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fjanaucr Anzeiacr.

Zugleich Amtlicher Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondrnz.

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N 255.

Donnerstag den 2. November-

1876.

Nekanntmachnngen Königl. LaudrathSamtS dahier.

Die Herren Süraermeiper und OrtSpolizeiverwalter haben nun­mehr nnu'säumt mit den Vorarbeiten zur Veranlagung der Klaffen- steuer für das Etatsjahr 1. April 1877 bis 31. März 1878 zu beginne«.

Die Arbeiten sind so zu fördern, daß die Aufnahme des Perso­nenstandes und dessen Eintragung in die Klassensteuer-Rolle, sowie die Aufstellung der EinkommenS-Nachweisungen am 10. November b. I. vollendet ist. Spätestens am 12. November cr. haben die Herrn Orts« Vorstände

1) die bis zur Einschätzung vorbereitete Klassensteuer-Rolle,

2) die vollständig in ollen Rubriken ausgefüllte und fertig ge­

stellte Einkommens-Nachweisung

zur vorläufigen Prüfung mir einzureichen.

Ungenügende oder nicht sauber gefertigte Arbeiten werden auf Kosten, der Herrn OrtSvorstände durch Absendung eines Commissars ver­bessert werden.

Ich behalte mir vor bei der demnächstigen Rückaabe der Literalien die Wahl der Mitglieder der EinschätzungS-Commissionen, sowie den Tag, an welchem durch diese die eigentliche Einschätzung der Klassen­steuer auszuführen ist, zu bestimmen.

Das zu den Rollen und Einkommens-Nachweisungen erforderliche Formularpapier ist an die Herren Bürgermeister bereits abgesandt. Die älteren Ewkommens-Nachweisungen sind, wenn erforderlich, hier in Em­pfang zu nehmen und demnächst wieder mit abzuliefern.

Die Klassensteuer-Rollen werden bekanntlich doppelt, die Ein- kommens-Nachweisungen aber einfach aufgestellt und mit blauen Um« schlagebogen versehen oder eingebunden.

In den Colonnen 9b und 17b der Einkommens Nachweisung ist die nunmehr definitiv festgestellte neue Grundsteuer, in den Colonnen 9a und 11a die Größe des Grundbesitzes nicht mehr nach Ackern, son­dern nach Hektaren anzugeben. Zu diesem Ende hat bei den meisten Orten eine Umrechnung des Grundbesitzes in den seitherigen Einkom- menS-Nachweisungen auf Kosten der Gemeinden stattfinden müssen. Die seitdem eingetretenen Veränderungen müssen aber noch gewahrt werden, damit die Richtigkeit der Eintragungen nach den Steuerkatastern rc. ge­prüft werden kann.

In Spalte 8c der EinkommenS-NachWeisung ist der ortsübliche Miethpreis der selbstbenutzten Wohnräume und in Spalte 8d der Be­trag der Wohnungsmiethe, welchen der Hauseigenthümer nach Abrech­nung der ihm verbliebenen Lasten bezieht, in bestimmten, getrennten Summen anzugeben. Die Zusammenziehung beider Colonnen in eine und die Angabe der beiden Einnahmebestandtheile in einer Summe dür­fen fernerhin nicht mehr Vorkommen.

Schließlich werden die Herrn Bürgermeister noch auf die Jnstruc- tion der Königlichen Regierung vom 19. Juli v. I. Amtsblatt Seite 205 zur genauestn Befolgung aufmerksam gemacht.

In Zweifelsfällen wollen die Herrn Bürgermeister mit mir Rück­sprache nchmen.

Hanau, am 24. Oktober 1876.

Gefunden: Ein graues s g. Damen-Rädchen. Ein grauer Kinderhandschuh. Eine große Laterne. Ein leerer Packkorb, auf der Straße zwischen Ravolzhausen und Rüdigheim. Empfangnahme beim Oitsvorstand in Ravolzhausen. Auf dem Wege von Rückingen bis Langendiedach 1 Sack mit Kartoffeln; der Eigenthümer kann denselben beim Ortsvorstand zu Rückingen in Empfang nehmen.

Hanau, am 2. November 1876.

T k Z e s s ch a x Friedensausfichte« «. b. Schw. «Bert.

