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Hamiicr Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner ProvinzialrCsrreipondenr.

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Freitag den 20. Oktober.

1876.

Bekanutmachnugen KömgL. LandrachSamtN datzrer.

Auf den nachbezeichneten Landstraßen werden in diesem Herbste

neue Decklagen hergestellt:

1) Offenbach-Bilbeler Landstr. von St. 1,9 bis St. 2,9 =

2) Hanau Friedberger

3) Hanau-Frankfurter

W

2.7

4,2

4,4

1000- 1800-

ff

53

11,2

4) Hanau-Aschaffenburger

5) Hanau-Fuldaer

rr

1,6

1,3

7,3

w

5,0 = 800- (bereits ausgeführt)

65 = 1200-

12,4 = 1260-

3260-

3,2 = 1600-

2,1 = 800-

9,1 = 1800-

2600-

Sa. uoeroaupt 1U.26U-

Nach den von der Baubehörde zu treffenden Anordnungen geschieht die Einbettung des Materials auf den verschiedenen Straßen in strecken- weiser Abwechselung, so daß dem Verkehr jede thunliche Erleichterung zu Theil wird. Indessen wird den Fuhrwerkbesitzern ««gerathen, wäh­rend der Dauer der Arbeiten eine übermäßige Belastung der Wagen zu vermeiden, da ohnehin durch das Emfcknetden der meist ichr i schmalin Radfelgen in den Decklagen der rasche Verkehr gehindert wird. i

D-e Herren Bürgermeister wollen den Interessenten hiervon Kenntniß geben.

Hanau am 17. Oktober 1876.

; mungen in Kraft bleiben, könnte von einer Ueberschwemmung mit Sil- ' bermünzen schlimmsten Falls nur in den Reichskassen, nicht in den Privatkassen die Rede sein. Die Kassen würden gezwungen sein, die im Verkehr überflüssigen Silbermünzen anzunehmen, ohne sich derselben w eder entledigen zu können. Ein Irrthum in der Feststellung des Be- ; träges an Reichssilbermünzen würde also nur die Reichrkasse in Mit« : leidenschaft ziehen, die Münzreform als solche nicht in Frage stellen. - Der apodiktische Beweis, daß der deutsche Verkehr eines Betrages an ! Reichssilbermünzen von 15 Mark für den Kopf der Bevölkerung be- : dürfe, ist allerdings in dem gegenwärtigen Uebergangsstadium sehr i schwer zu führen, namentlich deßhalb, weil der neben den bisher ge- ; prägten Reichssilbermünzen noch im Umlauf befindliche Betrag an Sil- - bermünzen deS Dreißigthalersußes auch nur annähernd sehr schwer zu ; schätzen ist. Schätzt man denselben auf rund 500 Mill. Mark und nimmt man an, daß von den bis zum 7. d. MtS. geprägten Reichs- silbermünzen im Betrage von 322 Mill. Mark nur rund 300 Mill. an die Bundesregierungen vertheilt worden sind, so ergibt sich, daß gegen­wärtig etwa 800 Mill. Mark Silbermünzen im Verkehr sind (außerdem 171,730.000 Mark in Reichskassenscheinen, von denen indessen dauernd nur 120 Mill. Mark im Verkehre bleiben sollen.) Die Annahme des Vorschlages des Reichskanzlers vorausgesetzt, würde diese Summe von

800 Mill. Mark auf 637 Mill. reduzirt werden.

(Schw. Merl.)

Berlin, 18. Oktober. Das eben ausgegebene ReichSgesetz- blatt enthält folgende, die Einberufung deS Reichstages betreffende tat« i serliche Verordnung: Wir Wilhelm u. s. w. verordnen auf Grund des, Artikels 12 der Verfassung deS Deutschen Reichs im Namen des Reichs was folgt: i er Reichstag wird berufen, am 30. Oktober ds. Js. in Berlin zusammenzutreten, und beauftragen Wir den Reichskanzler mit den zu diesem Zwecke nöthigen Vorbereitungen. Urkundlich u. s. w. ; Gegeben Baden-Baden, 16. Oktober 1876. Wilhelm. Fürst v. Bismarck.

Die Absicht der Reichsregierung, eine Aenderung unserer neuen i Münzgesetzgebung dahin zu beantragen, daß Pro Kopf der Bevölkerung nicht 10, sondern 15 Mark Silbermünzen ausgeprägt werden, stößt auf Widerspruch. Prof. Soetbeer in Göttingen, bekanntlich eine Autorität! in Münzfragen, bekämpft dieselbe in der Hamb. Börsenhalle.Wir glauben", schreibt er,daß die angelegte Aenderung des Art. 4 des ' MünzgesetzeS keine Aussicht hat, je die Zustimmung des Reichstages zu - erlangen, weil sie einem der wichtigsten Grundsätze solider Münzpolitik; widerstrestet und in höchstem Grade bedenklich erscheinen muß, wie ver­lockend in finanzieller Beziehung augenblicklich auch eine solche Maßregel sein mag. 425 Mill. Mark unterwerthiger Silbermüvze (außer den Nickel- und Kupfermünzen) sind für Deutschland schon sehr reichlich be- : messen, und nun sollen hierzu noch 212 Mill. Mark hinzukommen, bei | denen der innere effektive Metallwerth nach jetzigem Silberwerth um ca. 25 pCt. niedriger ist, als der Nennwerth. Eine solche Ueber« schwkmmung mit unterwerihigen Silbermünzen wäre in der That ein

