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Vierteljährlich . C Mark 25 Pfg. gilt aurwärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postaufschlag. $U einzelne Num­mer 10 Psg.

linnaner Inmtr.

Zugleich Amtliches Organ für KreiS und Stadt Hanau.

^Erscheint täglich mit AuSrKhme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage/ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Montag den 8. Januar.

1877.

Amtliches.

Susanne Stühling geb. Amendt zu Ginnheim, Marie Anna Rauch geb. Nceb zu Großauheim und Margaretha Kreinz geb. Eid zu Preungesheim, sind als Hebammen vereidigt worden.

Hanau, am 3. Januar 1877.

__________________________Der Landratb.___________________________

Nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen beträgt das Porto ohne Unterschied der Entfernung für an Soldaten gerichtete Postanweisungen auf Beträge bis 15 Mk*) einschl. . . 10 Pf., Packete ohne Werthangabe bis zum Gewicht von

3 Kilogramm einschl *)......20 Pf., sofern die Postanweisungen und die Packetadressen zu den Sendungen mit dem VermerkSoldatenbrief: Eigene Angelegenheit deS Empfängers" versehen sind.

Hanau, 6. Januar 1877.

Kaiserliches Postamt _________________________Lins._________________________

Proklam.

Dienstag, den 9. Januar, Nachmittags 2 Uhr, sollen im Wege der Exekution bei Zimmermeister KrauS: 4 Hebge« schirre, 1 Tomplatter flaschenzeug, 1 großes Seil, 2 Hobelbänke, 1 Parthie Werkzeug, 1 Taschenuhr mitZgoldener Kette, gegen Zahlung am Platz verkauft werden.

Hanau, am 8. Januar 1877.

___________Bauer, Gerichtsbote. ________________(228)

Jeder Mtluairpflichtige, welchem über seine Dienstpflicht eine endgültige Entscheidung der Ersatz'Behörden noch nicht ertheilt ist, hat sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar dieses Jahres auf dem Stadthause zur Rekrutirungs Stammrolle zu melden, bei Ver­meidung der im Gesetze angedrohten Nachtheile.

Für solche Militärpflichtige, welche, ohne an einem anderen Orte im Deutschen Reiche einen dauernden Aufenthalt zu haben, abwe­send sind, haben deren Eltern, Vormünder, Lehr«, Brod« oder Fabrik­herren die Anmeldung zu besorgen, ebenfalls bei Vermeidung der im Gesetz angedrohten Nachtheile.

Hanau, am 4. Januar 1877.

Der Oberbürgermeister

_________________________________Cassian.____________________________(203)

Realschule zu Hanau.

Auf das mit dem 9. April beginnende Schuljahr 1877/78 können Anmeldungen neuer Schüler für die unterste Elementarklasse unter Vor­lage der GeburtS- und JmpfzeugnisseS im Laufe des Monats Januar, täglich von 1112 Uhr im Geschäftszimmer deS Unterzeichneten be­wirkt werden.

Hanau, am 8. Januar 1877.

Der Realschul-Direktor Becker. (204)

Tagesscha«. Von der Konferenz.

A. 0. Echw. Merk.

Die gefürchtet« Entscheidungssitzung vom 4. Januar ist vorüber­gegangen, ohne die Entscheidung gebracht zu haben. Die Pforte hat die Beschlüsse der europäischen Bevollmächtigten nicht angenommen, und doch ist der Bruch nicht erfolgt. Der Rückzug ist also auf Seiten der Großmächte, welche mit ihren Drohungen nicht Ernst gemacht, oder doch die Ausführung derselben verschoben haben. Die nächste Woche, heißt es jetzt, soll die Entscheidung bringen. DaS macht ganz den Eindruck, als ob die Verhandlungen formell weitergeschleppt werden

*) 3m Anzeiger Nr. 4 standirrthümlich" eine auS anderen Blättern entnommene Notiz, wonach Postanweisungen bis zum Betrage von 100 Mark nur zehn Pfennig kosten und das Paket bis 5 Kilogramm wiegen dürfe.

sollen, bis für den Augenblick des LoLschlagens alles bereit ist. An einen Erfolg des mübeseligen Werkes ist nicht mehr zu denken, es sei denn, daß die europäischen Mächte von ihren Forderungen so viel nach« lassen, daß nichts Ernstliches davon übrig bleibt. Gerade ihren Haupt­forderungen stellt die Pforte einen unbedingten Widirstand entgegen, oder würdigt dieselben kaum einer Erwähnung. Mit triumphirendem Höhne auf die nagelneue Verfassung sich setzend, sieht sie zu, wie die Bevollmächtigten sich in immer neu n Versuchen einer Lösung erschöpfen. Sie thut, wie wenn sie das gar nichts anging-: entweder weil sie den Krieg doch für unvermeidlich hält, oder weil sie trotz allem nicht an den Krieg glaubt. Denn auch düser Fall ist möglich, wenn er auch nicht wahrscheinlich ist. Die Forderung der Garantien wird trotz der ; gemäßigten Form, welche sie in der Schlußredaktion des Konferenzpro« grammS erhalten hat, zurück-^ wiesen. Die türkischen Staatsmänner wollen weder von einer europäischen Kontroikommission, welche die Durchführung der Reformen in den drei in'urgirten Provinzen über­wachen sollte, etwas wissen, noch wollen sie jene besondere Gendarmerie zugestehen, welche als Ersatz der bewaffneten Okkupation durch eine der Konferenzmächte in Anregung gebracht wurde. Diese Punkte sind aber für die fremden Mächte die wichtigsten. Gerade um Garantien, um eine wirksame Aufsicht ist es ihnen zu thun, das hat von Anfang an den Kernpunkt der Verhandlungen gebildet, und auch durch die prunkende Verfassung hat ihnen di ser Gesichtspunkt nicht verrückt, vielmehr nur : ihr Mißtrauen verschärft werden können. So stehen sich also hier die ? Pforte, dort die sechs Großmächte mit völlig unversöhnlichen Ansprüchen i und Forderungen gegenüber. Der eine Theil muß sich zur Nachgiebig« keit entschließen, wofern die ultima ratio vermieden werden soll. Ent­weder der Widerstand der Pforte wird gebrochen oder das auf seine : Einigkeit so stolze Europa streicht vor den konstitutionellen Osmanen : die Segel.

Berlin, 6. Jan. Es bestätigt sich, daß die Mächte vor der letzten Konferenzsitzung ihr Programm erheblich modificirt hatten; unter Anderem sollte die Uebecwachung der Reformen auf gewöhnlichem Wege, also wahrschrinlich durch die Konsuln, Statt finden. Obgleich von mehreren Seiten üb^r eine ablehnende Haltung der Pforte berichtet wird, wird doch aus dem Umstände, daß noch kein Abbruch erfolgt ist und die Verhandlungen allem Anscheine nach fortg-setzt werden, ge­schlossen, daß die Pforte das neue Programm wenigstens theilweise in Erwägung nimmt. Msin. st«.]

Die k. Akademie der Künste in Berlin feierte das Rauch­jubiläum am 3. Jan. in der Nationalgalerie. Es hatten sich zu diesem Zwecke die sämmtlichen Mitglieder der Akademie zu einer Ge- sammtsitzung vereinigt. Die Herren gruppirten sich im Halbkreise recht- und links um ein von Topfgewächsen umgebener hohes Postament, auf welchem das Standbild Rauch's von Drake im verjüngten Maßstabe prangte. Dahinter waren die Sänger und Sängerinnen der k. Hoch­schule für Musik unter ihrem Direktor Prof. Joachim aufgestellt. Im Saale versammelten sich von 1 Uhr ab ein geladener Kreis von Damen und Herren, welche vorzugsweise den wissenschaftlichen und künstlerischen Kreisen der Residenz angehörten. Hier bemerkte man auch den Kultus­minister Falk, den Unterstaatsjekretär Sydow, den Ministerialdir. Förster, die Geh. Räche Schöne und LucanuL aus dem Kultus-Ministerium, den Rektor und die Dekane der Universität u. s. w. Gleich nach 1 Uhr erschien der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz und die Kronprin­zessin, gefolgt von dem Gouverneur und dem Kommandanten von Ber­lin, dem Felkmarschall Grafen Moltke und einer Anzahl von Hof- chargen. Die Senats-P-äsiSenten der Akademie Geh.-Rath Hitzig, Prof. Recker, der Direkior der Nationalgalerie Jordan empfingen die Majestäten und die kronprmzUchen Herrschaften am Eingänge und ge­leiteten sie an die bereitßchaltemn Plätze. Die Feier begann mit einer eindrucksvollen Sonate von Giovanni Gabrieli (starb 1612) für 6 Po­saunen, Cornetto und Violen. Die Musiker waren den im Saale Ver- - sammelten nicht sichtbar auf der Galerie der CorveliuSsaaleS aufgestellt. I Der musikalischen Einleitung folgte die Festrede, gehalten von Dr.