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Zugleich Amtlicher Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage und Samstags mit der Berliner Proviuzial-Eorrespondenz.
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JK SLK. D»««rft«g den 21. September. 187«.
Bekauutmachuugeu Kömgl. LaudrathSamLs dahier.
Die Dienstmagd Elisabeth GroßhanS aus Eichen soll unter Polizeiaufsicht gestellt werden. Um Benachrichtigung über deren zeitigen Aufenthalt wird ersucht.
Hanau am 16. September 1876.
Auf der Straße von Hanau und Rückingen ist ein Tränkeimer gefunden worden.
Der Eigenthümer kann denselben bei dem Ort-vorstand in Rückin- gen empfangen.
Hanau, am 20. September 1876.
Gefunden: Ein weißes Taschentuch, K. H. 7 gez. Eine braune Schürze. Eine Parthie schwarz-seidene Bänder.
Verloren: Eine lederne Decke.
Zugelaufen: Eine Ente. Zwei junge Hahnen. Ein junge- Huhn.
Hanau, am 20. September 1876.
T s g e » s ch ^ «.
— Berlin, 20. Septbr. Se. Majestät der Kaiser und König wohnten heute in Begleitung Sr. Kaiserlichen Hoheit deS .Großfürsten Nikolaus und der Königlichen Prinzen dem Feldmanöver deS Garde- gegen das Hl. Armee-Corps in dem Terrain zwischen Glasow und Buckow bei, kehrten um 1 Uhr nach Berlin zurück und nahmen später noch die Vorträge des CivilkabinetS und des Auswärtigen AmteS ent
gegen.
Abends um 11V, Uhr gedenken Se. Majestät die Reise nach Stuttgart anzutreten.
— Der Reichskanzler hat d m Bundesrath die Uebersicht der ordentlichen Ausgaben und Einnahmen des Deutschen Reichs für daS Jahr 1875 nebst Anlagen und die Uebersicht der außeretatSmäßigen außerordentlichen Ausgaben und Einnahmen, welche durch den Krieg gegen Frankreich veranlaßt sind, oder mit demselben im Zusammenhang stehen, für das Jahr 1875, mit dem Anträge vorgeletzt, 1) die moti- virten EtatSüberschreitungen und außeretatSmäßien Ausgaben und 2) die in einer besonderen Uebersicht in Gemäßheit deS §. 10 des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der zum dienstlichen Gebrauche einer ReichS- verwaltung bestimmten Gegenstände vom 25. Mai 1873 nackgewiesenen, den Etat überschreitenden und außeretatsmäßigen Einnahmen aus der Veräußerung von Grundstücken, Materialen, Utensilien oder sonstigen Gegenständen, vorbehaltlich der verfassungsmäßigen Entlastung zu ge- nehmigen.
— Wie die Kln. Z. berichtet, wird in Berlin mit aller Bestimmtheit an der einzigen Stelle, welche darüber zu urtheilen in der Lage ist, versichert, daß der durch die France veröffentlichte Vertrag zwischen Deutschland und Rußland nicht nur an sich auf vollständiger Erfindung beruht, sondern daß auch von solchen oder ähnlichen Dingen, welche seinen Inhalt bilden, niemals die Rede war, noch auch nach Lage der anderweitigen Abmachungen sein konrte. Es sei nicht unwahrscheinlich, daß eine förmliche amtliche Widerlegung erscheinen werde.* — Ein offi- Mser Berliner Korresp. der Karlsr. Z. schreibt: In hiesigen politischen Kreisen besteht die feste Meinung, daß eS den Btmühungen der Groß- wachte in naher Zukunft gelingen werde, den Frieden im Orient wie- ^rherzustellen. Auch tritt man hier mit großer Bestimmtheit allen
°"tgegen, welche von ernsten Differenzen zwischen einigen ^vcacyten reden und auS denselben die Wahrscheinlichkeit weiter greisen- Verwicklungen her leiten wollen. Solche Sensations- geruchte werden hier als Tendenzerfindungen der Börsenspekulation be- Sh™ 1 f^ möB °ber keineswegs in Abrede, daß namentlich ""b England in Betreff des PazifikationSwerkeS noch Mernungt Verschiedenheiten obwalten, deren Vorhandensein die osmanische n der Abneigung bestärkt hat, annehmbare FrredenSbe- ödesten soll eine Ausgleichung im Gange sein, welche zu der Erwartung berechtigt, daß ein gemeinsamer Druck der
Großmächte in Konstantinopel die Pforte zum nöthigen Entgegenkom- men bestimmen werde.
