Einzelbild herunterladen
 

«»neue«*». »««: C-Nch » ««L ij.4*.5O¥.

»ierteljätrlUi 1 etert 16 es» WOr ouewüttie« könnenten e# dem betreffen» *en Postausschlo» Weetnielne Num­mer ie W,.

M 235.

&nautr LWW

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstag» mit der Berliner Provinzial-Corresponbenz.

3«ferti»w*.

e«i»s

Sie 1>P»ütg« «»rm-u-zM- »d. deren Wuuh

1« W»

Me »Walt. eeW»

«e afMitiecßeil«

Montag den 9. Oktober.

Xegelf^g®.

Die Nat.-Z. wirft die Frage auf: soll der Reichstag warten, bis ihm durch eine Vorlage der ReichSregierung Veranlassung geboten wird, zu der Eisenbahnfrage Stellung zu nehmkn? Sie verneint diese Frage entschieden und sagt zur Begründung ihrer Ansicht:Sehen wir von allem andern ab, was in die Eisenbahnfrage hineinspielt, so fordern allein die durch sie berührten wirthschaftlichen Interessen^ daß nicht« versäumt werde, um die Dauer eines Zustande» abzvkürzen, der diesel­ben in hohem Grade benachtheiligt. Die Konfusion der Eiseubahntarif«, die Mängel in Ansehung der Sicherheit und Pünkllichkeit der Beförde­rung, daS Fortbestehen »rationeller Differentialtarife und der provi­sorischen Frachtzuichläge bieten der Entwicklung der wirthschaftlichen Thätigkeit ein schwere» Hemmniß/ das sich bei der kritischen Lage eine» großen Theiles der heimischen Industrie doppelt fühlbar macht. Die Eisenbahnfrage ist mit der Zollsrage eng verbunden; in dem Kampfe gegen die autländische Konkurrenz bildet die Transportfrage ein wesent­liche» Moment, und wie hoch ihre Bedeutung in industriellen Steife« angeschlagen wird, da» beweisen die von allen Seiten darauf hin gerich­teten Kundgebungen. Der Reichstag ist unleugbar dazu berufen, diesen Verhältnissen seine Aufmerksamkeit zuzuwenden, und er hat er wie wir glauben, in der Hand, durch sein Votum alle weiteren Bestrebungen in eine bestimmte Richtung zu lenken. Der Reichstag ist ja di jenige In­stanz, der die Entscheidung über eine endgültige Regelung des deutschen Eisenbahnwesens anheimsällt; in ihm sind auch die wiederstrebenden Interessen, die sich in den einzelnen Bundesstaate» geltend machen, ver­treten, seine Entscheidung kann daher nicht verfehlen, dorthin zurückzu- wirke». Nehmen wir andererseits den Fall an, dag der Reichstag mit den im Schooße der Reichsregierung herrschenden Auffassungen nicht übereinstimmt, so kann dieser Gegensatz gar nicht frühe genug zum of­fenen Ausdruck gelangen. E» ist verlorene Mühe und verlorene Zeit, welche auf vorbereitende Schritte verwendet werden, die sich von einem Ziele entfernen, das nur mit Zustimmung der Reichstag» erreicht wer- den kann. Wir wollen hier nicht untersuchen, ob der Reichstag nicht schon früher der Eisenbahnfrage hätte näher treten können und näher treten sollen. Berechtigte Klagen über die Mängel det Eisenbahnwe­sens sind mcht erst von heute, und wie wenig genügend die Schaffung des Reichteisenbahnamte» war, um denselben wirksam entgegenzutreten, da» war ja längst offenkundig. Je eher daher der Reichstag dazu übergeht, die Initiative in der Eisenbahnfrage zu ergreifen, desto eher dürfen wir eine befriedigende Regelung unhaltbarer, eine schwere Schä­digung wichtiger Interessen bedingender Zustände erwarten. Wir sehe« auch nicht ab, warum der mit der bevorstehenden Session eintretende Abschluß einer Legislaturperiode einen Grund dafür abgeben sollte, sich von der Stellungnahme zu einer Frage fern zu halten, die dieser Reich«, tag unter seinen Augen sich hat zu der gegenwärtigen Schärfe und Dringlichkeit zuspitzen sehen."

Am 4. hat in Berlin die Leichenfeier für den verst. Reich«. tag-abg. Franz Ziegler unter zahlreicher Betheiligung stattgefunden. In einem der Vorverzimmer der Wohnung war der einfache schwarz dekorirte Sarg, von Blumen umgeben, aufgestellt. Auf demselben lag u. A. ein großer Lorbeerkranz, auf dessen breiten Schleifen die Worte U lesen waren:Dem treuen Kämpfer für Wahrheit und Recht, ihrem ReichStagSabg. Franz Ziegler, die deutsche Fortschrittspartei in BreSlau.* 3n der Trauerversammlung bemerkte man sämmtliche hier wohnende Mitglieder der Fortschrittspartei und der national-liberalen, darunter Lasker, Techow, Lippke, Richter-Saugershausen rc., ferner u. A. den Weh.. R. Michaelis vom ReichSkanzleramt, Mitglieder bei Obertribu- now, viele Schriftsteller und Journalisten. Die Gedächtnißrede am IW^ -der Prediger Thomas, der in ergreifender Weise einen

