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halten. Wir haben das Vertrauen, daß die Pforte am wenigsten solchen Uebereinkommen Hindernisse bereiten wird, welche die Zustimmung ihrer besten Freunde finden können, und welcher die SouveräartäiSrechte des Sultans und mit ihnen die besten Interessen befreundeter Mächte und deS europäischen Friedens unversehrt lassen werden." cschw. M-rr.) 3 aw; 11. -■ -^ru,jt»«.cBaajMaa. u^iA^-fO^im. ^—=swMnandtm«*äus
— Berlin, 1. Nov. S-. Majestät der Kaiser und König hörten heute Vormittag die Vorträge deS Chefs der Admiralität, Generals von Stosch, sowie des Chefs des CivilkabinetS, Gehe men Kabinets- Raths von Wilmowski und empfingen den bei der Botschaft in Wien kommandirten Hauptmann im Generalstabe, Grafen Keller.
— Die „N. Allg. Zt;." wird um Verbreitung folgenden Aufrufs ersucht: „Am 1. Januar 1877 wird Se. Maj. der Kaiser und König sein 70jährigeS militärisches Dienstjubiläum feiern. W;e vor 10 und 20 Jahren sind auch dieses Mal aus dem aktiven Heere und der Marine geschiedene frühere Waffen Gefährten und Beamte hier zusam- men getreten, um unserem sieggeklönten allerhöchsten Feldherrn zu diesem hohen und seltenen Ehrentage, dem wieder wie vor 10 Jahren glorreiche KriegSthatku vorangegangen sind, ein sichtbares Zeichen ihrer unvergänglichen Liebe und Anhänglichkeit ehrfurchtsvoll in einem Ehren- Geschenke darzubringen, bestehend in einem alldeutschen Schwerte, als Ergänzung zu dem früher überreichten Helme. Das unterzeichnete Komlte wendcr sich daher mit vollem Vertrauen an seine ebenfalls aus- geschiedenen Kameraden der Armee und Marine und bittet durch eine allgemeine Betheiligulig die Bedeutung des Ehren G schenkes zu erhöhen und dar Vorhaben zu fördern. Berlin, 18. Oktober 1876." Der Aufruf zählt 28 Unterschriften, in welchen alle Grade von Milrtärper- sonen „z. D." oder „a. D." vom Generale bis zum Gemeinen vertreten sind. Eine Schlußbemerkung desselben lautet: „Die Einsendung der Beiträge, womöglich bis zum 1. Dezember d. I., wird an den Second- Lieutenant a. D. Wagner, Berlin NW, Jnvalidenstraße 47, erbeten. Auch die „N.-Z." publizirte gestern diesen Aufruf. Dazu bemerkt nun die „Trib.": „Die Publikation dieser Aufforderung in den genannten Zeitungen kann nur durch ein Versehen erfolgt sein, da alle, denen das Aktenstück zugesandt worden ist, in dem Begleitschreiben ausdrücklich und dringend ersucht worden sind, die Veröffentlichung durch die Ta- geSpresse „verhüten" zu helfen." Nachdem nunmehr aber doch die Angelegenheit in die Oeffentlichkeit gelangt ist, glauben wir, das Schriftstück auch unserem Leserkreise nicht vorenthalten zu dürfen."
— Berlin, 31. Okt. In der heutigen (2.) Sitzung des Deutschen Reichstages ergab der behufs Feststellung der Beschlußfähigkeit des Hauses vorgenommene Namensaufruf die Anwesenheit von 196 Mitgliedern; das Haus war also nicht beschlußfähig. Schluß 2^ Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag 2 Uhr.
— Zur Vertheilung im Deutschen Reichstage find gelangt: Gesetzentwurf, betr. die Feststellung deS Haushaltsetats des Deutschen Reichs für das Vierteljahr vom 1. Janitar bis 31. März 1877 nebst Anlagen I , III., IV., v„ VI , VII., VIII., IX, X, XI, XII., XIII , XIV.; Statistik des Verkehrs der Aemter des deutschen ReichS-Telegaphenge- bietes für daS Jahr 1875; Verhandlungen des Landesausschusses von Elsaß-Lothringen II Session, Mai-Juni 1876. (Band I und II) und Allgemeine Rechnung über den Haushalt deS Deutschen Reichs für das Jahr 1872.
