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Relchstags-Wahl.

Am /O Januar ISe*.

An die Wähler des Kreises Hanau-Gelnhausen-Or-.

Mitbürger I In wenigen Tagm ruft uns wie­derum die staatsbürgerlich!' Pflicht znr Wahlurne. Am 10. Januar finden d e Neuwahlen zum Dänischen Reichstage statt.

Es ist Euch wohl bekannt, daß Gegner von mancherlei Art sich gegen die Wiederwahl des be­währten Mannes «rhoben haben, der 'eit neun Jahren in uneigennütziger Hingebung unseren Wahlkreis ver- triit.

Wähler in Stadt und Land! Seit Wichen sind wir bestrebt gewesen in Wort und Schrift die Gründe, welche die Gegner geltend zu machen suchten, zu widerlegen. Die Angriffe, welche man auf die Tüch­tigkeit unseres seitherigen Abgeordneten Herrn Dr. Hermann Weigel zu machen gewagt hat, haben in seinem persönlichen Auftreten vor Euch ihre glän­zendste Widerlegung gesunden. Ihr habt in ihm von Neuem den Mann achten und hochschätzen gelernt, dessen reiches Wissen, dessen parlamentarische Erfah­rung und rednerische Begabung, dessen Muth und Ueberzeugungstreue über jeden Zweifel erhaben sind. Wie er, Euer Landsmann, seit Jahren, schon zur Zeit unseres kurhessischen Bersassungskampfet, für die Sache des Rechtes eingestanden ist, wie er seither an dem Ausbau unserer Reichsverfassung im freiheitlichen Sinne mitgewirkt hat, so wird er auch fernerhin wirken, wenn ihn unsere Stimmen von Neuem zu unserem Vertreter im Reichstage berufen. Er wird thätig sein im Sinne eines besonnenen Fortschritts, der neben der stetigen Weiterentwicklung unseres Staatswesens unter liberalem Gesichtspunkte zu­gleich vom na tio n a l e n Standpunkte aus den Höch­sten Werth legt auf die Erhal ung der Machtstellung unseres nach so schweren Kämpfen geeinten Vater­landes.

Mitbürger! Die Unterschiede, die zwischen den beiden Zweigen der großen liberalen Partei, der national-liberalen und der Fortschrittspartei, bestehen, sind klein im Verhältniß zu der tiefen Kluft, die uns von der Socialdemokratie trennt. Wir glauben Euch in den letzten Wochen hinlänglich nach- gewiesen zu haben, wie die Führer dieser Partei über die höchsten und heiligsten Güter des Menschen, über Religion und Ehe, wie sie über Staat und Eigen­thum denken. Wenn es Ihnen wirklich gelänge, das Volk zu belhören, so würde der Umsturz alles Be­stehenden, die Auflösung der heiligsten Familienbande, der Krieg Aller gegen Alle die Folge davon sein.

Darum auf zur Wahl! Ihr Vaterlandsfreunde in Stadt und Land! Seid diesem gemeinsamen Feinde gegenüber einig und macht ihm nicht durch die Zersplitterung Eurer Stimmen neuen Muth!

Vereinigt Euch mit uns zur Wiederwahl unse- les seitherigen bewährten Abgeordneten

Herrn Dr. Hermann Weigel aus Cassel.

Wie er es seit seinen jungen Jahren stets be« toitfen hat, daß sein Herz warm schlägt für die Größe und Freiheit d.s Vaterlandes, so hat er noch vor Kurzem wieder gezeigt, dsß er die ehrenvolle Stel­lung, die er als der Vertreter der Stadt Cassel im Herrenhause einnimmt, vor Allem dazu benutzt, um das Recht des kleii en Mannes, des Bürgers und des Bauern, den Anforderungen der großen Herren gegenüber zu schützen und zu vertheidigen.

