Einzelbild herunterladen
 

Sd»»ne«rnt»- yreii:

Ech S Mark

4 M. 50 P. 8ierteliftltli4 » Wart Ä Ps,. sa- uuSwirrttge Ndunneute» Mt Dem betreffe*» »W P°st-usschla,. «k einzelne Num­mer 10 Psg.

£jnnaiicr »Ä.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Die Li^airifif GarrnoM-zcttlL sd, deren Rc-rum

10 tpfa.

Die 2f^lt. L-L«

20 Wg.

Die SspaLtt^eZ^l« 80 Pfs-

M 225

Mittwoch den 27. September.

18^

r- Uekanntinachükgen KZuigl. LaudrathSamLS dahier.

Verloren: Ein Notizbuch.

Zugelaufen: Ein Schwein; der Eigenthümer kann dasselbe bei Ferdinand Lenz zu Großauheim in Empfang nehmen. Ein Pinscher, männlichen Geschlechts.

Gefunden: Ein Notizbuch. Ein Kindersprzierstock. Ein Kinder­strumpf. Ein Kinderschüh. Ein weißes Taschentuch. Eine Schnupf­tabaksdose.

Hasan am 27. September 1876.

Berlin, 23. September. Die vollständige Zurückhaltung der deutschen Regierung gegenüber der orientalischen Frage Alles, was in dieser Beziehung den Schein einer offiziösen Mittheilung an« nimmt, darf sofort als reine Konjektur zurückgewiesen werden dauert auch den gegenwärtigen Friedensverhandlungen gegenüber fort, und man irrt wohl nicht, wenn man annimmt, daß dies zum großen Theile da­von herrührt, daß die russische Politik keineswegs klar ist. Die außer­ordentliche Fertigkeit mit welcher die russischen Organe verschiedenster Farben das Pronunciamento in Deligrad angreifen, ließ nur einen Punkt in das volle Licht treten, nämlich, daß Rußland die volle Un abhängigkeit Serbiens verabscheut und eventuell den Fürsten Milan lieber seinem Schicksale überlassen würde, als eine Bewegung unter» : stützen, welche die Freiheit Serbiens auch von russischem Einfluß be- i gründen könnte. Wie weit dabei persönliche Verhältnisse am russischen; Hofe mitspielen (Tschernajeff soll dem Fürsten Gortschakoff verhaßt und i dagegen bei dem Fürsten BariatinSky, der auch das Ohr des Kaisers besitzt, sehr gut angeschrieben sein), ist nicht zu entscheiden. Jedenfalls müßten alle Parteien in Deutschland mit der Politik der deutschen Re- gierung, die nichts weniger ist, als eine Schleppträgerin Rußlands, zufrieden sein. (m». M«k.i

Berlin, 26. Sept. Der in weiteren Kreisen bekannte humo­ristische Schriftsteller Adolph Glasbrenner ist gestern Abend hierselbst verstorben.

Köln, 24. September. Ueber die Beraubung des Post- : Wagens auf der Kölner R^einbrücke verlautet, daß der Thäter ein in | Deutz ansässiger Schlosser ist. Derselbe soll früher bei der Post ange- ; stellt gewesen sein.

Bremen, 25. September. Der volkswirthschaftliche Kon- I greg ist heute eröffnet und durch den Bürgermeister Grave im Namen der Stadt begrüßt worden. Die Wahl des Bureaus erfolgte durch Akklamation. Zum Präsident-n wurde Dr. C. Braun, zum 1. Vize- Präsidenten Senatör Gröning, zum 2. Vize-Präsidenten Baron Kübeck gewählt. Der Kongreß nahm nach Schluß der Debatte über die Frage: ! Werth- oder Gewichtszölle, folgenden Antrag des Referenten Seysiart an: In Erwägung, daß zwar Werthzölle für manche Waarengattungen, deren Artikel mit sehr verschiedenem Verhältniß zwischen Werth und ! Gewicht angehören, vorthrilhaft. erscheinen, daß indessen das Ziel einer s richtigen Zollnormirung auch durch Abstufung von Gewichtizöllen er- ' teilbar ist daß dagegen nach den Erfahrungen in allen Ländern, welche Werthzölle erheben, durch dieses System dem legitimen Handel unberechenbare Schwierigkeiten, dem freien Verkehr wie der gesunden Konkurrenz ernste Schädigungen erwachsen: erklärt der Kongreß, daß Gewichts-, resp. Raum- und Stückzölle den Vorzug vor Werthzöllen oerötenen. Ueber die Frage der Handelsverträge berichtete Lammers ini ! ®tnne der Erneuerung der Verträge, wobei das Augenmerk auf Er- ^

fiidhinnnnac25- ^ Da die Frage, ob auf das tr S?Ä der kathol. Generalversammlung eine Antwort £m,r prÄ Kömgs erfolgt ist, in einem Theile der Presse noch immer erörtert wird, so können wir, so schreibt dieAugSb. Abdztg.« Mittheilen, daß dasselbe in üblicher Weise bereits dankend erwidert war, als man in mehreren Zeitungen las, daß eine Erwiderung unterblieben

