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Zugleich AMtlicheS Organ für Kreis ««d Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Torrespondenz.
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Montag den 25. September
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1876.
Beka»«tWachuNgen Köuigl. LasdraLhsaWtk dahier.
Bon dem Herrn Ober-Präsidenten ist unterm 26. v. M. genehmigt worden, daß zu Gunsten-der durch Wafferfluthen Geschädigten im Kreise Hertfeld eine HauS-Eollkcte und zwar für den Umfang deS Regierungsbezirks Cassel mit Ausnahme der Kreise Rinteln und Schmal- kalden abqehalten wird. ' Cassel, den 7. September 1876.
Königl. Regierung, Abth. des Innern.
Wird veröffentlicht, mit dem Hinzufügen, daß die eingehenden Gelder an die Königl. Stemrkassen und von diesen an die Königl. Re- gierungt-Hauptkaffe in Cassel abzvführen sind.
Hanau, am 20. September 1876.
Ein Jagdschein auf den Nomen des Kaufmanns Friedrich Bschiel in Hanau lautend, gültig vom 16. Sept. 1876 bis dahin 1877, ist verloren gegangen. Derselbe wird für ungültig erklärt und ist ein Duplik t desselben ausgefertigt worden.
Hanau, am 16. September 1876.
Die Verfügung vom 5. August d. I. (Kreisblatt Nr. 185), nach welcher die Hunde in den Ortschaften Keffelstadt, Mittelbuche», Wachenbuche», Hochstadt, Kilianstädte», Oberdorfelde», Nieder- dorselde» und Groua« bis auf Weiteres eingefperrt zu halten waren, wird hiermit zurückgezogen.
Hanau am 20. September 1876.
-eptember 1876.
Bewerber um die neu gegründete 2. Schulstelle in Wachen« buchen, mit welcher ein Diensteinkommen von 840 Mark neben freier — neu erbauter — Wohnung und Feuerung verbunden ist, wollen ihre Gesuche baldigst bei dem Schulvorstand einreichen.
Hanau, dm 22 September 1876.
— Berlin, 20. September. Um eine wünscheniwerthe Gleich« heit der Schreibweise der Abkürzungen der für Maße und Gewichte geltenden Name» im amtlichen und Privatverkehr anzubahnen, hat der Reichskanzler nunmehr beschlossen, eine au«-sachkundigen Vertretern der hauptsächlich betheiligten Kreise zusammengesetzte Kommission zu berufe« und die auS den Verhandlungen derselben hervorgehenden Resultate dem BundeSrathe zur weiteren Beschlußnahme zu unterbreiten. (Pr. st)
— Berlin, 24. Sept. In den BundeSrathSautschüffen wird man zunächst am Montag die Referenten wählen und zu umfaffenberen Arbeiten sich erst in der nächsten Woche an der Hand der dann zu erstattenden Referate versammeln. Es liegen vorläufig den Ausschüssen noch keinerlei Arbeiten von Erheblichkeit vor. Die auf den Etat bezüglichen Aufstellungen sind, nach der „&ib.“, dem Plenum noch nicht zugegangen, allem Anschein nach, weil sie noch nicht vollzählig erschienen sind und namentlich der Mililäretat noch fehlt. Dies ist wohl die Ver- anlassung, daß die auswärtigen Mitglieder des BundeSrathS welche zur Eröffnung hierher gekommen waren, zum Theil, wie man uns schreibt, schon wieder in die Heimath zugereist sind.
— Gegenüber dem Verlangen der Voss. Z., daß der Reichskanzler über die Rolle der deutschen Politik in der Orientfrage Auskunft gebe, bemerkt die Nordd. N. Z., daß der Leiter der deutschen Politik sich allemal offen und. entschieden vor dem Lande ausgesprochen habe, wenn diese Politik zum Eingreifen in die Ereignisse wirkUch berufen gewesen sei. DaS Blatt weist ferner darauf hin, daß Deutschland bei den Orientwirren nicht unmittelbar betheiligt, daß die deutsche Politik kelne eingreifende, sondern nur eine vermittelnde Rolle habe und daß dre Erfolge dieser vermittelnden Polit-k beeinträchtigt würden, wenn die Regierung für jeden Schritt und Versuch zum Voraus öffentlich Rede stehen müßte. Die Nordd. A. Z. hebt dabei die Thatsache hervor, daß der Dreikarserbund trotz aller Anfechtungen noch fortbestehe und der Kampf auf der Balkan-Halbinsel trotz aller diplomatischen Reibungen lokalisirt bleibe. Wenn die Presse, jagt sie, auf diese zweifellosen
Thatsachen ein gebührendes Gewicht lege, werde sie vielleicht ihr Verlangen nach Klärung noch einige Zeit zügeln können.
