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so ist kein Zweifel, daß dadurch das Verlangen der elsaßlothr. Autono- misten nach Einführung einer vollberechtigten konstitutionellen Volksver­tretung seiner Verwirklichung erheblich näher geführt werden würde.

Leipzig, 30. August. Nach einer vom hiesige» Gtadtrath erlassenen Bekanntmachung wird, wie dieLeipz. Ztg." schreibt, Se. Majestät der Deutsche Kaiser als Gast Sr. Majestät des KönigS in den Tagen vom 5.-7. September in hiesiger Stadt Wohnung nehmen. Zum Empfange Sr. Majestät des Kaisers sind von Seiten der Stadt- gemeinde wie von den für einzelne Straßen und P ätze gebildeten Co« mitäs umfassende Vorbereitungen eingeleitet. 8m 5. September soll des Abends eine allgemeine Illumination stattfinden; für den 6. September Abends ist eine von der Stadt zu Ehren der Allerhöchsten Gäste ver- anstaltete Festvorstellung im Neuen Stadttheater in Aussicht genommen, nach deren Schluß ein Zapfenstreich der Musikkorps des sächsischen Ar­mee- CorpS auf dem AugustuSplatze stattfinden wird, welchen Ihre Ma­jestäten von dem Foyer und dem Balkon des Neuen Theaters anzuhö- ren geruhen wollen. Während desselben werden die Dekorationen der AugustuSPlatzeS nochmals beleuchtet werden.

Heidelberg, 28. August. Vorgestern fand hier die achte Wander-Bersammlung badischer, hessischer und pfälzischer Lehrer statt, welche als Hauptfrage die Stellung des Lehrers für sich und zur Kirche behandelte. Bezüglich deS ersteren Punktes war, demFrkfr. Jl." zu­folge, der Wunsch allgemein, daß alle das Unterrichtswesen betreffenden Verhältnisse der Schule einem Lehrer-Kollegium unter Vorsitz eines Rektors unterbreitet werden sollten, und daß da, wo im OrtS-Schulrath eine Vertretung der Konfessionen stattfinde, auch entsprechend das Lehrer- Kollegium vertreten werde. In Bezug auf die Stellung zur Kirche wurde einhellig gewünscht, daß von keinem Lehrer die Glöcknerei ferner versehen werden möge, und daß der Organistendienst einer freien Ver­einbarung zwischen Lehrer und Kirchengemeinde unterliege, so daß die Funktionen nicht in die gesetzliche Schulzeit fielen. Ebenso sei der Kirchenbesuch der Schüler und die Aufsicht bei demselben eine Verein­barung zwischen den Eltern und der Kirche zu überlassen. Die nächste Versammlung im Frühjahr findet in Ludwigshafen a. Rh. statt.

PirmasenS, 28. August. Die heillose Verwilderung un­serer Jugend hat ein neuer Opfer gefordert. Gestern Abeud verfolgte ein 1617jähriger Schusterjunge seinen Bruder im Zorne mit einer geladenen Pistole. Letzterer soll auf der Gasse hinter einem kleinen Knaben Schutz gesucht haben und fand ihn auch, denn statt seiner wurde dieser Knabe erschossen. ES ist ein sechsjähriger Kind, das einzige seiner armen Eltern, die es ein wenig auf die Gaffe gelassen hatten, um es zum Abendessen wieder zu rufen.

DaS österreichische militärische FachblattVedette" schreibt: Wie wir hören, wird Angesichts der an unserer ReichSgrenze sich voll- ziehenden Ereignisse dc» Schlußmanövern bei N.kolsburg höchsten Ortes eine um so größere Bedeutung beigelegt, als die Möglichkeit des Ein­tretens Oesterreich-Ungarns in die Aktion noch durchaus nicht ausge­schlossen ist. Es wird deßhalb bei diesen Manövern, neben der Erpro­bung der Ausdauer und der taktischen Fertigkeit der streitbaren Kraft, insbesondere auch der versorgenden Kraft der Armee, d. h. den Details einer kriegerischen Operation die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden, und daher kommt es auch, daß, vom Truppentransport angefangen, bis zum letzten Akt der Entscheidung auf der friedlichen Walstatt bei Ni- kolsburg, das Uebungsprogramm mehr als bei sonstigen Friedens­manövern den Eventualitäten des Ernstfalls Rechnung trägt."

