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k^ Salzburg 29. August. Die Sektionen des deutschen Ju- ristentages haben heute ihre Arbeiten geschlossen. Die Sektion für. das Strafrecht sprach sich für die Heranziehung des Staates zur Leistung von Entschädigungen gegenüber unverschuldet in Untersuchungshaft ge­wesenen Personen aus.,

Amsterdam, 27. August. Die zehnwöchentliche Mimster- Krisis dauert. nach derKötn. Ztg.", noch fort, da Hr. Heemskerk sein EntlassungSgesuch noch nicht zurückgezogen hat. Nach Berichten aus Atchin hat der Fürst von Gighen, der sich früher den Niederländern unterworfen hatte, sich wieder auf die Seite der Atschinesen begeben, weshalb wieder drei Häfen blokirt werden. Der Gesundheitszustand der Truppen ist wegen schlechter Witterung unbefriedigend. In Roer« mono wurde von der Polizei Protokoll ausgenommen gegen einen Priester, der eine unerlaubte Prozession leitete.

Dem ultramontanen Salut Public in Lyvn wird von seinem Berliner Korrespondenten gelegentlich eines Ausfluges desselben an den Rhein folgende wunderbare Herzensergießung übersandt: Die Ufer des Rheins sind immer schön, sie würden eS noch mehr sein, wenn bis Preußen nicht wären, die Gott als Landplage über dieselben ausge­streut hat, wie die Krokodile über die Schilfgebüsche des Nils. Ich hielt mich einige Zeit in Baden auf, einer ehemals ohne Zweifel fran­zösischen Stadt. Aber eS verdroß mich zuletzt, daselbst umherzuirren wie der Mann ohne Schatten und auf den uns von den Deutschen ge­stohlenen Uhren nur langweilige Stunden abzuzählen, und darum kehrte ich in daS Elsaß zurück. Wie die Türken in Serbien, so sind die Preußen jetzt in Elsaß und Lothringen. Das entfernte Elend darf uns nicht auf Kosten des benachbarten weich stimmen. Elsaß Lothringen ist noch französisch trotz der Grenzen, einiger Pickelhauben und einiger Festungen; die Herzen sind französisch geblieben, eS brennt die franzö­sische Gluth in ihnen, sie schlagen noch für daS Vaterland, von dem sie getrennt sind, sie leiden voll Resignation und Standhaftigkeit; der bru­talen Kraft setzt Elsaß-Lothringen die moralische entgegen. Zwischen der Zivilisation Frankreichs und der nordischen Barbarei hat Elsaß- Lothringen nie einen Augenblick lang geschwankt. Seine Denkmäler sind ebensoviele Beweise, daß es von Anfang an das galloromanische Leben in seiner Verfeinerung und seinem Luxus kannte. Die Alleman-^ nen erscheinen nur von Zeit zu Zeit daselbst als plündernde Horden, die den Rhein überschreiten und sich dann mit vollen Händen zurück-^ ziehen; offenbar erregte der Reichthum des Elsaß unaufhörlich ihren Neid. Sie. verfuhren nach Art der Baschi-Bozuks» sengten und plün­derten u. s. w.

-^New-Aork, 29. August. Der Dampfer der Hamburg- amerikanischen CompagnieCimbria" ist heute Morgen 11 Uhr hier ringetroffen.

Vom Kriegsschauplätze

Belgrad, 29. August. Ueber die ersten fünf Schlachttage bei Alexinotz wird durch Augenzeugen nachträglich bekannt, daß die Türken schon die Redoute Nr. 18 erobert hatten, als durch, die Ankunft serbi­scher Verstärkungen von Belgrad der Schlacht eine andere Wendung ge­geben wurde. Es kämpften serbischerseits an den ersten 5 Tagen nicht mehr als 20,000 Mann, am 6, Tage wuchs ihre Stärke aber auf 50;000 Mann. Die Türken waren am 22. d. Mts. schon bis zum Brückenköpfe von Zytkovac vorgedrungen. Tschernajeff kommandirte per­sönlich in der Redoute Nr. 17. In der Nacht auf den 24. August ka­men 20 frische serbische Bataillone bei Alexinatz an und diese entschie­den am folgenden Tage den Kampf zu Gunsten der Serben. Der Ver­lust, den die serbische Armee in den ersten 5 Tagen erlitten hat, wird amtlich auf 1700 Mann angegeben, die Verluste des 6. Tages sind noch «icht festgestellt.

