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Zierlich 9 SOlar!. H°Ibj.4M.50P. Bierteljährlich

Ü Mari 25 Pfg. Für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postauffchlag. Die einzelne Num­mer 10 Pfg.

ftiwitr Anjetger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,' und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz. .

Infertil«».

Preis:

Die 'spaltige Sarmondzeile «d. deren Raum 10 Pfg.

Die gspalt. Leu«

20 Pfg.

DieSfpaltigeLeil-

30 Pfg.

M 266. Mittwoch den 15. November.

1876.

Bestellunpen auf den

„Hanauer Anzeiger" nebst UnterhaltungSblatt werden von allen Postanstalten sowie von der Expedition (Hammergasie Nr. 9) im Waisenhaus« entgegen genommen.

Bemerkt wird, daß eingehende Artikel politischen Inhalts (Wahl- aygelegenheiten), für welche die Redaktion die Verantwortlichkeit nicht übernimmt, nur in Jnseratenform Aufnahme finden können.

WeL«NAtMtchN«gLN KöniK. LimdrschssMs Sühiex.

Auf^Veranlassung des Herrn Ministers deS Innern werden die Herren Bürgermeister des Kreises aufqefordert, die Wählerliste zur Wahl für den Reichstag unverzüglich aufstellen zu lassen, damit die Auslegung derselben gegen Eode dieses Monats beginnen kann.

Die Festsetzung des Termins für den Beginn der Auslegung wird binnen Kurzem erfolgen.

Es wird besonders auf die Gestimmug im §. 2 des Reglements aufmerksam gewacht, demzufolge die Gemeindevorstände den Tag, an welchem bie Auslegung der Wählerlisten beginnt, unter Hindeutung des §. 3 deS Reglements, sowie unter Angabe des Lokals, in welchem die AuSlegung stattfinden soll, noch vor dem Beginn der letzteren in orts­üblicher Werfe besannt zu machen haben.

Auch sind die Namen der Wahlvorsteher zu publiziren.

Das zur Aufstellung der Wählerlisten voraeschriebenr Formular findet sich im Bundesgesetzblatt von 1870 S. 283.

Jede Landgemeinde des Kreises Hanau, desgleichen die Stadt Windecken bildet einen eigenen Wahlbezirk. Die selbstständigen Guts- bezirke:

1) Dottenfeldechof 1 , . ™

2j Gronauerhof J treten zum Wahlbezirk Gronau,

3) Fmstfiikalischer Gutsbezirk Forsthaus Neuhof I treten zum Wahlbezirk

4) Kinzighümer Hof J BruchköbU,

5) Oberförst. Wolsgang mit Pulvers, tritt zum Wahlb. Niederrodenbach,

6) Philippsr. Schloß nebst Fasanerie

7) Rüdigheimer Hof „ „ „

8) Wilhelms bad u. Wilhelmsbaderh. „ „ „

9) Bau rsr öder Hof „ „ „

Für Stadt Hanau sind 7, für Bockenheim

Kesselstadt, Rüdigheim, Wachenbucheo, Marköbel.

4 Wahlbezirke zu

bilden. *

Für die Landgemeinden und Windecken werden die Herrn Bür­germeister zu Wahlvorstehern, die Beigeordneten aber zu deren Stellver­tretern ernannt.

In diesen Wahlbezirken ist das Rath« oder Gemeindehaus als Wahllokal zu benutzen. In soweit ein solches nicht vorhanden oder das vorhandene nicht geeignet ist, wird dem Wahlvorsteher die Beschaffung eines geeigneten Lokals überlassen.

Die Formulare zu den Wahlprotokollen werden den Herrn Wahl- vorstehern zugesirtigt werden. Die Funktion der Borsteher, Beisitzer und Protokollführer bei der Wahlhandlung darf nur von Personen aus­geübt werben, welche kein unmittelbares Staatsamt bekleiden.

Hanau, am

14. November 1876.

Der Landrath: Schrötter.

Verloren: Von der Sterngasse bis in den Bangert eine silberne Cylinder Uhr mit Stahlkette, ohne Sek.-Zeiger, in einem großen Porte- mennaie steckend, nebst Fabrikzeichen mit den Buchstaben A. H.

Hanau am 15. November 1876.

T K s L s s ch L L.

— In den Fraktionen des Reichstages will man sich am 14. und 15. d. M. darüber verständigen, ob und in wrlchem Umfange An­träge zu den Juftizgesrtzm eingebracht werden sollen. Abgesehen vom Zentrum, scheint mdtsfen hierzu keine Neigung vorhanden zu sein. Wohl aber werden innerhalb der Kommission noch einzelne Anträge zu er»

warten sein. Bereits liegt von dem Mitgliede der Justizkommission Wolffson folgender Antrag vor: „Das Gerichtsverfassungsgesetz tritt im ganzen Umfange des Reiches an einem durch kaiserliche Verordnung mit Zustimmung des Bundesraths festzusetzenden Tage, spätestens am 1.