— Die Reichrkommission für die Weltausstellung in Philadelphia macht unterm 22. Sept. im „R.- u. St.A." bekannt: Nach telegraphisches Mittheilungen aus Philadelphia findtt die Vertheilung der Preises au die Aussteller am 27. d. MtS. statt. Sobald amtliche Angaben über das Ergebniß derselben vorliegen, wird den betheiligten deutschen Industriellen und Künstlern Ngchricht zugehen.
— S. M. S. „Medusa" ist aus 21. d. M. in Kiel eingetroffen. — S. M. S. „Elbe" ist an demselben Tage in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt.
— Br »Slau, Sonnabend, 23. September. Vormittags. Der Kongreß der Altkatholiken hat den Professor Schulte in Bonn zum Präsidenten, Schmoelders in Breslau und den Advokat Lützler in Düsseldorf zu Vizc-Präsidenten gewählt und beschlossen, durch eine amtliche Anfrage der altkatholischen Synode eine Erklärung darüber herbeizu- führ?n, ob von Seiten des Staates Hindernisse gegen die Aufhebung des ZwangS-Cölibatgesetzes vorhanden sind, und ferner von jedem altkatholischen Geistlichen ein Votum üver die Aufhebung des Cöiibat- zwangeS einzufordern und endlich auch bei den einzelnen altkatholischen Gemeinden eine Beschlußfassung hierüber zu veranlassen. Der nächste Kongreß der Altkatholiken soll im Jahre 1877 stattfinden.
— Stuttgart, 22. September. Die heute Vormittag von dem Kaiser bei Ludwigsburg abgehaltene Parade nahm den glänzendsten Verlauf. Der König führte dem Kaiser die gesammten Truppen ' vor, worauf der Kaiser sein Regiment zweimal dem Könige vorführte. Der Kaiser sprach sich über die Haltung der Truppen durchaus befriedigt und über den gestrigen Empfang hocherfreut aus.
— In Bin gen wurde bei vier Metzgern eine Quantität von ca. 150 Pfd. Wurst konfiszirt, weil dieselbe mit Kartoffelmehl und Wasser versetzt war.
— Die Enthüllung des ehernen Standbildes des Feldmarschalls Grafen Moltke in seiner mecklenburgischen GeburtSstadt Parchim soll nach den letzten Bestimmungen am 2. Okt. sicher stattfinden. Ob der Kaiser und die Prinzen des k. Hauses an der Feierlichkeit theilnehmen werden, ist noch unentschieden. Die Stadt Parchim und eben so der militärische und der Geburtsadel der Großherzogthümer scheinen sich nach Kräften zu bemühen, die Festlichkeit zu einer möglichst würdigen uyd glänzenden zu gestalten. DaS Denkmal besteht nach den „Berl. Bl." in einer broncenen Kolossalstatue auf einfachem granitnem Postament, nach Dem Modell deS Bildhauers Brunow in Berlin, eines geborenen Mecklenburgers, der in Prof. Siemering'S Werkstatt seine Kunst erlernte. ES ist in Gladenbeck's Gießerei in Berlin gegossen und ciselirt worden. D^ FeldAarfchall ist unbedeckten Hauptes, einfach dastehend, die Hände über einander geschlossen, in der einen Hand den Krimstecher haltend, dargestellt. Der militärische Mantel- Ueberrock, den er angezogen über der Generalsuniform trägt, gibt der Gestalt schöne elastische Fülle und Wucht. Wie die ganze Haltung und daS Verhältniß der Figur, so ist auch der Kopf in seinen feinen, scharfen und energischen Formen, wie in dem ruhig klaren, sinnenden Ausdruck deS Auges und der Züge von
lebendigster Aehnlichkeit.
^ — Karlsruhe, 21. September. Sicherem Vernehmen des „Mannh. $gbL" nach ist Herr Staats minister Dr. Jolly um seine Zurruhesetzung eingekommen.
— In Erlangen ereignete sich am Dienstag Nachmittag ein gräßliches Unglück. Zwei beim Jrrenhausbau beschäftigte Arbeiter wurden durch eine einstürzende Erdschicht verschüttet. Der ein' dersel- ben ist todt herausgegraben, der andere lebensgefährlich verwundet inS Krankenhaus gebracht worden.
— Die (officiöse) Wiener Abendpost schreibt: Von autoritativer Seite wird bestätigt, daß sämmtliche Großmächte sich über die der Pforte vorzuschlagenden Friedensbedingungen geeinigt haben. Die Basis der I Vorschläge bildet das von dem britischen Cabinet formulirte Programm. ; In Konstantinopel werden nun unveruglich Schritte gethan, um die | Pforte zur Annahme der Friedensbedingungen aufzufordern. Da letztere