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bringen. Diekonstitutionelle" Monarchie Alfonso'S XII. wurde damit ^Zn den Sattel gehoben". Wie lange siereiten können" wird, bleibt abzuwarten. Die Opposition im Volke, in der Kammer und in der Armee ist bereits im Wachsen begriffen gegen die Diktatur deS Premiers CanovaS, und der Unwillen der kaikischen Provinzen wurde durch die teilweise Aufhebung ihrer Sonderrechte wieder mächtig angefrischt.

Tagess ch. a «.

Berlin, 4. Jan. Der Neubau des Ministeriums des Innern ist jetzt in allen seinen Theilen vollendet, und meist sind die neuge­schaffenen Räume bereits ihrer Bestimmung übergeben. Die Minister­wohnung wird indessen erst in einiger Zeit bezogen werden, da die Zimmer noch austrockmn sollen. Es ist eine Reihe stattlicher R«prä- sentationSrävme entstanden, woran eS bisher fehlte. Auch das neue Gebäude deS Handels-MinisteriumS ist jetzt fertig gestellt. Es haben nunmehr seit der Vergrößerung Preußens durch das Jahr 1866 fast alle Ministerialgebäude Erweiterungen erfahren. Eine Ausnahme macht nur das CultuS-Ministerium, doch soll auch hier nächstens eine Erwei­terung geschaffen werden. Die Commission behufs Vorberathung ei­nes Gesetzentwurfs über Zusammenstoß von Schiffen auf der See tritt Mitte Januar unter dem Vorsitz des Geh. Reg.-Raths Dr Rösing im Reichskanzleramt zusammen. Preußen entsendet drei Sachverständige, die übrigen Seeuferstaaten schicken zwei oder auch nur einen, [sein, sta-l

|E Die durch die Reichs-Gewerbeordnung (§ 33) vorgeschrlebene polizeiliche Erlaubniß für den Betrieb des Kleinhandels mit Brannt­wein und Spiritus erstreckt sich nach einem Erkenntniß des Ober-Tri­bunals vom 30. November 1876 auch auf den Kleinhandel mit Rum, Cognac und Arrac jederlei Art.

Die Berliner Juristenfakultät hat den ReichStagS-Abgeordneten Oberbürgermeister Miguel wegen seiner bervorragenden Verdunste um die Begründung des neuen Reicksrechtes (propter eximia de jure com- muni Germaniae condendo merita) zum Ehrendoktor cietrt aus) W Es heißt, nach derKöm. Ztg.", daß nach den Voranschlägen des General-Postmeisters Dr. Stephan für das EtatSjahr 187778 der Ueberschuß der vereinigten Post- und Telegraphen-Verwaltung acht bis neun Millionen Mark betragen soll.

München, 4. Jan. In einer heute stattgehabten Versamm­lung von Mitgliedern der liberalen Partei rechtfertigte der bisherige ReichStagSabgeordnete Frhr. Schenk v. Stauffenberg seine Abstimmung über die Reichsjustizgesetze und schloß mit den Worten:Nicht Indem­nität erbitte ich, sondern ich stehe vor Ihnen im Gefühle treuer Pflicht­erfüllung." Die Rede wurde mit großem Beifall ausgenommen und schließlich ein dreifaches Hoch auf den Kandidaten ausgebracht. Unter einstimmiger Anerkennung feiner bisherigen Ausübung des ihm über­tragenen Mandats trennte sich die Versammlung

In Passau wurde der Schloss rgestlle Math. Sinkrez aus Ungarn als VerauSgaber von falschen Markstücken verhaftet. Es fanden sich auch unter seinen Effekten mehrere solche Falsifikate, deren Selbst- verfertigung er zugestand.