— Berlin, 31. Oktober. Der Gesetzentwurf, betreffend Vermehrung der Scheidemünzen von 10 auf 15 Mark per Kopf wird nach dem „Mannh. Tagebl." nicht eingebracht werden. Die ReichSregierung hat denselben in Folge allseitiger Opposition zurückgezogen.
— In den deutschen Münzstätten sind bis zum 21. Oktober 1876 geprägt: an Goldmünzen: 1,095,471,900 Mark Doppelkronen, 333,125,380 Mark Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 171,345,164 Mk.; an Silbermünzen: 68,744,085 3Jiar! 5-Markstücke, 45,608 478 Mk. 2-Markstücke, 143,512,165 Mk. 1-Markstücke, 41,455,099 Mark 50 Pf. 50-Pfennigstücke, 33,555,246 Mark 60 Pf. 20-Pfennig- stücke; an Nickelmünzen: 22,844,675 Mark 10 Pf. 10--Pfennigstücke, 11,383,869 Mk. 50 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 5,854,893 Mark 66 Pf. 2-Pfennigstücke, 3,368,103 Mark 97 Pfennig 1-Pfennig- stücke. Gesammtausprägung: an Goldmünzen: 1,428,597 280 Mark; an Silbermünzen: 332,875,074 Mark 10 Pf.; an Nickelmünzen: 34,228,544 Mark 60 Pfennige; an Kupfermünzen: 9,222,997 Mark 33 Pf.
— Essen, 29. Oktober. Die Petition für Aufrechterhaltung der Eisenzölle, welche während der letzten Wochen in hiesiger Stadt unter der Bürgerschaft zirkulirte, ist in diesen Tagen mit 2702 Unterschristen bedeckt an den Reichskanzler abgegangen.
— Saarbrücken, 28. Oktober. Gestern Abend 5 Uhr kam, per Eisenbahn und eSkortirt von einem Gendarmerie Wachtmeister, der Pastor Neureuter aus Marpingen hier an. Derselbe wurde sofort als Untersuchungsgefangener im hiesigen Justizarresthause untergebracht und soll wegen Betrugs prozessirt werden.
_„ ~ Danzig. Die „Danz. Ztg." schreibt: Der Sturmvogel, welchen verschiedene Blätter vor einigen Tagen mit der Nachricht auf-
, fliegen ließen, daß Rußland im Begriff stehe, ein GrtreideauSfuhr-Ver- ; bot zu erlassen, nimmt allmählich die Gestalt einer Ente an. Der Eisenbahnverkehr zwischen unserer Provinz und den russischen VerkehrS- orten ist noch immer ein ungestörter und auch die Getreide-Ausfuhr, welche seit einiger Zeit überhaupt recht lebhaft ist, wird bis jetzt durch keinerlei hemmende Maßregeln genirt.
— Köln, 30. Okt. Von der zuständigen Behörde ist, nach der „Köln. Ztg", die Bewilligung zur Mitbenutzung der GereonSkirche für die hiesige altkatholische Pfarrgemeinde eingetroffen.
— Karlsruhe, 31. Oktober. Die Generalsynode wurde heute geschlossen; der Großherzog empfing die Mitglieder derselben und zog sie nebst mehreren höheren Staatsbeamten zur Tafel.
— Schaffhausen, 30. Okebr. Die christkatholische Genoss-m" schaft in Schaffhausen beschloß mit großer Mehrheit die Bildung einer Gemeinde. Die Kommission soll wegen Anschlusses an das National- Bißtham berichten.
— Moskau, 31 Oktbr. Prozeß Strousberg. Der Staatspro- kurator setzte heute sein Plaidoyir fort; nach ihm ergriffen die Anwälte der Civilkläger das Wort. Beide waren, um den Civilkiäzern den An, sprach auf Schadenersatz zu sichern, bemüht, nachzuweisen, daß der Verwaltungsrath in seiner Gesammtheit den Sturz der Bank verschuldet habe; zu diesem Zwecke wurde besonders auf die Aufstellung einer falschen Bilanz, auf den Verkauf der Aktien und auf die eilige Zurückziehung der Bankeinlagen hingewiesen.