Deutsche Männer in Stadt und Land! Laßt Euch nicht durch Phrasen und hohle nichtssagende Schlagwörter bethören! Blickt vielmehr auf das Leben d eses Mannes, bissen ehrenvolle Vergangenheit Euch mehr als Alles Bürge dafür sein muß, daß Ihr an ihm nicht einen Vertreter einzelner Interessen, sondern der Gesammtheit, einen Volksvertreter im wahren Sinne des Wortes haben werdet.

Bedenkt, daß die Spaltung der liberalen Partei auch den Bestrebungen unserer reactionären Gegner in die Hände m betten würde, die heute den Namen Deutsch Conservative angenommen haben. Sie hoffen auf unsere Uneinigkeit, um Leute ihrer Farbe in teti Reichstag zu bringen md dann durch ihren Einfluß die Regierung wieder auf die glücklicherweise verlassene Bahn des Rückschunts zu drängen.

Darum seid auf der Hut! Ihr deutschen Män­ner. Keirer entziehe sich der nationalen Pflicht ter Abstimmung! Keine Stimme ist gleichgültig I Gebt am Wahltage, eingedenk der Gemeinsamkeit der freisinnigen Grundsätze nicht den Gegnern das er­wünschte Bild einer Spaltung, sondern haltet ein« müthig zusammen an der Wiederwahl unseres seithe­rigen liberalen Abgeordneten

Dr. Hermann Weigel.

Becker, Rechtsanwalt, Bockenheim. Ph. Greifs, Rentner, das. Cl. Reifert, Rentner, das. Scheuch, Rechtsanwalt, das. Ph. H- Schneider, Rentcr, das. Jul. Wurmbsch, Fabrikant, das. Dr. Duncker, Hansu. A. Hoffmann, Etuis-Fabeikant, das. C. Kehl, Fabrikant, das. J. Ruth, Lehrer, baf. N. Schäfer, Buchhalter, das. V. Starck, Rechtsanwalt, baf. Georg Treusch, Kaufmann, das. Dr. Wolff, das. J. F. Zimmermann, Fabrikant, das. Dietz, Bürgermeister, Wind. ckeu. Froebe, Bürgermeister, Fechen- heim. Gvy, Bürgermeister, Roßdorf. Römer, Bürgermeister, Eckenheim. Zeh, Bürgermeister, Seckbach, I. Bernxes IV., Maurermeister, Langendiebach. E. W. Grand, Bischossheim. Dr. Frankenberg, Bergen. Geibel, Maurer meffter, Kesselstadt. Joh. August Herbert, Großauheim. Pautz, Inspektor auf der Pulverfabrik. Riegelmaun, Fabrikant auf der Fechenmühle. C. Scherer, Kaufmann, Langenselbold. Schöffer, Landtagsal geordneter, Gelnhausen. Schilling, Oberförster, Bieb-r. Wiegand, Hüttenwerks- Direktor, das. A. Schindler, Oeconom, Hof Eich. Lang, Orconom, Altenhaßlau. Erich Gelhar, Kauf­mann, Orb. Ludwig Grau, Fabrikant, das. Dr. Tasfius, Bnsteiv. Bode, Bctuar, das. Johannes Nebel 12r, Fischborn. Weiß, Oberamtsrichter, Meerholz. Heerdt, Postverwalter, das. Maldtfeldt, Büreaugehülfe, Niedermittlau. Herbert, Bürgermeister, Hacker Ludwig Kircher, das. Karl Kolb, Gerber, Wächtersbach. Franzheim, das. Heuser, Oberamtsrichter, Gelnhausen. H- Mahls, Buchbinder, das. Theodor Großbernd, Kaufmann, das. Hahn, Postdirector, baf. Fr. Kees, Mühlenbesitzer, das. Leop. Orb, Kaufmann, das. Jakob Hempel, Bäcker, das. Franz Berck, Gerber, das. Hose, Steuer­inspektor, das. H. Stock, Kaufmann, das. H. Heilmann, Metzger, des. Georg Schöffer, Kaufmann das.

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