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Zugleich Amtlicher Organ für Kreis mck Stadt Hauau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Krovinrial-Eorrespondenr.

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M 26L Donnerstag den 9. November

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Gefunden: Ein Handtuch. Ein Paar graue weiß angestrickte wollene Strümpfe. Ein blauwollenes Halstuch.

Zugelaufen: Ein $usb von grauer Farbe, langhaarig, männ­lichen Geschlechts; der Eigenthümer kann denselben bei Peter Gast zu Marköbel in Empfang nehmen.

Entlause«: Zwei Gänse.

Hanau, am 9 November 1876.

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— Berlin, 8. November. Reichstag. (Fortsetzung). Im weiteren Verlauf der gestrigen Sitzung bezeichnete in der Diskussion über den Etat der Abg. Dr. Bamberger den Angriffen deS Abg. Frhr. o. Schorlewer-Aist gegenüber die von den verbündeten Regierungen un- terbre.teten Vorschläge nicht als eine Reorganisation des Reichskanzler- Amts, sondern als eine Verbesserung des bestehenden Mechanismus, als welche sie annehmbar seien. Nachdem noch der Abg. Richter (Hagen) gesprochen, ergriff zur Vertheidigung der Vorlage der BundesrathS- Brvollmäcttigte, Präsident des Reichskanzler-Amts, Staats-Minister Hosmann, das Wort.

Der Abg. Dr. Lasker schloß sich der Ausführung an, daß die be­absichtigten Veränderungen ein erwünschter Schritt seien, die Justizver­waltung des Reichs auS der Stellung eines Annexes des preußischen Justiz-MinisteriumS zu lösen.

Zu Kap. 8b. (Abtheilung für die Verwaltung der Reichrlande — wies der Bundesraths Bevollmächtigte, Unter-StaatSstkretär Herzog die von dem Ab,-. Windthorft (Mppen) unterstützten Beschwerden des Abg. Gerber (Elsaß) wegen der centralistischen Tendenzen der Regierung als auf einer ! »richtigen Anschauung der thatsächlichen Verhältnisse beru­hend, zurück

Die Positivs«« dieses Kapitels wurden unverändert genehmigt.

Es folgte der Etat der Marineverwaltung. — Bei Kapitel 46 ; „Hydrographisches Bureau" richtete der Abg. Schmidt (Stettin) an die ! Regierung die Anfrage, ob und wie weit das Seekartenwerk für die Ost- usd Nordsee gefördert sei. Die Arbeit würde nicht blos der deut­schen Knegr- und Handelsmarine, sondern den Schiffen aller Flaggen, welche diese Häfen besuchen, von Nutze« sei«. Der Bundesraths-Bevoll- i möchtigte, Chef der Admiralität, Staats-Minister v. Stosch erwiderte, ; daß die A- fertigung mehr Zeit in Anspruch nehme, als man erwartet habe. Die Westkarte der Ostsee sei vollendet, die von der Danziger Bucht bis zur russischen Grenze werde im nächsten Jahre, die zwischen Dauzig und Swinemünde im Jahre 1878, die für die übrigen Theile im Jahre 1879 beendigt sein.

Beim Kap tel 47 „Deutsche Verwarte" hob der Abg. Schmidt (Stettin) h rvor, daß die Witterung-berichte nicht schon in den Berliner Abendblättern, sondern erst anderen Tages veröffentlicht würden. Es sei für die Landwirthschaft und andere Zweige von Interesse, jene Nach­richten möglichst zeitig zu haben, und mau könne unmöglich wünschen, daß Deutschland in dieser Beziehung hinter Amerika zurückbleibe. Der BundeSraths Bevollmächtigte Staats-Minister v. Stosch erklärte, daß die Verspätung augenblicklich der mangelnden Telegraphenverbindung zu- zuschreiben, daß jedoch wahrscheinlich schon im nächsten Jahre Abhülfe zu erwarte« sei. Bei» Kap. 52 „Indienststellung der Schiffe" bemerkte der Abg. Schmidt (Stettin), daß schon lange eine Untiefe, die soge­nannten Adlergründe, nicht weit von Bornholm der Schiffahrt gefähr- Uch sewesen seien. Mehrseitig sei auf Abhülfe gedrungen. Aeußerem Vernehmen nach habe die Admiralität über diese Untiefe Untersuchungen

«“"^"*0*« «wollen lassen, ob nicht dies Hinderniß für die Schiffahrt fortgeschafft werden könne. Er frage deshalb an, ob im In- tereffe der Ostseeschrffahrt Aussicht vorhanden sei, diese Untiefe beseitigt zu sehen. Der BundeSraths Bevollmächtigte StaatS Minister v. Stosch antwortete, daß die Kosten einer Sprengung ungefähr 200,000 Thlr. betragen würden. Es fei deshalb vorläufig dort ein Schiff als War- nungestgnal aufg«stellt; wegen einer inst-ihnen Abhülfe seien Verhand- lungen mit Dänemark im Gange. Beim Kap. 57 „Besoldungen" fragte

