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rückte am zweiten Tage bis nahe an die serbische Grenze vor. Dieselbe ; wurde jedoch heute Vormittag von den Serben angegriffen und abermals zurückgeworsen. Nachmittag ergriffen die Türken nochmals die Offen- sive, jedoch ohne Erfolg. Trotz der dreitägigen Kämpfe und obwohl der Feind 40,600 Mann stark ist, gelang ihm nicht einmal die Annähe­rung an die BefestigungSwerke von Alexinatz, er erreichte kein anderes Resulrat, als daß auf türkischem und serbischem Gebiete gelegene Christen­dörfer in Brand gesückt wurden eine nicht von den militärischen Operationen gebotene und durchaus unnütze Barbarei. Die türkische Nachricht über den Kampf bei Negotin ist erfunden. 22. August. Offiziell. Die serbische Armee unter dem Kommando von Horvatovics hat gestern Krjazewatz wieder genommen und Tresi Baba besetzt.

Ko nstant inopel, 23. August. Nach einer Depesche aus Nisch vom 21. d. Mts. ist Alexinatz von den türkischen Truppen cernirt, und steht das Bombardement dieses Platzes unmittelbar bevor. Gegen die Montenegriner werden, wie die hiesigen türkischen Journale melden, Moukhtar Pascha und Mahmud Pascha, nachdem sie Verstärkungen er­halten haben, in einem gemeinsamen Angriff mit Derwisch Pascha vor. gehen.

Cettinje, 21. August. Vorgestern griffen die Montenegriner unter Marko Miljanow die Türken in Seliste an, eroberten dieses Dorf und machten 45 Gefangene.

DieN. fr. Pr." vom 21. August gibt folgende Darstellung der Lage auf dem serbisch-türkischen Kriegsschauplatze:

Das Corps Achmed Ejub Paschas ist nach zwei Gewaltmärschen, von Knjazewatz kommend, am Freitag den 18 d. in Riavci eingetroffen. Die Avantgarde des Corps stieß bei diesem Orte auf silbische Truppen und warf sie nach kurzem Gefecht gegen die Ozren Planina zurück. Am folgenden Tage, den 19, d., sollte in Verbindung mit dem Corps von Nisch die Vorrückung fortgesetzt werden, doch konnte unser Korrespon­dent nicht angeben, ob gegen Banja oder ob gegen Atexmatz, da dies selbstverständlich davon abhing, wo die Serben ihre Hauptkraft konzen« tritt hatten.

Die Serben hatten übrigens den Abmarsch der Truppen Achmed Ejubs von den Tresibabahöhen gegenüber Knjazewatz erst ipät bemerkt, was mit Rücksicht darauf, daß die Division Fazly Pascha von dem Corps Osman Paschas mit der Deckung und Maskirung des Abmarsches betraut worden war, begreiflich erscheint.

Die ganze Operation stellt sich nun wie folgt dar: Am 15, und 16. d. rückte Faziy Pascha im Timokthale von Saitschar nach Knjaze­watz und übernahm dort von der Division Hussein Sabri Pascha den Vorpostendienst. Am nächsten Tage, den 17. d., marschirte Achmed Ejub mit seinen drei Divisionen über Dervent, Nisevac, Latinci und Gojmanovac nach Rsavci, wo er am 18. d- eintraf. Ob dieses Corps am 19. d. seine Operationen wirklich fortsetzte, wie unser Speziaikorre- spondent erwartete, ist aus den bisher »orliegkndm Depeschen urcht ge- ; nau zu ersehen, doch scheint es der Fall zu sein. Unter jeder Be­dingung wäre die rasche Fortsetzung der Operation dringend geboten ge- Wesen, da man nur durch Eile in die Lage kommen konnte, den Vor­theil der Ueberraschung, den man sich durch das geschickte Umgehungs- Mannöver gesichert hatte, auszunutzen. Wurde die Off risive von Seite Achmed Ejub Paschas am 19. d. Nicht fortgesetzt, so sien die Serben sich vom ersten Schreck erholt und ihre Gegenmaßregeln getroffen haben. Dw Position Alrxinatz Oblaglava Ozren-Planina LrSkowck-Banja bietet der Vertheidigung manche Votth ile; es wäre also in diesem Falle nicht unwahrschiinlich, daß die Serben eine Schlacht in derselben an» nehmen. Sowohl von Banjo als auch von Alexinatz und Deligrad konn­ten sie, wenn Achmed Ejub am 19. d. nicht angriff, leicht starke Trup« Prumassen heranziehen und Vorbereitungen zur Vertheidigung der ge­nannten Stellung treffen.

