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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage/ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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N 264.
Montag den 13. November»
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Bekanntmachungen KSnigl« LaNdraM-amt» dahier.
Im Gasthaus zum goldenen Faß hrer befindet sich seit dem 9. dS. Mis. ein herrenloses Pferd. Es wird dies mit dem Bemerken hiermit publieirt, daß nach Ablauf von 14 Tagen, falls der Eigenthümer sich nicht meldet, dasselbe öff-ntlich versteigert werden wird.
Hanau am 10. November 1876.
Gefunden: Eine Schraube von einer Axe. Eine schwarze Hutfeder. Eine Tabakspfeife. Ein silbernes Armband. Ein Rechnenbuch 4. u. 5. Schuljahr, mit der Inschrift „Georg Kolb".
Zugelaufen: Ein schwarzer Hund mit weißen Pfoten, männlichen Geschlechts; der Eigenthümer kann denselben bei Karl Läpp 4r zu Dörnigheim in Empfang nehmen.
Hanau am 13. November 1876.
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— DaS Material, welches den Reichstag in seiner gegenwärtigen Session beschäftigen soll, ist noch nicht ganz abgeschlossen. Wie man hört, werden noch einzelne kleine Gesetzvorlagen, sodann aber auch, und zwar nach sichere» Anzeichen schon sehr bald, eine Vorlage bezüglich der Beschickung der Pariser Weltausstellung erscheinen. Im Uebrigen ist das Gerücht verbreitet, daß auch die preußische StaatSregierung noch mit einem Anträge für den Reichstag beschäftigt sei, d-r indeß noch weiterer Berathung unterliege und möglicherweise auch bis zur nächsten Session vertagt werden dürfte. Nichts desto weniger glaubt man etwa schon am 10. December die Session schließen zu können, zumal eS der begreifliche Wunsch vieler Mitglieder deS Reichstags ist, während der kommenden Wahlbewegung in der Heimath zu sein. (im»)
— Nach der vom Reichseisenbahn Amte herausgegebenen Nach- weisung wurden im Monat September d. I. auf den unter 63 verschiedenen Verwaltungen stehenden Eisenbahnen Deutschlands (-xcl. BayernS) mit einer Sesammtlänge von 24,780* Kilometer befördert:
an fahrplanmäßigen Zügen 12 090 Courier- und Schnell- 77 315 Personen«, 35,286 gemischte und 67,701 Güterzüge; an außerfahrplan- mäßigen Zügen: 2688 Personen- und gemischte und 37,986 Güterzüge.
Im Ganzen wurden 610,626,425 AchSkilometer bewegt, von denen ! 173,991,106 Achskilometer auf die fahrplanmäßigen Züge mit Perfo- , nenbeförderung entfallen.
Es verspäteten von den 124,691 fahrplanmäßigen Courier- und § Schnell, Personen- und gemischten Zügen im Ganzen 1676 Züge oder 1,»* pCt. Von diesen Verspätungen wurden jedoch 744 durch da» Abwarten verspäteter Anschlußzüge hervorgerufen, so daß durch im eigenen ; Betriebe der Bahnen liegende Ursachen 932 Verspätungen bei 0,™ pCt ■ der beförderten Züge entstanden.
In Folge der Verspätungen wurden 231 Anschlüsse versäumt.
ä In demselben Monate deS Vorjahres verspäteten auf 58 Bahnen durch im eigenen Betriebe liegende Ursachen 1135 Züge, gleich 0,« pCt. der beförderten Züge.
— Der zur Räumung der gemietheten Wohnung verurtheilte Miether, welcher daS vom Wirth für die rückständige Miethe zmückbehal- tene Mobiliar heimlich auS der Wohnung entfernt, ist nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunal» vom 18. Oktober d. 3. auf Grund deS 8- 289 des Strafgesetzbuches mit Gefängniß bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bis zu 900 Mk. zu bestrafen.
7" Bon Seiten Deutschlands sind die Oberstlieutenants vom Ae- mralsiabe von Mantey.(5. Armeekorps) und von Seebeck zu Commissa» rerr für die Feststellung der Demarkationslinie auf dem serbischen Kriegs- schauplatz ernannt worden und bereits, der Eine nach Ragusa, der Andere nach Widdin abgereist.