Leben des Heimgegangenen warf, als Politiker seine ueverzeugungitreue und seinen warmen Patriotismus rühmend, wäh- rend er in Bezug auf sein bürgerliches Leben seine treue Freundschaft und bte mmgen Beziehungen zu Gattin und Tochter hervorhob. Nach etnem kurzen Gebete wurde der Sarg in den von 4 Pferden gezogenen Leichenwagen gehsben und nun zur Beisetzung in das Leichenhau» aus

dem Friedhof der Jerusalemer Gemeinde geführt, wohin in langer Wa­genreihe die Trauerversammlung folgte. Von hier aus wird die Leiche in aller Stille in das Erbbegräbniß der Familie Ziegler zu Branden­burg an der Havel gekracht werden. (Pr. »r>

Die deutsche FregatteFriedrich Karl" ist nach einem Tele­gramm vom 6. d. M. auf der Rhede von Salonichi eingetroffen. Ver­anlassung zu dieser Abordnung des Schiffes von dem Mittelmeer-Ge­schwader haben dem Vernehmen nach die letzten Berichte aus Salonichi gegeben, die wiederholte Ermordungen von Christen durch die Türken meldeten. Vier Mordthaten wurden allein auf der Besitzung des Herrn Robert Abbot, eines englischen Unterthans, verübt. DaS Oberhaupt einer Ortschaft und seine Frau wurden während deS Mittageffens er­mordet. Verschiedene Pachthöfe wurden geplündert und verbrannt in Verria zwei Mordthaten begangen und in verschiedene Häuser ein­gebrochen. Die Behörden sind entweder nicht im Stande oder abge­neigt, ruhige Personen zu beschützen.

S. M. S.Friedrich Carl" ist am 5. d. MtS. von Smyrna nach Salonichi in See gegangen.

London, 7. Oktober. Das auswärtige Amt veröffentlicht eine Depesche Derky's an den englischen Botschafter in Konstantinopel, Elliot, betreffend die in Bulgarien vorgekommenen Gräuelthaten. In derselben spricht die Regierung ihr Bedauern darüber aus, daß durch den eingegangenen amtlichen Bericht des Botschafters die gedachten Handlungen, welche durch keinerlei politische Rücksichten gerechtfertigt seien, vollauf bestätigt werden. Zugleich wird Elliot angewiesen, dem Sultan da» Ergebniß der Untersuchungen Barings, sowie die Namen der Urheber der Gräuelthaten mitzutheilen, deren Bestrafung zu verlan­gen und auf volle Entschädigung, sowie auf Garantien für die künftige Sicherheit der christlichen Einwohner Bulgariens zu dringen. Außer­dem wird in der Depesche die Ernennung eines energischen Spezial- GouverneurS Bulgariens befürwortet, welcher, wenn auch nicht selber Christ, doch daS Vertrauen der christlichen Bevölkerung genieße.

Paris, 5. Oktober. Der Unterrichts-Minister Waddington wird in den nächsten Tagen Paris verlassen und sich nach dem Süden begeben, wo er sich in mehreren Städten von den Bedürfnissen des Unterricht- überzeugen will. Er wird namentlich Bordeaux, Toulouse und Montpellier besuchen. Wie dieCorr. HavaS" meldet, ist die Gründung von neuen rein katholischen Journalen im Werke, deren be­sondere Aufgabe darin bestehen würde, die Frage des Kongregations- oder LaienuuterrichtS zu behandeln.

St. Petersburg, Sonnabend, 7, Oktober, Vormittag». Die Nachricht hiesiger Zeitungen, daß über eine eventuelle Okkupation der insurgirten türkischen Provinzen und zwar Bulgariens durch Ruß­land, BoSnienS und der Herzegowina durch Oesterreich unter sämmt­lichen Mächten bereits eine Vereinbarung erzielt worden sei, wird in hiesigen politischen Kreisen als ein noch weiterer Bestätigung bedürfen­des Gerücht angesehen. Ebenso ist die Meldung englischer Zeitungen, daß bei einer etwaigen Flottendemonstration nur russische und öster­reichische Schiffe betheiligt sein werden, durchaus irrig, da von vorn­herein bei einer derartigen Eventualität die Mitwirkung sämmtlicher Großmächte beabsichtigt gewesen ist. Wie bisher, so wird auch für alle weiteren Schritte in der orientalischen Frage ein einseitiges Vor­gehen vermieden werden und jede Aktion nur nach gemeinsamem Ein­vernehmen aller Mächte erfolgen. DerInternationalen Telegra- Phen-Agentur" wird aus Ragusa vom gestrigen Tage bestätigt, daß Montenegro eingewilligt habe, die bestehende Waffenruhe bis zum Ab­schluß eines regelrechten Waffenstillstandes zu verlängern. Die Pforte habe die von Montenegro gestellten Bedingungen, daß die Proviantirung der cernirten türkischen Fort» und Truppentheile nur unter Kontrole Montenegro» geschehen dürfe, nach viertägigem Zaudern am gestrigen Tage acceptirt. ES herrsche somit zwischen Montenegro und der Türkei neuerdings Waffenruhe auf unbestimmte Dauer. Das günstige Resultat sei hauptsächlich den Bemühungen des englischen Konsuls Monson zu verdanken. St^».,

Madrid, 6. Oktober. Der frühere Justiz-Minister Alons»