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JUMH » Watt. Salti. 4 M. 50 P.
SierteliätrX^ E Mark 25 Pfg. Für auswärtige Absnnesten mit dem betreffenden Postausschlag. Die einzelne Nummer 10 Psg.
Hmiffiier Anreißer.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hauau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage/ Und Samstags mit der Berliner Provinzial-Lorrespondenz.
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A 300. Mittwoch Sm 27. Dezember. 1876.
Amtliches.
Bci den Revisionen von Stordekämtern ist wahrgenommen worden, daß die Einträge in den Neben-Registern vielfach nicht der Bestimmung im §. 14 deS Gefetzks vom 6. Februar v. J. über die Beurkundung des Perfonenstandls und der Eheschließung entsprechend, als beglanbiste Abschriften aus den Haupiregistern, sondern ebenfalls als Original-Einträge gemacht sind. Die Herren Standesbeamten werden veranlaßt dieses Verfahren obzustellen, auch in den alphabetischen Registern zu den HeirathS' Registern die Frau nicht unter dem Namen ihres Mannes, mit welchem dieselbe in dem Hauptregister sich zu unter» zeichnen hat, sondern unter ihrem bisherigen Familiennamen einzutra- gen, weil hierdurch das Auffinden der Einträge für die spätere Zeit erleichtert wird.
Gleichzeitig ist zu empfehlen, in dm alphabetischen Registern derjenigen StandesamtSbeznke, feie mehrere Ortschaften umfassen, hinter dem Namen den betreffenden Wohnort in Klammern erkennbar zu machen.
Hanau am 18. Dezember 1876.
Der Landrath.
Entlaufen: Ein weißes SLooßhündchen.
Gefunden: Ein weißes Taschentuch. Ein Hundemaulkorb. Ein evüNsel. Gesangbuch. Zwei Pferdedecken auf dem Wege von Keffelstadt nach Tö^nigheim; Empfangnahme HZ Hcrrn Carl Diel in KtssUstadt.
Zugelaufen: Eine weiße Gans mit grauem Kopf.
Hanau am 27. Dezember 1876.
Königl. riondratbsamt.
Bekanntmachung.
Freitag den 29. ds. Mts, Vormittags 10 Uhr,
soll in der Schloßt ärtner. Wohnung Airstädler Schloß zu Hanau, die Stroblieferung fürs 1. Quartal 1877 für die Weinberge Bettenburg und Naumburg:
für Bettenburg 3300 Kilo Roggen-, 1350 Kilo Gerstenstroh,
„ Naumburg 1500 „ „ 225 , , öffentlich ausgeboten und an den Minvestfordernden vergeben werden.
Hanau, den 26. Dezember 1876.
Der Königliche Schloßgärtner
(8591)___________________Schröder.______________________
Offerten für Reinigung der Oefen und Herde in dem hiesigen Landkrankenhause können bis zum 31. d. Mts. anher eingereicht werden. Die Bedingungen können von Morgens 8 bis 10 Uhr und Nachmittags von 5 bis 7 Uhr eingesehen werden.
Der Landkranke-.hauS-Jnspektor
__________________________Schäfer.________________(8593)
Im Wege der Exececution sollen
den 28. d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, bei Zimmermeister Kraus, am Platz: 4 Hobelbänke, 1,Partie Eichen- Bohlen gegen Zahluug verkauft werden.
Bauer, Gerichtsbote. (8601)
Zur politischen Lage.
». b. Schw. Merk.
