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Hamim Mitiaer.

Zugleich Amtliches Organ fit Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Torrespondenz.

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Freitag den 8. September.

1876.

Bekasutmachukgen KZuißl. ZaNdrathsaWLS dahieL.

Diejenigen Herrn Ortsvorstände, welche mit Einsendung der Ver­zeichnisse derjenigen Personen, welche zum Schöffenamte und Geschwo- renen-Amte qual.ficirt sind, noch im Rückstände sich befinden, werden unter Bezug auf die Verfügungen rom 18. August c. in Nr. 195 des Hanauer Anzeiger aufgefordert, diese Verzeichnisse spätestens innerhalb 8 Tagen einzureichen.

Hanau am 6. September^ 1876.

Die Ortsvorstände wollen gefälligst veranlassen, daß dem Verein zur Beförderung des Gartenbaues zu Caffel die AusstellungS-Anmel­dungen und später die Objekte aus jedem Orte zu einer Sendung vereinigt zukommen, dergestalt jedoch, daß die Sorten jedes Ausstellers geschieden von den anderen zur Anschauung gelangen. — Es wird bei den Einsendungen aus einem Orte auf Vertretung aller Feldlagen des­selben und aller in demselben gezüchteten Sorten gerechnet; vielfache Einsendunzen derselben Sorte aus einer Feldlaze indessen sind nicht erforderlich, während andererseits eine recht ausgedehnte Betheiligung als Ausdruck der Erkenntniß des hohen Werthes deS Obstbaues für die Volkswirthschaft sehr erwünscht ist.

Hanau am 6. September 1876.

gegenüber diesen Vorfällen eine Reform der Berggesetz-,bung stattzu- finden habe, sind die Oberbergämter aufgtforbert worden, sich gutacht­lich zu äußern. Dem Vernehmen nach sind die Meinungen darüber getheilt, und es wird nun in weit-ren Berathungen im Handelsmini­sterium die Frage zum Austrag zu bringen sein.

— Zu dem großen nationalen Gesangswrttstreit, welcher am 9., 10. und 11. September in Amsterdam stattfindet, haben 45 Männer. KesangSvereine aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland sich an­gemeldet. Zu Mitgliedern der Jury sind ernannt die Komponisten Franz Abt, Max Bruch, Vieuxtemps, Reyer und Ch. Gounod.

— Karlsruhe, 5. Sept. In dem paritätis^e» Orte Haßmers- 6*im, Amt Motbach, wurde, wie bat „Frkf. I" berichtet, vom katho­lischen Pfarramt daS Geläute zur Sedanfeier verweigert. DaS Bürger­meisteramt ließ alsdann die Kirche gewaltsam öffnen und die katholi­schen Glocken mit den protestantischen ertönen. Das katholische Pfarr­amt erhob wegen dieses Vorgehens Beschwerde.

— AuS dem bay erischen Allgäu den 4. September. Daß auch im äußersten Süden des Reichs die Herzen treu zu Deutschland und seiner Nationalfeier schlagen, möge Ihnen beifolgende kurze Notiz beweisen. Auf einer Wanderung durch das bayer. Allgäu passirte ich verg. Samstag das katholische Dorf B r u g g und hatte nus gerate Ge­legenheit, der dortigen Sedanfeier einige Zeit beizuwohnen. Das Dorf war festlich beflaggt und auf einem freien Platz am Ende des Ortes feierte die Einwohnerschaft unter Musik, Spiel und patriotischen Er-üssen das allgemeine Freudenfest. Das es den L uten mit der Feier recht ernst war, dies sonnte man aus der allgemeinen ungezwun­genen Fröhlichkeit urb aus d n herzlichen Aeußerungen sehr mögt wahr- nehmen. Einer der belebtesten Zeagen für sie nationale Gesinnung der Bewohner dürfte aber wohl ein äußerliches Symbol, nämlich ein spe­ziell zur Feier aufgerichteter großer Siegerbaum gewesen flin, der reich bekränzt auf einer großen Tafel in weit erkennbaren Buchstaben folgende schwungvolle Inschrift trug:

Baum der Freiheit, Baum der Freiheit!

Sieg deS deutschen Einheitsdranges, Der sich nimmer fesseln läßt, Sturz der Zwietracht, fremden Zwanges, Lies ist unser SebanSfeft!

Treten in einer durchaus katholischen Gegend unter der ländlichen Be­völkerung solche Kundgebungen einer patriotischen freiheitlichen Gesin­nung zu Tag, dann steht es um unsere Sache nicht schlecht. Auch an andern Orten des Läns ist, wie ich hörte, der Tag festlich begangen worden. Ueberhaupt konnte ich überall von den Gesinnungen der Be­völkerung nur den günstigsten Eindruck bekommen. cEHw. »irrt.)