Wien, 5. Januar. DieN. Fr. Pr." meldet aus Krakau: Aus Russisch-Polen uud Nordrußland gehen gegenwärtig wieder größere Truppenmassen mit Munition nach Kischmew ab. Fast sämmt­liches Landfuhrwerk ist in Anspruch genommen." DerPresse" zu­folge wird der Czar demnächst die Armee in Kischinew insp etren. Großfürst N kolauS ist vollkommen hergestellt. Die russischen Frei­willigen verlassen massenweife Serbien. (»ein. sta-)

Wien, 5 Januar. DasFremdenblatt" schreibt, sofort nach Eingang der Meldungen von der in Rumänien stattgehabten Juden­verfolgung sei der diesseitige Vertreter in Bukarest beauftragt wor­den, tm Interesse der Humanität und auf Grund der die österreichischen Juden in den Donaufürstenthümern schützenden Verträge nölhigenfallS energisch zu reklamiren. Die ein geleiteten Recherchen hätten indeß er­geben, daß die bezüglichen Meldungen theils übertrieben, theils ganz aus der Luft gegriffen gewesen feien.

Brüssel. W'e derNo-d" meldet, ist (8 j'tzt feststehend, daß dieUnion du Credit de Bruxelles* durch die beiden Administra­toren Emerigue und Vaudeiin um 1 700 000 Francs betrogen worden ist. DaS Gai antiekapnal beträgt 53,000,000, so daß die Stellung der Gesellschaft nicht erschüttert ist

In Rotten herrscht in der HandelSwelt große Aufregung. Das bedeutende Handelthaus Lachaussee, Putzn und Dumontin, welches besonders mit mittleren und kleineren Hände.sleuten verk-hrte, Hit am 29. Dezember Bank mit angesagt. Sobald sich die Nachricht verbreitete, bildeten sich zahlreiche Gruppen vor der Bank und eS gab b-'zz-r- reißende Szenen. Viele kleinere Handelsleute sind durch dieses Unglück zu Grunde gerichtet. Dir Ullgedung des Hauses mußte polizeilich be­wacht weiden.

Land on, 5. Januar. DemReuterschen Bureau" wird auS 'Aonstantli.Ip. I. über die. gestrige Sitzung Bet Km ferenz Folgendes ge- meldet: dersilven' häbe Suvstt Pascha e>n Üxpoie vo.tiklesen, wel­ches die Motive bei von der Pforte gestillten Gegenanträge enthält,

und in welchem die Einsprüche im Einzelnen begründet werden, welche die Delegirten der Pforte in der lchen Konferenzsitzung gegen die Vor­schläge der Mächte erhoben haben. Wie das genannte Bureau weiter wissen will, würde in diesen Motiven auSführt, daß die von den eu- ropäiscken Bevollmächtigten aufgestellten Forderungen die Integrität und Unabhängigkeit der Türkei v-rbtz n insbesondere geschehe dies durch die von den Mächten verlangte Einsetzung christlicher Gouverneure in de« aufständischen Provinzen. Die nächste Sitzung der Konferenz ist auf Montag angesetzt. Wie daSReutersche Bureau" erfährt, würde die Pforte, im Falle die Mächte ihr ein Ultimatum überreichen würben« einen großen Ministerrath berufen." Ueber die gestrige Sitzung der Konferenz in Konstantinopel werden von Seiten des Reuterschen Bure­aus" noch einige Einzelheiten verbreitet. Danach hätten die Vertreter ; der Mächte auf den Einwand der türkischen Delegirten, die Pforte 5 könne die Vorschläge der Bildung einer GenSd'armerie und der Ein­setzung einer internationalen Kommission nicht annehmen, weil sie die Unabhängigkeit der Türkei verletzten, erwidert, daß die Pforte gegen ba8 in der Note des Grafen Andrassy vom 30 Dezember 1875 verkörperte Prinzip (Einsetzung einer internationalen Kommission) ihrerseits prinzi­piell Bedenken nicht erhoben habe. Savs-t Pascha habe hiergegen her­vorgehoben, daß diese Note einen speziellen Bezug auf Bulgarien nicht habe. w n. 8^«-,.;

Bombay, 5. Jan. Aus Schanghai wird nach einem Telegr. derKöln. Ztg." hierher gemeldet, baß der dortige spanische Gesandte seine Beziehungen zu der chinesischen Regierung abgebrochen habe. Die spanische Flotte habe Befehl erhalten sich nach China zu begeben. Die Ursache des Bruches mit der chinesischen Regierung sei noch nicht be­kannt; man glaube, daß die Nichterfüllung «panischer Forderungen Sei­tens der chinesischen Regierung die Veranlassung zu dem Bruche gege­ben habe.

