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das Feuer an Ausdehnung, vorerst westlich, dann südlich, so daß die herbeigeeilte Feuerwehr, 29 an der Zahl, mit 28 Sp-itzen daS Element nicht bezwingen konnten. Rühmlichst muß hier der Mottner, Schwar- zenfelser und SinderSbacher Feuerwehren gedacht werden. Uebermensch- Lich haben diese Leute gearbeitet und Stand gehalten unter der geschick­ten und strengen Leitung des Feuerwehr-Hauptmannes Geibel zu Motten. TodteSmuthig stürzten diese Männer in die Gefahr. So wollte ein Mitglied der Mottner „freiwilligen Feuerwehr" die zwei in einem Keller verschütteten Frauen retten. Diese beide Frauenzimmer, zwei Schwestern, wollten noch etwas von ihrem Bettzeug rc. in einen ge­wölbten Keller bringen, befanden sich jedoch kaum darin, als eine nie­derfallende Wand ihnen den AuSgang versperrte. Feuerwehrmänner hatten zwar bald Oeffnung gemacht, allein von d-n beiden Personen war nichts zu sehen, da daS im Keller lagernde Petroleum Feuer ge­fangen. Immerhin wollte noch der Feuerwehrmann Martin Schumann von Motten einen Rettungsversuch machen; seine Kameraden banden ihm jedoch zur Vorsicht einen Strick um den Leib und ohne dies; Vor­sicht hätte er die dritte Leiche im Keller abgegeben, denn kaum in das Gewölbe eingetreten, sank er zusammen und wurde fast leblos heraus- bezogen. Die Ueberreste der zwei verbrannten Personen wurden mir auf dem Fri-dhofe, wohin sie heute Morgen verbracht wurden, gezeigt; von der jüngeren waren nur noch kleine, verkohlte Stückchen sichtbar, von der älteren blos der Rumpf; Arme und Beine fehlten ganz, vom Kopf war nur der untere Theil da, in welchem daS verbrannte Hirn «och zu erkennen war. Der Rumpf selbst glich einem gebratenen, ver­brannten Stück Fiersch. Außer diesen beiden Menschen sind noch wei­tere „drei" verbrannt, soviel ist biS heute wenigst-ns festgestellt; leicht möglich ist es aber, daß noch weitere Personen den Tod in den Flam­men fanden; auch viel Vieh soll verbrannt sem. Wie rasch das Feuer um sich griff, geht auS Folgendem hervor: Gegn 11 Uhr, am ver­flossenen Sonntag Abend, lchlugen die ersten Flammen empor und kaum hatte die Glocke auf dem Thurme „Eins" geschlagen, stürzte sie nebst den anderen Glocken in die Tiefe; alle vier sollen verschmolzen sein. Vom „Schwanen" bis zur Kirche ist eine bedeutende Strecke. So schrecklich sich die Brandstätte dem Beschauer barfhßt, so traurig erfaßt es ihn, wenn er die armen Menschen umherirren sieht. Rothgeweint ihre Augen, blaß und abgehärmt ihre Gesichter! sie suchen die Stätten, wo ihre Wohnungen gestanden, und finden sie kaum. Für die Armen thut Hülfe noch l <Hess. Beob.)

Steckbrief.

Gegen den Collectanten der Rettungsanstalt Hof Reith bei Schlüchtern, Karl Engel aus Dammgarten, ist wegen Unterschlagung richtlicher Haftbefehl erlassen worden.

Es wird um Festnahme des rc. Engel und Ablieferung desselben in hiesiges Gefängniß er­sucht.

Hanau, 16. August 1876.

Der Staatsanwalt Sporleder.

Behufs Vornahme einer nothwendig gewor­denen Reparatur muß die Neustädter Stadt­waage vom 23. l. Mts. ab für mehrere Tage außer Dienst gestellt werden.

Hanau am 15. August 1876. (5236)

Der Oberbürgermeister

Cassian.

Submissious-Offerte.

Zu Wasserbauten an der Kinzig im Bulau- walde sollen 4300 Stück Faschinen und 10 Raummeter Pfahlholz angefahren und verbaut werden.

Kostenanschlag und Bedingungen liegen im Büreau des Unterzeichneten zur Einsicht auf und es sind die Offerten versiegelt und mit be­zeichnender Aufschrift versehen bis spätestens im öffentlichen Submissions Termin

Freitag den 25. August er.,

Vormittags 10 Uhr, daselbst einzureichen. (5259)

Hanau den 16. August 1876.

Der Königliche Bau-Jnspector.

Müller.