— Italien. Nach der in Brüssel erscheinenden „l'äre chretienne" haben am 6. August die Aukaiholiken Italiens einen eigenen Bischof gewählt. Von -39 Orten wa en die D-legirten erschienen, welche von 8,629 alrkathol-schen Männer» zu dem Zwecke gewählt worden waren. Außer diesen waren noch 1657 Männer aus Neapel erschienen, so daß im Ganzen 10,286 an der Wahl sich betheiligten. 5 Stimmen fielen auf de« Domherrn G. Fiore, 18 auf Msgr. bi Giacomo, 13 Zettel waren unbeschrieben, uno 10,250 Stimmen fielen auf Ludovico Prota Giurleo. Letzt,rer wäre somit zum Bischof gewählt.

— Konstantinopel, 6. Sepibr. Sofort Pascha hat, gutem Vernehmen nach, in einer vorläufigen Eröffnung an die hiesigen Ver­treter der Großmächte diesen mitgetheilt, daß die Pforte eine Waffen- ruhe als nicht in ihrem Interesse gelegen erachte. — Nach hier voilie- geubes Nachrichten hat sich ein Theil der vor Al-xrnatz befindlichen ; türkischen Truppen gegen das verschanzte Lager der Serbe» bei D-ligrad I gewendet, um den Serben im Fall der Räumung von Alexinatz o-n : Rückzug abzuschneiden. — Die Ceremonie bet Umgib hing des Sultans j mit dem Schwerte ist nunmehr auf morgen festgesetzt. — Blacque Bey 1 und Iovantsch« Effeudi haben dem Großoezrer die Berichte über ihre - Mission nach Bulgarien vorgtl-gt. — Der Herzog von Edmgvmg hat

L K g e s s ch 8 s.

— Leipzig, 6. (September. Auf die gestrige Empfangsrede des Bürgermeisters erwiderte der Kaiser mit dem Ausdruck des Dankes für die Namens der Stadt ihm entgegengebrachten Gesinnungen; und mit dem Ausdruck der Freude über den Aufenthalt in einer Stadt, die reich an großen Erinnerungen, geknüpft an Ereignisse, die für Deutsch­land entscheidend geworden. „Was Sie" — fuhr der Kaiser fort — „von den Resultaten der letzten Zeit gesagt, spricht auch Meine Ueber­zeugung aus, daß es die gnädige Fügung der Vorsehung gewesen; aber ich muß auch hinzufügen, daß Ihr König als Feldherr durch Hrlden- muth und Besonnenheit in der Führung seiner braven sächsischen Trup­pen sowohl als später durch das Kommando einer Armee zur Erreichung dieser großen Resultate wesentlich beigetragen. Auch in dem Erstreben der deutschen Einheit ist Ihr König den Fußstapfen seines unvergeß. lichen Vaters gefolgt, und hat das von dem deutschen Volke lang Er­sehnte miterreichen helfen."

— Der Kaiser Alexander von Rußland ist am 7. d. M. früh 9 Uhr 20 Min. von Warschau nach Livadia abgereist.

— S. M. S. „Nymphe" ist am 24. August cr. auf der Rhede von Funchal (Madeira) eingetroffen und hat am 27. desselben Monats Vormittags die Reise nach den Cap Verben angetreten. An Bord Alles wohl.

— In einer Unfall-EntschädizungSklage wider den Arbeitgeber ' führte das Ober-Tribunal, I. Senat, in einem Erkenntnisse (de dato 2? März 1876) aus: „Bei mäßigem Versehen wird, gleich dem wirk« ' lichen Schaden, auch ein solcher entgangener Gewinn vergütet, den der Beschädigte durch den gewöhnlichen Gebrauch dessen, woran er gekränkt i worden, erlangt haben würde. §. 13, Tit. 6, Th. L, Allg. L. R. Wegen verursachter Unfähigkeit zur Fortsetzung des Gewerbes ist Ver­gütung der künftigen Vortheile nach derjenigen Lage zu leisten, in welcher sich der Beschädigte zur Zeit der Verletzung wirklich befunden hat."

— Der Ehemann hat zwar das Recht die Bestrafung einer gegen ferne Frau gerichteten Beleidigung aus eigenem Recht zu beantragen, dagegen kann er nicht wegen einer allein seine Frau betreffenden Belei­digung als Mitbeleidigter Bestrafung verlangen. (Erkenntniß des Ober- Tribunals vom 5. Mai d. I.)

— Ueber die Frage, ob bei den Erdsenkungen zu I s e r l o h n, Ober Hausen rc. den Bergbau ein Verschulden trifft, sind, wie ber „Trib." bereits gemeldet worden, umfassende Erhebungen im Gange gewesen. Es scheint, daß dieselben die Grundlosigkeit dieser Annahme herausgestellt haben. Ueber eine zweite Frage, ob und tu wie weit