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WWW Anzeiger.

1 Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

'^Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage^ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Jnsertton».

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Die üspalt. Bette

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DieüspaltigeZeil«

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M 269.

Samstag den 18. November.

1876.

Amtliches.

Bei Anwendung der Instruktion vcm 24. Juni 1872 zur Aus- i führung des Gesetzes über den Betrieb der Dampfkessel vom 3. Mai desselben Jahres sind Zweifel darüber,

unter welchen Voraussetzungen ein Dampfkessel als im Betrieb befindlich zu erachten ist, entstanden.

Im Allgemeinen find alle einmal konzessionirten und zum Betriebe aufgestellten Dampfkessel als im Betriebe befindlich anzusehen, gleichviel ob sie der Regel nach unausgesetzt oder nur in bestimmten Perioden : oder immer gewissen Voraussetzungen (z. B. Reservekessel) betrieben i werden, oder ob sie endlich ausnahmsweise für ungewisse Zeit außer i Gebrauch gesetzt sind. Demgemäß hat die Vornahme der periodischen j Revision bei den konzessionirten Dampfkessel. Anlagen nur dann zu unter- i bleiben, wenn die hierfür ertheilte Conzession, sei es durch gänzliche ' Beseitigung der Kesselanlage, sei es durch dreijährigen Nichtgebrauch: derselben, oder endlich durch ausdrücklich der Polizeibehörde erklärte: Verzichtleistung erloschen ist.

Ausnahmsweise ist von der Revision ferner dann abzusehen, wenn ; ein ganzes Fabrikunternehmen oder eine einzelne selbstständige Abthei- : lung eines größeren Werks auf längere Zeit vollständig außer Betrieb gefitzt und hiervon der Ortspolizeibehörde Anzeige erstattet wird. In| diesem Falle ist die Zeit des Stillstandes bei Berechnung der RevisionS- i Periode außer Ansatz zu lassen.

Die OrtSvorstände wollm dem Herrn Kreisbaubeamten von dem -

Erlöschen der Conzession und von den Anzeigen über Einstellung, sowie eventuell von der Wiedereröffnung rechtzeitig Mittheilung machen.

Hanau am 14. November 1876.

Der Landrath.

die Betriebs- des Betriebs

Gefuudeu: Eine Drahtzange. Drei Lieferungen laube, Nr. 34, 35 u. 36. Eine Tasche mit Taschentuch monnaie, enth. 12 Pf.

der Garten- nebst Porte-

Zugelaufen: Ein grauer Pinscher, weibl. Geschlechts.

Entflogen: Eine GanS.

Hanau am 18. November 1876.

Könial. Landraths-Amt.

Proklam.

Hanau. Auf den Antrag eines Pfandgläubiges ist der ZwangS- verkauf nachstehender, auf den Namen des Johannes Heilmann, Franz Sohn, catastrirten Immobilien ver Hanaaer Gemarkung:

Braudvers. Nr. 3 der kl. Sandgaffe:

G. 36. 3,9 Ruthen Wohnhaus, Ställchen und Höschen in der kleinen Sandgasse, erkannt und zum Vollzug erster Termin auf den

5. Januar k. I,

eventuell zweiter auf den und dritter auf den

3. Februar k. J.

8. März k. I.,

jedesmal Vormittags 910 Uhr, in das Lokal deS unterzeichneten Gerichts, Bangert 2, anberaumt.

Etwaige Hypothekargläubiger haben ihre Ansprüche im ersten der ; obigen Termine beim Rechtsnachtheil der Ausschließung anzumelden und zu begründen. (7579) !

Hanau, 10. November 1876. |

Königl. Amtsgericht II.

Röster. vt. Winkler. i gtQ[jcn wisse man noch nichts Bestimmtes.

Wochenschau. - In Italien fanden bekanntlich die Neuwahlen für's Parlament

H. C. Heute müssen wir wieder einmal die oriental. Dinge | statt, wobei die Fortschrittspartei über die gemäßigten Fraktionen siegte, an die Spitze unserer Rundschau stellen. Ob der englische Vorschlag- Inzwischen haben auch die engeren Wahlen stattgefunden. Das End- zur Abhaltung einer Konferenz, welche die Friedensbedingungen festste!- resultat ist jedoch in ZahW geüäü noch nicht anzügeben, ba die über len soll, von jämmtlichen Mächten ccceptirt worden ist oder nicht, das den Ausfall der engeren Wahlen angelangte Depesche ohne Zweifel sehr

