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Zugleich Amtliches Org»« für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertaze, mit belletristischer Beilage, und Samstag- mit der Berliner Provinzial- Torrespondenz.
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Dienstag den 26. September.
1876.
Monnements-Cinla-ung.
Hierdurch erlauben wir uns auf das^mit dem 1. Oktober d. J. beginnende neue Abonnement des
„Hanauer Anzeiger"
nebst täglich erscheinendem Unterhaltungsblatt ergebenst einzuladen.
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Die Expedition.
MeLsA«LWschu«ßsn Kösigl. LaNdrachsaML datzier.
Die Liste der für das Jahr 1877 zum Amte der Geschworenen in Vorschlag gebrachten Personen vom Kreise Hanau liegt nach §. 279 der Straf. Vroz-ß-Ordnung vom heutigen Tage (26. September) bis zum 3. Oktober er. zu Jedermann«- Emsicht im Dienstlokal des Unterzeichneten offen. Einwendungen gegen dieselbe sind in dieser Zeit hier zu Protokoll anzumelden.
Hanau am 26. September 1876.
Der Landrath.
S S g g g f $ 4 B.
Erfüllung.
8. d. Schw. Merk.
Die Kaisertage von Stuttgart werden im Gedächtniß aller derer, denen es vergönnt war, sie mit zu erleben, einen Ehrenplatz erhalten unmittelbar hinter den großen Tagen, da die Siegeskunden von jenseits des Rheins dar Werden eines neuen Deutschlands gewiß und immer gewisser machten. Taß der Kaiser zu uns gekommen ist, das war Erfüllung nicht nur eines menschlich natürlichen Wunsches, die Ehrfurcht gebietende Person zu sehen, die der Glanz einer so hohen weltgeschichtlichen Bedeutung umgibt; eS war Erfüllung in dem höheren Sinne, daß dadurch dem beglückenden. Bewußtsein, nun zu haben, waS unser Sehnen und Streben war, seit wir politisch zu fühlen und zu denken angefangen, Kaiser und Reich, und dem Vorsatz, es festzuhalten mit allen unseren Kräften, ein festes Siegel aufgedrückt worden ist. Wer den Jubel dieser Tage mit erlebt, der bezeugt auch den Eindruck, den jeder mit sich, davontrug: nun habe man erfahren, wie sicher schon die Grundlagen deS neuen in Deutschland errichteten politischen Gebäude- ruhen. Ein solcher Empfang, wie er dem Kaiser an der Seite seines Sohnes, feiner fürstlichen BundeSgexossen und bewährten Berather an der Südgrenze des Reiches zu Theil geworden, der beweise, daß die neue Machfft-llung Deutschlands ihren Ursprung nicht nur dem Schwert zu danken habe, das mit seltenem KriegSglück wie im Fluge sein Werk verrichtete, sondern aus dem Geist und Herzen deS Volkes geboren sei und eben darin seine sichere Zukunft habe. Wie innig wir eS erträumt und ersehnt, war unS nun erfüllt ist, und Wie herrlich eS in Erfüllung gegangen, das hat Professor Ferdinand Scholl in folgenden klang- und zeistvollen Strophen zusammengefaßt, die in diesen Tagen im Stutt^rrter Künstlerverein Bergwerk zum Vortrag gekommen sind: |
Zum 21. September 1876.
Es wogt und tost durch SluttgartS Straßen
Ein freuderrertes Menfchenmeer,
Und auf der Plätze blum'gem Rasen
Dränzt sich ein Festgeschmücktes Heer;
Und von der Dächer höchstem Grate
Da flaggt's und wimpelt'S hoch heran,
Und Mann und Haus st«hn im Ornate
Um Deutschlands Kaiser zu empfah'n.
WaS in dem Hader alter Zeiten
Der Harnisch und die Kutt' unS nahm,
Was durch der Priester wilde- Streiten,
Durch Fürstenehrgeiz schnöd verkam,
Was deS KyffhäuserS Grab unS raubte
Und was im Grab so lang gesäumt,
WaS wir einst auf dem kahlen Haupte
DeS StaufenbergeS unS erträumt,
WaS einst in holder Kinder stunde
Das Deutsche Lied ins Herz unS trug,
WaS dann in heitrer Brüder Runde x
AuS starker Brust zum Himmel schlug,
WaS als gefährlich schöne Blüthe
An hoher Felswand leuchtend hing,
Wofür daS edelste Gemüthe
Heißstrebend, froh zum Abgrund ging;
Lebendig steht'S vor unS im Glänze
Der einfach mächtgen Wirklichkeit,
Gekrönt mit jenem schlichten Kranze,
Dem Kranz der deutschen Tapferkeit.
Verschwunden sind die Nebeltage
Der traumhaft nachtbefangnen Zeit,
Erloschen selbst die Kaisersage
Vor unsres Kaiser- Herrlichkeit.
So tummelt euch, ihr Schwabenberge,
Legt frisch die Feier kleider an,
Und statt der Riesen, statt der Zwerge
Schickt deutsche Männer auf den Plan.
Sie sollen ihren Kaiser schämn,
Den alten Baum in frischem Saft,
Dem Zollern fest sich anvertrauen,
Der neu deS Reiches Größe schafft.
— Das Gesetz vom 3. Juli d. I., betreffend die Besteuerung des
Gewerbebetriebes im Umherziehen und einige Abänderungen des Ge- Werbesteuergefftzes vom 30. Mai 1820 (G. S. S. 247), enthält in den §§. 27 bis 30 die Bestimmungen, nach welchen das Strafverfahren in den Untersuchungen wegen Hinterziehung der Steuer sowohl vom stehenden Gewerbebetriebe als vom Gewerbebetriebe im Umherziehen vom 1. Oktober d. I. ab eine wesentliche Aenderung erleidet. Behufs richtiger Ausführung der betreffenden Vorschriften hat der Finanz-Minister den Behörden unterm 30. August d. I. eine ausführliche Anweisung zuge- Heu lassen, welche in den Amtsblättern veröffentlicht wird.
— In den deutschen Münzstätten sind bis zum 16. September 1876 geprägt: an Goldmünzen: 1,089,684,440 Mark Doppelkronen, 330,916,650 Mark Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 171,345,164 Mk.; an Silbermünzen: 66,102,165 Mark b-Markstücke, 28 827,562 Mk. 2-Markstücke, 143,512,165 Mk. 1-Markstücke, 36,648,092 Mark 50 Pf. 50-Pfennigstücke, 32,05 9,471 Mark 80 Pf. 20-Pfennig- stücke; an Nickelmünzen: 21,424,061 Mark — Pf. 10-Pfennigstücke, 1l,060,505 Mk. 70 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 5,810,273 Mark 76 Pf. 2-Pfennigstücke, 3,304,597 Mark 67 Pfennige 1-Pfennig- stücke. Gesammtausprägung: an Goldmünzen: 1,420,601,090 Mark; an Silbermünzen: 307,149,456 Mark 30 Pf.; an Nickelmünzen: