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3^<IW 9 Mark. HaWj. 4 M. 50 P. Lierteljährlich

2 Mark 25 Pfg. Für auswärtige W-nuenten mit dem betreffen, teu Postausichlag. Die einzelne Num­mer 10 Pfg.

Hummer mäK

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

^Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,^ und Samstägs mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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M 303.

Samstag dm 30. Dezember.

1876.

Amtliches.

Zur Vermeidung des für unfrankirte Postsendungen eintretenden Zuschlagportot Werden die O tsvofftände veranlaßt, b'i den in Bus- einandersetzungssachen im Interesse eine» Dritten zu führenden Corre« spondenzen für die von ihnen an die Tuseinandersetzungs Behörden und deren Organe zu richtenden Sendungen des Rubrumsportopflichtige Dienstsache" sich zu bedienen.

Hanau am 22. Dezember 1876.

Der Landrath.

Gesuudeu: Ein schwarzer Schleier. Am 21. d. MtS. aus der Straße von Rückingen bis Ha; au eine Peitsche; Empfangnahme beim Ortsvorstand in Rückingen.

Hanau am 30. Dezember 1876.

_______________________Königliche« Landrathsamt._____________________

Hanau. Zum öffentlichen freiwilligen Verkauf des der Wittwe des Buchhändlers Johann Philipp Klein und den Kindern des Mar­tin Lorettz Klein zustehenden Grundstückes:

K. 135. 1 Ar 58 s^-M. Wohnhaus mit Gallerie, Seitenbau links und Höschen, aN d-r Ecke der Lang« und Hammer­gasse, zum wilden Mann genannt, Stadtgemeinde Hanau, wird erster Termin auf den

5. Januar 1877, .rvsntuell^zwntr^ auf den----- - * 12 Januar 1877, eventuell dritter auf den

19. Januar 1877, jedesmal Vormittags 10 Uhr, mit dem Bemerken anher anberaumt, daß bei annehmbarem Gebote bereits im ersten oder zweiten Termine der Zuschlag erfolgen wird und daß die Kaufbedingungen bei dem Kaufmann E. Spatz dahier eingesehen werden können. (8650) Hanau am 23. Dezember 1876.

Königliches Amtsgericht III.

________________________Hahn._______________________

Bekanntmachung*.

Die Erbauung eines Geschützschuppens und Chronographenhauses auf dem Terrain der hiesigen Pulverfabrik soll an den Mindestfordern- deu vergeben werden.

Bedingungen und Pläne liegen während der Dienststunden im Bureau der unterzeichneten Direktion zur Einsichtnahme auf, woselbst auch Kostenanschlagsformulare entnommen werden können.

Als Offerten sind die mit Einheits- und Gesammtpreisen ausge­füllten Kostenanschläge, postmäßig verschlossen, bis zu dem am

8. Januar 1877, Vormittags 10 Uhr, in dem vorbezeichneten Lokale stattfindenden Submissionstermine ein« zureichen.

Hanau den 18. Dezember 1876. (8632)

Königliche Direktion der Pulverfabrik.

Reichstags-Wahl.

Indem ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringe, daß durch Kaiserliche Verordnung vom 23. v. Mts. für die Wahlen zum Reichs­tag Termin auf

Mittwoch den 1O. Januar 18177 festgesetzt ist, verweise ich hinsichtlich der Abgrenzung der Wahlbezirke, der Zeit der Wahlhandlung, der Wahllokale, sowie der Wahlvorsteher und reren Stellvertreter auf die dieser Nummer desHanauer Anzei­ger" beigefügten und am Rathhaus angeschlagene besondere Bekannt­machung.

Hanau den 28. Dezember 1876.

Der Oberbürgermeister

Cassian. (8679)

Holzversteigerung.

Mittwoch den 3. Januar 1877, Nachmittags 2 Uhr, sollen im Gemeindewald Kesselstabt:

26 Eichen-Stämme, für Wagnerholz,

9 stärkerer Durchmesser, von 1 Meter und mehr,

versteigert werden, wozu Kaufliebhaber eingeladen sind. Die Zusammenkunft findet an der Station Wilhelmsbad statt.

Kesselstadt bei Hanau den 27.' Dezember 1876. (8615)

Der Bürgermeister

Geibel.

