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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- u»d Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

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Montag den 18. September.

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1876.

BöTauntmachuNKen KZuigl. LandrathsamLs dahier.

C Peter Wallner ist als Feldhüter für Marköbel vereidigt. Hanau am 16. September 1876.

Gesunde»: Ein Messer. Ein Regenschirm. Ein carruter Bett­überzug. Ein weißes Strickzeug. Im Fechenheimer Felde am 30. Juli cr. eine Winde; letztere kann vom Eigenthümer beim Herrn Bür­germeister zu Fechenheim in Empfang genommen werden.

Verlöre«: Eine goldene Damen-Cylinderuhr Nr. 1355 mit s. g. Garibaldikette, daran ein blauer Schieber; dem Finder eine gute Belohnung. Eine Brieftasche von braungelbem Leder, enth. Visiten­karten.

Zugelaufen: Ein großer Hofhund.

Entlaufe«: Ein grauer Rauhpinscher.

Hanau, am 18. September 1876.

LageRschA«.

Die Wiederberufung des BundeSrathS erfolgt nach der Wes. Ztg. zum 21. September, die Berufung des Reichstages zum 30. Oktober.

S. M. SchiffeKaiser" undDeutschland" sind, telegraphi­scher Nachricht zufolge, am 15. d. Mts., Nachmittags, von Plymouth nach Wilhelmshaven in See gegangen.

Vom Rhein, 14. September. Der engere Ausschuß des deutschen Vereins von Dirigenten und Lehrenden an höheren Mädchen­schulen ladet durch Rundschreiben vom 1. d. M. die Vereinsmitglieder zur 5. Hauptversammlung nach Köln ein, auf die Tage vom 1. bis 3. Okt. t ie Mitgliedskarten sind bis zum 25. Sept. unter Einsendung von 4 Mark von Dr. Weischer in Köln (Palmstr. 5) zu beziehen. Eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Familien hat sich zur unentgelt­lichen Aufnahme insbesondere einer Lehrerin erklärt. Am 1. Oktober Abends 7 Uhr findet im Dom-Hotel die Vorversammlung statt, am 2. und 3. Oktober von 9 Uhr Vormittags bis 2 Uhr Nachm. die Haupt­versammlungen im kleinen Gürzenichsaale. Am 3. Okt. Nachm. 4 Uhr findet das Festessen im großen Gürzenichsaale statt. Nach demselben gemeinschaftliche Vereinigung im Gertrudenhof in den Räumen der Lese- gesellschaft, welche die 5. Hauptversammlung zu einer ihr zu Ehren beabsichtigten Abendunterhaltung eingeladen hat. Für Mittwoch den 4. Okt. wird eine gemeinsame Fahrt mit einem Extrazuge der Rhein. Eisenbahn nach RolandSeck, dem nächstliegenden und schönsten Punkte am Rhein, in Aussicht genommen. Die T.-O. umfaßt folgende Punkte: 1) Bericht über die Thätigkeit des Vereins und Entwicklung des höhe­ren Mädchenschulwesens, sowie über die Pensionsanstalt für Lehrerinnen rc. (Dr. Erkelenz). 2) Kassenbericht. 3) Die Lehrerinnenbildung (Kip- penberg). 4) Antrag des Brandenburger Zweigvereins, die Weiter­bildung der Lehrerinnen betr. (Haarbrücker). 5) Die Mittelschule für Mädchen (Herrmann). 6) Zustimmungserklärung zu den Beschlüssen der Berliner orthographischen Konferenz (Büchner). 7) Beschlußfassung über daS Statut. 8) Wahl des nächsten Versammlungsortes.

In Kiel wird jetzt die gedeckte Dampfkorvette Elisabeth, das größte derartige Schiff der deutschen Kriegsmarine, ausgerüstet,«« am 1. Okt. mit den Seekadetten erster Klasse eine Reise um die Welt anzutreten, deren Dauer auf mindestens 2 Jahre berechnet ist. Die Elisabeth hat 19 schwere Geschütze, 1996 Tonnen Gehalt, 1820 Pferde-

und eine Besatzung von 380 Mann. Zum Kommandanten des Schiffes sür die Weltumseglung wurde der Kapitän zur See v. Wickede ernannt. Derselbe, ein geborener Mecklenburger, ging 1846 als Schiffs­junge auf ein Hamburger Schiff der New Iorker Linie, diente dann von 184850 als Kadett und Unteroffizier auf der damaligen kleinen neugegründeten schleswig- holsteinischen Kriegsflotte, trat 1858 in die Dienste der östreich. Marine, wo er zuletzt 1866 als Kommandant des Kriegsschiffs Dalmata an der Seeschlacht bei Lissa thätigen Antheil nahm, und vertauschte 1868 mit noch einigen anderen gebornen Meck­lenburgern und Kurhessen den Dienst in Oestreich mit dem auf der deutschen Kriegsflotte, wo er zum Korvettenkapitän ernannt wurde,

1870 erster Offizier der größten Panzerfregatte der Flotte, König Wilhelm, ward, zu Ende des Kriegs den Befehl über eine leichte Kor­vette erhielt, um Kreuzfahrten damit gegen die Feinde anzutreten, und später nach einander die Schiffsjungen-Brigg MuSklto, die Dampfkor­vette Vineta und im vorigen Herbst bei der Flottenmusterung vor dem Kaiser Wilhelm, auf der Rhede von Warnemünde, die Segelfregatte Niobe, mit den jüngsten Seekadetten an Bord, kommandirte.

