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von Medun ist tiefer in Albanien eingedrungenZund hat die Verbindung der Türken mit Podgorizza abgeschnitten.

Lokales von 'hier^und Umgegend, sowie Provinzielles.

Hanau, 2. November 1876.

M. Der Ausfall der Rbgeordmtenwahi kann die Fortschrittspartei nur ermuthiaen auf dem einmal beschrittenen Weg weiterzuaehen, denn in den beiden Stästen Hanau und Bockenheim, in denen die Fortschritts­partei überhaupt nur thätig gewesen ist, hat sie trotz des kurzen Be- steh-ns in Hanau über ein Drittel, in Bockenherm die Hälfte der Ur« Wählerstimmen erzielt, daß sie in Hanau anstatt 30 nur 11 und in Wochenheim anstatt 27 nur 16 Wahlmänuer durchgebracht hat, ist ein unglücklicher Zufall und kommt außerdem w:mg in Betracht. Daß die Landbevölkerung sich für den Fortschritt nicht e wärmt hat, ist sehr be- greiflich, wo man nicht gesäet hat, dar? man auch nicht erntm wollen, die Fortschrittspartei in Han.au hatte mit der Organisation in der Stadt genug zu thun und konnte an eine Vereisung der Ortschaften nicht denken, in Bvck^heim besteht die Fortschrittspartei schon ein Jahr, sie war früher organisirt und hat in den zuzehörigen drei Ortschaften Ginn- heim, Praunh im und EscherSheim auch die Wahlmänner durchgebracht; Großkrotzenburg hat fortschrittlich aus eigenem Antrieb gestimmt. Daß die national-liberale Partei aber bei unserer Landbevölkerung bedeutend verloren hat, beweist der Umstand, daß sich auf Einladung der Fort- schritt^partei über 70 Wahlmänner des Landes in der „Stadt Bremen" ringefunden hatten, sie alle hätten fortschrittlich gewählt, wenn nicht im letzten Augenblick eine einflußreiche Stimme für Aufstellung eines br» sonderen Candidaten gesprochen hätte, es entspann sich eine Debatte, ei wurde vor verschiedenen Lanöleuten die Wahl des Herrn Nickel b.tont und schließlich sozar die Versicherung gegeben, daß bei einer Stichwahl sich die Stimmen für die Wahl des fortschrittlichen Candidaten verei­nigen sollten.

Agrarier gibt es in unserem Wahlbezirk nicht, Herr Bürgermeister Kopp ist und Herr Bürgermeister Schuffert war kein Agrarier und Herr Pachter Schupping erklärte auf Befragen ganz offen, er fei conservatw.

Die Fo^tschrittpartei hst vor den Urwahlen einen Compwmiß nicht abgelehnt, Da ihr ein solcher nicht angeboten wurde, die Einladung eini ­ger Herrn (vierz-hn Tage vor dem Entstehen der Fortschrittspartei), welche zvfäll-g dem Vorstand derselben angehötten, kann doch wohl nichts

gelten, sie wird aber jeden Compromiß ablehnen, wenn die na­tionalliberale Partei bei dem seitherigen Reichstags-Abgeord- neten Weigel stehen bleibt. Ein lebenslängliches Mitglied des Herrnhauses, einer Körperschaft, welche es sich zur Aufgabe macht alle freiheitlichen Beschlüsse des Abgeordnetenhauses zu annulli- ren, kann uns unmöglich als Abgeordneter für den Reichstag genügen, einen wirklich freisinnigen unabhängigen Mann, wenn

' ........... - - aber in Rücksicht

rügen, einen wirklich freisinnigen unabhängigen auch nicht Fortschrittsmann ist, werden wir ab

er

auf die Socialdemokraten unsere Stimme geben. Weigel ge­genüber stellt die Fortschrittspartei einen eigenen Candidaten

aus.