ist auch heute noch nicht so ganz sicher, obgleich sowohl der englische Premierminister als auch der russische Kaiser vor einigen Tagen von der Konferenz wie von einer ausgemachten Sache sprachen. DiSraeli that dies bekanntlich in einer Gelegenbeitsrede, die er beim Lord-MayorS- Bankett hielt, in welcher er zugleich säbelrasselnd verkündigte, daß Eng­land entschlossen sei, die Verträge, die Unabhängigkeit und Integrität der Pforte nöthigenfalls mit Waffengewalt aufrecht zu erhalten, daß England besser zum Kriege vorbereitet sei als andere Mächte und event, kämpfen werde bis das Recht triumphire. Der Czar sprach von der Konferenz vor den Vertretern des AdelS und der Stadtgemeinde von Moskau. Seine daselbst gehaltene Ansprache ist als Antwort zu be­trachten auf die oben erwähnte Rede Disraeli's. Kaiser Alexander be­tonte darin, daß er das russ. Blut aufs Aeußerste schonen und in fried­licher Weise die thatsächliche Verbesserung der Lage der Christen im Oriente erlangen möchte; daß in den nächsten Tagen in Konstantinopel die Verhandlungen zwischen den Vertreiern der 6 Großmächte wegen Bestimmung der FriedenSbedingungen beginnen, daß es sein heißester Wunsch sei, daß man dort zu allgemeiner Uebereinstimmung gelange, daß aber, wenn es nicht dazu komme, wenn er keine hinlänglichen Ga­rantien für die Durchführung der Reformen erlangen könne, er die feste Absicht habe, selbstständig zu handeln; und er sei überzeugt, daß Ruß­land in diesem Falle seinem Rufe Folge leisten werde. Sonach hat sowohl England als auch Rußland indirekt einen casus belli aufge­stellt. Ersteres will zum Schwerte greifen, wenn Rußland die Verträge verletzen und das Machtgebiet der Pforte zu schmälern versuchen sollte, und Rußland will zum Kriege schreiten, wenn es keine Garantien für die Verbesserung der Lage der Christen erlangen sollte, d. h. aus dem Russischen übersetzt, wenn nicht alle Mächte die Autonomie (Selbstregie­rung) der aufständischen Provinzen acceptiren sollten. Mit diesen beiden Erklärungen ist, unserer Ansicht nach, der Krieg zwischen England und Rußland unvermeidlich gemacht. In dieser Meinung wird man bestärkt durch die Nachricht desJournal de St. Petersbourg", daß der russ. Reichskanzler ein Rundschreiben an die Mächte erlassen habe, welches dre Mobilisirung eines Theils der ruff. Armee verkündigt und hinzu- fügt, der Czar wolle allerdings den Krieg möglichst vermeiden, sei aber entschlossen, die von ganz Europa als nothwendig erkannten Prin­zipien der Gerechtigkeit in der Türkei verwirklicht und wirksam garan- tirt zu sehen. Jene Erklärung des Czaren und diese Note haben denn auch überall, namentlich in England und Oesterreich-Ungarn, eine be­deutende Bewegung hervorgerufen.

Der deutsche Reichstag, welcher 8 Tage lang seine Sitzun­gen ausgesetzt hatte, um der Justizkommission Zeit zu lassen, sich über die Frage der Annahme oder Nichtannahme der vom Bundesrathe be­schlossenen Abänderungen an den grohm Justizgesetzen schlüssig zu machen, ist mit dieser Arbeit zu Ende gediehen. In Folge dessen wer­den die Reichstagssitzungen in den nächsten Tagen wieder beginnen. Der ultramontane Abz. Dr. Jörg behauptete kürzlich im Reichstag, ein ehemaliger bayerischer Minister habe ihm mitgetheilt, Bismarck habe ihm in Versailles gesagt, der nächste Krieg Deutschlands werde gegen Ruß­land geführt werden. Graf Bray, das ist dieser ehemalige Minister, erklärte nun in der AugSburgerAllgem. Ztg.", daß weder Bismarck ihm, noch er Herrn Jörg eine derartige Mittheilung gemacht habe. In Würzburg und in Schweinfurt fanden Ersatzwahlen für die kassirten Wahlen statt. Da wie dort aber siegten die Liberalen in entschiedener Weise.

Aus Wien kam in den letzten Tagen wiederholt die Nachricht, daß man sich in dortigen RegierungSkreisen sehr wundere über DiSraelr'S

f Behauptung, daß alle Mächte ihren Beitritt zur Konferenz zugesagt I haben. Oesterreich habe sich noch nicht schlüssig gemacht, auch über