Einzelbild herunterladen
 

WttUsement«- ©reH:

JLHrUch 9 Mari. Halbj.4M.50P.

Btrüeljährlich C Mari 25 Pfg. gür auswärtige Abomienten mit dem betreffe«, »en Postaufschlag. Me einzelne Num­mer 10 Pfg.

firnner Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

(Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Provinzial- Correspondenz.

SwfertfcM*- »«», sie i»«ee» GarmoudgoW «H^ bereu Sterne 10 «I.

Sie !»«& »»

M 9. Donnerstag den 11. Januar. 1877.

Amtliches.

Im Verlag von Hugo Voigt zu Berlin sind die altbewährten Gloger'schen Vogelschutzschriften (die größere für die Hand des Lehrers bestimmte:Die nützlichen Freunde der Land- und Forstwirthschaft unter den Thieren", sowie die kleinere Jugendschrift:Kleine Ermah­nung zum Schutze nützlicher Thiere") in neuer Auflage erschienen. Der ohnehin schon billig gestellte Preis (für die erstaenannte Schrift 1,20, für die letztere 0,60 Mk.) wird bei Bezug größerer Partien noch er­heblich ermäßigt. Beide Schriften bieten nicht blos eine passende Ge­legenheit, durch Bild und Schrift über die uns umgebenden freilebenden Bögel zu belehren, sondern sie sind auch namentlich geeignet, zu einem wirklichen thatkräftigen Vogelschutz anzuregen. Wir machen deshalb im Interesse der guten Sache auf jene Schriftchen mit dem BernrrM auf­merksam, daß es rathsam erscheint, denselben da, wo es die Mittel ge­statten, durch Vertheilung des kleinen Büchleins als Schulprämie, sowie durch Anschaffung des größeren für Schul- und Volksbibliotheken eine möglichst weite Verbreitung zu Theil werden zu lassen.

Caffel, den 28. Dezember 1876

Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.

Mittler.

Die Ermittelung des Ergebnisses der Wahlen für den Reichstag findet Sonntag den 14. Januar d. I von Vormittags 11 Uhr ab im Aasthofezum Riesen" zu Hanau statt.

Hanau, am 4k Januar 1877.

Der Landrath.

Susanne Stehling geb. Amendt zu Ginnheim, Marie Anna Rauch geb. Neeb zu Großauheim und Margaretha We.intz geb. Eid zu PreungeSheim, sind als Hebammen vereidigt worden.

Hanau, am 3. Januar 1877. '

_________Der Landrath._____________________

Zum Westdeutschen Verbands-Güter-Tarif vom 1. Oktober 1872 ist der 67. Nachtrag zur Einführung gelangt.

Derselbe enthält u. A. anderweite Tarifirung der ArtikelKork­holz und Korkstöpsel rc." mit Wirkung vom 15. Februar cr. und kann bei den Expeditionen eingesehen werden. (294)

Frankfurt a. M. den 5. Januar 1877.

Königliche Eisenbahn-Direktion._______________

Jeder MilitauPflichtige, welchem über feine Dienstpflicht eine endgültige Entscheidung der Ersatz-Behörden noch nicht ertheilt ist, hat sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar dieses Jahres auf dem Siadthause zur RekrutirungS- Stammrolle zu melden, bei Ver­meidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.

Für solche Militärpflichtige, welche, ohne an einem anderen Orte im Deutschen Reiche einen dauernden Aufenthalt zu haben, abwe« send sind, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrik­herren die Anmeldung zu besorgen» ebenfalls bei Vermeidung berJm Gesetz angedrohten Nachtheile.

Hanau, am 4. Januar 1877.

Der Oberbürgermeister

Cassian. (203)

T a g e s s ch a u.

Berlin, 7. Jan. Der Bruch deS NogatdammeS bei Fischers- kampe, welcher am 17. v. MtS. erfolgte, und welcher die weit ausge­dehnte, fruchtbare Niederung gegen 3 Meilen lang tief unter Wasser gesetzt hat, so daß die Eisfläche, welche den Wasserspiegel bedeckt, hier Und dort bis zu den Dächern der Wohnungen reicht, wird für die un­glücklichen Bewohner deS Landstrichs selbstverständlich von den unheil­vollsten Folgen sein. Schpn jetzt, welche eine grauenvolle Lage! Mitten im Winter, bei einer Kälte von 1014 Graden, auf den fast nirgend heizbaren Bodenräumen kampiren zu müssen, wozu bei der ärmeren Bevölkerungluoch^ der Mangel kommt und deren Lage wahrhaft ver«

zweiflungSvoll macht! Dieser Zustand aber wird, selbst wenn eS ge­lingen sollte (was sehr bezweifelt wird), in dieser Zeit den Durchbruch zu kupiren, voraussichtlich 3 Monate andauern. Ob dann aber die vorhandenen Wasserschöpfwerke die ungeheure Wassermasse so schnell aus« zuheben vermögen, daß die Aecker bestellt werden können, das ist sehe unwahrscheinlich. Geschieht dies aber nicht, so geht eine ganze Ernte dieses gesegneten Striches verloren. Ein großes Konnte aus ländlichen und städtischen Mitgliedern zusammengesetzt, hat sich konstituirt. Die Vertreter der Stadt Elbing haben nicht nur Aufrufe in der Provinz erlassen, sondern auch in Berlin, Magdeburg, Breslau, Stettin, Köln, Frankfurt a. M. u. s. w. Bedeutende Hülfe und schnelle Hülfe thut dringend Noth. cSsw. M°ru