— Der Oratorienverein beabsichtigt am

— Der Oratorienverein beabsichtigt am nächsten Dienstag sein erstes Conzert in dieser Saison zu veranstalten. Das bereits veröffent­

lichte Programm ist ein durchaus gediegenes ; besonders machen wir daS musikliebende Publikum auf Nr. 1 „Vater unser" von Spohr (Text von Mahlmann) aufmerksam. Es ist dies eine äußerst fein durchge- arbeite Cowposttion deS noch der klassischen Schule angehörenden Meisters, welche indessen, wegen ihrer bedeutenden Schwierigkeiten, selten zu Ge­hör gebracht wird. Der Oratorienverein, unter seinem thatkräftigen Dirigenten, Herrn Anton Appunn, hat durch fleißige Proben die Vor­führung des schönen Werkes ermöglicht und hofft durch eine lebhafte Theilnahme des Publikums an dem bevorstehenden Concert seine Aus­dauer belohnt und zu weite em Schaffen aufgemuntert zu sehen.

— Morgen (3) beginnt die diesjährige Herbst-Control-Bersamm- , lung im Kreise Hanau. Vormittags 10 Uhr findet die der 4. Bezirks- Co^pauni- iu Miss, lachen und Vorm. 9 Uhr die der 5 Bezirks-

Zur Vernehmung der Ansich-en uno Wünsche der betheiligte-- Kreise der hiesigen Industrie hinsichtlich der Beiheiligung an der 1878 in Paris stattfindenden int-rnatwnalkn Ausstellung findet Freitag den 3. k. Mts., Abends 6 W^t, in dem unteren Saale des Ncustädter Rathhauses eine Besprechung statt, zu welcher wrr alle Interessenten, welchen die persönliche Einladung nicht zugekommen sein sollte, hier­mit einladen. (7168) Hanau, 31. Oktober 1876.

Tie Handelskammer. Una.

Für das Baubureau der Königlichen Pulv-r-1 fabrik bei Hanau werden 2 geübte und im | Rechnungswesen erfahrene Schreiber zum sofortigen Antritt gesucht.

Schriftliche Meldungen sind unter Beifügung der Zeugnisse und Angabe der Gehaltsansprüche an den Unterzeichneten zu lichten. (7166)

Hanau den 28. Oktober 1876.

Der Königliche Bauinspektor Grau.

Zu vermiethen: (7176)

ein Laden mit oder ohne Keller, in guter Lage.

Imperial-Ausschuss, pr. mille a Mark 55, feinste Qualität, große Fayon, (7181) bei Adolph Hopff.

Compagnie zu Bockenhüm statt. Die zum Erscheinen verpflichteten Leute haben sämmtliche Militairpapiere mit zur Stelle zu bringen.

— Kommenden Sonntag hält die hiesige Turngemeinde ihr Winteranturnen in der eigenen Halle, die zugleich an diesem Tage die Weihe erhält, ab. Am Abend findet daselbst F.stbankett statt. — Die Turnhalle hat eine sehr praktische Einrichtung dadurch erhalten, daß außer genügendem Raum zum Turnen sich noch ein Vereinszimmer und ein Solchen zur Abhaltung der Gesangstunden darin befinden. — Sonw- tag Nachmittags ist dieselbe für J-dermann g-öffnet.

— Bei dem gestern Morgen 8 Uhr 58 Min. von hier nach Frank- furt abgehenden Zuge der Staatsbahn wurde bei Bahnhof Mülheim die Maschine (Nr. 16) derart defekt, daß sie für den Augenblick völlig dienstunfähig und eine andere Maschine von Offenbach requirirt wurde, wodurch ein Aufenthalt von etwa 20 Minuten entstand.

— Gestern Nachmittag 2 Uhr fand die Beisetzung der Leiche deS am 25. v Mts. verschiedenen Prinzen Friedrich von Hessen, in der Gruft im Schloßpark zu Rumpenheim statt. 3 K. H. der Landgraf und die Landgräfia von Hessen, die Kronprinzen von Dänemark und Mecklen­burg, I. H der Herzog und die Herzogin von Nassau, Prinz Georg und Prinzessin Louise von Nassau, der Prrnz von Asenburg und meh­rere Verwandten des Hochseeligen wohnten der Trauerfeierlichkeit bei.

