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Viehhändler Fischbach; fragen wir unS, ob solche Figuren auS dem Leben sind, so finden wir fast überall Personen, welche alle diese Schwächen in ftcg vereinigen. Und nun als Gegensätze die offenen geraden Naturen der drei Studenten! Ebenso hat Bened'x in den Frauenrollen meisterhafte Figuren geschaffen, welche unS in ihren Cha- rakterzügen fast überall begegnen.

Die Darstellung des Stücke- befriedigte' allgemein und war na- MiNtlich der Reinhold des Herrn Berthold eine sehr hübsche Leistung. Er brächte den humorvoller, gemüthlichen und edlen Charakter nach jeder Richtung zur Geltung. Da wir doch bei den Studenten sind, wollen wir gleich Hrn. Gehring (Born) vnd Hrn. Herrmann (Lindem ck) erwähnen. Letzterer war ganz der schüchterne ehrliche Mensch wie ihn der Dichter sich gedacht hat, und Ersterer war in seiner Ruhe und Gemüthlichkeit ganz gut, nur bei dem Romeo-Citat ging er etwas zu weit.

Die Herrin Güldenstem (Kronau), Gärtner (Fischbach) und Ro land (Tennenheim) hatten ihre Rollen bis auf wenige Scenen gut nie- worin und brachten auch demgemäß Lickt und Schatten in die Dar­stellung. Ist der erwähnte Mangel beseitigt (wir meinen namentlich die Scene auf dem Schlosse, wo die drei Herren ihren Neffen als Amt­mann. begrüßen), so können wir auch ihren Leistungen das Prädikat gut nicht vor enthalten.

DieAdelgunde" des Fil. Rionde und dieUltitt" der Frau Berthold hielten sich fast stets auf der Höhe der Situation; die Zank- scene (im 4. Akte) würde sich jedoch noch weit wirksamer gestaltet haben, als es ohnedem schon der Fall war, wenn Frl. Rionde ihrer Gegnerin rascher entgegnet hätte. Trotzdem verdienten die Damen den ihnen gespendeten Beifall.

Frl. Nötiger (Emma) war als romantisches Mädchen recht, gut und auch Frl. Bertholdi (Hedwig) wurde ihrer Rolle gerecht.

DieConradine" des Frl. Beitl ließ uns kalt und Hr. Franke hätte alsfetiu etwas mehr Gemüth an einzelnen Süllen Vnrchvlicken lassen dürfen, im übrigen war er anerkennenSwerth.

Die undankbare Rolle desLukowSky" führte Herr Bergmann sicher und gewandt durch.

Der gestrige, vierte Abend der Kunstind ustr ie - Berei n s war ein besonders genußreicher dadurch, daß einer der trefflichsten un­serer Kvnstfchr stüever, Wild. Lübke,sden hochberührvtesten der deut­schen Künstler, Albrecht Dürer, in seinem Leben und Wirken vor- führte. Wie es die kurz bew-sstne Zeit im Verhältniß zu der Größe der Aufgabe nicht cnders zuli-ß, gab der Redner nur in breiten Um­rissen ein möglichst vollständiges Büd der Bedeutung des MauneS, der zum reichsten Segen für die Entwickelung der Kunst bei uns als Maler, weit mehr aber noch durch seine Kupferstiche und Holzschnitte den Realismus, womit die flandrische Schule der van Eyk's und Ro- gier'S van der Weyden die mittelalterliche Tradition in der Kunstübung ihrer Zeit durchbrochen hatte, durch die gemüthStiese Innerlichkeit deS deutschen Idealismus durck geistigte und zum freien Schaffen erhob.

Am 3, 4. und 5. Januar wird unser Reichs agsabgeordneter Herr Dr. Hermeun W eiae l im Wahlbezirk« onw-stnd s-m um leinen

1630

Wählern in Stadt und Land. Bericht über die letzte Legislaturperiode abzustatten.

Für die Morate Januar, Februar und März 1877 werden die direkten Staatssteuern noch auf Grund der Veranlagung pro 1876 erhoben und auf dem 1876r Steuerzettel quittirt, waS wir im Inte­resse der Steuerzahler an dieser Stelle nochmals bekannt zu machen nicht für überflüssig halten.