Ausgang für die so großartig angelegte und begonnene deutsche Münzreform." Gegen diese Kritik Soetbeers läßt sich nun eine, wie es scheint, offiziöse Korrespondenz auS Berlin in der Weserztg. folgender- maßen vernehmen: Daß die Reichssilbermünzen unterwerthig geprägt werden müssen, ist bekanntlich die Konsequenz der Einführung der Golv« « l eS 616,61 also nur die Frage, ob in der That ein eventueller Ueberan Reichssilbermünzen die deutsche Münzreform zu kompro- "''ltlren rm Stande sein würde, so lange die Bestimmungen oes Münz- bE^s (Art. 9) bestehen bleiben, daß Niemand verpflichtet ist, Reichs- stlbermünzen im Betrage von mehr als 20 Reichsmark anzunehmen, daß ore -lteichs. und Landeskassen Silbermünzen in jedem Betrage annehmen, daß bestimmte, vom Bundesrathe zu bezeichnende Kassen jederzeit Rerchsgoldwüvzen gegen Einzahlung von Reichssilbermünzen in Beträgen voN-Mindesuns 260 Mark verabfolgen müssen. So lange diese Bestim-

Die Arbeiten für die Aufstellung eines deutschen Civilgesetz- buches kommen jcht bikanntlich wieder in Fluß. Wir haben vor einiger Zeit bereits gemeldet, daß in dem Decker'schen Hause eine Anzahl von Räumlichkeiten pon dem Reichrkanzleramt gemiethet worden sind, in denen die Commission für das deutsche Civilgesetzbuch arbeiten soll. Es wird sich dabei dem Vernehmen nach um eine Zusammenstellung der bisher gewonnenen Resultate handeln, sowie um weitere Besprechung über die Fortsetzung der Arbeiten. Für diese wird das Schicksal der Reichtjusttzgesetze jedenfalls nicht ohne Einfluß bleiben und möglicher weise zu einem beschleunigteren Tempo in der Fertigstellung führen. Wie die Dinge jetzt liegen, glaubt man die Arbeiten in etwa sechs Jahren beenden zu können.

Berlin, 16. Oktober. Daß die Lage auf das Aeußerste gespannt ist, verräth sich durch die verhältnißmäßig dürftigen Nachrich­ten, welche auch von denjenigen Seiten nun eingehen, die bisher am redseligsten waren. Das Wolff'sche Telegraphenbureau, welches man nach mancherlei Vorgängen als das einzige Organ betrachten darf, das einige Verbindungen mit dem auswärtigen Amte hat und welches jetzt, wie es scheint, auch die Agence generale ruffe, die seit dem 1. wenig­stens in kiesigen Blättern kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben hat, nachdem sie für die Interessen der Bewegung auf der Balkanhalbinsel sehr nachdrücklich eingetreten war, todt gemacht hat, bringt wieder eine jener Mittheilungen aus St. Petersburg, für welche man in den zwei Tagen später ankommenden russischen Blättern jedesmal vergeblich nach einem Belege sucht und die also entweder aus offiziellen russischen oder aus anderweitigen nicht direkt russischen Quellen stammen. Diese Mit­theilung, welche nur die Stimmung des russischen Publikums zur Grund­lage für das Urtheil über die zu erwartende Entscheidung der russischen Regierung nimmt, stimmt übrigens in der Hauptsache, daß nämlich Rußland nicht gesonnen sei, auf den sechsmonatlichen Waffenstillstand einzugehen, mit dem Brüsseler Nord überein. Diese Ablehnung darf auch nach andern Quellen als sicher angenommen werden, entscheidet aber noch nicht über die KriegSfrage, insofern als Rußland, wenn eS sonst mit England und Oestreich sich zu verständigen im Stande ist, sehr leicht die Pforte zwingen könnte, auf den kürzeren Wafflnstill- standStermin einzugehen. Die Times von heute früh hat einen (gleich­falls durch daS Wolff'sche Bürcau hierher telegraphirten) Artikel gebracht, in welchem sie Deutschland pathetisch auffordert, durch sein Eintreten den Krieg zu verhüten. Bei der absoluten Schweigsamkeit der dentichen Regierung über ihre Absichten, läßt es sich nicht sagen, welche Auf­nahme eine solche Aufforderung, die sicher an dieselbe entweder schon herangetreten ist, oder in dem entscheidenden Augenblicke herantreten wird, hier findet. Was aber über die allgemeinen Steigungen verlautet, so hat das verletzende V rhalken deS englischen Ministeriums im vorigen Frühjahr einen noch nicht verschmerzten Eindruck hrnteriassen, und die