— S t. Petersburg, 31 Oktbr., früh. Der „Rezierungsan- zeiger" meldet, der Botschafter Jgnatieff in Konstantinopel sei angewiesen, von der Pforte binnen 48 Stunden die Annahme eines sechs wöchentlichen Waffenstillstandes und die Einstellung der Feindseligkeiten zu verlangen, widrigenfalls aber die diplomatischen Beziehungen zur Pforte abzubrechen und Konstantinopel mit dem gefammten Botschaftsperjonal zu verlassen.
— Petersburg, 31. Oktober. Der „Polit. Korresp." wird gemeldet: Der Befehl an General Jgnatieff, das im heutigen „Regie- rungs-Anzeiger" publizirte Ultimatum in Konstantinopel zu stellen, ist in, der letztverflossenen Nacht vom Kaiser in Livadia direkt ergangen. Eben von dort kam auch die Ordre, den erfolgten Schritt noch in der heute erscheinenden Nummer des „Regierungs-Anzeigers" zu publiziren. Wie man hier in sonst kompetenten Kreisen annimmt, ist der Kaiser zu diesem direkten Eingreifen durch die gestern nach Livadia gelangte» Meldungen über die neuesten Ereignisse auf dem serbischen Kriegsschauplatze, namentlich aber durch die ohne Rücksicht auf die schwebenden Waffenftillstandsverhandlungen fortgesetzte türkische KriegSaklion, bestimmt worden. Man ist hier und offenbar auch in Livadia der Ueberzeugung, daß die Waffenftillstandsverhandlungen in Konstantinopel von der Pforte nur zu dem Zwecke verschleppt werden, um der türkischen Armee die Möglichkeit zu eröffnen, die ganze serbische Wehrkraft zu vernichten und Belgrad zu besetzen.
— Belgrad, 31. Okt. Der Regierung zugegangene Nachrichten melde« bestätigend, daß die Türken sich der serbischen Positionen bei Djunis bemächtigt haben, 80,000 Türken mit einem großen Belagerungsmaterial hätten eine so ungeheure Uebermacht gebildet, daß die serbischen Streitkräfte nicht hätten Widerstand leisten können. Horvato- Vics habe sich nach Krusewatz zurückgezogen.
— Bukarest, 31. Oktbr. Das W. „Fremdenblatt" meldet von hier mit aller Reserve, der Minister-Präsident Bratiano werde den Kammern am nächsten Donnerstag einen Gesetzentwurf vorlegen, durch welchen die Einberufung der Milizen verfügt wird. Gleichzeitig werde die Regierung einen weiteren Gesetzentwurf einbringen, durch welchen die Unabhängigkeit Rumäniens proklamirt wird.
— Paris, 1. Nov., Mittags. Das russische Ultimatum an die Pforte ist, wie die „Agence Havas" hört, im Laufe des gestrigen AbendS durch den Botschafter Jgnatieff überreicht worden.
— London, 31. Oktbr. DaS „Reutersche Bureau" meldet aus Belgrad von gestern, der russische Generalkonsul Karzoff habe in der vergangenen Nacht 1 Uhr eine Depesche auS Livadia abgehen lassen und darin im Namen deS Fürsten Milan gebeten, daß der Botschafter Jgnatieff entweder sofort einen sechswöchentlichen Waffenstillstand erwirke oder daß russische Intervention eintrete.
— Ko nstantin 0 p el, 31. Oktbr. Nach einem der RegierunS aus Rustschuk zugegangenen Telegramm vom heutigen Tage hat die türkische Armee heute Alexinatz mit Sturm genommen. — Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten hat an die Vertreter der Türkei im Auslande die folgende Mittheilung gelangen lassen: „Konstantinopel, 31. Oktober. Der Serdar Ekrem hat die Hohe Pforte benachrichtigt, daß die Kaiserliche Armee nach einem siegreichen Kampfe in Alexinatz ihren ruhmvollen Einzug gehalten hat."
— Ragusa, 1. Novbr. Die Montenegriner halten seit gestern Podgorizza ring«, schloffen, welches sie mit den bei Medun eroberten türkischen Geschützen beschießen. Bereits ist eine türkische Batterie von ihnen de- montirt worden und hat Podgorizza überhaupt stark gelitten. Medun । ist von den Montenegrinern gänzlich zerstört. Die CernirungS-Armtt