— In Folge einer Einladung von Schulmännern auS den westlichen preuß. Provinzen fand im Kaiserhofe in Berlin dieser Tage unter Vorsitz deS Direktors Schauenburg aus Crefeld eine Konferenz über den Theil des projektirten Unterrichtsgesetzes statt, welcher die Stellung der Realschule regeln wird. Von Mitgliedern ins preuß. Abg.-HauseS nahmen Theil: Löwe, Lasker, Schmidt (Stettin), Dunker, Zelle, v, Benda, Graf Schack, Hammacher. (s»w. M-ri.,
— Köln, 18. September. Der in weiten Kreisen hochgeschätzte k. Musikdirektor Prof. Franz Weber von hier, der Mitbegründer und stetige Dirigent des Kölner Männergesangvereins, ist vergangene Nacht hier im Alter von 71 Jahren gestorben. Gestern Nachmittag hatte der Verewigte, der, obschon seit Jahresfrist leidend, den vielen Pflichten seines Berufes mit fast jugendlicher Energie oblag, in der hohen Domkirche, deren langjähriger Organist er war, die Vesper gespielt; später befand er sich auf dem Wege zur selben Kirche, um abermals die Orgel zu spielen, als er von einem Gehirnschlag befallen wurde. Mar brächte ihn unter ärztlichem Beistand in seine Wohnung. Dort blieb er in bewußtlosem Zustande bis nach 11 Uhr, wo er sanft in ein besseres Jenseits hinüberschlummerte.
— Essen, 19. S-ptember. Unsere berüchtigten Erd- und Häuserrisse fangen an höchst beunruhigend zu werden. Nachdem vor nicht langer Zeit am Ostende unserer Stadt ein alter großer Baum in einem j TageSbruche bis zum Gipfel verschwunden, fand sich am 15 ds. ein j Eiswagen eines hiesigen Einwohners sammt Gaul und Kutscher Plötz- , lich 8 Fuß tief eingebrochen, während sick an beiden Seiten der Straße ; in den Hauswänden gefährliche R-sse in Thür und Fensterbogen zeigten. Die Wohnungen werben ohne Zweifel baupolizeilich geräumt robben müssen. Gaul und Kutscher wurden ohne erhebliche Verletzungen gerettet.
— München, 17. September. Fast täglich treffen hier fürstliche oder sonstige hohe und hervorragende Persönlichkeiten ein, welche sämmtlich mehrtägigen Aufenthalt nehme« um die in ihrer Art einzig dastehende Kunst- und Kunstgewerbeausstellung im Glakpalast zu b> sichtigen. Außer der Königin-Wittwe von Sachsen und der Großherzogin von Mecklenburg ist zur Zeit der Herzog Nikolaus von Leuchtenberg anwesend, und am künftigen Mittwoch wird die Königin-Mutter Marie von Hohenschwarwau hierherkommen und einige Tage verweilen. Be- ; kanntlich hat den Anlaß zu der in so hohem Grad gelungenen Aus- * stellung das Jubiläum des Münchener KunstgewerbevereinS gegeben uns es ist gewiß ein rühmliches Zeugniß für die Rührigkeit und Thatkraft dex Direktionen dieses seither io still und bescheiden wirkenden Vereins, daß sie eS vermochten, die Wiederkehr seines 25. Stiftungstages zu einem Ereigniß zu gestalten, welchem die Theilnahme der weitesten Kreise sich zugewendet hat. Bekanntlich sollen nun in den nächsten Wochen ganz außerordentliche Festlichkeiten, ein kostümirtes Barkett im f. Odeon, ein großer Ball im Hofih-ater stattfinden, wozu alle Künstler und ; Kunstindustrielle Deutjchlancs geladen sind, und die nach den Vorbe- i reitungen, welche dafür getroffen werden, wirklich Großartige- erwarten lassen. DaS Direktorium hat den König gebeten, diese Feste mit seiner Gegenwart zu verherrlichen, es ist auf die bezügliche Eingabe eine Antwort aber noch nicht erfolgt. cschw. wert.)
— AuS der bayer. Rheinpfalz, den 16. September. Auf Sonntag den 24. d. M. ist eine große Versammlung freisinniger Protestanten der Pfalz nach Neustadt a. H. berufen, zunächst um sich über die auf den 8. Lkt. angeordnete allgemeine Neuwahl der Presbyterien zu besprechen und den freisinnigen Theil der Kirchengemeinden zur eifrigen Betheiligung zu ermuntern, damit eine deren wahre Gesinnung ausdrückend» Vertretung daraus hervorgeht; ferner zu dem Zoeck, den prot. Verein der Pfalz zeitgemäß zu rekonstruiren, insbesondere auch in der Richtung, daß er als b:os kirchlicher Verein auftritt und somit nicht den für politische Vereine bestehenden Beschränkungen des Ver- einsgesetzes unterliegt. Arbeit gibt es für denselben gerade jetzt, wo ] die kirchliche Reaktion das Haupt wieder zuversichtlicher erhebt, vollauf.