M.arpingen, 20. September. Der Madonnenschwindel dauert fort; neuerdings findet sich nach derWes.-Z." in der ultra- montanen Saar-Zeitung wieder eine Mittheilung über die wunderbare Heilung eines kranken Kindes. Inzwischen ist der Gemeinde durch Re- gierungSverfügung die Zahlung einer Summe von 5000 Mark für die durch die bekannten Ueberwachungsmaßregelu u. s. w. erwachsenen Kosten auferlegt worden. Dieselbe soll durch Zuschlag von 115 pCt. zur di­rekten Steuer aufgebracht werden. Wenn die Heilige in dieser Weise fortfährt, unbequem zu werden, so dürste sie bald den Zuspruch ver­lieren.

London, 24. Sept. Lord Derby wird am nächsten Donnerstag die aus Mitgliedern der verschiedenen protestantischen Vereine zusam­mengesetzte Deputation empfangen, die ihm ihre Ansichten und Gesuche bezüglich der Protestantenversolgungen in Spanien vortragen wird.

Paris, 22. September. DerSchw. Merk." schreib;: ES ist bereits gemeldet, daß unter den deutschen Regierungen Verhandlun­gen hinsichtlich der Betheiligung Deutschlands an der Weltausstellung von 1878 im Gange sind und daß auch eine bezügliche Kreditsorderung an den Reichstag gerichtet werden soll. Hiernach erscheint jeder weitere Streit über die Frage, ob das deutsche Reich sich an der Ausstellung betheiligen soll oder nicht, als ein durchaus müßiger. Deutschland wird bei diesem friedliche« Wetlkampf der Nationen erscheinen u?.b Sache so­wohl der Regierungen, als der einzelnen Industriellen und ihrer freien Vereinigungen wird es sein, dafür zu sorgen, daß das deutsche Volk, sein Gewerdefleiß, seine Kunst und sein schöpferischer Geist so würdig und reich als möglich vertreten seien. Es erscheint fast räthselhaft, wie man auch nur einen Augenblick hat für möglich halten können, daß Deutschland im Stande wäre, sich von der gleichsam an seinen Thoren stattfindenden Weltkonkurrenz fernzuhalten. Wäre ein solcher Beschluß gefaßt worden, so würden die Folgen desselben höchst unerwarteter Natur gewesen sein. Die großen für die Ausfuhr arbeitenden deutschen Fabrikanten haben bekanntlich, wie die Industriellen anderer Länder, ihre Vertretungen und nicht selten Waarendepots im Ausland. Ein­zelne unserer großen Fabrikanten würden diesen Umstand dazu benützt haben, ihre Produkte auf Hinterwegen, d. h. durch die Vermittlung ihrer auswärtigen Vertreter, an das Tageslicht der großen Weltaus­stellung zu fördern. Die kleineren Industriellen, vor denen ein der­artiges Vorgehen unmöglich lange geheim geblieben wäre, würden sich, von der Konkurrenz gedrängt, ebenfalls dazu haben bestimmen lassen, ihre Interessen in ähnlicher Weise wie ihre großen Konkurrenten zu wahren. Man hätte als Daten das wenig ergötzliche Schauspiel Hler er­lebt, daß deutsche Produkte unter der Rubrik Oestreich, England und sogar unter Rußland figurirten, zur nicht geringen Heiterkeit der Fran­zosen, denen es nicht entgangen sein würde, daß ihre überrheinischen Nachbarn als Natiön schmollen, als Individuen aber freundliche Ge­sichter annehmen. Außer diesem Mißverhältntß würde aber noch fol­gender Uebelstand eingetreten sein: In jeder Weltausstellung ist die Zahl der zu gewährenden Belohnungen beschränkt und steht in einem an­nähernden Verhältniß zu der Wichtigkeit und Zahl der ausgestellten Gegenstände eines jegliche» Landes. Die aus Fachmännern zusammen­gesetzten Prüfungsjurys, in welchen das ausländische Element jedesmal stark vertreten ist, würden nun selbstverständlich den Produzenten ihrer offiziell vertretenen Länder alle wichtigen Preise zuerkennnen und für die im Schlepptau anderer Staaten fahrenden deutschen Industriellen würden höchstens einige kupferne Medaillen abfallen oder sie würden ganz rühmlos und unerwähnt aus dem Turnier der Nationen zurück­kommen. Die ganze Welt würde dann an der Thatsache festyalten, daß zahlreiche Fabrikanten Deutschlands ausgestellt haben, deren Pro­dukten aber lerne Auszeichnung zu Theil geworden ist. Deutschlands Industrie würde also, falls die Anhänger des Prinzips der Enthaltung durchgedrungen wären, in ganz natürlicher Weise gebrandmarkt, während die Voraussetzung, daß die Franzosen den deutschen Erzeugnissen als solchen keine Gerechtigkeit widerfahren lassen würden, doch nur eine ganz problematische ist. Ich will hier nur zweier Thatsachen erwähnen, die sich ganz neuerdings zugetragen haben und die die Befürchtungen