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»Mer Meitztr

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correspondenz.

JuserUenS- Preid:

Sie ispaltige Warmondzeilr es. deren Raum

10 Pfg.

Die LfPal». Zeile

20 Pfg.

Diegs-altigeZeil, 30 Psg

M 199

Samstag den 26. August.

1876.

BkLKWWtMKchrrngeR Kömgl. LaNdrathsaMts dahier. )

Frau Regine Leppert, geb. Kuhl, zu Bockenheim, istI heute s als Hebamme eidlich verpflichtet «erben.

Hanau am 22. Aug! st 1876.

Mit Rücksicht auf die am Samstag den 2. September statt find ende Abhaltung eines MorgengotteSdienstes und die sich daran knöpfendej Gedächtnißfeier wird der auf diesen Tag fallende Hanauer Wochenmarkt auf Freitag den 1. September verlegt.

Hanau, am 24. August 1876.

Die Wagen zum Transport der Effekt-m aus den Garnisonen resp. Cantonnements und zurück, sowie zum Adholen der Fourage rc aus den Cantonnements-Magazinen werden während des Heibstmanövers die Commandostäbe resp. Truppen direkt von den Gemeinden requiriren.

Die VergütungSsätze für geleisteten Vonspan» sind vom Bundes- , rath wie folzt festgesetzt worden:

ein mit 1 Pferd bespanntes Fuhrwerk nebst Führer 7 Mk.

für jedes weitere Pferd.........3V2

die der

ein mit 2 Pferden bespanntes Fuhrwerk mit Führer IOV2

Von diesen Tagessätzen wird nur die Hälfte gewählt, wenn Jnanspruchnnhme der Fuhrwerke durch die Leistung, einschließlich Rückkehr nach dem Gestellangsorte, sowie der zur reglementsmaßigen Fütterung nöthigen Zeit, die Dauer von 6 Stunden nicht überschrit­ten hat.

Die Effekten Tronsporiwagen werden sofort gegen Quittung an die betreffevdrn OrtSvo; stände öezahlt. Ueber die gestellten Fourage- Wagen werd n Quittungen ertheilt.

Ueler die zur Abfuhr von Sivouaksbedürfr-iffen von den einzelnen Gemeinden zu st llmden Wagen werden die O tsvorstände demnächst besonders von hieraus benachrichtigt werden.

Das Mindestgewicht der Ladung eines zwnspär.nigen Wagens ist auf 15 Cent er festges-tzt.

Hanau, am 25. August 1876.

Unter Bezugnahme auf die den Herrn Orts Vorständen bereits zugegangenen Anweisungen in Betreff der Unterbringung der Truppen Während des diesjährigen Herbst-Manövers wird denselben mitg-theilt, daß die Fourage bis incl des 1. September er. bei dem Kaufmann Moses Sichel hier empfangen werüerr kann, im Falle eS einz ins Gemeinden bei zu liefernder geringer Quantität nicht vorziehen, die Fourage slost zu stellen.

Für die Dauer der eigentliche» Manöver ist die Fourage vom 2ten bis incl. 7ten September er. in Langenselbold; pro 8ten Septbr. in Roßövls und pro 9ten bis 12ten S ptrmber in Hanau, in den be­sonders etablirten Magazinen bei Kaufmann A. Katz zu empfangen.

Hanau am 25. August 1876.

Gefunden: Eine MouSschürz». 5®ei Hunde-Maulkörde. Eine gedruckte und eine gestreifte Schürze. Ein Henkelkorb, enth. Messer, Glas rc. Ein Portemonnaie mit etwas Geld.

Verloren: Auf der Straße von Hanau bis Windecken ein brau­ner Sommer.U-be zieher. Ein M sser mit 2 Klingen.

Zugelaufen: Ein weißes Schaaf; der Eigenthümer kann dasselbe beim Wi.ry H rrn Lukas zu Niederrodenbach in Empfang nehmen.

E a> au am 25 Auaurt 1876.

Wochenschau.

H- H. C. Am 20. August uno die folgenden Tage fand in Golha der Sozialiften-Kongreß statt. Von den gefaßten Beschlüssen ist bis jetzt nur der eine in die Ocffentlichk-it gedrungen, welcher von der am 19. d. Mts. abgehaltenen soz'wist. Volksversammlung einst mmig angenommen wurde. Ti- betr. Resolulion lautet:Die soziald mokrat. Partei wird mit aller Energie in den Wahlkampf eintreten, um den Prinzipien des Sozialismus größtmöglichste Verbreitung zu geben, und

und anderes mehr sonach fallen lassen. Wir glauben jedoch nicht, daß sich Serbien selbst diesen B-dingungen fügen und daß jene Friedens« ,_________ a._.___.......... 0______. inte-vention von Erfolg begleitet sein tohb. Faßten Skupschtinaans-

