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2 Start SS Pf,. Für auemärtige Abonnenten mit dem betreffen­den ^oftauff^Iag. Die einzelne Num­mer 10 Psg.

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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,^ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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20 Psg.

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Dienstag den 14. November.

1876.

Bestellungen auf den

Hanauer Anzeiger" nebst Unterhaltung-blatt werden von allen Postanstalten sowie von der Expedition (Hammergasse Nr. 9) im Waisenhause entgegen genommen.

Bemerkt wird, daß eingehende Artikel politischen Inhalts (Wahl- angelegenheiten), für welche die Redaktion die Verantwortlichkeit nicht übernimmt, nur in Jnieratenform Aufnahme finden können___________

VeLN»»t«achimgs» KsmgL. LLKvrartzsaMS seiner.

Bewerber um die erledigte 2. Schulstelle in Bruchköbel, mit welcher ei» Diensteinkommen von 840 Mark neben freier Wohnung und Feuerung verbunden ist, wollen ihre Gesuche baldigst dahier oder bei dem intermist. Lokalschulinspektor in Mittelbuchen einreichen.

Hanau am 23. Oktober 1876.

Vefuudeu: Mehrere Mark in Papier. Eine Tasche, enthaltend weißes Taschentuch und Portemonnaie. Ein gelbes Geldtäschchen, enth. Uhrschlüssel und zwei Corallenhacken. Ein kleines Hämmerchen Am 7. November l. I. wurden an der Offenbacher Schiffbrücke 2 Böden Floßholz, ein 6r und ein 8r BodenLgeländet.

Verloren: Drei Lieferungen -der Gartenlaube Nr. 34, 35 u. 36. Hanau am 14. November 1876._____________________________

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Im Jahre 1875 hatte der Deutsche Reichstag beschlossen, den Reichskanzler aufzufordern, in Gemäßheit des Art. IV. Nr. 13 der Reichkverfaffung den EntwurUeineS GefängnißgesetzeS, betreffend die zu regelnde Strafvollstreckung und die Reform des Gefängnißwesens dem Reichstag baldthunlichst vorlegen zu lassen. Wie der Reichskanzler dem Reichstag jetzt mitgetheilt hat, sind die Vorarbeiten für den Entwurf eines Gesetzes über den Vollzug der Freiheitsstrafen soweit geföld-rt, daß ihre Beendigung erfolgen kann, sobald die deutsche Strafprozeßord» nung festgestellt sein wird. Der im Reichskanzleramt ausgearbeitete Entwurf eines ReichkpatentgesetzeS wird, wie nun definitiv beschlossen ist, dem Reichstag in der gegenwärtigen Session, mit Rücksicht auf die Kürze derselben, nicht zugehen. Nichtsdestoweniger wird derselbe mit ausführlichen Motiven, deren Ausarbeitung gegenwärtig erfolgt, dem­nächst dem Bundesrathe zur Beschlußfassung zugehen. Im Großen und Ganzen schließt sich der Entwurf dem Vernehmen nach an die Beschlüsse der Enquete-Kommission für das Patentwesen an.

Die Reichsjustizkommission, welche bekanntlich entgegen der Posi­tion der ReichSregierung im Prinzip die Handelsgerichte verworfen hat, hat der Regierung einen Schritt entgegengethan und sich für sogenannte deiachirte Handelskammern durch Annahme des Antrages Becker ent- schieden:Kammern für Handelssachen können an einem Orte des Land- gerichtSbezirkeS ihren Sitz haben, welcher nicht der Landgerichtksitz ist. In diesem Falle kann ein Amtsrichter Vorsitzender der Kamuur für Handelssachen sein und können auch bei dem Landgerichte nicht zugelas- fene Anwälte bei derselben zugelassen werden.* («»,». »bd,»,.)

Zu dem Antrag des Fürsten Hohenlohe-L. auf Erlaß eines Vo gelscgutzgesetzes bemerkt die Voss. Z.: Die Nothwendigkeit nneS Vogelschutzgesetzes, wie es jetzt beim Reichstag beantragt wird, wurde schon tm Februar 1870 bei Berathung des Gesetzentwurfs betr.

Schonzeiten deS WlldeS vom preuß. Abg.-Hause anerkannt, indem es beschloß, die StaatSregierung zu ersuchen, dem Landtag einen Gesetz, entwurf über Schonung aller nützlichen Vögel vorzulegen. Daß die Staatireg. bis jetzt diesem Beschlusse nicht Folge gab, dürfte der An- r Wfdjteiben sein, daß der Vogelschutz nur durch eine internatio

^gestellt werden könne. Diese Ansicht theilte auch der » k ,n Wien geha tene internationale Kongreß der Forst- und ^andwrrihe, an welchem Deutschland durch einen offiziellen Vrtreter

a. ^^? " beantragte, zum Schutze der für die Bodenkultur nützlichen rüögel internationale Vereinbarungen unter allen europäischen Staaten zu trrffen. Tamals übernahm eS die östreich. Regierung, in cie]er Weise den Vogelschutz herbeizuführen und dieselbe hat bereits mit

s den größeren europäischen Staaten dieserhalb Verhandlungen angeknüpft, und zwar zuerst mit Italien und dann auch mit Deutschland, Rußland i und Frankreich. Eine von ihr ausgestellte internationale Grundlage ! für die von den einzelnen Staaten zu erlassenden Vogelschutzgesetze soll : als Präliminarien einem zu berufenden internationalen Kongresse vor­gelegt werden. Da diese Grundlage mit dem beim Reichstage bean- ; fragten Gesetz Lbereivstimmt, so würde es der guten Sache nur förder- 5 lich sein, wenn der Reichstag den Antrag annähme.