Die Stelle des Branntweinsteuer-AnfseherS und Waage-DienerS, mit welcher ein fixeS Ein­kommen von 800 Mark verbunden ist, soll neu besetzt werden. Bewerber um dieselbe haben sich binnen 14 Tagen auf dem Stadthanse anzu- melden. (5267) Hanau am 15. August 1876.

Der Stadtrath.

Saffian.

Ein Pferdestall

in der Kanalmühle wird vom 1. Oktober d. I. an vermiethet. Termin zum öffentlichen Aus- gebot unter Genehmigungsvorbehalt

Montog den 21. d. Mts., Vormittags 1/sl2 Uhr, im Kämmereilokal. (5238)

Versteigerung.

Montag den 21. August d. I., Nachmittags 2 Uhr,

sollen in der Behausung, Vorstadt Nr. 23, wegen Abreise:

1 Schreibpult, 1 Sopha mit 6 Stühlen, 1 Tafelklavier, 1 Kleiderschrank, Bettstellen, 1 Standuhr, Portraits und sonst verschie­dene Haurhaltungsgegenstände, gegen baare Zahlung dersteigert werden.

^5246) W. Seiffert, Taxator.

WM MMMM in großer Auswahl, als : Handangeln, Angel­schnüre, Vorfache, künstl. Fliegen, Hake« (Kirbh, Limerick) u. s. w. empfiehlt

J. Kellner,

(5118) Römerstraße 22.

Einen solid. Hausburschen sucht (5253) «. F. Traudt.

—"Der „Frankfurter Anzeiger" schreibt unterm 17. August aus Frankfurt am Main: Zu den kommenden Samstag beginnenden Ren­nen sind die Renner bereits vollständig eingetroffen und sind in und bei Niederrad und auf dem Sandhof die Boxen sämmtlich gefüllt. DaS Graditzer Gestüte ist hauptsächlich vertreten. Die Retinen bilden für Niederrad eine nicht unbedeutende EinnahmSquelle. Die von mehreren Einwohnern angelegten Stallungen haben sich schon reichlich rentirt. Die Bahn bietet Morgens in der Frühe, wo die Pferde herumgetum­melt werden, ein recht belebtes schönes Bild, wozu die herrliche Lage nicht wenig beiträgt. — Die Prämiirung der schönsten zu Markt ge­brachten Pferde findet kommenden Montag um 8 Uhr in der land- wirthschaftlichen Halle statt. Die Preisvertheilung in Gegenwart der städtischen und staatlichen Behörden Mittags 1 Uhr im Russischen Hof. — Wie wir vernehmen, sollen die neuen Gießfässer, gegen deren Lei­stungen so viele Bedenken laut wurden, einer Superrevision unterzogen werden. — Während seither versucht wurde, Zwanzigmarkstücke in Um­lauf zu setzen, an denen der geprägte Rand geschickt abgedreht worden, wird neuerdings der Versuch gemacht, die Ladenin Haber durch holländi­sche Wilhelmsdor's (10-Guldenstück) zu täuschen, welche den bübischen Doppelkronen sehr ähnlich sehen, aber nur etwa 17 Mark werth sind. Größte Vorsicht bei Annahme von Goldmünzen ist daher geboten. — Heute Morgen verletzte sich ein Metzger in Bornheim beim Ausschlach­ten lebensgefährlich durch Ausfahren beS Messers. Dasselbe drang ihm in den Leib ein und riß eine weit klaffende Wunde.

— Offenbach, 16. August. Die in dem Art. über die hier vor­gekommenen Weindiebstähle in der gestrigen Nummer unseres Blattes ou?g-sprochene Hoffnunz ist in Erfüllung gegangen, indem es dem Hrn. Pottznkommigär Breunig gelungen ist, einen weiteren Com' c n in der Perwn eines hiesigen früher schon bestraften Holzhrcker; h . . . zu ermitteln. Die Diebe, welche in einem Keller vor ihrer Entfernung erst noch eine Mahlzeit, Sestehmd aus Braten und sauren Gurken zu sich nahmen, sollen geständig fein.

Thermometerstaud.

17. Aug.: Höchster Stand + 24V,", Abends 7 Uhr + 21°; 18 Aug.: Morgens 7 Uhr + 15^4°, Vormittags 10 Uhr + 20°.

— Mainwasierwärme: 201/« Grad.

H. Lucas & Camp.

Mühlstraße 10 (3427) 5M-8WM & Stoffe.

Preiskegelschieben der Kegelgesellschaft im goldenen Faß.

Anfang morgen, Samstag Abend. (5275)

Neue holl. Vollhäringe, pr. Stück 14 Pfg., bei Abnahme von Fäßchen bedeutend billiger, Neue russ. Krou-Sardineu, pr. Fäßchen von ca. 10 Pfd. a Rm. 3., empfiehlt (5166)

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