Berlin, 10. Jan. Die letzten Nachrichten aus Konstantinopel werden hier friedlich aufgefaßt. Rußland ist noch immer bemüht, ein Mandat Europas zu erhalten, daher die Anstrengungen der russenfreund- lichen Presse, die etwaige Ergebnißlosigk-it der Conferenz als Nieder­lage der europäischen Cabinette darzustellen, welche diese nicht hinnehmen dürften. Der rumänische Zwischenfall wird in einem für den Frieden ungünstigen Sinne gedeutet, doch wird die Nachricht, Rumänien habe sich foim?H und definitiv von der Türkei loSgesagt, noch näherer Auf­klärung behülfen. Mln. Ug.j Ein anderes Telegramm derselben Zei­tung, meldet aus London vom 10. Januar: Die heutigen Zeitungen besprechen die Konferenz und glauben, daß ein günstiges Ergebniß nicht mehr zu erhoffen sei. DieTimes" meint, daß, wofern die Pforte nicht einlenke, der Abbruch der Conferenz jeden Tag zu erwarten stehe. Dally Telegraph" glaubt dasselbe, wofern nicht gegenseitige Zugeständ­nisse gemacht würden. Die abgeschmackten pariser Meldungen, denen zufolge Fürst Bismarck angeblich einer friedlichen Lösung im Geheimen entgegenarbeitet, werden hier vielfach besprochen. Sir V. Haicourt, Fawcett und Sir Charles Dilke hielten gestern Reden, verdammten aber­mals die fiühere Orientpolitik des Cabinets, belobten aber dessen spä­teres Einlenken und die Haltung Salirbuiy'S. Dilke allein sprach ge­gen Rußland, keiner der Redner aber ertheilte einen bestimmten Rath, welche Politik denn eigentlich England einschlagen solle, wenn die Con- ferenz sich ergebnißloS aufgelöst habe. Unbeglaubigte Gerüchte von einem Rücktritt Lord BeaconSfield's werden abermals verbreitet.

Berlin, 10. Jan. Das Kriegs-Ministerium hat dem Ver­nehmen nach beschlossen, f r die gesammte Infanterie des preußischen Heeres zunächst die kleineren Garnisonen, welche detachirte Bataillone enthalten, möglichst ganz zu beseitigen. Durch die D-tachirung wird erfahrungSmäßig die einheitliche Leitung der Teuppentheile so wie die gleichmäßige taktische Ausbildung der Mannschaften erschwert. Zu die­sen Mtßständen gesellt sich noch ein dritter, daß die Beschaffung der 800 Meter langen Schießstände in der Nähe der Städte mit jedem Jahre schwieriger und kostspieliger wird. Die Aufhebung dieser kleinen Garnison kann nur nach und nach erfolgen. Es ist dafür ein Zeitraum von 15 Jahren festgesetzt. (Kölm stg.)

Berlin, 10. Jan. DieKöln. Ztg." schreibt: Unsere Mit­theilung, daß der Kaiser den Landtag selbst eröffnen werde, findet in nachstehender Ankündigung derPro.-Corr." ihre Bestätigung:Der Landtag der Monarchie wird am Freitag den 12. d. nach vorherge- gangenem Gottesdienste, im Dom und in der St. HedwigSkirche Mit­tags um 12 Uhr im Weißen Saale des königlichen Schlosses eröffnet werden. Se. Maj. der Kaiser und König will die erste Session der neuen Legislaturperiode, obwohl die anzukündigenden parlamentarischen Aufgaben von geringerer Bedeutung fein werden, persönlich eröffnen." An anderer Stelle fügt das offiziöse Blatt hinzu:Im Laufe der Woche hatte Se. Majestät mehrfach Besprechungen mit dem Reichs­kanzler, Fürsten v. Brsmarck, und mit dem StaatSseccetär im Auswär­tigen Amte, Staats-Minister v. Bülow."

Im Reichekanzleramt widmet man in immer weiterem Umfange . den Arbeiterverhältnissen Beachtung. So ist in neuester Zeit auch daS Reichsgesundhertsamt zur Mitwirkung dieser Bestrebungen herangezogen worden. Es werden namentlich Erhebungen über die Sanitätsverhält« Nisse und die Einwirkung der Arbeiterbeschäftigung auf^ dieselbe ange-