«Seextate*«» y«iS: ehrlich 9 Wart
«j. 4 « 50 P. »ittteljätrli» « Mar, U6 Bf,. Mr auswärtige Abonnenten «St drm betreffen» Wen Postausschlag. Nr einzelne Num« tsct 10 Psg.
Zugleich Amtliches Organ für KreiS und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial- Correspondenz.
Attferti»»«-
Preir: £ne i’^eitfgr Sartnondzerir os» leren Kaa»
10 P^.
Lte -walt. 3db so ite-
»e«!r>aMz«LrU, SO Pf»
M 232
Donnerstag den 5. Oktober.
1876.
WgyesschK«.
— Ueber die Stellung der preußischen Regierung zur Beschickung der Pariser Weltausstellung des Jahres 1878 gibt folgendes Rundschreiben des Ministers Dr. Achenbach an die Handelskammern verläßliche Kunde, das die N. Frkf. Pr. veröffentlicht: Berlin, 26, Sept. Der Handelskammer ist bekannt, daß die französ. Regierung für das Jahr 1878 die Veranstaltung einer iüternationalen Ausstellung in Paris beschlossen und die fremden Nationen zur Betheiligung an dieser Ausstellung eingeladen hat. Da das Unternehmen, welches wegen der raschen Aufeinanderfolge der Weltausstellungen und der gedrückten Lage der Industrie anfangs auf erhebliche Bedenken stieß, gegenwärtig einer lebhafteren Theilnahme begegnet, und da sich, obwohl offenkundige Entschließungen noch nicht vorliegen, kaum noch bezweifeln läßt, daß die eurrpäischen Industriestaaten in Paris vertreten sein werden, so ist auch für Deutschland nunmehr eine Entscheidung unaufschiebbar geworden. Behufs Herbeiführung derselben kommt es vor Allem darauf an, die Ansichten und Wünsche der betheiligten Kreise der Industrie kennen zu lernen. Wenn das Reich die Ausstellung beschickt, so bedingt es die Stellung der Nation und das Interesse ihres Gewermfleißes, daß Deutschland in würdiger Weise vertreten wird. Sollte daher in Folge der Abneigung der gewerblichen Kreise eine solche Vertretung sich nicht ermöglichen lassen, so wird es vorzuziehen sein, von jeder Betheiligung abzusehen. Vielfach werden die einzelnen Industriellen bereits die Frage erwogen haben, ob sie sich betheiligen willen, und es wird daher den Handels kämme; n nicht schwer fallen, sich in kürzester Frist darüber zu informiren, wie weit und unter welchen Voraussetzungen aus ihrem Bezirk auf eine Betheiligung, die an ihrem Theil die würdige Vertretung Deutschlands erwarten läßt, wird gerechnet werden können. ES wird dies um so leichter sein, als es nach den auf früheren Weltausstellungen gemachten Erfahrungen im Interesse des Ganzen, wie der einzelnen Industriellen nothwendig sein wird, nicht mehr wie sonst, Jedermann, sondern nur solche Firmen zur Theilnahme an der*Aus- stellung zuzulassen, welche nicht nur die Mittel besitzen, um die Kosten einer angemessenen Schaustellung zu tragen, sondern auch durch eine Produktion sich auszeichnen, die ihren Schauleistungen inneren Werth gewährleistet. Nach dem AuSstillungSprogramm, wie dasselbe in den öff. Blättern auszugsweise mitgetheiit, haben die Aussteller zwar keine Platzmiethe zu zahlen, aber alle übrigen Kosten, insbesondere die der Einrichtung und Ausschmückung des Ansstellu . '-bäudes, des Parks und der Gärten zu tragen. Der Fußboden wir , ausgenommen in der Maschinengallerie, den Ausstellern in gutem Zustande überliefert und Gas-, Dampf- und Triebkraft, dort umsonst zur Verfügung gestellt werden, so daß nur die Verbindung der Maschinen mit dem Wellbaum auf eigene Kosten herzustellen ist. ES ergibt sich hieraus und aus der Natur der Sache, daß die Beschickung der Ausstellung in einer für die deutschen Aussteller erfolgreichen Weise ohne eigentliche erhebliche Anstrengungen nicht geschehen kann. Die Gtwerbtreibenden werden sich zu erinnern haben, in welcher Art die bedeutenden Firmen des AuSlandeS auf den großen Weltausstellungen aufzutreten pflegen und wie wenig dem bisher die deutschen Schaustellungen in der Regel entsprochen haben. Sofern jedoch die deutsche Industrie in ihrer überwiegenden Vertretung zur Betheiligung bereit sein und das Reich dazu bestimmen sollte, die Organisation der Ausstellung in einer Weise, welche einerseits eine ge- ordnete Geschäftsführung und andererseits eine lebendige Mitwirkung der Aussteller sichert, in die Hand zu nehmen, läßt sich erwarten, daß auch von Seiten des Reiches, wie bei der Wiener Ausstellung die Kosten des Gütertransportes, die Einrichtung der Ausstellungsräume und der allgemeinen Dekoration, mithin diejenigen Ausgaben werden übernommen % ^!che der Gesammtheit der Aussteller zu Stätten kommen.
