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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondent,
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Samstag »e« 7. Oktober
Bekanntmachung.
Die Stutenbcsichtigung pro Deckung 1877 werde ich im hiesigen Kreise in den Monaten Oktober und November cr. an nachstehend bezeichneten Tagen, Orten und Stunden vornehmen
1) Auf den 14 Oktober cr., Morgens 10 Uhr, zu Bocken- heim vor dem Gasthause „zum deutschen Hof" für Bockenheim, Praunheim und Ginnheim.
2) Auf d en 21. Oktober cr., Morgens 10 Uhr, vor dem Gasthause „zum Heilwenstock" bei S cklack für die Orte Eschersheim, Eckenheim, Preungesheim, Berkersheim, Bergen mit Enkheim, Gronau, Nieder- und Oberdorfelden, Seckbach und Bischossheim.
3) Auf den 2 8. Oktober cr., Morgens 9 Uhr, zu Windecken vor dem „Zeb'schen Gasthaus- für die Orte Windecken, Erb- stadt, Eichen, Ostheim, Roßdorf ur d Marköbel
4) A uf den 4. November cr., MorE-L ^/,10 Uhr, zu Wilhelmsbad vor der kleiv-n Wirthschaft für die O'te Hochstadt, Wachenbuchen, Mittelbuchen, Dörnigheim, Keffelstadt, Bruchköbel, Nieder- und Oberisfigheim, Rüdigheim, Kilianstädteu und Fechenheim.
5) Auf den 11. November cr., Morgens 10 Uhr, zu La» genselbold vor dem Schweins bcrn'scken Gasthaus- für Langenselb ld, L.»gendiebach, Ravolzhausen, Hüttengefäß, Neuwiedermuß und Rückingen.
6) Auf den 1 8. November cr., Morgens 10 Uhr, zu Ha na« vor meiner Wohnung — Hospitalstraße 41 — für die Siadt Hanau, Nieder- u. Oberrodeubach, Großauheim und Großkrotzen- bürg sowie für alle diejenigen Besitzer von Stuten, welche in dem für ihre Gemeinden zu obigem Zwecke bestimmten Termine zu erscheinen verhindert waren.
Es wird daran erinnert, daß nur gesunde» kräftige, gut gebaute und wohl genährte, zur Nachzucht völlig geeignete und nicht mit Erb« oder Augenfehlern behaftete Stuten den Landbeschälern zugewiesen werden können. Werden die für die Betheiligten zu dem angegebenen Zwicke augesltzten Termine von denselben inne geholten, so geschieht die Besichtigung der Stuten und die Erihnlung von Zulaßscheinen ohne Kosten.
Hanau, am 3. Oktober 1876.
Der Kreisthierarzt
D e m m e.
Wird veröffentlicht.
Hanau, am 4. Oktober 1876
Der Landrath.
Gesunden: Ein Kinderschuh von Glanzleder. Ein verschiedenfarbiges carrirt geflochtene- Cigarren Etui. Zwei Säcke S. R. Nr. 4 gez.; der Eigenthümer kann dieselbe bei Rechnungsführer Herrn Schröter zu Niederissigheim in Empfang nehmen. Ein Henkelkorb.
Verloren: Auf der Straße von Hanau bis Rückingen eine wollene Pferdecke; dem Finder eine Belohnung. Eine Brieftasche enth. 90 Mark in Papiergeld.
Hanau, am 7. Oktober 1876.
Wochenschau.
H H. C. Das Hauptereigniß der letzten Tage ist die Ablehnung der von den Mächten vorgeschlagenen Friedensbedingungen durch die Pforte. Nach „langem Schwanken" hat sich der türkische Ministerrath m dieser Weise entschieden. Es war dies vorauSzusehen. Vorauszu- sehen ist aber auch, daß diese Ablehnung das Ende der türkischen Herrschaft in Europa zur Folge haben wird. Dieses Ende wäre natürlich so tote so nicht ausgeblieben, allein auf diese Weise wird eS beschleunigt und wird verhindert, daß sich an die Lösung der türk. Frage ein europ. Krieg knüpft. Denn welche Macht wird nun der Pforte zu Hülfe springen können? Die türk. Entscheidung beweist, daß das ver- bohrte, unverbesserliche Alttürkenthum die Oberhand gewonnen hat, welches schon seit einiger Zeit die reformfreundlichen „Räthe der Krone" Mit Sturz und Meuchelmord bedrohte. Schon der Umstand, daß die Pforte vorige Woche den von den Mächten einstimmig verlangten Waf-