Konstantinopel, 23 August. Die Befehlshaber der türkischen Truppen in Serbien berichten der Regierung, daß unter allen Corps Verbindung existire, daß das Bombardement von Abxiaatz beginne, und daß, nachdem dieser Platz, der von den türkischen Kanonen beherrscht wird, genommen, nichts dem gemeinsamen Vormarsch in der Stiftung auf Belgrad entgegenstche. Regierungsseitig betont man, daß k>- scherseits bisher in Dem Verkehr mit den Vertretern der fremden Mächte keinerlei Propositionen zur Unterlage für Füedsnsvsrhandlungen ge­macht Wären. (R. u. St^Anz.)

suksleD ÄM hier und Umgegeud^ sowie PrvvmzielleK.

HktMU 24. August 187s.

Heute Morgen gegen 10 Uhr wurde Seitens der Regiments- Küpelle des Hess Füs.-Rgts. Nr. 80 Frau Major von Schwerin ein i Abschiedsständch-n gebracht.

BersteigerAAgS« und Berstachtungs-Kalender für Freitag den 25. August.

^«Vitags 9 Ugr kommen aus der Ooecföcsterei Wolfgang, im k 15 Wntyshause große Q «antitäten Nutz, und B enubolz - 210 Kleftm-Stämme, 660 Raumm. Kiefern-Sch-tt, 328 zc K_ '^? ^stkaüppll, 700 Baumstützen) zu öffentlichem Verkauf Lf;/ 6 '^ W> - Vorm. 10 116 sollen für den Kuybe- I ^ b ln ^'^ H°s»artnere, Philippsruhe 2425 Mögt. Roggenstroh, so- I

wie 5040 Kilozr. Heu an den Mindeflfordernden in Lieferung vergeben werden (s. Nr. 193Han. Anz."). Ebenfalls bis Vorm. 10 Uhr sind Angebote zum Anfahren und Verbauen von 4300 Stück Faschinen und 10 Raumm. Pfahlholz zu Wasserbauten an der Kinzig im Bulau- Walde bei Königl. Bauinspektor dahier einzureichen (s. Nr. 192Han. Anz."). Dritter und letzter Termin des Theilung halber zum Ver­kauf kommenden Grundvermögens der Kraushaar'schen Erben (Wohn­haus mit Seitenbau rechts und links, Holzschuppen und Hof, an der franz Allee) ist von Vorm. 11 bis 12 Uhr in den Sitzungssaal des Kgl. KreiSgerichts, I. Abth., anberaumt (s. Nr. 195Han. Anz.").

Für Heute. Streich Concert im Gasthauszur deutschen Einheit" (Ruthsatz) zu Klein-Steinheim; Anfang Nachm. 5 Uhr. Centralhalle" : Concert der 80r Bataillons-Kapelle aus Homburg, un­ter Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Heinemann. Sedan-Comits: Abends 9 Uhr Sitzung im Centralhallensaale.

Das gestern verregnete Coacert der Kapelle des Hess. Füs.- Reg. Nr. 80, unter Leitung deren Kapellmeisters Herrn Münch, in den Gartenlokalitäten des Bürger-vereins, findet bei günstiger Witterung heute Abend von 6 Uhr ab statt.

Dem Amtsblatt Kgl. Regierung zu Cassel Nr. 39 liegt die Bekanntmachung, betreffend die Ergebnisse der Verwaltung der General- Brandkasse vom Jahr 1875 bei und ersehen wir daraus, daß voriges Jahr im Kreise Hanau für 18 stattgehabte Brände die Summe von 21 830 Mk. 91 Pf. önwißigt wurde. davon trifft auf die Stadt Ha­nau die Entschädigungssumme von 833 Mk. 50 Pf. Im Jahr 1875 fanden in der Provinz Hessen überhaupt 196 Brandfälle statt und sind dafür 600.049 Mk. 29 Pf. Entschäbigungsgelder verausgabt worden.

