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HaWK Anzeiger.
Zugleich Amtliche Organ für Kreis und Stadt Hsuau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Lorrespondenz.
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Mittwoch de« 18. Oktober.
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Amortifations Erklärung.
Der dem Friedrich Rupprath aus Bockenheim unterm 15. Januar cr. sub Nr. 2770 ertheilte Legitimations Gewerbeschein a 12 Mark zum Hausirhandel mit selbstverfertigten wollenen und baumwollenen Waaren ist angeblich verloren gegangen und wird hiermit für ungültig erklärt, wobei bemerkt wird, daß dem rc. Rupprath unter heutigem Tage ein Duplikat des bezeichneten Gewerbescheines auSgefer- tigt worden ist.
Cossel, den 10. Oktober 1876.
Königliche Regierung,
Abtheilung für directe Steuern, Dvmainen und Foisten.
Koch.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 14. Oktober 1876.
Der Landrath.
Verloren: Eine schwarze Broche. Auf dem Wege von hier bis Wilhelmsbad ein goldener Ring mit dunkelgrünem Stein, worin ein S. gravirl; der Ring hat die Form eines Steigbügels. Ein langes Tabaks-Pfefferrohr.
Gefunden: Ein Filzhut. Ein Rechnenbuch für das 6. und 7. Schuljahr. Ein Rest schwarzer Kasimir, in einem hiesigen Kaufmannsladen liegen geblieben.
Honau am 18. Oktober 1876.
T K K S § s ch K U. Der preußische Landtag.
A. b. Echw. Merk.*
Die Auflösung des preußischen Abgeordnetenhauses ist soeben erfolgt und es ist damit eine Legislaturperiode zu Ende, die zu dcn wichtigsten und erc-ebmßrnchstcn der gesammten preußischen Gesetzgebung gehört. Der Mittel- und Schwerpunkt der Arbeiten dieses Landtags lag in dem Ausbau der durch die KreiLordnung begonnenen Berwal- tungsrefo-m. Wir brauchen nur an die Provinzialordnung und das Dotationsgesetz, an die VerwaltungSgerichte und das KvmpetenzLefetz zu erinnern, um den gewaltigen Fortschritt in der Durchführung der Selbstverwaltung zu kennzeichnen, der dem jetzt zu Erde ge angenen Landtag zu verdanken ist. Freilich ist das große Werk noch immer ein Torso, eS fehlt vor Allem die Städte- und die Landgemeindeordnung und der Geltungsbereich der neuen Gesetze ist auf die Hälfte der Monarchie be- schränkt. Je wichtigere Aufgaben auch dem künftigen Landtag auf die- sem Gebiete zustehen, um so bedauerlicher und unheilvoller wäre es, wenn es den konservativen Bestrebungen gelänge, die VerwaltungSgesitz- gebung zum Stillstand zu bringen, sie trümmer° und lückenhaft liegen zu lassen, oder den Ausbau des Werkes in einer Weise zu vollführen, die mit den guten Grundlagen in häßlichem Widerspruch stände. Die Verwaltungsreform und die kirchenpolitische Gesetzgebung bildeten den eigentlichen Kern der Leistungen des verflossenen Landtags. Auf dem letzterrn Gebiete galt es zunächst, dem Staate Waffen der Abwehr gegen den Widerstand zu verschaffen, welcher gegen die älteren Kirchengesetze sich erhoben. Für diese Abwehr mußte theilweise die Reichsgesetzgebung m Anspruch genommen werden, von den Maßregeln der preußischen Gesetzgebung waren das Sperrgesetz und das Klostergesetz die cinschnei- oendstrn; durch die Aufhebung dreier Verfassungsartikel wurden die Dehnbaren Begriffe von kirchlicher Selbstständigkeit, deren irrthümliche erzeugt hatte, klargestellt und die Regelung
BerhaltniM zwischen Staat und Kirche ausschließlich der Spezial- gesetzgebunp anheimgegeben. Die Rechte der Altkatholiken wurden ae- ax> Awahrt, hinsichtlich deS katholischen Kirchengemeindevermögens Mitwirkung der Gemeinde bei der Verwaltung und das Aufsichts- ncht des Staates festgestellt. Damit ist der Kreis der kirchenpolitischen S?ftn9 /m W^ntlichen abgeschlossen, der künftige Landtag wird nicht tuet mehr zu thun haben. Es handelt sich aber um die fernere