New - Nork, 4. Januar. Der DampferEngland" von der National-Dampfschiffs Compagnie (C. Messiagsche Linie) ist hier einge­troffen.

Lokales.

Ha«a« 6. Januar 1877.

Herrn Berthold 's Benefiz findet am Mittwoch den 10. Januar statt, diese Nachricht dürfte schon genügen, um das Theater an dtesem Abend in feinen Räumen zu füllen. Wer von den Thea­terfreunden würde wohl zurückbleiben Herrn Berthold zu beweisen, daß er ein Liebling deS Publikums? Und hat er es nicht verdient ihm eine ehrende Auszeichnung zu Theil werden zu lassen? Blicken wir zurück auf feine Thätigkeit in der diesjährigen Saison, so finden wir, daß er nicht nur das meist beschäftigte Mitglied unserer Bühne ist, sondern daß seine Leistungen von ernstem Studium und Streben zeugen und unS jederzeit Anerkennung abgewinnen. Fügen wir dem ihm oft gespendeten Beifall noch die materielle Anerkennung hinzu, damit der Ben ficmnt einsehe, daß wir ihn auch fernerhin gerne den Unsrigen nennen würden.

Den Mitgliedern der Krankenkasse für Gold- und Silberarbei­ter zur Nachricht, daß An- und Abmeldungen von morgen, 7. Januar ab, bei Herrn Theodor Hilmar Sterngasse 42, zu geschehen haben.

Berstetgerttug»- und BerpachtuttgS-Kaleuder für Montag den 8 Januar 1877

Vormittags 9 Uhr kommen im Gasthausezum Löwen" in Säl« Münster, auS der dortigen Oaersörsterei, bedeutende Quantitäten Nutz« und Brennholz zu öffentlichem Bei kauf, unter anderem: 530 Eichen- Stämme, 1060 Raumm Eichen-Scheit und Knüppelholz, 440 Raumm. Buchen- und ca. 2200 Raumm. Nadelholz Brennholz (s. Nr 301Han. Anz." v. 1876). Offerten zur Erbauung eines Geschütz ichuppeM und ChronographenbauieS auf dem Terrain der hiesigen Pulverfabrik sind bis spätestens 10 Uhr Borm. im DirektionSzimmer Kgl. Pulverfabrik einzureichen (f. Nr. 2Han Anz "). Um dieselbe Zeit werden die beiden, in dem auf dem Schloßberge zu Wmdeck n gelegenen F-uchtge- bäude befindlichen fiskalischen Fruchtböden vermiethet und in Demselben Termine verschiedene Fruchtbodengeräihschrften verkauft (s. Nr. 3Han. Anz"). Borm. 11 Uhr sollen im Lokale der Steuerkasse II circa 17 05 Hektoliter Korn und Gerste meiftbietenb verkauft weroea (s. Nr. 4Han. Anz"). Nachm. 2 Uhr versteigert Herr Taxator August Berg im Hause Sterngasse Nr. 35 aus dem Nachlaß des verstorbene« Herrn Buchsbaum: Mobiliar, Bettwerk und sonstige Gegenstände gegen Baa> zahlung. ) i

Fair heute. Hauauer C-ntral-KraUken- und Begräbnißkaffe: Erste Auflage, »mFrankfurter Bau". Philharmonischer Beretnr Abends 9 Uhr Generalversammlung iM Beretnrlokal. s Morgen Vormittag 11 Uhr findet für ben WcheNchor des OratorienvereiuS Probe statt. -

D.r heutige, zi-mttch gut befahrene Markt brächte unS folgende Preise: Butter 1,50 Mk. Käse 5 und 6 Pf.. Eier 7 Pf., Welschkor« 2830, Zwiebel 3640, Erbsin 40 und Bohnen auch 40 Pf. daS Dopprlliter, Gänse, im Pfund 7075^.Pfd., lebend 34,50 Mk. dat