Okt. 1879, in Kraft.

(Pr. Bl.)

— Nach der dem Reichstag vorgelegten Uebersicht der ordentlichen NuSaaben und Einnahmen des Deutschen Reichs u. s. w. für das Jahr 1875 haben die Einnahmen des Deutschen Reichs im genannten Jahre ! 499,546,779,95 Mk. betragen, dazu 55,654,078,8» Mk. Befiands-U-iber- | tragung zur Deckung der auf die laufende Verwaltung übergegangenen i Ausgabereste aus den Vorjahren und 13,389.369,7s Mk. Reste, sind zusammen 691 590 229.57 Mk. Einnahme, gegen das etatsmäßige Soll mehr 96,292.408,47, Mk. Die Ausgabe - haben 489.262 238.41 Mk. und mit Hinzurechnung der Reste von 185,417.15105 Mk. 674,679,389,46 Mk. betragen, so daß ein Bestand von 65,938,621.4s Mk., und ein Ueberschuß der Ausgaberests über die Ernnahmerückstände von 49.027,781,32 Mk verbleibt.^ Nach Abrechnung dieser Summen vom s Bestände ergeben sich 16,910,840 ii Mk rechnungsmäßiger Ueserschuß, ; welcher sich durch Hinzurechnung des MinderbetragS des DispostrionS- sonds des Kaisers zur Herstellung normaler Posteinrichtungen in den Hansestädten (29.551 Mk.) und nach Abzug einer Zahlung an Zagern (795 923 Mk ) auf 16,144,468 ii Mk. als Ueberschuß für das Jahr 1875 stellt.

An eisernen Beständen waren Ende 1875 30.060,000 Mk. vor­handen.

— Ueber die Ermordung des kaiserlichen Vi'ce-Konsuls von j Graevenitz in Paysandu (Uruguay) sind seinerzeit nähere Mittheilungen ; gebracht worden. Namentlich ist auch erwähnt, daß der Mörder Diego s Benitez standrechtlich erschossen ist. Jetzt wird, wie der Reichsanzeiger i meldet, aus Buenos AyrM weiter witgetheilt, daß der Gouverneur der Republik Uruguay um das Andenken des Verstorbenen zu ehren, an» geordnet hat, daß Letzterem auf dem Kirchhofe von Paysandu auf Staattkosten ein Denkmal errichtet werde, für dessen Erhaltung die Behörden Sorge tragen sollen.

— In der Nacht des 12 /13. November ist durch Sturm die Te- legraph^nlinie Heidelberg-WieSloch total umgebrochen. 140 Stangen ; sind auf dieser einen Linie umgeworfen, davon 6Ö zerbrochen. Die s Wiederherstellung ist mit 50 Arbeitern im Gange. Auch an der Main- , Neckarbahn sind ganze Stangenreiheu aus der Erde gehoben. Derselbe । Sturm hat tu OstfrieSland sämmtliche Leitungen zwischen Emden und | der Nordseeküste gestört; auch von Bremen und Oldenburg werden weit- ; greifende Störungen gemeldet.

— Stuttgart, 13. Nov. Das Regierungsblatt enthält eine königl. Verordnung, welche die Landtagswahlen aus den 13. Dezember ansetzt.

— G l o gau, 11. November. An der heutigen fable d’hote im „Deutschen Hause" gab es nicht wenige Gesichter, auf denen die höchste Verwunderung in deutlichen Zügen geschrieben stand. Ein Herr, der für ein berühmtes Bijouterie- Geschäft in Pforzheim reift, erregte durch seine kostbaren Brillantrinze gerechtes Aussehen. Ein anderer Herr, von elegantem Aeußeren, ließ sich, indem er laut seine Bewun­derung äußerte, dieselbe zur näheren Ansicht zeigen und gab sie alsdann weiter — aber wer beschreibt daS Erstaunen der Tischgenossen, als ein werthvoller Ring plötzlich verschwand und nicht mehr aufzufinden war. Endlich nach langem Suchen präsentirte der elegante Herr mit ver­schmitztem Lächeln las Kleinod dem bestürzten Eigenthümer mitten in einer Semmel. Das Erstaunen der Tafelrunde wuchs aber immer mehr, als jener Fremde sich ein 20-Mark-Stück verabreichen ließ und dasselbe unter der gespanntesten Aufmerksamkeit der Umfi^eubto in ein 20 Pfennig-Stück verwandelte. Die allgemeine Ueberraschung legte sich erst, als der elegante Herr sich vorstellte als der bekannte Zauberkünft- ; ler Bellachini.

| — München, 11. Nov. Begreiflicherweise bilden die Ergeb-

' nisse der Neuwahlen in Würzburg und Schweinfurt unb im Zusam­menhang damit die Ergebnisse sämmtlicher, nach den Kassationen, welche