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Hanauer inniger
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hunan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feierrage, mit belletristische Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Donnerstag des 7. September
187«.
BÄLmriMNÄMgM WNiß^. LaMathramtS dahier.
Für Heinrich Wilhelm Schraidt aus Langendiebach, 18 Jahre alt, ist um Entlassung aus dem Preußischen Unterthanen^ Verband, be- ■ Hufs Auswanderung nach Amerika, nachgesucht worden.
Hanau, am 5. September 1876.
Verloren: Ein Notizbuch, wichtige Baunotizen enthaltend. S Gefunden: Ein schwarz-seidener Schirm. Ein Damen-Schoß. ; Ein weißes Taschentuch. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein Notizbuch ; mit der Inschrift „Gustav Siecke, Füsilier".
Zugelaufen: Ein großer schwarzer Hund. Hanau am 7. September 1876. j
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Vom Kriegsschauplatz.
A. b. Schw. Merl.
Am Freitag den 1. September haben die Operationen vor Alexinatz wieder begonnen. Bekanntlich hatten die aus dem rechten i Morawauser befindlichen türkischen Truppen unter Ejub Pascha in den letzten Tagen biS August ihre dortigen Stellungen räumen müssen, sie i waren über die Morawa gegangen und hatten sich hier mit Ali Laib vereinigt, dessen Korps von Teschitza bis gegen den Brückerkopf von; Alexinatz hin stand. Mehrere Tage vergingen in einer thatsächlichen ! Waffenruhe, während deren beide Theile sich in den Verschanzungen ■ festsetzten. Wer am Freitag den Angriff begann, ist nicht recht klar. i Nach serbischer Darstellung warn es die Türken, die mir ihrer nun : vollständig auf dem linken Ufer vereinigten Macht im offenen Feld dir j Serben angr-ffeu. Das amtliche Bulletin, das am 3. Sept. in BrlAad i ausgegeben wurde, lautet: „Die Türken, auf das linke Morawauser ■ zurückgeschlagen, griffen am Freitag Morgen den rechten serbischen Flügel mit ihrer gesummten Macht im offenen Felde an. Die Schlacht dauerte bis 9 Uhr Abends. Die Serben behaupteten während der Schlacht ihre Stellungen. Da aber die Türken eine dreifache Ueber- macht hatten, so zogen sich die Serben in ihre befestigten Stellungen von Alexinatz und Deligrad zurück Die Nachricht von der Einnahme von Alexinatz durch die Türken ist falsch, da sich die Türken nirgends auf dem rechten Morawauser befinden. Sie verwüsten systematisch und verbrennen alle Ortschaften auf dem linken Flußuser." Nach türkischer Darstellung waren es aber die Serben, welche den Angriff eröffneten. So lautet eine Widdiner Depesche: „Am Freitag griffen die Serben die Türken, welche sich bei Teschitza verschanzten, an und drängten dieselben bis Suppovacs. Die heranrückende Verstärkung machte es den Türken möglich, die Offensive wieder zu ergreifen Die Serben wurden über Teschitza hinauSgeworfen und die Türke» eroberten eine un* mittelbar an der Morawa gelegene Schanze. Die Serben retirirten auf das rechte Ufer. Heute langten von Nisch die Belagerungsgeschütze bei Teschitza an." Und eine Depesche aus Semlin fügt hinzu: „Die Türken durchbrachen das serbische Zentrum, besetzten d.n Brückenkopf und isolirten den rechten serbischen Flügel. Da mit dem Brückenkopf sich der Schlüssel zu den Alexinatzer Schanzen in den Händen der Türken befindet, so befahl Tschernajeff den Rückzug des Gros nach Deli- grad." Ueber den AuSgang des Kampfes vom Freitag kann jedenfalls kein Zweifel sein. Dre Türken setzten sich in den Besitz des gesummten hnten Morawaufers, drängten die Serben hinter ihre Verschanzungen zurück und beherrschten Alexinatz, von dem sie nur noch durch den Fluß getrennt waren. Am Freitag jedenfalls haben sie den Fluß noch nicht ülerschritwn, und noch am 3. Sept. zog man es in Belgrad in Abrede, ^ß die Türken Alexinatz eingenommen hätte». Allein da die Serben i in ihren amtlichen Depeschen nicht blos Alexinatz, sondern auch ausdrücklich Deligrad als Ziel des Rückzugs nennen, Hingt es sehr wahrscheinlich, daß sie auf eine fernere Behauptung von Alexinatz verzichten und auf das 2 Meilen weiter rückwärts liegende befestigte Lager von Deligrad, als den nächsten VertheidigungSabschnitt, sich zurückziehen, wo bereits das Hauptquartier Tschernajeffs sich befinden soll. Alexinatz ’ scheint nicht mehr haltbar und es ist zu verwundern, daß dessen Ein- |