DieN. Fr. Pr." schreibt:Angesichts der Schwierigkeit der Situation vor Alexinatz ist die Frage wohl gerechtfertigt, ob die türki- sche Heeresleitung nicht einen großen Fehler begangen hat, als sie auf die Offensive vom Timok aus gegen Banja und Lukowo verzichtete und ihre Operation-linie abermals nach der Morawa verlegte. Die mit den vereinigten Armee-Corps von Achmed Ejub und Osman Pascha einzu« leitende Umgehung der Werke von Deligrad und Alexinatz durch eine Operation gegen die Morawalinie Paracin-Cuprija hätte alle Vortheile einer Umgehung ohne deren Gefahren gehabt, da der Rückzug nach Widdin immer möglich 'war; die Forcirung der Defileen von Banja und Lukowo hätte kaum so viel gekostet, als der gegenwärtige direkte Angriff aus Alexinatz. Außerdem hätte Ali Saib Pascha, der heute auf dem linken Morawa-Ufer operirt, von Nisch aus direkt gegen Banja vorrücken und so die Angriffe Achmed EjubS unterstützen können. Die Türken haben nun schon zweimal gewaltig zum Schlage auSgeholt; als dieser selbst jedoch geführt werden sollte, erlahmte ihre Kraft. Bei Knjazewatz und Saitschar hatten sie zwei offen stehende Thüren zum Eindringen in das Innere SerbienS, sie haben dieselben verlassen und bemühen sich nun, daS verschlossene Thor zu erbrechen. Dafür, daß die Türken die. .anfängliche Angriffsidee aufgegeben haben, gibt es nur eine Entschuldigung, nämlich die Unmöglichkeit der Verpflegung ihrer

Truppen von Widdin, Belgradschik und Pirot auS. War dies der Fall, j so blieb ihnen allerdings nichts Anderes übrig, als die Rückkehr auf - die OperationSlinie Nisch Alexinatz. Dieses Hinderniß mußte dem türki- < schen Generalstab jedoch schon früher bekannt gewesen sein, und dies z vorausgesetzt, war die ganze Operation gegen Knjazewatz zeitraubend und s überflüssig. Der direkte Sturm auf Saitschar durch OSman Pascha j hätte den Türken kaum mehr als der Sturm auf Knjazewatz gekostet, das sie übrigens wieder verloren haben." 1 o : ^no^

Vom türkisch-montenegrinischen Kriegsschauplätze liegen folgende Telegramme vor:

Ragusa, 30. August. Nach hier eingetroffenen Nachrichten ist Djeladin Prscha^mit 6 Bataillonen und mehreren Geschützen von Stolac kommend in Trebinje eingetroffen. Weiteren Meldungen zufolge be­schießen die montenegrinischen Truppm Bilek, zu dessen Entsatz Moukh- tar Pascha von Trebinje abrücken soll.

Cattaro, 30. August. BeiWodgorizza wird seit gestern ge- tämpftY»!

AuS C ettinj e vom 30. August wird gemeldet: Das (amt­liche) JournalGlas Cernagorca" bringt einen kriegerisch gehaltenen Artikel, in welchem jede auswärtige Vermittelung zurückgewiesen und hervorgehoben wird, daß Serbien, sowie Montenegro erst dann die Waffen niederlegen würden, wenn die slavischen Provinzen von dem türkischen Joche vollständig befreit seien. (* ». smküju

Lokales von hier und Umgegend, sowie Provinzielles.

Haus«, 31. August 1876.

Um die Betreffenden vor Strafe zu bewahren, empfehlest wir denselben, die im heutigen Anzeiger abgedruckte landräthliche Bekannt­machung, Befolgung des §. 12 des ReichSimpfgesetzeS vom 8. April 1874 betr., zu berücksichtigen. < ___________

Die städtische Waage ist vollständig reparirt und kann von heute ab wieder benutzt werden.