Bayreuth. DasBohr. Tagbl." erklärt, daß die Stadt Bayreuth das für die Aufführungen der Festspiele sich ergebende Defizit im Betrage von 60,000 Mk. nicht übernehmen wird.

In Marpingen dauern die Verhaftungen wegen des Wunderschwindels fort. Schon sind durch die daselbst stationirten 14 Gendarmen 400 Personen angeklagt, von welchen 360 bereits wegen verbotenen WallfahrtenS oder Betretens des Marpinger Marien-Distrikts bestraft sind.

Wien, 15. Sept. DiePolitische Korrespondenz" meldet aus Konstantinopel vom 15. b. M.: Die Pforte hat d n 6 Mächten, die den Pariser Vertrag mit unterzeichneten, schriftlich mitgetheilt, daß sie zum Friedensschlüsse bereit sei; dieselbe hat ihre Wünsche in den be­kannten 5 Punkten (persönliche Huldigung des Fürsten Milan, Reduk­tion der serbischen Armee, Zahlung einer Kriegsentschädigung, Her­stellung einer Verbindung der türkischen und österreichischen Eisenbahnen mittelst durch Serbien zu führender Eisenbahnlinien, türkisches Besatzungs­recht in serbischen Festungen) kundgegeben, gleichzeitig aber hinzugefügt, daß sie dir Fefistellng der Friedensbedingungen vollständig dem Er­messen der Mächte anheimstelle.

Graz, 13. September. DaS Testament AuerspergS ist er­öffnet. Dasselbe enthält nach denWien. Bl." folgeude Stelle: Da ich die Honorarsummen für meine Schriften, welche ich von verschiedenen Verlegern ausbezahlt erhielt, nutzbringend an die Wissenschaft und Bildung zurückzuerstatten wünsche, so bestimme ich die entsprechenden Summen hiermit für die hoffnungsvollen Söhne meiner nächsten Hei- math. ES sollen demnach 30,000 fl. Konv.-Münze des N«nnwerthes in GrundentlastungS-Obligationen oder in sonstigen Schuldverschreibungen gleicher Sicherheit und Ertragshöhe aus dem Nachlasse auSgeschieden und derart vinkulirt werden, daß deren Gesammtzinsen in vier Stipen­dien gleicher Größe zerfallen, womit vier talentvolle, fleißige, wohlge­sittete Jünglinge zur Unterstützung ihrer Studien zu beizeiten sind; zwei sollen an junge Leute in Krain, wobei die Nachkommen der ehe­maligen Unterthanen meiner Güter thunlichst zu berücksichtigen kommen, die beiden anderen an junge Leute aus Steiermark, vorzüglich aus der LandeShaupistadt Graz, verliehen werden.

Amsterdam, 15. Sept. Die durch die Aufhebung der Jahr­marktsmesse herbeigeführten Unruhen haben sich, nachdem während des Tages vollständige Ruhe geherrscht hatte, gestern Nacht in der Nähe der Wohnung deS Bürgermeisters am KönigSplein und an einigen anderen Punkten der Stadt fortgesetzt. Am KönigSplein schritt schließlich daS Militär ein und trieb die Ruhestörer auseinander. Einige Personen wurden durch Säbelhiebe und Bajonetstiche verletzt, mehrere wuroen ver­haftet. An den anderen Punkten der Stadt stellte die Polizei die Ord­nung wieder her. Der Bürgermeister hat für einzelne Stadttheile die Schließung aller Schanklokale von Abends acht an bis zum anderen Morgen angeordnet.

Einen dicken Strich hat die russische Regierung durch eine ultramontane Rechnung gemacht. Sie hat nämlich eine nicht unbedeu­tende Summe konsiszirt, welche, zusammengebracht durch Sammlungen unter der polnischen Bevölkerung in Russisch-Polen, zur Unterstützung der in Folge der Maigesetze ausgewiesenen Priester der Provinz Posen dienen sollte.

Petersburg, 16. Sept. Die von der PariserFrance" ge­meldete Nachricht über ein angebliches Schutz- und Trutzbünduiß zwischen Rußland und Deutschland wird von unterrichteter Seite als müßige Erfindung bezeichnet.

Frankreich. Glänzendes Fiasko hat die neuestenationale" Pilgerfahrt nach Chartres gemacht, weniger weil es an Pilgern fehlte,