Einzelbild herunterladen
 

«»»»nemestS- Preis:

Mrlich 9 Mark Jalbj. 4 M. 50 P.

Bierteljährlich 1 Mail 25 Pfg. für auswärtige Abonnenten mit dem betreffen­den Postausschlag. Sie einzelne Num­mer 10 Pfg.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

JK 193

Samstag den 19. August

znikrtion».

Preis:

Sie ifbaltige Larmsndzeiie ob. bereu Raum

10 Pf,.

Sie SKalt. Zeile 20 Pfg.

Sie LIpaltigeZeil«

30 Pfg.

1876

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamt» dahier.

Wilhelm Heiter ich zu Niederissigheim ist heute als Wasen- Meister dieses Ortes eidlich verpflichtet worden.

Hanau am 18. August 1876.

Ihre letzten Thaten bestehen in Folgendem: Das Deputirtenhaus ge­nehmigte das Budget, beseitigte dabei unter Anderem die Gehälter für die Armeegeistlichen; der Senat occeptirte das Bürgermeistergesetz, unter Streichung des Art. 3, welcher vor d-m Inkrafttreten des Gesetzes die Gemeinderäthe neu gewählt werden lasten wollte. Die Regierung und die zweite Kammer nahmen obwohl ungern, doch ohne Murre» diese Abänderung an. Der Senat wählte den Minister Dufaure zum lebens­länglichen Senator an die Stelle des jüngst verstorbenen Casimir Fvrirr. Das war ein Sieg der Republikaner über die Rechte, welche den ' Royalisten Chesneloug ausgestellt hat. Die Konstitutionellen hatten sich , in diesem Falle zur Abwechselung einmal wieder der Linken angeschlos» I fen. Die Regierung verbot die öffentliche Feier des 4. Septbr., des Tages, an welchem die gegenwärtige R publik durch die Pariser Revo­lution gegründet wurde.

Aus Spanien kommen Nachrichten von einer Ministerkrists. Die zurückgekehrte Exkönigin scheint dem Kabinete viel zu schaffen zu machen. Letzteres stand iyr schon in der Frage gegenüber: Wen König Alfonso heirathrn solle? Die Exkönigin will durchaus die Tochter deS kathol. Herzog von Montpensier zu ihrer Schwiegertochter hrben, während die M Ulster den König für die Vermählung mit einer Tochter des Prinzen Friedrich Karl von Preußen zu gewinnen suchen.

Das englische Parlament ist auch vertagt worden. Der Premier DiSraeli wurde zum Earl von BeaconSfield ernannt. Es ist eine wunderbare Thatsache, daß im aristokrat. England ein Jsraelite nicht nur zum Führer der aristokrat. Partei, sondern auch zum Premier­minister und zum Lord emporsteigen konnte. DiSraeli w.rd nun auS dem Unterhause auStreten und Mitglied des Oberhauses werden.

Die Lage auf der ba'.kan. Halbinsel hat sich in der jüngsten Zeit zu folgender gestaltet: Durch die Einnahme von Kugajewatsch nach Llägiger Schlacht durch die Türken unter Abdul K rim Pascha haben sich nicht nur die serb. KorpS unter Tschernajeff und Horvatovic ge­zwungen gesehen, nach Westen zurückzuweichen, sondern auch daS Korps Leschjanin's hat es vorgezogen, seine feste Stellung bei Saitschar am Timok zu verlassen und nach Südwtstm abzumarschiren, um mit den andern KorpS die in daS Morawathal führenden Pässe zu vertheidigen. Dort wird eine Entscheidungsschlacht erwartet. Der Osten SerbienS befindet sich sonach in den Händen der Türken. Fürst Milan war in Belgrad, um die Minister zur Einleitung von FrredenSverhandlungen zu bewegen. Allein, weder diese noch das serb. Volk haben die Hoff­nung auf den für sie glücklichen AuSgang des Kampfes verloren, und Milan mußte sich fügen. Bei der serb. Drina- und der Jbar- Armee steht es noch aus dem alten Flecke, und nach einem 6ommuniqu6 deS Generals Tschernajeff ist die Lage für Serbien noch gar keine aus­sichtslose. In der Herzegowina hat sich ebenfalls noch nichts verändert. Moukhtar Pascha befindet sich noch, von den Herzegowinern belagert, in Trebinje. Letztere wollen soeben bei Kucci in Albanien einen Sieg über die Türken errungen haben. Ja Rumänien ist das radikale Ka- binet durch ein konservativer, friedliebendes ersetzt worden. Die Türken mögen sich darüber freuen.

Tagr-schs«.

Berlin, 18. August. Se. Majestät der Kaiser und König haben Sich spute früh um 61/» Uhr mittelst Extrazuges zu den Ka­vallerie- DivisionS-Uebungen bei Züllichau begehen und gedenken morgen Nachmittag wieder gegen 5 Uhr aus Schloß Babelsberg einzutreffen.

