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WW Inniger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Propinzial-Correspondenz.
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L 292. Frertag w 15. Dezember 1876.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Ungeachtet der in den öff nttichen Blättern wiederholt erlassenen Bekanntmachungen hat sich eine Mtädjtlidbe Anzahl Inhaber des Eisernen Kreuzes aus dem F-ldzuje 1870/71 zum Empfange des Zeugnisses über den rechtmäßigen Besitz dieser Auszeichnung roch nicht gemeldet. Es werden deshalb die gedachten Inhaber hierdurch nochmals aufgefordert, sich mit Angabe ihres gegenwärtigen Wohnorts und ihres früheren Verhältnisses, in welchem sie das Eiserne Kreuz erworben, haben, bei dem betreffenden Landwehrbez rkS-Kommcndo unverzüglich, münd- lich oder schriftlich zu melden.
Berlin, den 8. Dezember 1876.
General Ordens« Kommission.
Die Herren Standesbeamten des Kre'ses wollen die Register nebst ; Formularpapier pro 1877 vom 20. d. Mts. ab dahier abholen lassen. ;
Hanau am 15. Dezember 1876.
Der Landrath.
Gefunden: Ein roldever Ohrring. Ein schwarzer linker Glacä ■ j Handschuh. Eine Knabenmütze mit Pelzbesatz.
Verloren: Ein Wechsel über 167 Mark, ausgestellt am 23. v. ■ M., in 2 Monaten zahlbar; Aussteller Carl Strausberg.
Entlaufen: Ein junger geweckter Neufundländer.
Hanau am 15. D zember 1876.
Könialicbe' Smbrath?amt. -
Gemäß erfolgtet BestMimung des Herrn Ministers des Innern : beginnt die Auslegung der Wählerlisten zu den durch die Kaiserliche Verordnung vom 23. November d. I. angeoroneten ReichLtazsMahieK mit dem
10. Dezember d. I.
dahier auf dem Stadthaufe.
Nach §. 8 des WahlgesitzeS vom 31. Mai 1869 ist Jedermann ; die Einsicht gestattet. Einsprachen gegen die L stm sind binnen 8 Tagen nach Beginn der Auslegung bei dem Stadivorslande anzubrin^en.
Nur diejenigen sind zur Theilnahme an der Wahl berechtigt, welche in den Listen ausgenommen finbi
Hanau am 6. Dezember 1876.
Der Oberbürgermeister
Cassian. (8157)
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— Berlin, 14 Dezember. Reichstag. (Fortsetzung). Im : weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung betheiligten sich zu Gunsten des ! Windthorft'schen AntragS, betreffend die Verlängerung der Eijenzölle, an der Debatte die Abgg. Dr. Löwe und Dr. v. Schulte und gegen dieselbe die Abgg. Richter (Meißen) und v. Unruh, sowie der BundeS« kommissar Geh. RegierungS-Rath Huber. Der BundesrathSbevollmäch« tigte Vize-Präsident deS Staats Ministeriums, Finanz-Minister Camphausen griff nach dem Äbg. Dr v Schulte in die Debatte ein:
Meine Herren! Bei der heutigen Diskussion hätte man sich an diesem Tische mehrfach veranlaßt fühlen können, in die Diskussion sich Mzumischen, um einzelne Argumente, die bald von dieser,' bald von jener Seile vorgebracht worden sind, ohne daß die Regierung ihnen zustimmen konnte, zu bikämpfen. Wir haben uns dessen, wie Sie wahrjtenommen haben, vollständig enthalten. Ich habe so^ar Verzicht darauf geleistet, dem H n. v. KacdoH rai.um tfen, daß er meine Versicherung im vorigen Jahre nicht richtig auf^faßt hat, wir haben die Stellung einzunehmen gewünscht daß wir es en hohen Werth auf die, völlig freie Emschlußwg des RnchStäzk legen. Wir haben nimmermehr ausgesp,och n, daß wir den Beschluß, mitte er ausfallen, wie er wolle, nicht, in sorgfältige E wägun^ nehmen werden, Wir wünschen keine Stimme, weder nach d.r einen, noch nach tag anderen Seite hinüberzuziehen, wir wünschen, daß j des Mitglied' des hohen Reichstags nach seiner vollen freien Ueberzeugung stimmen |
3 und dadurch der Regierung eine Richtschnur für ihr künftiges Ber halten ertheilen möge.