Aus Wind sor kommt derKöln. Ztg." die Nachricht von dem Tode des früheren carlistischen Generals Cabrera.

Rom, 28. August. Ueber die von unS bereits mitgetheilte Verhaftung des Hauptes der Internationale in Italien findet sich im Corriere delle Marche" folgendes Nähere: Andrea Costa war zu wie­derholten Malen vor das Gericht von Jmola vorgeladen worden, um vom Prätor wegen seiner politischen Umtriebe verwarnt zu werden. Da er sich j.Loch nicht stellte, so wurde die Vorladung ganz dem Gesetz ge­mäß in einen Haftbefehl verwandelt. Nach der Verwarnung wird Costa sofort wieder aaf freien Fuß gestellt. Sollte sich die Verwarnung aber fruchtlos erweisen, so wird den Gesetzen gemäß weiter gegen ihn ver­fahren werden müssen.

Paris, 31. August. Von dem dem Finanz-Minister Löon Say nahestehendenJournal des DebatS" wird die abermals aufge­tauchte Nachricht von einer bevorstehenden,Konvertirung der fünfprozen- tigen Rente formell für unbegründet erklärt. DaSg Londoner Haus Rothschild legt morgen die amerikanische Anleihe $ua103,50 zur SUb- kription auf.

Aus Konstantinopel wird über Wien gemeldet, daß der Ministerrath am 30. August den MediationSvorschlag berathen wollte.

Dom Kriegsschauplätze

B ell g r a d, 30. August. Der Regierung wird gemeldet: Die Türken sind auf allen von ihnen besetzten Punkten des rechten Ufers der Morawa, insbesondere auf den Höhen von Pragorac, . Stanzi, St.

Arzero, geschlagen und der Gefahr auSgesetzt, daß ihr rechter Flügel umgangen wird. Sie sind in voller Flucht. Die von

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ihnen über die Morawa geschlagenen Brücken werden von den Serben zerstört, welche den Feind verfolgen und die Höhen auf dem rechten Ufer der Morawa und die daselbst von den Türke» errichte» Berscha». zungen besetzen.

Wie», 30. August. Nach hier vorliegenden Nachrichten hat das zwischen den Türken und den Insurgenten bei Popowo stattgehabte Ge­fecht sich zum Vortheil der Türken entschieden. Gegenwärtig findet ein neuer Kampf bei Bilek statt, an welchem der Senator Bukotic mit 8000 Montenegrinern betheiligt ist.

E k u t a r i, 30. August. Unter den Miriditen herrscht eine bedenk­liche Gährung gegen die Türken. Von hier sind Truppen an die miri- ditische Grenze abgegangen, um einem eventuellen Aufstande entgegen­treten zu können.

Z ar a, 30. August. Derwisch Pascha ist mit 3 TaborS ägyp­tischer Truppen, 4000 BaschibozukS und 3000 andere Truppen in Pod- gorizza angekommen. Daselbst sind augenblicklich 56 TaborS mit 54 Kanonen konzentrirt. Ein Geistlicher und ein Bürger Podgorizzas wurden von den Türken maffakrirt. Der Fürst von Montenegro be­findet sich bei Srahowo. Am 28. d. drang eine Abtheilung Montene­griner i» die Nähe von Podgorizza vor und verbrannte 80 Häuser.

(H H. St.-Knji)

Lokaler vo« hier «»d Umgegend, sowie Provinzielle«.

Hana«, 1. September 1876.