Die friedliche Aussicht bekräftigt sich wider Erwarten. Zwar verlautet noch nichts über den Ausgang der Privataudienz, die der russische Botschafter Jgnatieff am Samstag beim Sultan Hamid gehabt

hat. Allein alle Anzeichen sprechen dafür, daß Rußland und die Türkei einer Verständigung nahe sind, letztere sich also keineswegs so intransi« gent zeigen wird, als die unvernünftigen deutschen und ungarischen i Blätter ihr anrathen, die sich türkischer geberden, als die Pforte selbst. Natürlich handelt es sich zunächst nur um eine vorläufige Verständigung nämlich um die Verständigung wegen des Waffenstillstand?; aber eS i ist schon damit ein Erhebliches gewonnen, daß die Feindseligkeiten end­lich eingestellt werden. Man hat zwischen dem russischen Borschlag bei 6wöckentlichen und dem türkischen Vorschlag und kmonatlichen Waf­fenstillstands eine Vermittelung glücklich dahin gefunden, daß der Waf­fenstillstand auf 6 Wochen abgeschlossen, aber zugleich im Falle bei Bedarfs seine Verlängerung in Aussicht genommen werden soll. Die Vertreter Oestreichs, Deutschlands, Rußlands und Italiens in Kon- f! au tut opel scheinen im Ein Verständniß gehandelt und gemeinsam der Pforte zugesprochen zu haben, den Waffenstillstandsvorschlag in dieser Form anzunehmen. Am 26. Okt. wurde auf der h. Pforte ein Mi­nisterrath gehalten, der sich mit diesem von Jgnatieff überreichten Borschlag beschäftigte. Einer Depesche vom 27. zufolge war zwar ein Beschluß noch nicht gefaßt, aber die Zustimmung der Pforte und somit die Einstel­lung der Feindseligkeiten war wahrscheinlich. Ist der Waffenstillstand glücklich gesichert, so kommt die Frage der Konferenz aufs Tapet, d. h. die Botschafter der Mächte in Konstüntinopel werden zusammentreten, um sich über die Einzelheiten deS englischen Programms, insbesondere über die vieldeutigen Punkte der Autonomie und der Garantien zu ver- , ständigen für dieses weitere Stadium der Verhandlungen scheint be­reits ein neues Programm des britischen KabinetS vorzuliegen, daS von Lord Loftus in diesen Tagen nach Livadia überbracht werden wird. Wenigstens enthält Morning Post an hervorragender Stelle eine Mit­theilung welche die Möglichkeit einer friedlichen Lösung ankündigt und der bevorstehenden Konferenz folgendermaßen die Aufgabe vorzeichnet: Wenn der Waffenstillstand zu Stande käme, kommt zunächst bte Kon« j ferenz in Frage. Es ist bekannt, daß Rußland wünscht, die Türkei : möge nicht daran Theil nehmen. ES läßt sich annehmen, daß dieser

Wunsch nur Bezug daraüf hat, ob eine Macht in ihrer eigenen Sache 1 mitberathen kann. Es ist augenscheinlich, daß wenn sechs Mächte zu einer Erörterung zusammentreten wegen Vorstellungen, die einem sie­benten Staat zu machen sind, es etwas Widersinniges- an sich hat, ' jenem Staate die entscheidende Stimme bei ihren Beschlüssen zu geben, ! Zu gleicher Zeit ist eS unmöglich, für einen Augenblick den Ausschluß ; der Türkei aus dem europäischen System, von dem auf Grund bei i Vertrags von Paris sie einen Theil bildet, zuzulassen. Es müßte wohl angehen können, eine Methode zu finden, in Folge welcher der Ver- t tretet der Pforte seinen Sitz in der formellen Versammlung der Konferenz in solcher Weise nehmen kann, daß den angedeuteten Schwie­rigkeiten dadurch begegnet wird. Ehe indeß die Konferenz berufen wird, sind manche Fragen bezüglich ihrer Grundlagen und Zielpunkte zu erledigen, und diese könnten Veranlassung zu in die Länge gezogenen und gefährlichen Debatten geben, wenn nicht durch einstimmige Billi­gung sie auf die einfachsten Formeln gebracht werden können, welche so lauten dürften:Die Grundlage der Konferenz ist die Aufrechter­haltung der Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit des türkischen Reiches. Gegenstand derselben ist die Verbesserung des Zustandes der christlichen Unterthanen des Sultans." Diese Grundlage, in deutlicher Ueberein­stimmung mit europäischem Recht den Vertrag von 1856 aufrecht er­haltend, könnte die Türkei nicht über irgend eines ihrer souveränen Rechte beunruhigen. Dieser Gegenstand ist derjenige, welchen Rußland immer im Auge gehabt zu haben behauptet, und welcher die Zustim­mung Europa'S zu den vorgeschlagenen Reformen, wenn sie genügnde erscheinen sollten, gestatten würde. Wir sind nicht ohne gegründete Hoffnung, daß bei der gegenwärtigen Stimmung der Haspisächlich be­troffenen Mächte eine solche Lösung, wie wir sie vorausgesagt haben, glücklich bewerkstelligt werden kann. Wenn eS dazu kommt, so Wirt das in weitem Umfange die von dem englischen Kabinet eingeschlagem Politik rechtfertigen, während eS den Beweis liefet« wird, daß: de | Kaiser von Rußland aufrichtig begehrt, den Frieden Europas zu er