t Durchführung der Gesetze, und auch diese ist nicht möglich, wenn die : Regierung in dem Bestreben, die Hohsit^rechte des StcatS gegen kirch- : liche Uebergriffe kräftig zu wahren, nicht der vollen Unterstützung der i Volksvertretung sicher ist. Für das B-ste, was der Staat gegen die ’ verderbliche Aussaat d s Ultramortaniswus thun kann, die Befreiung - der Geister durch fortschreitende Schulbildung, haben die Konservativen l nie Verständniß gehabt, und wenn es jetzt daran gehen soll, die gesetz- ' lichen Grundlagen unseres Schulwesens zu ordnem dann wehe diesem ■ Unternehmen, wenn die Grundsätze der Reaktion dabei den Ausschlag 8 geben sollten! Wenn die ultramonlane Richtung, welche zur Zeit in ; der katholischen Kirche herrscht, die Staatsgewalt und Gesetzgebung vor- s zugi weise zur Abwehr von Uebcrgnffen herausforderte, so konnte gegen- ‘ über der evangelischen Kirche in der Kirchengemeinde- und Synodalord- nung ein Wirk positiven Schaffens errichtet werden, das schon für sich i allein den Vor Wurf von kirchrnfeindlicken Tendenzen des Liberalismus ' widerlegt. Es soll hier nicht auf die un^emein fruchtbaren Ergebnisse 's dieses Landtags im Einzelnen eingegangen werden; es geuüze. einige hervorragende Gesetze mit einem Wort noch einmal in Erinnerung gebracht zu haben. Auf allen Gebieten. der Staatsverwaltung hat sich ein reges und frisches Leben kundgegeben, das gegen die Unfruchtbarkeit früherer überwiegend konservativen Landtage in wohlthuendster Weise abstach. .Wen» die konservative Agitation die reichen Früchte her gesetzgeberischen Thätigkeit der letzten Jahre dadurch in den Augen des Volks Hrrabzusetz°u sucht, daß si von überhasteter „Vesetzmacherei" redet und j an manche Unbequemlichkeit erinnert, welche neue, noch nicht eingewohnte | Zustände naturgemäß mit sich bringen, so verschweigt sie dabei nur den j Grund, warum die Liberalen eine in der That fast übermäßige Pro- ; duktivitüt der Gesetzgebung zu eutfa'ten gezwungen waren: sie ver- ■ schweigt, daß es galt, die Sünden der Reaktion wieder gut zu machen, ■ einen Schutt hrnwegzuräamen, den früher konservative Regierungen und i konservative Landtage aufgehäuft hatten, gesetzliche Ordnungen zu schaf- fen, die billigerweise schon vor Jahrzehnten hätten geschaffen werden i müssen.
— Berlin, 17. Oktbr. Nach den vorläufig getroffenen Befiim- j mungen werden S?. Majestät der Kaiser und König am Freitag, den ; 20. d. M., NachMittags 4 Uhr, die Rückreise von Buden über Cassel antreten. D°.r Ankunft in Berlin wird am 21. Oktober früh 7s/< Uhr auf dem Potsdamer Bahnhof entgegengefeben.
— Berlin, 14. Oktober. Dre Hebung des Kunstgewerbes ist ; andauernd Gegenstand der lebhaftesten Fürsorge der preuß. Regierung. ; Zu diesem Zwecke hat der Handelsminister Dr. Achenbach in Begleitung des Ministerialvirektors Jscoby sich jetzt nach München begeben, wie er ’ bereits vor 2 Jahren in der gleichen Absicht die Wimer Weltausstel- ' lung besucht hatte. Auch jetzt ist der Ankauf besonders werthvoller ; kunstindustrieller Gegenstände in München für das Berliner Gewerbemuseum beabsichtigt. Diese Anstalt, in Verbindung mit der Gewerbe- . akademie, soll überhaupt in weitestem Umfange für die Hebung der ; Preußischen Kunstindustrie nutzbar gemacht werden. (*r. »t)
— Berlin, 17. Oktober. Mobilmachungsgerüchte tauchen von ; Zeit zu Zeit immer wieder auf, sobald von einem Kriege die Rede ist, gleichviel ob Deutschland davon berührt wird. oder nicht. So liest man in den letzten Tagen, es werde das ärztliche Personal militärischerseitS ergänzt und dergl. m. Wir können verbürgt melden, daß von alledem auch nicht entfernt die Rede ist, und fügen zur Orientirung für unsere Leser nur hinzu, daß regelmäßig im D^z-mber jeden Jahres, also auch in etwa acht Wochen wieder, seitens der Geneial-Commandos die AuS- i führungsbestimmungen des festgestellten Mobstmachungsplans umgear- bertct werden, und daß schon wiederholt aus diesem Vorgänge derartige Gerüchte entstanden sind. Diese Umarbeitungen hängen namentlich mit den Personalveränderungen in Ö t Armee zusammen und bringen es mit sich, daß an verabschiedete Militärs die Anfrage gerichtet wird, ob und * in wie weit sie für den Mobilmachungsfall Dienste bei den immobilen > Truppen zu nehmen bereit sind. ($rte.)
I — Stuttgart, 16. Oktober. Es scheint — schreibt man der