab­sicht, den Bau so auszuführen, daß er auf viele Jahrzehnte hin keiner Erweiterung bedarf. Die erste Wochennummer der Veröffentlichungen der Deutschen Gesundheits»AmteS enthält außer einem ausführlichen Programme die vergleichende statistische Nachweisung über die in der letzten Jahreswoche 1876 stattgehabten Erkrankung--- und Sterblichkeits« Vorgänge in 127 deutschen und 30 größeren ausländischen Städten. Festgestellt wird seit Emtriit des Weihnachtsfrostes eine Abnahme deS Scharlach und der Diphtherie, dagegen eine starke Zunahme der apo- plektischen Todesfälle, so wie eine geringe Vermehrung der entzündlichen Krankheiten der AthmunForgane. Betreffs der Epidemieen im AuS- lande wird die stetige Zunahme der Blattern in London (823 Pocken­kranke in den Hoipiiälern zu Ende Dez.), die Abnahme des Scharlach- fieberS daselbst, so wie der Typhus-Epidemie in Paris gemeldet, und über die Fortschritte der aus Indien westwärts bis nach Persien sich verbreitenden Cholera, so wie über die in geringer Ausdehnung fort­dauernden Pest-E-krankungen in Mesopotamien die neuesten Berichte mitgetheilt. Die Beilage enthält unter Anderem eine eingehende Be­sprechung zur Werthbemessung der wöchentlichen Sterblichkeitsnachweise, in welcher die Fehlerquellen dieser Berichte beleuchtet und der unbe- chadet dieser Fehlerquellen bleibende Werth derselben alsAnzeige für die örtliche und zeitliche auf- und niedergehende Welle der Sterblichkeit und der für die öffentliche Gesundheitspflege brdeutsamsten Todesur­sachen" festg stellt wird. Dieselben sollen als erster Versuch-schritt zur Anbahnung einer fortlaufenden öffentlichen Gesundheits-Kontrole dienen, wie solche tn England und Nordamerika seit längerer Zeit mit segens­reichem Erfolge durchgesührt wird. Eine d «graphische Tabelle veran­schaulicht in sinnreicher Weise den Witterung-gang während der BerichtS« Woche an 8, die verschieeenen Klimskceise Deutschlands vertretenden Beobachtung-orten, deren verschiedene Eigenthümlichkeiten dabei sehr übersichtlich hervortreten. Inhalt und Ausstattung dieser Veröffent­lichungen des neuen AmteS sind wohl geeignet, demselben einen weiten VerbreitungSkreiS im In- und Auslande nicht blos bei Aerzten, sondern bei allen für öffentliche Gesundheitsfragen sich interessirenden Ständen zu sichern. <®4«- eierD

In der Sitzung des Deutschen Reichstags vom 15. Dezember v. I. wurde von dem Abgeordneten Liebknecht bei Gelegenheit seiner Aeußerungen über die angebliche Verletzung des Briefgeheimnisse- ein Brief aus Ratingen vom 4. Januar v. I. verlesen, welcher die Be­schlagnahme eines im August 1874 in Ratingen zur Post gelieferten Briefes an Wilhelm Zengerly in Düsseldorf zum Gegenstände hatte. In Betreff dieses Briefes ist, wie die vom General»Postamt angestellten Ermittelungen ergeben haben, s. Z. in vollständig gesetzmäßiger Weise verfahren worden, indem der Untersuchungsrichter die Beschlagnahme des BriefeS angeordnet und persönlich augeführt hat. (R. u. st-a.)

Versöhnt sich ein Ehemann mit dem Beleidiger seiner Gattin und verzichtet er somit auf die Stellung eines Strafantrages, so wird, nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 6. Oktober 1876, da­durch die beleioigte Ehefrau nicht gehindert, selbständig auf Bestrafung des Beleidiger» anzutragen.

Wie man hört, trifft die Centrumspartei umfassende Vorbe­reitungen, um denKulturkampf" im Landtage mit erneutem Eifer fortzuführen. Hauptsächlich die Frage des Religionsunterricht» in der Volksschule scheint als Streitobjekt in Aussicht genommen zu sein. Auch die Marpinger Affaire will man auf die Tnbüne bringen. ES ist bem*