SSeitnementS» P«M:
Jährlich 9 Mark. Halbj. 4 M. 50 P.
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Mauer Adriger
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage^ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
Jnsertt»»,.
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M 279.
Donnerstag den 30. November.
1876.
Bestellungen
auf den Hanauer Anzeiger für den Monat Dezember werden von allen Postanstalten, sowie auch von der Expedition
Hammergasse S, Waisenhaus, entgegengenommen. ;
Amtliches.
Die Herrn Bürgermeister wollen die Klassensteuer-Rollen und s Einkommens-Nachweisuneen für das Etatsjahr 1877/78 Samstag den 2. k. M hier abholen lasffn, damit unverweilt zur Vornahme der ■ Klassensteuer- Einschätzung geschritten werden kann.
Hanau am 30. November 1876.
Der Lanbrath.
Gesunden: Ein Hundemaulkorb. Ein weißleinenes Kinder« ; Hemd mit Spitzen. Ein weißes Taschentuch. Eine Serviette W. 0. f gez. Eine schwarze Kinderschürze.
Zugelaufen: Ein gelber Pinscherhund männlichen Geschlechts; i Empfangnahme bei Herrn Wilhelm Prinz zu Mittelbuchen. Ein schwarzgrauer Pinscher.
Gelandet: Ein Fischernachen; der Eigenthümer kann denselben; bei Herrn Konrad Böff zu Fechenheim in Empfang nehmen.
Hanau, am 30. November 1876.
______________________Königliches Landratbsamt.______________________ i
Bekanntmachung.
Am 1. Dezember d. I wird die Bote; post zwischen Langenselbold und Langendiebach aufgehoben und dagegen zwischen Hanau und Langen- diebach eine Postverbindung unter Verwendung eines Privat-Personen- fuhrwerk- mit folgendem Gange eingerichtet werden:
I. aus Langendiebach 7 Uhr Vorm, in Hanau 815 Uhr Vorm., auS Hanau 10 Uhr Vorm., in Langendiebach 11" Uhr Vorm.
II. aus Langendiebach 4 Uhr Nachm, in Hanau 5" Uhr Nachm, aus Hanau 680 Uhr Nachm., in Langendiebach 745 Uhr Abends.
Casselo den 26. November 1876
___________________Der Kaiserliche Ober.Postdirektor.___________________
Bekanntmachung.
Der Kutscher Georg Börner von Oberrodenbach, im Dienste bei Fabrikant O. Lindenbauer dahier, hat bei Königlichen Amtsgericht, Abtheilung III., am 30. Oktober l. J. angezeigt und beschworen, daß ihm die als Eigenthum zustehenden, auf den Inhaber lautenden Leihbank-Obligationen vom 18. Oktober 1875
Lit. B. Nr. 518 über 20 Mark und
Lit. E. Nr. 1047 „ 100 „ gegen seinen Willen abhanden gekommen fiten. Unter Bezug auf die kurhessische Verordnung vom 18. Dezember 1823 werden daher etwaige Inhaber (Besitzer) genannter Obligation hiermit aufgefordert, sich unter deren Vorlegung vor dem 30. Januar 1879 bei unterzeichneter Behörde zu melden, andernfalles dem Eigenthümer Börner Duplikatscheine ertheilt oder Kapital nebst Zinsen ausgezahlt werden.
Hanau am 20. November 1876. (7921)
Die Leihbank-Direction.
Schrötter. vt. ProlliuS.
TKgesschKN.
