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Hliiimler Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hauan.

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Die;3sPaI«geLeil, SO Pfg.

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Montag den 20. November»

1876.

Amtliches.

Bekanntmachung.

In einem Stalle am Steinweg Nr. 17 zu Bockenheim ist der AuSbruch der Rotzkrankheit unter den Pferden festgestellt worden.

Frankfurt a. M., den 14. November 1876.

Der Polizei-Präsident.

I. V.: gez. John.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 16. November 1876.

Der Landratü.________________________

Samstag den gd. November d. J.,

Vormittags 9 Uhr, sollen eine größere Partie zu Eisenbahnzwecken nicht mehr verwend­baren Quer- und Weichen-Schwellen in der Nähe des Güterschuppens auf dem Bahnhof Hanau der Frankfurt Bebraer Bahn öffentlich meist­bietend verkauft werden.

Die Verkaufs-Bedingungen werden an Ort und Stelle vorgelesen.

Hanau den 19. November 1876. (7644) ____________________Der Bahnmeister Wick._____________________

Proklam.

Hanau. Auf Betreiben eines PfandgläubigeS ist der Zwangs- verkauf nachstehender, auf den Namen des Adam Pfeil, Nikolaus Sohn, und dessen Ehefrau, Margaretha, geb. Waller, catastrirten Immobilien der Hanauer Gemarkung:

A. 45.1 /» Acker 24,8 Rth. Wohnhaus mit Lagerhalle, Waschküchenbau und Hofraum, rechts der Philippsruher Straße, Brandvers. Nr. 4 der Vorwerke F., 45. Vs 24,8 Garten daselbst,

42. 3,5 , Garten vorm Hause,

43. , 7,6 , Wüstes davor, erkannt und zum Vollzug erster Termin auf den

9. Januar k. I, eventuell zweiter auf den

6. Februar k. J. und dritter auf den

6. März t. I., jedesmal Vormittags 910 Uhr, in das Lokal des unterzeichneten Gerichts, Bangert 2, anberaumt.

Etwaige Hypothekargläubiger haben ihre Ansprüche im ersten der obigen Termine beim Rechtsnachtheil der Ausschließung anzumelden und zu begründen. (7639)

Hanau, 13. November 1876.

Königl. Amtsgericht II.

C ö st er. vt. Winkler

Zur politischen Lage.

A. b. Schw. Merk.

Die politische Lage ist wieder uoeraus ernst geworden. Auf dem Kriegsschauplatz haben zwar die Feindseligkeiten durch den Abschluß des Waffenstillstandes ein Ende erreicht. Auch die Feststellung der Demar- kationstinre wird, da dieselbe Offizieren der Großmächte anvertraut ist, voraussichtlich keine Schwierigkeiten machen. Dagegen haben sich die Aussichten auf einen günstigen Erfolg der Friedensunterhandlungen in den lebten Tagen bedeutend getrübt. Der englische Vorschlag, für diese Unterhandlungen die Botschafter der Großmächte in Konstantinopel zu einer Konferenz zusammentreten zu lassen und denselben noch Spe- zialbevoUmächtigle beizugeben, ist zwar von allen Mächten angenommen worden. ES mag auch richtig sein, daß das von England für diese Konferenz ausgestellte Programm, welches die Integrität der Türkei, die Autonomie der Verwaltung für die aufständischen Provinzen und die Erklärung der einzelnen Mächte, weder eine GebietSvergrötzerung, noch überhaupt einen ausschließlichen Vortheil für sich zu erstreben, als Basis der Unterhandlungen vorschlägt, allerseits genehmigt worden ist.