Im Interesse der Jugenderziehung hat die Regierung eine Ver­fügung erlassen, nach welcher Kinder im schulpflichtigen Alter nicht mehr den öffentlichen Tanzlustbarkeiten beiwohnen sollen. Im Betretungs- falle sollen dieselben aus den Tanzlokalen entfernt und den Besitzern die Concession entzogen werden, wenn sie den Aufenthalt von Schulkindern in ihren Lokalen beharrlich gestatten, begünstigen oder demselben Vor­schub leisten. Auch in den Schulen soll in geeigneter Weise im Sinne der Verordnung auf die Kinder eingewirkt und diese darüber belehrt werden, daß ihr der Aufenthalt in solchen Vocalen nicht mehr gestat­tet ist.

Es ist wahrhaft rührend arrzusehen, welch reger Verkehr der Brückenauer Brand in das Fuldalhal und das Sinnthal gebracht. DaS furchtbare Schicksal der Stadt hat mehr Herzen und Augen dahin ge­zogen, als seine heilsamen Quellen. An jedem Sonn- und Feiertag ziehen die Straßen der Rhön entlang Wagen, beladen theils mit Unter­stützungen der verschiedensten Art, theilweise dichtbesetzt mit Leidtragen­den. Gestern passirten Fulda vier Wagen von Weyhers, auf dem einen befanden sich zehn Säcke voll Frucht, auf den übrigen die Be­gleiter der Liebesgaben. In vielen anderen Orten der Rhön beginnen erst die Sammlungen. Um den Zuführern der gesammelten Gaben eine Erleichterung zu verschaffen, hat das k. Landrathsamt zu Gersfeld das Bezirksamt zu Brückenau ersucht, dasselbe wolle die Einrichtung treffen, daß die Vorspann in den betreffenden Dörfern unentgeltlich geleistet werde. Auch will ich hier eines Zages der Pietät aus der Feuernacht Brückenaus gedenken. Ein HauS stand schon in Hellen Flammen. Die in meinem letzten Bericht hervorgehobenen Feuerwehrmänner suchten noch zu retten, was unter den Umständen möglich war. Unter den Gegen­ständen, dir der gefräßigen Flamme entrissen wurden, befanden sich auch die Bildnisse zweier Monarchen des siegreichen Kaisers Wilhelm und des Königs von Bayern. Von Innen heraus wurde auf die Bilder, welche den Weg durchs Feuer nehmen mußten, aufmerksam gemacht, und um die Bilder der beiden Fürsten zu retten, stürzte sich der Gensdarm Fiedler von Schwarzenfels in die Flammen und machte sie unversehrt heraus. (W ®e°M

Bad Nauheim, 21. August. Es hat sich hier, unter der Aegide des tüchtigen Bade Arztes, Herr Dr. Schott, ein Verein zur U terstützung armer jüdischer Patienten gebildet, welche die hiesigen Williamen Bäd-r gebrauchen. Wir sind sonst Feinde aller Separation, dieselbe ist aber hier durch den Umstand erklärt, daß die armen Juden in der Regel strenge an den Speise-Gesetzen halten, und demgemäß der Kur Gebrauch ihnen weit kostspieliger gemacht ist. Wir dürfen daher gew ß dieses menschenfreundliche Unternehmen, namentlich reichen jüdi­schen Badegästen zur Förderung empfehlen.

DerFrankfurter Anzeiger" schreibt unterm 23. August aus Frankfurt am Main: Die Vorstände der Frankfurter, Dacmstädter, Hanauer, Mainzer und Wkssaoener Uhrmachervereine werden kommen­den Sonntag in Mainz eine Besprechung über die auf dem Congreß zu Harzbarg zur Verhandlung kommenden Gegenstände abhalisn. Aus den auf der Tagesordnung stchend.n Fragen sind hervorzuheben: 1) Welches sind die Haup sächlichsten Ursachen von dem immer weiter greifenden Verfall der Uyrmacherkunst, und welche Wege sind unter Berücksichtigung der gesetzlich bestehenden G.werbffreihut einzuschlagen, um eine nachhaltige Bervesserung anz »bahnen? 2) Ferner Gründung eines deutschen Uyrmaherv-.bandss. 3) Ist die Begründung einer all­gemeinen Uhrmacherschule ausführbar? 4) Empfiehlt sich die Begrün-