Bei der in der letzten Zeit hier und ix der Umgegend stattge- fundenen Einquartirung sind Zweifel darüber entstanden, ob zu den be­treffenden Stallungen auch Streustroh und Geräth von den einzelne« Gemeinden oder Quartiergebern zu gewähren sei. Wir alauben im all­gemeinen Interesse folgende Stelle des Gesetzes' über Quartierleistung für die bewaffnete Macht im Frieden vom 25. Juni 1868, Anlage A. § 10 hier mittheilen zu müssen:

Für die Stallungen ist an Streustroh, Stalllicht, Stalleinrich- tung und Stallgeräth nur das Nothwendigste und HauSübliche zu beanspruchen. Der Dünger verbleibt dem Quartiergeber."

Eine Abtheilung der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, etwa 50 Mann, hat den gewiß sehr anerkennenSwerthen Entschluß gefaßt, bei eintretenden elementaren Ereignissen, als Wassers- und Sturm-Noth sich zu eventueller Hülfeleistung der städtischen Behörde zur Verfügung z» stellen, ein Act, der in solchen Nothfällen viel zur Beruhigung der Bür­gerschaft beiträgt.

Morgen vor dem Gottesdienst finden sowohl im Königlichen Gymnasium als in der Realschule und in den städtischen Schulen Feier­lichkeiten zu Ehren des TageS statt.

Bei der trostlosen Witterung mußte vom programmmäßig bestimmten Volksfeste am WilhelmSbad für den diesjährigen Sedantag Abstand genommen werden. Dafür concertiren aber, bei nur einiger­maßen annehmbarer Witterung, morgen auf dem Marktplätze eine Stunde lang zwei Musikchöre und finden Nachmittags Freiconcerte in der Centralhalle sowie in der großen Krone statt.

Morgen sind die städtischen AmtSlokale geschloffen und ist der Annahme- und Ausgabedienst beim hiesigen Postamte auf die Stunden von 79 Uhr Morgens und 58 Uhr Nachm. beschränkt.

Eingesandt.

Soeben bringen wir in Erfahrung, daß der hierorts beliebte Kapellmeister Herr Heinemann heute Abend nach dem Fackelzug in derCentralhalle" concertiren wird und wird der Wunsch ausgesprochen durch einen recht zahlreichen Besuch sich diesem Herr» resp, der Kapelle, welche uns immerhin schon manchen musikalischen Genuß verschafft hat, erkenntlich zu erweisen.n.

Bersteigerungs- und Verpachtungs-Kalender

für Montag den 4. September.

Vormittags 9 Uhr werden die dem Eisenbahnfiskus gehörenden Weiden an den Dammböschungen und Seitengräben auf der Strecke vom hiesigen Bahnhof bis Niederrodenbach meistbietend versteigert; Versamm­lungsort Bahnhof Hanau (s. Nr. 202Han. Anz."). Nachmittags 2 Uhr kommen in der Behausung des Herrn L. Kämpf, Schnurgasse Nr. 6, gegen Baarzahlung Kleider, Uhren, Gold- und Silberwaaren und sonstige Gegenstände zum Verkauf.

Für heute, «arge» re. Heute: Abends8UhrBorstandS- sitzung des Hanauer ThierschutzvereinS im Gasthausezur Post". Abends 91/« Uhr: Turn- und Fecht Club Zusammenkunft, Besprechung der Sedanfeier. Krankenkasse für Gold- und Silberarbeiter: Mor- g e n fällt die Auflage aus und findet den 9. Septr. statt. Morgen Abend von 9 bis 10 Uhr erste Auflage für die Mitglieder der Beck- schen Kohlenkaffe. Spar- und Bauverein: Uebermorgen Sonntag, Vorm. 11 Uhr: Generalversammlung in der Brehm'schen (früher Gat- terdam'schen) Wirthschaft.

Der heutige Markt war schwach befahren, insbesondere fehlten Holz und Heu gänzlich. Die Preise stellten sich folgendermaßen: Butter 1,37 bis 1,55 Mk., Eier und Käse je 6 Pf. das Stück, Kar­toffeln 12 Pf., Zwiebeln 30 Pf., Wirsing 4-6 Pf., Weißkraut 10