Versteigerung?- «nd VerpachtungB-Kalender für Freitag den 3 November.

Vorm. 11 Uhr versteigert Herr Taxator August Berg im Hause Wallweg Nr. 38 einen transportablen Kochheerd.

--Für heute. Oratorienverein: Abends V18 Uhr „Große Probe mit Orchester".

■ Der „Kränkfmter Anzeiger" schreibt unterm 31. Oktober aus Frankfurt am Main: Eine Dienstmagd tödtete hier ibr neugebo­renes Kind, reiste mit der Leiche von hier ab und warf sie zwischen Hanau und Aschaffenburz auf die Landstraße. Die unnatürliche Mutter ist noch nicht ermittelt. — Gestern Abend wurde gegen einen hiesigen Arzt in dessen Wohnung ein Attentat verübt. Die erhaltene Wunde soll nicht gefährlich sein. — Für die nächsten Jahre sind von der Stadt folgende Bauten und Anlagen au-zuführen: Vier Schulbauten (Must-rschul?, Wöhlerschule, zwei katholische Schulen); Zeitverlängerung, Schnurgaßverlängelung, Dekorationsmagazin, Fertigst-lluag des DomeS und dessen Freilegung, Rochusipital mit Eindeichung des MaiaS, Vieh- Hof mit Schlachthaus, Fortführung des linksmainischen Quais bis über die Obermainbrücke, Stragenanlagen in Sachsenhausen in Ausführung der Bauten, neue städtische Stallungen, Justizpalais (Polizeipräsidial« gebäude), Verbreiterung der Vckbelergasse. Dazu sind ca. 20,000,000 Mark erforderlich. Hierzu kommen noch: Beitrag zu der Kanalisation deS Mains mit 1,200,000 Mark Beitrag zum Centralbahnhof, Ver­größerung der Wasserleitung, successive Neupflasterung der Stadt und Rieselfelder.

— Offenbach, 31. Oktober. (Feuerlöschwesen.) Die kleinen tragbaren Feuerlösch-Apparate Bürgern sich mehr und mehr ein. Beim Entstehen von Bränden sind sie ein rasch wirkendes Schutzmittel. Sie sind sofort v rweudbar und deren Inhalt (kohlensaures Natron mit etwas Schwefel-Säure vermischt) wirkt als mächtigster Feind deS Feuers in überraschender Weise. Von derartigen Apparaten ist das System Dieks patentirt. Dasselbe hat den Vorzug größter Einfachheit und zeichnet sich ferner dadurch aus, daß ein solcher Apparat Jahre hindurch ungebraucht strhen kann, ohne daß er an Kraft verliert. Eine öffent­liche Probe mit einem solchen findet Morgen (Donnerstag), Mittags

12 Uhr, auf dem Neumarkt dahier statt.

Thermometerstand

31. Oktober: Höchster Stand ,+ 7°, ' -uds 7 Uhr + W, 1. Novbr.: Morgens 7 Uhr + 5«, Vor rags 10 Uhr + 6«, höchster Stand + 6«, Abends 7 Uhr + 3°/^; 2. November: Mor­gens 7 Uhr + V/so, Vormittags 10 Uhr 4- 5».

Feinste ächte Bernstein-Cigarreuspitzm, (7180) bei Adolph Hopff.

Versteigerung.

Freitag den 3. November d. I.,

Vormittags 11 Uhr,

soll in der Behausung Wallweg Nr. 38 ein zur I. Herbst'schen ConcurSmasse gehörender transportabler Kochherd gegen baare Zahlung versteigert werden.

(7188)________August Berg, Taxator.

Alter Heumarkt Nr. 3

1 Stube Kammer, Küche u. Boden. (7187)