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Hananer Aiyeiger.
Zugleich Amtliche- Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstag» mit der Berliner Provinzial-Lorrespondenz.
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Samstag den 14. Oktober.
1876.
Bekanntmachung,
die Haupt-Ergebnisie der Rechnung der Kl-m-ntariebrer-Wittwen- und Waisenkaffe für den ReaierungS-Bezirk Cassel vom Jahre
1875 betrefferb.
Nachdem die vorgedachte, von der Kö»iglichen Regierung»-Haup'« küsse dahier aufgestellte JahreS-Rechnun« revidirt. den Kassen Kuratoren nebst den Belägen und dem Rewsion»-Protokoll vorgelegt, ton denselben als richtig anerkannt und dara^ih n abgeschlossen sowie die Decharge von tunä ertheilt worden ist theile» mir deren. Haupt-Ergebnis: nach § 48 der Statute« den Mitgliedern dieser Wittwen- und Waisenkaffe in Nachstehendem mit:
Zusammenstellung
der Einnahme und Ausgabe der der Eleme»ta-lehrer-Wittwen- und Waisenk sse de« R«oier«n--b-,''fs C«sf-s f*r da« Jabr 1875.
i Bekauntmachunge» Königl. LaudrathSamt» dahier.
Gefaade«: Ein Portemonnaie mit zwei Loosen, a V«; eine» > 2te, da» andere 3te Klasse. Ein Kinderspazierftöckchen mit rundem | weißen Knopf und gelber Kette. Ein Hunde-Maulkorb. Ein weiße» i Taschentuch, F. 8. gez. Ein rotheS' Spazierstöckchen mit weißem i Knopf.
■ Hanau am 14. Oktober 1876._________________________________ Wschenschan.
i H. H. C. Die vorige Woche von einigen Zeitungen gebrachte Nachricht, Fürst BiSmarck werde in Folge der sich immer drohender ! gestaltende» oriental. Bei Wickelung sich in den nächsten Tagen schon nach Berlin begebeo. Hat sich nicht bewahrheitet. ES wird versichert, i daß der Kanzler nicht im Entferntesten daran denke, sein TuSculum vor ] der Zrit zu verlassen. TarauS darf nun freilich nicht geschlußsolgert ' werdrn. daß die friedliche Lösung der balkanischen Wirren an Wahr- , scheinlichk-it gewonnen habe, daß ein türkisch-russischer Krieg nicht mehr I in AuSsicht stehe. Seit der Ablehnung der großmächtlichen Frieden»« i Vorschläge durch die Pforte ist vielmehr die oriental. Katastrophe sehr nahe gerückt. Der von der türk. Regierung entworfene Reforwplan, welcher allen Provinz-n zu Gute kommen soll, hat nicht die mindeste Autsicht von den Mächte« rccrptirt zu werden. Nach wie vor dringen dieselben auf Abschluß eines rmhrwöchentlichcn Waffenstillstandes und j auf Annahme ihrer Vorschläge. Die Pforte hat nun zwar am 10.
Oktcbrr einen 6wöckentlichen Waffenstillstand zugestanden, ab:r unter Bedingungen, die schwerlich allseitige Zustimmung finden werden. Wer will ihr Garantie leisten, daß die russischen Zuzüge nach Serbien auf» j hören. Und betreff» der geforderten admin strativen Autonomie der I aufständischen Provirz-n antwortet sie, daß die Gewährung derselben i eine Prämie für offene Ausi-Hnung gegen die Staatsgewalt sein und ' bald zur Nachahmung auffordern würde. Rußland ist nun aber in , keinem Falle gesonnen, seine Soldatensendungen nach Serbien einzustel« len, sowie die Wächte einig sind, auf ihrer Forderung der abminiftra« ttDin Autonomie zu bestehen. Andererseits nimmt der muhamedanische Fanatismus immer größere Dimensionen an und zwingt die Pforte, in Nichts nachzugeben und nötbigenfolls dem vereinten Eurrpa die Hörner ■ zu zeigen. „Die Türken sind die tapfersten Soldaten der Welt!"
„Wir standen schon einmal vor Wieu !\ so bramabarsiren die türkischen Zeitungen, und die Regierung erklärte den Mächten bereits, daß sie der Einfahrt der fremden Kriegsschiffe in die Dardanellen ®:ma[t entgegen« setzen und daß der Suiten event. nach Adrianopel übersudeln werde. Die Türken sind zum verzweifelten Widerstände entschlossen und geben sich im Stillen dem süßen Wahne hin, daß. sie schließlich dock Verbün« d te erhalten würd n. Unter solchen Umständen kann die russ. Kriegserklärung nicht mehr lange am bleiben. Ein russ. Ultimatum soll bereits unterwegs fern. Oifiz-ö>e Wiener und Pester Blätter berichten zugleich, daß die Mission des kaiserl. russ. Generaladjutanten Sumara« kow nach Wien vom besten Erfolge begleitet gewesen sei, daß sich Rußland und Oesterreich dahin verständigt haben, den Südslaven da» Selsgovernement zu verschaffen und «öthigevfalls ExekutionStruppen über die Donau zu senden. Bei der Widerhall! itzk.iit der Pforte wird diese Exekution nicht ausbleiben, die dann die gemeinsame Besetzung und Theilung der europ. Türkei durch O-sterreich und Rußland zur Folge haben wird. Vorerwähnter Generaladjutant Sumarakow ist nach Li« vadun, wo der Czar weilt, zurückgekehrt, auch der russ. Botschafter in Slamvul, General Jgnatiew, und der Großfürst Thronfolger sind dort einget. offen, und eine rumänische Ministerdiputation hat sich auch dorthin begeben. Dies sind Alles Anzeichen, daß dort Wichtiges beschlossen werden soll, resp, worden ist. Nebenbei btmerft, tat Rumänien zugleich eine Mobilmachung beschlossen, angeblich um Manöver abzuhalten.
Mit den behaupteten KrieaSabsichten Rußlands stimmt es, daß der Stabschef des Mo fautr Militär k> eises die Bürgermeisterei von Moskau amtlich aufgeforbert hat, Vorsorge zu treffen, daß im Falle der Mobilisirung genügende Quartiere für die Reserven vorhanden sind. Den Vorschlag, die türkische Frage auf dem Wege einer europ. Kon-
I ferenz zu lösen und einer gemeinschaftlichen Fiortendemonstration vor