Für heute. In den Sälenzur großen Kröne": Abends 8 Uhr Großes AbschiedS-Concert der Kapelle des Hess. Füs.-RegtS. Nr. 80, unter Leitung deren Kapellmeisters Herrn Münch.Deutsches HauS": Abends von 8 Uhr ab Militair-Concert der Kapelle des 3. Bat. Hess. Füs.-Reg. Nr. 80 aus Homburg. Sedan-Comitö: Abends 9 Uhr Schluß -Sitzung in derCentralhalle". Hanauer Kriegerver­ein: Abends L Uhr Monatsversammlung in derCentralhalle". Zum schwarzen Bären": Abends 8 Uhr Besprechung wegen Gründung einer Kohlenkasse.

(Knrivsum.) Wenn die Postbeamten manchmal die Geduld verlören, würde es nicht zu verwundern sein, denn welche Hieroglyphen dieselben mitunter zu entziffern haben, dafür liefert die nachfolgende Adresse eines Briefes den Beweis:

Am Die frulem Juchen bei Herrn berderie wo Die Groste Gron ist es ist ein Hud und schröm lahde in Hanun."

Ein hiesiger Postbeamte konnte sich am Ende schon eher denken, daß der Brief an Frl. Julchen, Dienstmädchen bei Herrn August Petri, Hut- und Schirmgeschäft gerichtet war, aber für einen auswärtigen mußte dies doch weit schwieriger sein. Trotzdem der Brief erst am 27. in Berlin aufgegeben wurde, hatte ihn die Adressatin am 28. mit dem PostvermerkHanau?" in den Händen. Der Adresse nach muß der Inhalt des Briefes für die Empfängerin ein schwietiges Räthsel sein.

Schmalkalde«, 26. Aug. Soeben erschien das Festprogramm zur Feier des Jahrestages der Schlacht von Sedan und der Enthüllung des Carl-Wilhelm-Denkmales am 2. September zu Schmalkalden. Danach gedenkt man, wie dasK. Tbl." meldet, das Fest in folgender Weise zu begehen: Am 1. September (Vorabend) Abends 7 Uhr Ein­läuten des Festes, Choralmusik vom Thurm, Abends 8V2 Uhr großer Fackelzug. Am 2. September: Morgens 41 /2 Uhr Reveille des Krie­ger-Vereins, Böllerschüsse von den Bergen; Morgens 6 Uhr Glocken­geläute, nach 8 Uhr Morgens Schulfeier und Festgottesdienst; Vormit­tags 11 Uhr Versammlung der Festtheilnehmer auf dem Siechenrasen. Grabgesang am Grabe Carl Wilhelms; Vormittags 11V, Uhr großer Festzug vom Siechenrasen nach der Stadt; Kreisschluß um das Wil­helm-Denkmal, um die Friedenslinde und die Rednerbühne, Festgesang, Festrede des Hrn. Prof. W. Onken; Enthüllung sdeS WilhelmS-Denk- malS und Uebergabe desselben an die Stadt; Nachm. 3 Uhr großes Militär-Concert in dem VolkSgarten; AbenoS 6V, Uhr Vocal-Concert im Rathhaussaale; Freudenfeuer auf den Bergen und bengalische Be­leuchtung deS Altmarktes.

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DerFrankfurter Anzeiger" schreibt unterm 30. August au» Frankfurt am Main: In der verflossenen Nacht gegen 2 Uhr entsprang aus dem Spital zum Heil. Geist ein Patient, der an Delirium tremens litt. Derselbe wa^ wie wir hören, aus dem ersten Stock rn den Garten hinab gesprungen, war dann über die Gartenmauer geklettert und hatte im Maine einen Versuch gemacht, sich zu ertränken. Da ihm der Wassertod aber nicht behagt haben mochte, so brächte er sich an einem Arme einen Schnitt bei, der aber nicht tödtlich war. Hierdurch blutend,