— (Ein Besuch bei Lord Salisbury in Berlin) Die Berliner Bürgerz. hat am 23. einen ihrer Mitarbeiter, Dr. Gebert, nach dem Kaiserhof geschickt mit der Aufgabe, den englischen Spezialbevollmäch- tigten zur Konferenz in Konstantinopel, Marquis of SaliSbury, zu interviewen. Derselbe berichtet nun über seine Unterredung mit dem
englischen Diplomaten und dessen Sekretär, Sir H. Stafford Northcote, im Wesentlichen das Nachstehende: Lord Salisbmy ist kaum weniger hoch an Gestalt als der Reichskanzler und gibt ihm an Schwere und Körperbreite jedenfalls wenig nach. Ein starker schwarzer Vollbart ziert das Gesicht des stattlichen 46jährigen Mannes, dessen energievoller Ausdruck auf einen unabhängigen Geist schließen läßt. Wer den Lord Sa« liSbmy gesehen und sprechen gehört hat, der wird nicht zweifeln, mit einem Manne zu thun gehabt zu haben, welcher mit durchdringendem Verstand einen Gedanken zu erfassen vermag und den einmal erfaßten Gedanken nicht leicht aufzugeben geneigt ist. Lord Salisbury, der nur in feiner Statur den angelsächsischen U-sprung erkennen läßt, dessen Gtsichtskompllxion jedoch den normanischen Typus unzweifelhaft wieder- spiegelt, ist so recht das Bild eines englischen Staatsmannes, der den feinen VerkehrSton des Gentleman mit der Zähigkeit des Politikers zu. vereinigen versteht. Lord Salisbmy empfing uns in der prächtigen, reich mit Goldstickerei versehenen Full-dress-Uniform des secretary of the State of India, welche er zu dem feierlichen Empfange beim deutschen Kaiser rugelegt hatte. In großer Liebenswürdigkeit sprach Se. Lordschaft seine Genugthuung aus über das Interesse, welches die Presse für seine Sendung aller Orten an den Tag gelegt hatte. England wünsche den Frieden und der Zweck seiner Mission sei die Erhaltung desselben. Er bedauere, daß seine Zeit zu kurz bemessen sei, um sich eingehender über die Lage auszulassen, ihm liege aber daran, daß die Ziele der englischen Politik in der kontinentalen Presse bekannt würden und er habe deßhalb seinen Privatsekretär, Lord Hemy Stafford North- cote, den Sohn des britischen Chancellor of the Exchequer, zu seiner Vertretung in der erbetenen Interview beauftragt. Da alsbald der Diener verkündete, daß der Wagen vor der Thür stände, welcher Se. Lordschaft zum Kaiser Wilhelm bringen sollte, so verabschiedete sich der Marquis von Salisbury, indem er seinen Privatsekretär vorstellte. Lord Northcote, ein Mann von noch nicht 30 Jahren, hat schon eine verdienstvolle diplomatische Karriere hinter sich. Längere Zeit war er der britischen Gesandtschaft in Amerika attachirt und hat seinem Lande so ausgezeichnete Dienste geleistet, daß ihn Lord Salisbury in das indische Amt berufen ließ und zu seinem Adlatus machte. Der junge Diplomat kam bereitwilligst dem ihm durch seinen Chef gegebenen Aufträge nach und ließ sich in degagirtester Weise über die Lage aus, betonte dabei jedoch ein über daS andere Mal, daß er nur persönliche Auffassungen, bez. die in den bestinformirten Kreisen Londons kolpor- tirten und geglaubten Meinungen zum Ausdruck bringe. Nichtsdestoweniger war schon an der zögernden langsamen Art, mit welcher Lord Northcote einige Sätze auSsprach und dabei eine präzise Wortfassung peinlichst anstrebte, zu ersehen, daß in diesen Sätzen daS enthalten war, was Lord Salisbury verbreitet zu sehen wünscht. Lord Northcote sagt, daß, obgleich er nicht autorisirt wäre, im Namen Lord Salisbury'S zu sprechen, so fühlte er sich doch ermächtigt, zu konstatiren, daß die Absicht der britischen Regierung, indem sie eine Konferenz in der orienta- ischen Frage vorschlug, lediglich eine friedliche fei. England hat keine feindliche Intentionen gegen Rußland und ist aufrichtig von dem Wunsche beseelt, mit ihm zu einem Einverständniß zu kommen über alle in Frage stehenden Punkte der orientalischen Angelegenheiten. England wird eine ruhige und leidenschaftslose Aufmerksamkeit auf jeden Vorschlag richten, den daS russische Gouvernement in Bezug auf die Verbesserung der Lage der christlichen Unterthanen der Pforte zu machen für geeignet findet. Die englische Regierung vertraut zuversichtlich auf die wohlbekannten friedlichen Gesinnungen des ZarS und auf die Einsicht der russischen Regierung, daß dieselbe die schreckliche Katastrophe eines KriegeS zu vermeiden wissen wird. Northcote sagte, er fühlte sich vollkommen autorisirt, in jeder Hinsicht irgend welche kriegerische Absichten auf Seiten deS britischen Gouvernements feierlichst in Abrede zu stellen; EnglandS ernstester Wunsch sei auf die Ei Haltung deS Friedens gerichtet. In Bezug auf den Besuch des MarquiS of Salisbury in Berlin sprach er sein Vertrauen dahin auS, daß dieser Besuch von Deutschland als ein Zeichen aufgefaßt werde von dem herzlichen Einverständniß, welcher England sehnlichst wünscht, mit dem deutschen Reiche aufrecht zu erhal-