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Hanauer Adriger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Donnerstag den 12. Oktober.

1876.

Be?auutmachuugen Köuigl. LaudrathsamLS dahier.

Die BürrauS der Katasterämter befinden sich von heute ab in dem früheren RegierunaSyebäude (Schloßhof) dahier.

Hanau am 11. Öttobtr 1876.

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Berlin, 11. Oktober. Dem BundeSrath liegt jetzt auch der Etat für die Verwaltung des ReichsheereS auf das Vierteljahr vom 1. Januar bis 31. März 1877 zur Veschlußnahme vor.

Der Wes.-Zta. zufolge hat der Reichskanzler die Erhöhung des auf Grund deS Münzgesetzes auszuprägenden Betrages an Reichs­silbermünzen von zehn Mark per Kopf der Bevölkerung auf fünfzehn Mark bei dem Bundesrath beantragt, da nachweislich der Verkehr eines größeren Betrages an Silbermünzen bedürfe.

Während unter dem großen Lärm der neuerschienenen In« teressenpolitiker, der Deutschkonservativen, Agrarier und Schutzzöllner und Anderer die Thätigkeit der alten Feinde unserer Freiheit und Kul­tur, der Ultramontauen, etwas in den Hintergrund getreten war, betont Herr v. Sybel in einem Briefe, der an einen seiner Magde­burger Parteigenossen gerichtet ist, mit vollem Recht wieder die Noth­wendigkeit, auch diesen schwarzen Gegnern bei den bevorstehenden Wah­len die volle Aufmerksamkeit zuzuwenden und nicht eiwa sich verführen zu lassen, den Kampf gegen dieselben als einen überwundenen Stand­punkt zu betrachten. Sybel erklärt mit vollem Rechte die, hauptsächlich in den Protestantischen und östlichen Provinzen der preuß. Monarchie vertretene Ansicht, der Sieg deS Staates im Kulturkampf fei bereits entschieden, als eine Vorstellung, die er nicht energisch genug bekämpfen könne.Der Sieg wird dann entschieden sein, wenn die Mehlheit des katholischen Volkes sich zu der Gesinnung der StaatSfreunde bekehrt hat. Leider ist davon bis heute das Gezentheil der Fall. Die Masse, be­sonders der ländlichen Bevölkerung, ist dumpfer und zorniger in ihrem Fanatismus als jemals früher; die bevorstehenden Wahlen werden es beweisen und die Verhandlungen über das Unterrichtsgesetz, sowie die eben eröffnete Agitation gegen unsere Schulen brennende Erfahrungen darüber liefern. Bis zu diesem Tage ist die Wucht und die Gefahr deS Kampfes in stetem Wachsthum geblieben; nichts wäre verhängniß- voller, als seine Bedeutung zu unterschätzen.- cschw. Merk.)

Die Germania verwirft den Gedanken an eine Feier der tau­sendjährigen Wiederkehr der Tage von Canossa, indem sie nach­stehende Gründe dafür vorbringt, die uns (so sagt mit Recht die Nat.- Z.) von historischem wie sittlichem und nationalem Boden allerdings unanfechtbar scheinen, wenn sich vielleicht die Germania auch Manches dabei anders denkt als wir. DaS ultramontane Blatt schreibt:Für Niemanden, der die Vorgänge in Canossa wirklich genau kennt und sittlich würdigt, können dieselben Gegenstand der Freude sein, für keinen Katholiken, keinen Christen, keinen edeln Menschen und noch aus beson­deren Rücksichten für keinen Deutschen! Die Gründe für diese Auf­stellung sind kurz folgende: 1) König Heinrich unternahm die Buße in Canossa entweder ganz und gar in politisch berechnender Heuchelei oder günstigsten Falls blos in augenblicklich besserer Erregung, die bald schon den schlechteren Einflüssen wieder Platz machte; 2) Für Papst Gregor VII. waren die Tage von Canossa Tage harten Seelenkampfes und bald folgender Enttäuschung; 3) Die Tage von Canossa schließen nichts ab, sie sind eine kurze Episode in einem vorher wie nachher fort- wüthenden Kampfe, der furchtbare GewissenSnoth über Millionen und Millionen Seelen brächte und die Gtfilde Deutschlands und Italiens durch Mord und Brand verwüstete."

~ Dem Bericht, welchen das Reichskanzleramt dem BundeSrath über den bisherigen Verlauf und Erfolg der Ausgrabungen zu Olympia yat zugehen lassen, entnehmen wir noch Folgendes: Während der nothwen- dtgen Sommerpause ist die Herstellung deS GypSabgüsse (von den wich- ttgsten sind gleich 6 Exemplare angefertigt worden, um an Kunstinstitute nach Bedarf abgehen zu können), die Drucklegung eines fortlaufenden geplanten Werkes, betitelt:Die Ausgrabungen von Olympia" und rrne Uebersicht der Arbeiten und Funde vom Winter und Frühjahr