9h3 unb nothwendig sein wird, einzelnen Gewerbetreibenden ÄS*“®'® ru bewilligen, läßt sich zur Zeit noch nicht S unterlasse ich nicht, ausdrücklich zu bimerkeri,
Snio it,?^ °uf Grund der in der Industrie bestehenden Jnr Theilnahme an ' der Ausstellung sich entschließen sollte, SS^b, daß die Industrie, die von ihren Vertretern Erklärungen auch einlösen und nicht durch nachherige Ent- S Repräsentation Deutschlands in unvorhergesehener Weise 8 fahrden werde. Da dre Zeit, welche zur Vorbereitung der Ausstel
lung noch übrig bleibt, für manche Zweige der Industrie verhältniß- , mäßig kurz ist, muß ich wünschen, den Bericht der Handelskammern so ■ schleunig wie möglich zu erhalten. Der Minister für Handel, Gewerbe i und öff. Arbeiten, (gez. Achenbach.)
— Von gewisser Seite her scheint man im Publikum den Glauben ; erwecken zu wollen, als habe die Sturmfluth gegen die Ausschreitungen ! des Gründerthums eine rückläufige Bewegung augenommen. Begonnen i wurden diese Manöver mit Ausstreuung der Nachricht, das Obertribu- i nal habe von einem Reichstags-Abgeordneten ein Votum über Grün- s dungSManipulationen erbeten und erhalten, inhalts dessen das, was daS i Publikum als Betrug auffaßt, unter dem Schutz von „Usancen" stände, j Solchen Bestrebungen gegenüber ist im Gegentheil zu constatiren, daß ! die Gerichtsproxis sich fortdauernd immer mehr dahin ausbildet, den i betrogenen Actionären einen wirksamen Schutz zu verleihen. Ein neuer ; Fortschritt ist erst vor wenigen Tagen zu verzeichnen gewesen. Während früher das Reichs.Oberhandelsgericht statuirt hat, daß bei wahrheits- widrigen Prosp-cten die Haftbarkeit für etwa noch ausstehende Actien- - einzahlungen erlischt, so hak doch noch kein Präjudiz dafür bestanden, daß in solchen Fällen auch schon geleistete Einzahlungen von den Grün- : dern zurückzuerstatten seien. In voriger Woche nun hatte das oberste ; Gericht für Handelssachen Veranlassung, in diesem weiteren Sinne eine : präjudicielle Entscheidung zu fällen, die von einer kaum absehbaren Tragweite für die Verfolgung vor Civilansprüchen geschädigter Aktionärs werden kann. Der Leipziger Gerichtshof verurtheilte nämlich die Gründer der „Vereinigten Bischweiler Tuchfabriken" wegen der bei der Actien« emission stattgehabten Manipulationen, die Actien zum Paricourse von s den klagbar gewordenen Acüonären zurückzunehmen. (Trib.;
— Die Regierung wird sich, nach der „Trib.", erst in einigen : Wochen mit der Frage beschäftigen können, ob die Arbeiten für die erste Session des Landtages lediglich auf den Staatshaushalt beschränkt wer- ! den sollen. ES ist dies um so mehr zweifelhaft geworden, als sich doch i mehrere Vorlagen als unaufschiebbar herausgestellt haben. Hierzu ge- : hört in erster Linie die Wegeordnung, deren endliche Erledigung der s Regierung von besonderem Interesse ist. Diese Vorlage hat in der : letzten Session bekanntlich bereits in der Commission vollständig durch- berathen werden können, und es verlautet, daß die Regierung mit einer nochmaligen Umarbeitung im Sinne der Anträge jener Commission vor- ! gehen will.
— Die in der Allerhöchsten Ordre vom 27. Mai 1875 für die • Bewaffnung der Kavallerie gegebenen Festsetzungen finden nach einer Ordre vom 31. August d. I. in gleichem Umfange auch für die Bewaffnung der Ulanen-Regimenter Geltung.
— Der General-Feldmarschall und Chef des Generalstabes der Armee Graf von Moltke hat sich zur Fortsetzung des ihm Allerhöchst bewilligten Urlaubs wieder nach Creifau begebcn.
— Königsberg i. Pr., 3. Oktober. Der Provinzial Landtag hat in seiner heutigen Sitzung die auf die Theilung der Provinz gerichteten Petitionen mit 75 gegen 52 Stimmen abgelehnt.
— Ki e l, 2. Oktober. Die Marinebauten in FriedrichSort haben in diesem Sommer erhebliche Fortschritte gemacht. Die Kaserne dürfte, wie die „Kiel. Ztg." mittheilt, in etwa 8 Tagen gerichtet werden.
— In Reichenbach (O.-L) ist Trichinosis konstatirt. 25 Personen liegen daselbst an der Krankheit schwer darnleder, darunter der i Fleischer selbst, welcher das trichinenhaltige Schwein geschlachtet und von : dessen Fleisch in Form von Bratwurst gegessen hatte. Auch der Bahnhof-Restaurateur hatte solche trichinenhaltige Bratwürste gekauft und an durchreisende Fremde verabreicht, so daß die Zahl der Erkrankungen vermuthlich sich noch größer herausstellen wir.
— Karlsruhe, 2. Okt. Die Generalsynode der badischen Landeskirche — die achte seit dem Bestand der Union (1821), die dritte, welche auf dem Boden der neuen Kirchenverfassung gehalten wird — ist auf den 5; d. Mts. hierher einberufen worden.
— Ä ün ch en, 3. Oktober. Zur Neuaufnahme in das Kadetun- korpS, bezw. zUr diesbezüglichen Prüfung waren 44 Kompetenten onae« meldet und zugelasstn, 4 aber freiwillig zurückgetreten, so daß sich 40 der Prüfung unterzogen; von diesen wurden 11 (über ein Vierte!) alS unbefähigt zurückgewiesen, 29 ausgenommen und zwar 24 in die I., 3