f ferstillstand verweigerte und nur eine Stägioe Waffenruhe bewilligte, ( war ein sehr vielsagendes Vorzeichen. Und Tschernajeff und die serbi- ; sche Regierung hatten ganz Richt, daß sie die Verlängerung der Waf- i fenruhe verwarfen und nur einen formellen Waffenstillstand annehmen f zu können irklärten. Wenn in Folge der serbischen Ablehnung der i Waffenruhe der Kriegs tanz im Morawathale wieder seinen Anfang ge- : nommen und schon am 28. und 30. September größere Schlachten ge« | liefert wurden, die, räch alter schöner Sitte, von beiven Theilen gewon- 1 neu worden sein wollen, — so dürfte die Ablehnung der großmächt- lichen Friedensbedingungen von Seiten der Pforte die militärische Intervention Rußlands, die russische Kriegserklärung an die Türkei zur unmittelbaren Folge haben. Rußland hat vorher schon den Mächten erklären lassen, daß, wenn die Pforte ablehne, der Casus belli gegeben sei. Rußland, das die türk. Frage jetzt unter allen Umständen zum AuStrag bringen will, hatte sich aber bereits auf den Fall der türk. Einwilligung vorbereitet und bereits verlautbaren lassen, daß die zu schaffende Selbstregierung der Herzegowina, Bosnien's und der Bulgarei sich nicht auf die Verwaltung beschränken dürfe, sondern auch auf das polit. Gebiet ausgedehnt werden müsse, und daß der von diesen 3 autonomen Staaten an die Pforte zu richtende Tribut für die nächsten Jahre zu erlassen sei. Auf solche Bedingungen wären die Türken doch nimmermihr eingegangen. Um zu beweisen, daß er trotz alledem gegen Oesterreich nichts Böses vorhabe und den europäischen Frieden unter allen Umständen wahren wolle, hatte nun der Czar Ende voriger , Woche von Livadien aus seinen Generaladjutantcn Sumarokow mit einem eigenhändigen Schreiben nach Wien gesandt, welches, wie aus allem hervorgeht, dem Kaiser Frau/ Josef d°v Vorschlag macht, im Falle der türk. Ablehnung sollen österreichische Truppen Bosnien und die Herzegowina, russische die Bulgarei besetzen. Zum Empfange Su- marokow's kam der Kaiser von seinem Jagdausfluge nach Wien zurück, : verweilte einige Tage daselbst, gab Antwort und kehrte vergnügt zur Jagdgesellschaft zurück. Es scheint, als ob Franz Josef zugesagt habe. ; Das ^Eingehen auf den russischen Vorschlag ist immer noch das Beste 5 für Oesterreich. Rußland allein gewähren zu lassen, oder Krieg gegen ; Rußland wären sicherlich weniger vortheilhafte Entscheidungen. Die i russischen Politiker aber denken wohl, seiner Zeit Oesterreich aus dem ’ balkanischen Gebiete Herausmanöveriren zu können. Das Wiener Kabinet soll bereits mit den übrigen Mächten über die Eventualität i des Einmarsches seiner Truppen in Bosnien korrespondiren.
In bet. letzten Septemberwoche fand bekanntlich in Berlin der . preuß. Stadtverordneten- und in Bremen der deutsche Volkswirthschaft« i liche Kongreß statt. Ersterer faßte Resolutionen zu den Beschlüssen des i Abg.- Hauses in Bezug auf die Städteordnung, Letzterer sprach sich zu j Gunst, n der Gewichts« und gegen die Werthzölle und gegen die Ver- i längerung der Eisenzölle aus. Wie aber Ersterer sich hütete, die Frage f des GemeindewahlrechtS zur Abstimmung zu bringen, so Letzterer die i Reichseisenbahnsrage. In beiden Fällen fürchtete man das zu starke s Auseinandergehen der Meinungen. Die Mehrheit der Stadtverordneten aber war emweder für das Dreiklassensystem oder für das allgemeine Wahlrecht mit Census. Den über die freihändlerischen Resolutionen des Volkswirthsch. Kongresses verstimmten Schutzzöllnern hat übrigens der preuß. Finanzminister Camphausen einen kleinen Trost gegeben. Er soll wenigstens geäußert haben, daß er in einer kleinen Verlängerung der Schutzzölle auf Eisenwaaren keine prinzipielle Bedeutung erblicke. Freilich soll er hinzugefügt haben, daß alsdann auch Bürgschaften gegeben werden müßten, daß eine solche Verlängerung nur eine vorübergehende Ausnahmemaßregel sei.
In Frankreich fanden 6 Ersatzwahlen zur Teputirtenkammer statt. An Stelle von 6 „arnullirten" Antirepublikanern wurden 2 Bonapartisten und 4 Republikaner gewählt.
Aus Spanien kommen Nachrichten, welche von Bemühungen reden, die baskische Bevölkerung wiederum zur Rebellion zu bewegen, diesmal behufs Wahrung ihrer Sonderrechte, die ihnen die Regierung kürzlich zum guten Theile genommen hat.
Die serbische KönigSangelegenheit steht ohne Zweifel mit der Fortführung des Krieges in Zusammenhang. Auf das Drängen der Mächte hat Fürst Milan den Kriegsminister zu Tschernajeff gesandt um denselben zur Zurücknahme her KönigSProklamation zu bewegen