Die Beiseiteschaffung einer Urkunde, Akten oder eines sonstigen j Gegenstandes, welche sich zur amtlichen Aufbewahrung an einem dazu i bestimmten Orte befinden, wird nach §. 133 des Strafgesetzbuches mit ; Gefängniß bestraft. In Beziehung auf diese Bestimmung hat das Ober- Tribunal in einem Erkenntniß vom 19. Oktober d. J. ausgesprochen, daß für die Strafbarkeit aus § 133 gleichgültig ist, ob die amtliche * Aufbewahrung der fraglichen Papiere eine materiell gerechtfertigte war;

denn der §. 133 ahndet, wie auch schon auS der Rubrik deS 7. Ab- ! schnitteSVerbrechen und Vergehen wider die öffentliche Ordnung* her- vorgeht, die Beeinträchtigung der amtlichen Autorität als solche, ohne ; darauf Rücksicht zu nehmen ob von derselben im einzelnen Falle etwa sachlich ein zu weit gehender Gebrauch gemacht war.*

S. M. S.Nymphe* hat am 5 Skpt. cr. St. Vincent ver- lassen, ankerte am 4. Oktober er. im Hafen von SantoS und beabsich­tigte am 16. deff. Mts. wieder in See zu gehen. S. M. S. Hertha* ist, zufolge eines PrivatschreibenS aus Hamburg, in einem Telegramm aus Auckland vom 5. d. Mts. als am 7. Oktober cr. in Apia befindlich, bezeichnet. Briefsendungen für S. M. S.Kron­prinz* und S. M. AvisoPommerania* sind von jetzt ab bis auf Weiteres nach Salonichi zu dirigiren.

Wie aus Essen unter dem 9. ds. gemeldet wird, verunglückte daselbst ein Mädchen in Folge der Explosion einer Petroleumlampe. Den ganzen Körper mit Brandwunden bedeckt, starb sie schon bald nach der traurigen Katastrophe.

London, 11. Nov. In der Prozeßsache deS Kapitäns Keyn von dem DampferFranconia* haben die Mitglieder des Gerichtshofes forcrown cases reserved in Betreff der Appellation des Angeklagten ihre Boten abgegeben, und zwar haben sich sechs Richter für und sechs Richter gegen die Kompetenz des englischen Gerichts erklärt. Gegen dieselbe stimmten die Richter Phillimore, Pollock, Lush, Field, Bramwell und der Lord Chief Baron Kelly, dafür Lindley, Denman, Grove, Amphlett, Brett und Cokridge. Aus den Erklärungen der Richter geht hervor, daß der Lord-Oberrichter, der sein Uttheil bis Montag vertagt hat, sich gegen die Kompetenz entschied. Somit wäre die Freisprechung KeynS mit Sicherheit zu erwarten.

Brüssel, 12. Novbr. DerNord* bespricht die Ansprache deS Kaisers von Rußland an die Vertreter deS Adels und der Stadt­gemeinde MoSkau's und hebt hierbei hervor, daß die Worte des Kaisers auf die Gefahren hindeuten, welche durch eins Verzögerung der Krisis hervorgerufen werden würden. Die Worte seien Worte deS FriedenS. Rußland habe kein eigenes Interesse, es verlange nur die wirkliche Ausführung der Reformen, die von allen Großmächten als nothwendig anerkannt seien.

Madrid, 12. Nov. Der Finanz-Minister Barzauallana er- klärte in der Sitzung der CorteS in Beantwortung einer Interpellation, ; daß ein Viertel-Coupon der konsolidirten Anleihe zu den angekündigten Terminen bezahlt werdtn würde.

Rom, 12. Noobr. Der bisherige Pro-NuntiuS in Madrid, Kardinal Simeoni, ist an Stelle des verstorbenen Kardinals Antonelli zum Stvats-Sekretär ernannt worden.

Raguso, 12. Novbr. Moukhtar Pascha und Mustai Pascha ; sind vorgestern mit 10 Bataillo- en türkischer Truppen von Zaelap nach f Trebinje zurückgekehrt, wo auch Mut-ssarrs von Gatzko aus eintraf. Ein Batmllou ist in ZaSlap zurückgeblieben. Kostrn Pascha ist in einer besonderen Politstchen Mission noch Cettinje abgegangen. In der vergangenen Nacht sind bei Trebirj- in golye der großen Kälte mehrere Soldaten und eine Anzahl Pferde um das Leben gekommen.