DaS WeihnachtSfest wird diesmal auch auf politischem Gebiet mit FriedenSglocken eingeläutet. Nicht nur, daß es bei uns in Deutschland gelungen ist, in der wichtigen Frage der Justizgesetze zwischen Reichstag und BundeSrath einen befriedigenden Ausgleich herbeizuführen, auch von Konstantinopel her kommt eine Friedensbotschaft nach der anderen. Die Verhandlungen der Vorkonferenz haben einen günstigen Verlauf genommen, man hat sich verständigt, einmüthige Beschlüsse können in die Vollkonferenz ein gebracht, das heißt der Pforte mitgetheilt werden. Zwischen Rußland und England hat in der That, daran ist nicht mehr zu zweifeln, eine bedeutende Annäherung staitgefunden. Rußland zeigt
sich versöhnlich. Es besteht nicht m-hr wie bisher auf einer Okkupatiou s Bulgariens durch seine Truppen, bat rmlNebr den Vorschlag gemacht, i dieses Land durch Truppen einer neutralen Macht besetzen zu lassen. [ England ist seinerseits Rußland insofern eutgeoengekommen, als eS die SrrtcMung einer bewvffoeten ausländischen Polizei, d. h. eines . auS ' fremden Soldaten bestehenden Gendarmeriekorps, für Bulgrrien empfiehlt. Zwischen beiden Vo schlägen ist offenbar kein großer Unterschied. Und i Den neuesten Nachrichten zufolge heben sich alle Mächte, England ein- ' 'begriffen, dahin geeinigt, eine zenwrise Okkupation Bulgariens durch ' brltzischr Truppen vornehmen, oder genauer, jene Schutzwache für die europäische UeberwachuuvSkowmissivn aus Belgiern bestehen zu lasse«. Soweit wäre Alles in Ordnung: es fehlt nur noch die Hauptsache'; nämlich, von Belgiens Einwilligung abgesehen, die Zustimmung der Pforte. Das Bedenkliche der Lage liegt offenbar weniger in den etwaigen MeinungSdifferenzen zwischen Rußland und England, als in der Haltung der Pforte. Diese macht Miene, sich selbst einem einstimmigen i Beschlusse der Konferenz in Bezug auf die Okkupation ihrer Provinzen s durch fremde Truppen nicht zu fügen. Sie gibt sich freilich nicht mehr ■ der Hoffnung hin, auf einen bewaffneten Beistand Englands rechnen zu ; dürfen; sie ist aber, trrtzd m daß sie befürchten muß, schließlich aUet» ; dozustetzen, ksineswetzZ geneigt, den Forderungen der Mächte, falls die- ' selben ihre Unabhängigkeit und Würde beeinträchtigen sollten, nachzu- kommen, um so weniger, da sie den Krieg mit Rußland doch für unvermeidlich hält und gegenwärtig besser auf denselben gerüstet zu sein glaubt, als später. AnderersrM liegt es auch nahe genug, Rußlands gegenwärtig so versöhnliches Auftreten auS der Hoffnung zu erklären, deß der Plan einer Besetzung Bulgariens durch neutrale Truppm cnt- weser an der Weigerung des neutralen StaateS oder an d-r Hmt- ' näckgkeit der Pforte scheitern und Europa basn zu der Anerkennung gezwungen sein werde, es gebe kein anderes Mittel zur Lösung des Knotens, als die von Rußland zuerst vorgeschlagen? Durchhauung des- selben mit dem Schwert. Dieser Lage entspricht eS, baß die Rüstungen auf beiden Seiten eifrig weiter betrüb n werden. Sollten alle diese gewaltigen Kriegsvorbereiiuugen bloß gemalt ss n, um den Ausbruch dcs Krieges zu verhindern? sollte die orientatliche Frage nicht vielmehr, aller Friedensbotschaften von der Borkonferenz ungeachtet, schließlich doch, wenigstens zwischen Rußland und der Türkei, durch die Waf- ! fen entschieden werden müssen? Freuen wir uns nur, daß in diesem | Fall, fürs Erste wenigstens, keine AuSdrhnung des KonfliktS zu befürchten steht! Für die Erhaltung des Weltfriedens machen sich die Wirkungen der Besprechungen, welche Fürst Bismarck mit dem Ma-quiS Salisbmy gehalten hat, je länger desto stärker geltend. Seinen 83er» mittelungsversuchen ist es gelungen, Rußland und England einander so nahe zu bringen, daß ein Konflikt zwischen bethen Mächten um einer i Okkupation Bulgariens durch russische Truppen willen im höchsten Grade k unwahrscheinlich geworden ist.
Die Verfaffung für das ottomanische Reich
i ist am Sonnabend, also unmittelbar vor der Eröffnung der Haupicou- ; ferenz in Konstantinopel proclamirt worden. Dieselbe enthält im We- ; fentlichen folgende Bestimmungen:
„DaS ottomanische Reich ist untheilbar.
Der Sultan ist der Khalif der Muhamedaner und der Souserain | aller Ottomanen. Die Vorrechte des Sultans sind dieselben wie die ; der eonstitutionellen Souveraine des Occidents.
Die Unterthanen des Reichs werden Ottomanen genannt. Die Freiheit derselben ist unverletzlich.
Der Islam ist die Staatsreligion. Derselben soll indeß kein theo« kcatischer Charakter beiwohnen. Die religiösen P-rvilegien der Gemeinden, sowie die freie Ausübung aller Culten werden garantirt.
Die Preßfreiheit, die Lehrfreiheit, der obligatorische Elementar- ; unterricht, das Vereinsrecht, das PetitionSrecht an die Kammern, die s Gleichheit aller Unterthanen vor dem Gesetze, die Zugänglichkeit der 1 öffentlichen Aemter ohne Unterschied in Bezug auf die Religion, die