Die ReichS-Gesetzgebung in Bezug auf die Lage der arbeiten* den Classen wird, wie uns mitgetheilt wird, jedenfalls im nächsten Jahre die längst geplante Erweiterung erfahren. Man hat die Ueberzeugung gewonnen, daß die bisherigen Versuche durch Einführung gewerblicher Schiedsgerichte und strafrechtliche Verfolgung des Contractbruches nicht ausreichen, um wirklich vorhandene Uebelstände zu beseitigen. Erhebun­gen, welche nach allen Richtungen hin inzwischen gemacht worden und um welche das preußische HandelSmrnrsterium besondere Verdienste hat, werden, so berichtet man DirTnb.", auch jetzt noch fortgesetzt und sollen, nachdem die gewonnenen Resultate, wie dies zum Tyeil bereits

Gefunden: Ein Messer. Ein Täschchen mit weißem Häckelzeug. Ein weißer Kinderstrumpf nebst Zeugschuh. Ein französisches Buch.

Ein Heft mit der AufschriftAufgabebuch nebst Stundenplan". Ein leeres Portemonnaie.

Verloren: Eine goldene Broche. Eine schwarze und eine grüne Schooßtmlle.

Hanau am 19. August 1876. !

Wochenschau«

H. H. C. Der deutsche Kaiser ist glücklich in Potsdam einge­troffen, nachdem er auf der Rückreise von Gastein einen Abstecher nach Boyreutb gemacht und einer der Wagner'schen Opernaufführungen bei­gewohnt hatte. Kaiser Wilhelm war vom König von Bayern dahin i eingeladen. Das geschah allerdings auS HöflichkeitSrücksichten; all-in, ! demungeachtet sind die Beziehungen zwischen dem Münchener und dem i Berliner Hofe j-tzt freundschaftlicher denn je, und eS hat an Letzterem auch der Umstand sehr angenehm berührt wie dieKöln. Zig." of­fiziös miltheilt daß König Ludwig, nach Vertagung deS Landtags, den bayer. Ministern seine lebhafteste Anerkennung und sein vollstes königl. Vertrauen ausgeiprochen. Die Wahlmännerwahlen zum preuß. Landtage sollen, wie nunmehr bestimmt worden ist, am 17. Ok­tober stattfinden, während die ReichstagSwahlen erst am 5. Januar 1877 vorgenommen werden sollen. In Preußen sind in Folge dessen bereits alle Parteien auf den Kampfplatz getreten. Die Deutsch Konservativen unter Anderem haben einen Vorstand von 41 und einen geschäftsführen« den Aul schuß von 21 Mitgliedern eingesetzt, die durchweg der gemäßig- ; teren Richtung angehören. Die bekannte^von Seiten der halbamrl. ' Provinzial Correspondenz" an die Nationalliberalen gerichtete Auffor­derung, sich von der Fortschrittspartei zu trennen, hat das nationall. Organ, die Berl. autogr. Correspondenz, soeben dahin in sehr bemer­kenswert her Weise beantwortet, daß dies nicht eher möglich sei, als bis sich die Regierung vollständig auf den nationalllberal n Standpunkt stelle. In der Provinz Posen werden allenthalben Urwählerversamm- s lungen abgehalten, und dabei zeigt es sich immer deutlicher, daß die Klerikalen keine Lust mehr haben, mit den liberalen polnischen Gutsbe­sitzern zusammen zu gehen, wobei Jenen zu Stätten kommt, daß die Anhänger der Letzteren sich in der Minorität btfinden. Die poln. Fraktion in dem Pieuß. Abg.-Hause und im Reichstage wird sonach in s Zukunft wohl lediglich aus Klerikalen bestehen. Die bayerischen s Liberalen hatten vorige Woche die Freude, daß die 3 liberalen Abge- ; ordneten von Zweybrücken, deren erste Wahl durch die ultramontane Kammer Mehrheit annuQirt worden war, wiedergewählt wurden. Also ebenso wie in München und Regensburg. !

Der österreich. Regierung werden wieder einmal starke Jnterven- ; tionSabsichten zugeschrieben. General Mollinari werde die Truppen, i die Serbien und BoSnien okkupiren sollen, befehligen. Mollinari hat allerdings eine Inspektionsreise nach der serbischen Grenze unternommen. Ausgefallen ist auch der Umstand, daß der österreich. RerchSkriegsminister bei der ungar. R gierung auf schleunigen Ausbau der Munkacz Stryer- Eisenbahn drängt, die im Interesse der Landesvertheidigung unumgäng- i ^ch nothwendig sei. Ueber die heiklige Bankfrage haben sich die Ft- | nanzminister der beiden österreich. ReichShälften endlich geeinigt. Gegen die slawischen Agitatoren gehen die österreich. und ungarischen Behörden nach wie vrr mit der größten Strenge vor.

Die itaiien. Regierung hat ein Verbot erlassen gegen die Pro- zeisionen, welche außerhalb der Kirche vorgenommen werden. Der Minister deS Innern sieht nämlich in solchen öffentlichen Aufzügen einen der mächtigsten Hebel zur Wiederansachung des religiösen Fa- i natiSmus.

Die französischen Kammern sind am 12. August vertagt worden. :*