Hierauf nahm der BundeSraths-Bevollmächtigte HandelS-Minister Achenbach das Wort:
Meine H-rren! Indem ich mich dieser Erklärung meines Herrn Kolleren vollständig auch von meiner Seite snschließe, mache ich darauf aufmerksam, wie ich bereits in meiner gestrigen Rede ausdrücklich hervorgehoben habe, daß die Regierung die Pflicht an?» kenne und an ersinnen müsse, gerade bei Gelegenheit der Aufhebung der Zölle alle diejenigen Beschwerden auf dem Zollgebiete nach Möglichkeit zu beseitigen, die von ihr und von der Landesvertretung als gerechtfertigt anerkannt werden. Gestern haben wir zu diesem Behufe die bekannte Vorlage vor Ihnen vertreten. Bei dieser Gelegenheit drängt eS mich, eine Bemerkung richtig zu stellen, welche der Hr. Abg. von Unruh hier gemacht hat. Er hob hervor, daß, wenn gestern unter Hinweis auf einen Mann, den wir alle hochschätzen, von mir ausgesprochen worden fei, daß sich der elbe mit demjenigen, was die Regierung beabsichtige, einverstanden erklärt habe, so könne dies unter keinem Umstände richtig sein. Wenn meine Bemerkung so verstanden würd«', -aß jener hochverehrte Mann sich mit der Vorlage, welche wir dem hohen Reichstage unterbreitet haben, einverstanden er» tia t habe, so müßte ich zugeb°n, daß erstere eine falsche gewesen sein würde. Meine Bemerkung geht aber dahin, daß von j»ner Seite anerkannt worden ist, daß, falls unsere Bemühungen zur Beseitigung der acquits keinen Erfolg haben würden, wir genöthigt seien, durch Ad^ük'-u. welche der Höhe jener acquits entsprechen, sie unschädlich zu machen.
Das ist die Aufgabe desj rügen Gesetzentwurfes, welchen wir Ihnen vorgelegt haben. Auf dieser Behauptung bleibe ich positiv stelln.
Die Vo läge wurde mit 201 gegen 116 Stimmen abgelehnt.
Ohne Debatte erledigte das HauS darauf die zweite Berathung der summarischen Uebersicht der Ausgaben und Einnahmen der Landesverwaltung von Elsatz Lothringen für das Jahr 1875 und der Nachwei- sung der bei dieser Verwaltung im Jahre 1875 vorgekommenen Etats- Überschreitungen usd außei statt mäßigen Ausgaben und der allgemeinen Rechnung üaer den Haushalt des Deutschen Reichs für das Jahr 1872; ferner die dritte Berathung des von dem Abg. Dr. Schulze-D titzsch und Genossen vorgelegten Gesetzentwurfs, betreffend die Abänderung des Art. 32 der Verfassung des Deutschen Reichs, betriffenb die Diäten.
Um 4^2 Uhr vertagte sich das HauS bis Freitag 11 Uhr.
(Fortsetzung folgt.) tw. -. st.-».,
— Die „Köln. Ztg." berichtet von einem süddeutschen Abgeordneten, der in seinem „gewohnten und vom Fürsten Reichskanzler stets freundlich aufgenommenen Fre muth" dem großen Manne auf der letzten Sonntagssonee erklärte: Wenn die Justizgesetze scheitern, sagt das deutsche Volk: „Der Bismarck hat sie nicht gewollt", und wenn sie zu Stande kommen, „das hat der Bismarck doch durchgesitzt".
— Heka ntlich balle Frankreich vor einiger Zeit die betheiligten Regierungen zu einer Conferenz ringt laben, welche die b> stehende Zucker- Convention beraten, dezie^ntlich einer Revision unterwerfen sollte. Wie die Äö n. Ztg. mittherlt, hatten die anbertn Unterzeichner der Convention, England, Holland Belgien, jene Eimaduag unterstützt. Die deutsche Regierung hat indessm die Betheitigung an jener Conferenz abgelehnt. — Die P.titlont-Commtssivn des Reichstages hat sich dieser Ta/e aufs mit einer Petition von „Berliner Industriellen" zu Gunsten der Beswickung der Pariser Weil Aüssttlluag zu beichäfttgen gegubt. Die allerdings n cht zahlreichen Freunde, welche die W ltausstellung in der Commiisirn hat waren ÄlfamkS geneigt,.': auf die Petition emzu- gehen. Als man sb'r d-e sieben Unterzeichne derselben näher ansah und der erste sich als Korbmacher, der zweite als Bieroecleger, der dritte als Sattler und Schankwirth zugleich beraub stellte, traten auch sie Dem Anträge auf U Hergang zur Tagesordnung bet. crrw.)
— Mü nfter, 14. Dez., Mittags. In dem Kriminalprozeß