nähme durch die Türken noch nicht in zuverlässiger Weise bestätigt ist Die Türken scheinen übrigens diesen Erfolg sofort energisch ausnützen zu wollen, denn sowohl im Osten als im Westen vom Morawathal ist es gleichfalls wieder lebendig geworden. In Belsrad hieß es am 3. Septbr.: Abdul Kerim sei mit 60,000 Wann in der Richtung von Knjazevatz aufgebrochen, offenbar um vom Timokthal in das Morawathal einzubrechen uwd dem Heere Dchernajeffs, während es vom Süden her bedrängt ist, zugleich in den Rücken zu fallen. Andererseits wird auch von einer türkischen Operation gegen K r u s ch e v a tz, westlich von Alexinatz, gemeldet. Nach einer Depesche des Reuter'schen Bureaus hätten die Türken, nachdem sie am Sonntag im Mmawatha! den rechten Flügel der Serben geschlagen, eine Bewegung gegen Krusch vatz ausge- führt, indem sie von Teschitza den Weg über die Höhen von Jastrevav einschlugen. Tschernajeff verlangte schleunige Verstärkung an diesem Punkte, worauf Czolak Anlics mit 12,000 Mann zur Deckung von Kruschevütz abgeschickt worden sei. Bestätigt sich diese zweifache Diversion der Türken, östlich nach Kujazevatz, westlich nach Kruschevatz, so begreift man allerdings, daß sie mit dem Angriff auf Deligrad von der Stirnseite so lange warten, bis ihre d-tachirten Korps wieder im Mo- rawathale erschienen sind, um bie Serben, anstatt sie von einem Ver- theidigungSabschnitt zum Anderen zu treiben, vielmehr in die Mitte zu nehmen und so zu einem entscheidenden Kampfe zu zwingen. Auch auf dem montenegrinischen Kriegsschauplatz scheint sich das Kriegs glück wenden zu wollen. Die Sage von Mouktar Paschas Eingeschtossentzeit und Hülfloser Lage hat sich längst nicht mehr aufrecht halten lassen; jetzt ist er nach einem geschickten Marsch an der österreichischen Grenze hin vom Norden her in die schwarzen Berge eingefall n, während gleichzeitig Derwisch Pascha vom Süden her aus Alvanieu im Anzüge ist. Beide scheinen sich vereinigen zu wollen, was der günstigen Stellung ein Ende machen könnte, in der sich bisher bet Fürst von Montenegro gegenüber der Türkei befand. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, wie sehr diese erneute Wendung des Kriegsglücks die Aussicht auf die Beendigung des Kriegs wieder verschoben hat. Je länger die Mächte d m Blutvergießen unthätig zusahen, desto eifriger hat sie Theilnahme aus Rußland sich der serbischen Sache zugewandt. Jetzt hat dieselbe Dimensionen angenommen, die es unzweifelhaft machen, daß Rußland die Selben nicht mehr im Stiche läßt.
— Berlin, 4. September. In der Reichseisenbahnfrage ist nach der „Bolksz." wieder ein ganz neues Projekt aufgetaucht. Die Kommission der Elberfclder Handelskammer, welcher in der Regel Eisenbahnfragen zur Vorbereitung überwiesen werden, hat nämlich einen Vorschlag für den Ausschuß des deutschen Handelstages ausgearbeitet, welcher diesem, nachdem er die Genehmigung der Elderselder Handelskammer gefunden haben wird, einzureichen ist. Der Vorschlag läuft darin hinaus, sämmtliche wichtigeren Eisenbahnen Deutschlands einem durch Reichsgesetz zu gründenden Aktienunternchmen zu übertragen, welches unter der Leitung des Reiches stehen würde. Das, durch diese Organisation zu kreirende Papier, welches sich allmälig an die Stelle der Aktien und Prioritäten einschieben würde, soll eine mäßige vom Reiche zu gewährende Garantie (3 Pcoz) neben Aussicht auf Dividende erhalten. Wir beschränken uns, fürs erste den Plan einfach zu regi- striren, bemerken aber, daß wir ihn für unannehmbar halten.
— Die Aufmerksamkeit der politischen Kreise riefelet sich auf die Sendung des Generals v. Manteuffel nach Warschau zum Kaiser Alexander. Derselben ging eine mehrstündige Audienz unmittelbar voraus, welche der General bei dem Kaiser hatte. Es braucht nicht daran erinnert zu werden (schreibt die Köln. Z.), daß der General v. Man- teuff-l persona gratissima am russischen Hofe ist und wiederholt in politischen Missionen sich in Petersburg befunden hat; und es heißt, wie weit mit Grund, lassen wir dahingestellt, daß die Reise in Folge eines Rathes des Fürsten BiSmaick erfolge und hauptsä^lich inmitten solle, den Kaiser Alexander in dem Widerstand- gegen die Einflüsse der KriegSpartei zu befestigen. csqw. »i«i.;
— Die Zahl der fremdherrlichen Offiziere, von denen eine An-