der Abg. Dr. Dohrn, weshalb, während im vorigen Etat das Gehalt deS General Arztes der Marine auf 8000 Mk. festgesetzt worden, diese Summe in diesem Quartal auf 6400 Mk. herabgemindert worden sei. Der Kommissar deS BundeSraths erwiderte, daß jenes Gehalt als Moxi- malgehalt nur dem bisherigen General-Arzt wegen seiner Auciennerät bewilligt worden sei. Der Abg. Dr. Wehrenpfennig fragte an, ob dem jetzigen General-Arzt von vornherein erklärt worden, daß jenes Gehalt nur Meximalgehalt sei. Da der Kommissar des Bandesraths diese Fräse verneinte, beantragte der Abg. Dr. Dohrn, diese Position insdie Budgetkommission zu verweisen. Dieser Antrag wurde angenommen. Beim Kap. 61 (Seeartillerie) machte der Abg. Schmidt (Stettin) darauf aufmerksam, daß der frühere Antrag auf Aufhebung der Seeartillerie keine Folge gehabt habe. AuS einer Bemerkung im Etat scheine jedoch hervorzugehen, daß man eine Umgestaltung der Seeartillerie beabsichtige. Er bat um weitere Aufklärung über diesen Punkt. Der BundesrathZ- Bevollmächtigte StaatS-Minister v. Stosch erklärte, daß in der Admi­ralität der Antrag auf Erhöhung der Seeartillerie gestellt, aber nicht angenommen sei; von einer Verminderung jedoch könne überhaupt nicht die Rede sein. Der Abg. van Freeden rügte die Unterbringung der Einjährig-Freiwilligen von Wilhelmshaven in Baracken. Der BundeS- raths-Bevollmächtigte StaatS-Minister V. Stosch hob hervor, daß die Einjährig-Freiwilligen ebenso Matrosen seien, wie die übrigen Mann­schaften. Wenn sie augenblicklich in Baracken wohnen müßten, so liege dies darin, daß die Kasernements noch nickt fertig gestellt seien; doch würde dies im nächsten Jahre geschehen. Der Marine-Etat wurde-ge­nehmigt. Hiermit vertagte sich das Haus um 4% Uhr.

(Fortsetzung folat.) c«. «. st ^«)

— Die Nat.-Z. kommt notmals auf die Frage der Beschickung der Pariser Ausstellung zurück; sie schreibt: Die deutschen Re­gierungen sind im Augenblicke damit beschäftigt, das Resultat der von ihnen über die Frage der Beschickung der Pariser Ausstellung angeord­neten Ei gu te zu ziehen. Das in dieser A chtung eingehaltene Verfahren, die Industrie selbst zum Worte kommen zu lassen, hat allgemeinste Zu­stimmung gefunden und wenn sich daS Ergebniß dieser Stimmgabe über- sehen läßt, so wird ihr ein schweres Gewicht in der Schale der Ent­scheidung nicht abgesprochen werden können. Gerade ober in der letzten Zeit ist es noch klarer wie früher in den Vordergrund getreten, daß die Frage der Beschickung auch eine hochpolitische Seite hat und für diese kann das Votum der Industriellen und Handelskammern nicht entscheidend sein; hier tritt die volle politische Verantwortung von Reichsregierung und Reichstag ein. Wir unterstellen dabei selbstver­ständlich, daß die deutschen Einzelregierungen sich jeder gesonderten Ak­tion durchaus und vollständig enthalten und den Entschlüssen von ReichS- wegen als allein maßgebend sich unterordnen. Dre jetzige Reichstags- session wird die Sache in einer oder der anderen Richtung zum AuStrag bringen, sei eS, daß eine Vorlage der Reichsregierung einen Kredit für die Kosten der Beschickung in Anspruch nimmt oder daß es zum Aus- sprechen der Gründe käme, welche eine solche Vorlage alS unthunlich erscheinen lassen. Es war eine Erscheinung kickt gallischer Selbstüber­hebung, eine Weltausstellung in ungünstigster Zeit anzuberaumen, ohne der Welt nur ein Wort dabei zu gönnen; es war wiederum ein An- klang an die Zeit ungebrochener französischer Ueber gemalt, daß Europa diese Verkündigung wie einen Beschluß des Schicksals selbst über sich ergehen ließ. Deutschland hat die führende Stellung, welche ihm der Ueberhebung Frankreichs gegenüber wie von selbst zufiel, stillschweigend abgelehnt und noch im Augenblick sieht man Oestreich, Rußland, die Schmerz und im geringeren Grade selbst Italien unsicher über den zu fassenden Entschluß. Die politischen Bedenken knüpfen unseres Bedün- kens in erster Linie nicht an die Opfer an, weiche eine Betheiligung deS Reiches an der Autstellung dem deutschen Steuerzahler zur Ver­herrlichung eines französischen Festes auflcgen würde: unsere Stellung gegenüber Frankreich erlaubt uns den Luxus, unseren Nachbarn je- s. -ts der Vogesen diesen kleinen Triumph zu bereiten. Wir fragen Dietmar einfach, was wird Deutschland thun, wenn die Ungezogenheiten, w-lche in der letztrn Zeit in Paris gegen Deutsche begangen und von der