1875/76 (4 Bogen Dxt mit 31 Photogrophien, 2 Lichtdrucktafeln und 1 Holzschnitt); die öffentliche Ausstellung der GypSabgüsse im Kuppel­saal deS Museums und die Kopirung der wichtigsten Zeichnungen, sowie deS Tagebuches und der Inventars vollendet worden. Aus dem In­ventar ergibt sich, daß die gehegten Erwartungen im vollen Maß er­reicht worden sind. Dasselbe verzeichnet: 1) an Marmoren 178 Stück (darunter 14 größere Torfen, die Nike, eine Metops, 8 Löwenköpfe rc.); 2) an Bronzen 685 Stück; 3) an Terrocotten 242 Stück; 4) an Münzen 174 Stück (außer einem Schatz von über 800 Stück byzan­tinischen Kupfermünzen); 5) an Inschriften 79 Stück u. a. m. So befindet sich schon jetzt, nach etwa fünfmonatlicher Arbeit, ein bedeuten­des Lokalmuseum in Olympia. Für die Uebcrwachung, sowie Sicherung des ganzen GrabungSgebietes während der Arbeitspause ist Seitens der griechischen Regierung vollständige Sorge getragen worden. Die Ge- sammtsumme aller bisherigen Kosün beträgt rund 120,000 Mark. ES sind schon vor dem Abschlüsse der ersten Kampagne alle vorbereitenden Schritte geschehen, um demnächst die Ausgrabung deS Zeustempels mit seiner nächsten Umgebung zu vollenden. Schon ist ein zweites unfer­tiges Haus in Druva auf längere Zeit gemiethet worden, um während deS Sommers auSgebaut zu werden zur Wohnung für zwei Oberauf­seher. In ähnlicher Weise hat das bisherige deutsche HauS einen ent- : sprechenden verbessernden Um- und Erweiterungsbau erfahren. Ferner j sind alle nothwendigen Schritte auf diplomatischem Wege geschehen, um i den von der griechischen Regierung übernommenen Bau der Straße von : Pyrgos nach O Ympia zu beschleunigen. Endlich hnt der dirigirende Techniker Auftrag erhalten, an zwei HauptausgrabungSPlätzen in Athen und Pomp-ji Studien zu machen für verschiedene Arbeitsmethoden, i Nach den jtzt vorliegenden Erfahrungen läßt sich annehmen, daß zur ! kräftigen und erfolgreichen Fortführung der Arbeiten im obengenannten ; Sinne die Summe von 340,000 Mark erforderlich ist, wovon in der f Zeit vom 1. Jan. bis 31. März 1877 40,000 Mark, vom 1. Avril 1877/78 150,000 Mark, vom 1. Aprrl 1878/79 150,000 Mark zur Verwendung kommen würden.

Die Reichtkommission für die Ausstellung in Philadelphia hat nach demBerl. Tgbl." an sämmtliche Aussteller in den jüngsten Tagen die Anfrage ergehen lassen, was beim Schluß der Aurstillung mit ihren Waaren geschehen solle. In den überwiegenden Fällen ist die Rücksen­dung verlangt worden. In Anbetracht, daß beim HintranSpo: t sowohl wie während der Ausstellung selbst über mancherlei vorgekommene Un­regelmäßigkeiten geklagt wurde, und daß die Befürchtung nicht ungerecht­fertigt erscheint, bei dem Schlüsse der Ausstellung könnten sich solche Unregelmäßigkeiten in vergrößertem Maßstabe wiederholen, wird die Reichskommission hoffentlich Vorsorge treffen, durch die möglichst direkte ' Ueberwachung des deutschen Departements deutsche Aussteller vor Ver­lusten zu bewahren.

In einer zu Frankfurt a. M. anhängigen Prozeßsache gegen die Kaiser Franz-Josef-Bahn hat das dortige Stadtgericht, nach dem Franks. I.", entschieden, daß das Reichsgesetz über die Markwährung volle Anwendung finde auf die Zahlungen, welche die genannte Bahn in Frankfurt versprochen habe. Die Bahn ist somit verurtheilt worden, ihre Coupons in Gold (bei Beträgen über 20 Mk) zu zahlen, und dabei nicht den von ihr beliebten, dem Gläubiger nachtheiligen KurS zu berechnen, sondern für 5 fl. österreich. Währung oder 5 fl. 50 kr. füdd. Währung genan 10 Mk. zu geben.

Wie derWests. Prov.-Ztg." vom Niederrhein, 5. Oktober, ge­schrieben wird, macht sich in jüngster Zeit auf den von den Nieder­landen zu Berg fahrenden Personenkonten der niederländischen Gesell­schaft eine vermehrte Frequenz bemerkbar, die vorzugsweise ihren Grund in der Rückkehr deutscher Auswanderer aus Amerika findet.

München, 10. Oktober. Am 15. d. M. ist der, wie von allem Anfang an bestimmt war, offizielle Schluß der deutschen Kunst- und KunsiindustrieauSstellung im kgl. GlaSpalaste. Tags zuvor findet die Verloosung der Gewirnste der mit ihr verbundenen Lotterie statt. Der Verkauf derselben ist ein immer gesteigerterer geworden, da sich der Fremdenverkehr in der letzten Zeit 6« dem herrlichen, wahrhaft som-