unter Hinweis auf die jetzige ökonomische und polit. Krisis, den Beweis 1 schuß und Ministerium, im Einklänge mit der öffentlichen Meinung,

liefern, daß greihdt und Wohlstand nur in der sozialistischen Gesell­schaft zu finden sind." Die diese Resolution molivirenden Reden Lieb- kvecht's und Hossilmann's hoben hervor, daß man an Stelle der jetzigen Abgcorl'neten, w lche vorwiegend so recht eigentlich Volksfeinde seien, vorzugsweise Arbeiter in den Reichstag wählen solle. Die Sozial- demokraien meinen sonach, das deutsche Volk habe durchweg seine eigenen Feinde in die R-ich?v?rtretvng gesandt, eine Behauptung, die ebenso lächerlich als widerspruchsvoll ist. Ja, wenn wir einen Census hätten, da ließe sich der Fall schon denken, daß die wahlberechtigte Minorität L>ute wählte, deren Wirken dem Interesse der Mehrheit des Volkes p irz'piell entoegevstände. Aber wir haben ja das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht, b-i welchem, wie uns die Sozialdemokraten selbst vorgerechnet haben, die arb itende Klasse das H st in Händen hat und von welchem sie Hbft alles Heil erwarteten. Da kann von der Wahl r>o!k, f indtich^r Reichstage logischer Weise nicht mehr die Rede sein. Das ani-rkinnende Schreiben, welches König Ludwig von Bayern kürzlich an seine Minister erlassen hat, hat die klerikal patrio- tifche Partei dort außer Rand und Band gebracht. Die einzelnen F-akr-onen derselben befehden sich aufs Heftigste unter einander, und das Organ des bekannten Dr. Sigl wirst der Partei vor, daß ihre Zaghaftigkeit und Pianiosigk-.it diesen traurigen Ausgang der mit so (Hohen Hoffnungen begonnenen Session verschuldet habe, daß die bayer.- pamot. Abgeordneten ihr Mandat niederlegen und Neuwahlen herbei- führen möchten. Auf Neuwahlen wird sich die Regierung freilich vor­läufig nicht eivl.-ss n.

Der Geburtstag des Kaisers von Oesterreich wurde vorige Woche auch am tuffischen Hofe gefeiert und der Czar selbst brächte einen Toast aus auf seinen Freund und Verbündeten, den Kaiser Franz Josef. Kiexander II bey ab sich dieser Tage nach Warschau, um ten dorrten Manövern beizuwohnen. Zu seiner Begrüßung sandte der österreich. Kaiser den Feldmarschalllieuttnant von Neipperg nach dort ab. Man sieht aus b tont Thatsachen, daß man nach wie vor auf beiden Seiten bemüht ist, die guten Beziehungen zu einander aufrecht zu erhalten, daß eine Verstimmung oder Spannung zwischen Petersburg und Wien an­läßlich der oiintal. Frage noch nicht eingetreten ist, daß also die Ber­linerProvinzial Correspondenz" Recht hatte, indem sie vorige Woche hervorhob, daß das Drerkaiserbündniß in ungeschwächllr Kraft fortbe- stehe. Freilich hat in voriger Woche der offiziöse russischeGolos" wieder einen sehr kriegerischen, renommistischen Artikel gebracht, der in Zahlen nachwies, wi- ungeheuer besser und stärker die russische Armee seit dem Krimkrrege geworden sei, welchen verschiedene Wiener Blätter in gleicher Weise b antwo teien. Auch ist es eine bekannte Thatsache, daß, während Oesterreich alle seine Staatsangehörigen zur Rechenschaft zieht, die sich unterstehen, für die Unterstützung der Serben Propaganda zu machen, in Raßland die Geldsammlungen für die Südslawen im größten Maßstabe betrieben und von der Regierunq protegrrt werden, daß bereits viele tausend russische <Soi baten, in die serb. Armee einge­reiht worden fir b und fast täglich in großen Massen in Belgrad an* langen.

Betnffs der balkanischen Angelegenheit hat die WienerPolitische Co^re pondcnz" die wichtige Nachricht gebracht, daß die Vertreter Eng- lards, Frankreichs, Jtuiiens, Deutschlands, Oesterreichs und Rußlands in Belgrad am 21. d. Mis. der serbi chen Regierung Eröffnungen ge­macht haben, in Bezug auf die Anbahnung von Friedensverhandlungen und daß der k-iegerrsche Minister Ristic versprochen habe, den betr. Rath in ernste Erwägung zu ziehen. Von anderer Seite wurde ge- melde^ daß solche Eröffnungen auch in Konstantinopel gemacht worden seien und daß die Pforte sich geneigt gezeigt habe, ihre den Serben neulich schon bekannt gegebenen Friedensbedingungen zu ermäßigen. Sie wolle sich mit einer Kriegsentschädigung und Garantie gegen eine Wie- deik-hr solcher Rebellionen begnügen, die Absetzung des Fürsten Milan