Für heute. Honauer Stadttheater:Großstädtisch", Schwank in 4 Akten von Dr. I. B. von Schweitzer (bekanntlich eine der besten LeistungiN der Verstorbenen); Anfang 7 Uhr. |

Versteigerung-- und VerpaKtnngS-Knleuder

frr Samstag den 30. Dezr-mber.

Offerten für Rnnigung der Oefen und Heerde im Landkanken- haus find bis spätest-ns den 31. d. M. beim Inspektor dts Landkran- kenhaustS Herrn Schäfer einzureicken.

Auszug aus dem Central-Handelsregister.

Eintragungen bei Kgl. KreiSgericht, erste Altheilung, Hanau.

Zufolge Verfügung vom 19. Dezember 1876 ist auf Anzeige vom 26 /10., 1./12. und 14./12. 1876 am 19. Dezember in daS Han­delsregister eirgetragm worden, daß aus dem von 1) Dr. Christian' Heinzerling 2) Adolph Theiß, 3) Adolph Wechkirch, 4) August Weiß- luch zu Schlächtern unter der Fuwa: A. Theiß, Wnßknch & Co. zu Schlächtern bisher betriebenen Erd und Mrnerialfarben-, sowie Kunst- Extr, Wollen- und Seide-Fobrikgefchäst die unter 1. und 2. gerann­ten Gesellschafter auSgeschirden sind und das Geschäft von den unter 3. und 4. genannten Gesellschaftern unter der geänderten Firma: A. Weißkirch et Co. sortgeführt wird.

Zufolge Verfügung vom 19. Dezember 1876 ist auf Anzeige vom 13. d. M. am 21. d. M. in das Handelsregister eingetragen wor­den, daß die Kaufleute Alexander Patrik Bauer und Leonhud Konrad Bauer zu Bockenheim in offener Handelsgesellschaft Schnftscknüderei und Stabilen unter der Fuwa: A. & C. Bauer zu Bockenheim be­treiben.

DerFrankfurter Anzeiger" schreibt unterm 28. Dezember auS Frankfurt am Wain: In einer Sachsenhäuser Wirthschaft vor dem Affenthor vergiftete sich am Heil. Abend in Gegenwart zahlreicher Gäste ein ehemaliger Kellner. Derselbe harte vorher einen Collagen von der Mxtur tosten lassen, worauf bei buitm Erbrechen eintrat. Mitte nächst-n Monats wird hier eine Korferr z von Direktionen deutscher Eis-nbchnen fiattfinben, zu welcher auch Industrielle zugezogen werden sollen, um über das neue Gütertarif-Schema zu berathen. Um das Publikum vor Schaden zu bewahren, machen wir darauf aufmerksam, daß mit Mitternacht 31. Dez. auf 1. Jan. von Papiergeld werthloS werden: Anhalt-Desfau'sche Landesbark, Comwuralständifche Bank für Ober-Laufitz, Gothaer Privatbank, Weunar'iche Bank 100 Mk.

Thermometerstaud

28. D-zbr.: Niedrigster Grand 0", Wende; 7 UH» + 2°.

29. Dezbr.s: Morgens 7 Uhr + 4'/,°, Vormittags 10 Uhr + 5".

Im Büreau des Unterzeichneten, Lindengasse Nr. 5, wird das nachverzeichnete den Erben -des verstorbenen Obsthändlers Johannes Ohler und dessen Ehefrau, Henriette, geb. Dierin- g e r, von hier gehörige Grundeigenthum, als: Brandversicherungs-Nr. 1 der Schnur­gasse, bisher Nr. 626 im 3. Quartier: Karte 0. 105. 5,1 Rth. od. 81 ss-Mtr. Wohn­haus, Stall und Höschen an der Ecke der Schnur- und Gärtnergasse, L Mittwoch den 24. Januar 1877, Nachmittags 3 Uhr, versteigert. (8603) Hanau, 27. Dezember 1876.

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