Selbst darüber mögen die Mächte einig sein, daß die Pforte von den Verhandlungen zunächst ausgeschlossen bleiben und erst nachher, wenn eS sich um die Unterzeichnung der gefaßten Beschlüffe handeln wird, zugezogen werden soll. Trotz aUebem ist nur sehr geringe Hoffnung vorhanden, daß sich die Mächte unter einander einigen werden. Die Lage der Dinge hat nämlich durch die Reden, welche der englische Premierminister und der Kaiser von Rußland jüngsthin gehalten haben, eine eigenthümliche Beleuchtung erfahren. Das Säbelgerassel, mit wel­chem Lord BeaconSfield am 9. d. die Nachtischrede bei dem Ban­kett des Lord Mayors von London schloß, ist von der öffentlichen Mei- nu«g allgemein als eine Drohung gegen Rußland aufgefaßt worden und Rußland ist die Antwort auf diese Herausforderung nicht schuldig geblieben. Schon am folgenden Tage erklärte Kaiser Alexander in Moskau den Vertretern des Adels und der Stadt: falls es auf der in den Meisten Tagen zusammentretenden Konferenz nicht zu einer Ver­einbarung unter den Mächten kommen und er sehen werde, daß er keine Garantien für die Ausführung dessen, was er mit Recht von der Pforte fordere, erlangen könne, habe er die feste Absicht, selbstständig zu han­deln und er sei überzeugt, daß dann ganz Rußland seinem Rufe Folge leisten werde. Er schloß seine Rede mit den Worten: Gott helfe unS unseren heiligen Beruf durchführen ! Nach diesen feierlichen Aeußerungen des Kaisers, die im ganzen russischen Reiche einen lebhaften Widerhall gefunden haben, kann es keinem Zweifel mehr unterliegen, daß Rußland die bevorstehenden Verhandlungen nicht auf ein bloßes Scheinresultat ; auslaufen lasten und auf der Konferenz von seiner bisherigen Forderung bestimmter Garantien für die Durchführung der Reformen, unter denen er auch die Besetzung der aufständischen Provinzen durch nicht türkische Truppen versteht, unter keiner Bedingung abgehen wird. An­dererseits steht wohl ebenso fest, daß England eine solche militärische Inte- vention, nachdem es dieselbe früher als unverträglich mit der In­tegrität der Türkei zurückgesiesen, auch jetzt nicht zugeben wird. WaS würde es also helfin, wenn sich die Mächte in allen übrigen Punkten einigten, in diesem wichtigsten Punkte der Garantien aber zu keiner Verständigung gelangten? I« der That wird die augenblickliche Lage treffender durch die großartigen KriegSVorbereitungen der nächstbethei- lißten Mächte, als durch das Konferenzprojekt illustrirt. Kann der Krieg zwischen Rußland und derTülkn überhaupt noch als unvermeid­lich angesehen werden, nachdem Fürst Gortschakoff so eben in einem Rundschreiben an die Vertreter des Kaiserreichs die Mobilisirung von 6 Armeekorps offiziell mitgetheilt und erklärt hat, dieselbe finde Statt, um die von Europa als nothwendig erkannten Grundsätze der Gerech­tigkeit auf der Balkanhalbinsel zu verwirklichen? Jedenfalls tritt die Konferenz, wenn sie überhaupt zu Stande kommt, nicht unter Frieden verheißenden Vorzeichen zusammen. Aller Wahrscheinlichke t nach wird man in Konstantinopel nur einige Wochen hin und her debatirren, um schließlich die Unmöglichkeit einer gütlichen Einigung zu konstatiren. Wird Rußland dann außer der Türkei auch England sich feindlich gegenüberfinben ? Offenbar ist die Hoffnung, daß selbst bei dem AuS­bruch eines Krieges zwischen Rußland und der Türkei der Friede zwi­schen Rußland und England erhalten bleibe, trotz der kriegerischen Rede Lord BeaconSfield'S noch nicht aufzugeben. Zwischen dem Aursprechen der Kriegsdrohung durch den Mund des etwas leichtfertigen englischen Premierministers und der Ausführung derselben durch das englische Volk liegt noch ein weiter Zwischenraum.

Reichstag folgt morgen.

St. Petersburg, 18. November. In Folge der stattge- Habten theilweisen Mobilisirung sind nun auch die Vorbereitungen zur Mobilisirung des SanitätSkorps getroffen. Es werden besonders auch Hospitäler für die Verwundeten eingerichtet. Unabhängig von diesen amtlichen Organisationen treten nach dem Vorbstde der in dem deutsch- französischen Kriege so erfolgreich gewesenen Privarverwundetenpflege Damcnkomuü's zu gleichem Zwecke zusammen. Wie eS heißt, werden = die Kaiserin und die Großfürstinnen Protektorate solcher Vereinigungen übernehmen.