1Q„„ ~ $n den deutschen Münzstätten sind bis zum 4. November 1876 geprägt: an Goldmünzen: 1,095,471,900 Mark Doppel-
M.'380 Mark Kronen; hiervon auf Privatrechnung: Mk.; an Silbermünzen: 69,936,655 Mark b-Markstücke, 54,944,904 Mk. 2-Markstücke, 143,512,165 Mk. 1-Markstücke, 42,963,995
. Mark — Pf. 50-Pfennigstücke, 34,046,564 Mark 20 Pf. 20-Pfennig' ! stücke; an Nickelmünzen: 23,303,805 Mark 90 Pf. 10-Pfennigstücke, | 11,533,081 Mk. 60 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 5,893,921 < Mark 58 Pf. 2-Pfennigstücke, 3,374,879 Mark 13 Pfennig 1-Pfennig- stücke. Gesammtausprägung: an Goldmünzen: 1,429,647 280 Mark; ; an Silbermünzen: 345,404,283 Mark 20 Pf.; an Nickelmünzen: ! 34,836,887 Mark 50 Pfennige; an Kupfermünzen: 9,268,800 Mark 5 71 Pf.
— Im bayrischen Walde liegt der Schnee stellenweise zwei Schuh ; tief.
— München, 11. Nov. Herr Kopp, bisher Kaplan in Mering, ■ wird die Seelsorge der all katholischen Gemeinde in Würzburg über- ; nehmen.
— Leipzig, 9. Nov. Noch langem Leiden starb heute Morgen, ; nach der „Leip. Ztg", im 71. Lebensjahre Dr. ph. Friedrich Ritschl, Professor der klassischen Philologie, Mitdirek-or de» Königlichen philologischen Seminars, Königlich sächsischer Geheimer Rath und Königlich preußischer Geheimer Regierun gs Rath, Komthur und Ritter vieler hohen Orden. Der hiesigen Universität gehörte der Verstorbene seit dem Jahre 1865 an.
— Schweiz. Die schweizer Bischöfe haben über die altkatho- ; lischt Kirche der Schweiz, deren Priester und vornehmlich über den Bischof Herzog den Fluch der Kirche ausgesprochen, ein Zornausbruch, der von den Betroffenen sowohl, wie von der Presse ziemlich gleich- müthig ausgenommen wird. Da die Bischöfe sich sagten, daß die altkatholischen Cantons-Regierungen ihr Placet zur Veröffentlichung dieses leidenschaftlichen Actenstückes nicht geben würden, so legten fie eS dem Luzerner Vaterland bei; auf diese Weise ist es ohne Schwierigkeit durch die ganze Schweiz verbreitet worden.
— London, 11. Nov. Ueber den Inhalt der Depesche Derby'S an den englischen Botschafter in St. Petersburg, Loftus, vom 30. Oktober wird weiter gemeldet: Die Depesche rekapitulirt die Seitens der englischen Regierung gemachten Anstrengungen zur Erzielung eines Waffenstillstandes und zur Wiederherstellung des Friedens. Am 5. Oktober ertheilte Derby dem englischen Botschafter in Konstantinopel, Elliot, die Instruktion, zu erklären, daß er Konstantinopel verlassen müsse, wenn die Pforte den Waff-nstillstand refufire, weil er dann evident sei, daß alle weiteren Bemühungen der englischen Regierung, die Pforte vor dem Verderben zu retten, nutzlos sein würden. Als die Pforte dann einen sechsmonatlichen Waffenstillstand vorschlug und Graf Schuwaloff dessen Annahme Seitens der russischen Regierung bezweifelte, machte Derby den Grafen Schuwaloff auf den MeinungSumschwung aufmerksam, welcher trotz aller türkischen Greuel entstehen würde, wen« die englische Nation Konstantinopel bedroht glaube. Nachdem Rußland darauf den sechsmonatlichen Waffenstillstand abgelehnt hatte, suchte Derby durch den Grafen Münster die Intervention Deutschlands nach. Der Reichskanzler Fürst BiSmarck habe indessen erwidert, daß die deutsche Regierung zwar einen langen Waffenstillstand für acceptadel erachte, sich aber nicht berechtigt fühle, einen Druck auf die Entschlüsse der anderen Mächte auszuüben.
— Bukarest, 11. Nov. Die Deputirtenkammer hat zu einem Anträge deS KriegS-MinisterS, wonach die Reserven über den von dem Gesetze, betreffend die Heeresübungen vorgeschriebene» Zeitpunkt hinaus bei den Fahnen zu behalten sind, ihre Zustimmung ertheilt.
Lokales von hier und Umgegend, sowie Provinzielles. Hanau, 13. November 1876.
Oeffentliche Sitzung des Gemeinde-Ausschuffes am 9. November 1876.
1) Nachdem das Protokoll bet vorigen Sitzung verlesen und genehmigt wurde, resirirte zunächst Herr Aug. Hoffmann über die Rechnung der Klem-Kinderschme für 1875; dieselbe besitzt ein Vermögen von 17851 Mk., einen eigenen Garten, Halle und Spielplatz; das Schullokal und die Heizung wird Seitens der Stadt gestellt. Die Gs-