---------------Rückblick auf das Jahr 18761---------------

H. H. C. Der Penk^, auf den der Blick sämmtlicher europäischen Völker im überlaufenen Jahre vornehmlich gerichtet war, ist der Orient. Die im Jahre 1875 schon, in Form von Aufständen der Herz°gowiner ; und?nie--, abgebrochenen kalkanischen Verwickelungen, welche weder | die türkischen Truppen auf gewalimäßigem, noch die großmächtlichen i Ko^sule auf frieil chem Wege zu beseitigen vermochten, erhielten im Jahre 1876 eine bedeutende Stütze durch dir Krieaserklärunz Scrbien's und Monienegro's an die Pforte und durch die Verbreitung des Auf­stand rS über Bulgarien. Diese Hülfe genügte jedoch nicht, um den Aufstand zum Siege zu führen. Zwar erfochten die Montenegriner i mannigfache Siegs über die Türken, weit über ihre Grenzen hinaus i vermochten sie jedcch nicht vorzudringen. Der bulgarische Aufstand | wurde von den osmanffchen Truppen unter Vollführung haarsträubender ; Gremlthaten im Blute ertränkt, und die serbische Armee vermochte die i beabsichtigten Siege nicht zu erringen, trotzdem ihre Hauptabteilung von dem russischen General Tschernajeff befehligt war. Die im Süden an der Morawa operirende Hauptarmee wurde vielmehr allmählig zu- | rückgedrängt bis in die für uneinnehmbar gehaltenen Positionen von ; Alkxinatz und Diligrad. Ihre von da aus versuchte Offensive scheiterte s aber und sie mußte schlief lich auch von dort weichen, trotzdem sie in- 5 zwischen durch Tausende von russischen Soldaten verstärkt worden war j und Hunderte von russ. Offizieren erhalten hatte. Schon sah man die : türkischen Kolonnen nach Belgrad marschiren, da kam Rußland seinen bedrängten Schützlingen zu Hülfe und erwirkte eine 14tägige Waffen« ruhe, welche alsdann ^u einem 2wonatlichen bis zum 1. Januar 1877 I dauernden Waffenstillstände verlängert wurde. Seitdem hat das Czaren- i reich offen die Rolle des Protektors der Südslaven übernommen und sich zum Aeußersten vorbereit^t. Es hat verschiedene Theile der Armee i mobil gemacht, eine 2300,000 Mann starke Südarmee gebildet, die am Pruth bereit steht, auf dem Wege durch Rumänien in der Bulgarei einzufallen, auch im Kaukasus eine Armee aufgestellt, die event, in das türkische Kleinasien eindringen soll. Ein desfallsiger Vertrag ist mit Rumänien abgeschlossen worden und die bereits mobil gemachte rumä« Nische Armee scheint mit der russichen operiren zu sollen. Der 2monat« liche Waffenstillstand sollte zur Vereinbarung der Friedensbedingungen auf einer zu Kunst antinopel abzuhaltenden Konferenz benutzt werden. Sowie aber die Demarkationslinien erst festgestellt werden konnten, s nachdem schon/< der Waffenstillstandszeit verstrichen waren, hatte die i Konferenz 8 Tage vor dem Ende des Waffenstillstandes noch nicht br- - gönnen. Die Vertreter der Mächte hatten in sogen. Vorkonferenzen I die Zeit vergeudet «nd sich dabei über Wesentliches nicht zu einigen ; vermocht. Zwar hat man allerseits den Tuffen insofern zugestimmt, < als des Lo»s der Südslaven dauernd und gründlich verbessert werden ' müßte, aber über dasWie?" gingen und gehen die Ansichten nach ' wie vor auseinander. Rußland verlangte Garantien für die AnSfüh« ; rung der für nothwendig erkannten Reformen und meinte, solche Ga« i rantien könnten nur in der Besetzung der fragt Provinzen durch russi« ; sche (Bulgarien) und österreichische (Bosnien und Herzegowina) Truppen : bestehen. Damit stieß Rußland aber auf bedeutenden Widerstand. Um seine Uneig-nnützigkeit zu beweisen, schlug es nun vor, die Okkupation durch Truppen einer neutralen Macht, tote Belgien, vornehmen zu lassen. Belgien bedankte sich aber schön für diesen Auftrag, und da es sicher