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von Sachsen-Meiningen und Koburg erscheine« erst zur zweiten Auf« führungSserie. Heute trifft Graf Andraffy zu den Bühnenfestspielen ein. Die heutige Aufführung deSSiegfried" ist wegen Heiserkeit des Sängers Betz auf morgen verschoben worden.

Pest, 14. August. DerPester Lloyd" meldet: Die Pforte sicherte bereits spontan eine vollständige Genugthuung für die lebhaft bedauerte Grenzverletzung zu und will ausgiebige Vorkehrungen gegen eine Wiederholung derselben veranlassen.

London, 16. August. Die dieffeitigen Vertreter in Belgrad und Konstantinopel sollen dahin informirt sein, der serbischen Regierung und der Pforte eintretenden Falles mitzutheilen, daß England bei einer Mediation seine guten Dienste zur Verfügung stelle. In Konstantinopel soll geltend gemacht sein, daß England sich gegen eine Thronentsetzung des Fürsten Milan erklären müsse.

St. Petersburg, 15. August. Die gestern von Wen hierher telegraphirte Nachricht, Fürst Milan von Serbien habe die Ab­sicht, dem Kriege ein Ende zu machen, und diese Absicht den diploma­tischen Vertretern der Großmächte gegenüber ausgesprochen, entbehrt der Uebereinstimmung mit den hier vorliegenden Berichten aus Belgrad; es haben dort Demonstrationen für lebhafte Fortsetzung des Kampfes stattgesunden. Ristic hat seine Entlassung nicht gegeben.

Konstantinopel, 16. August. Der Vorstand der Regie­rungsabtheilung für Preß. Angelegenheiten Blaque Bey und Jvantsche Effendi, Mitglied des Staatsraths, begeben sich heute nach Bulgarien, um wegen der dortigen Zustände eine abermalige Enquete vorzunehmen. Heute Nacht ist ein Mrnisterrath gehalten worden, der den even­tuellen Friedensschluß und die aufzustellenden Bedingungen zum Gegen­stand hatte. Er war veranlaßt durch das dringende Auftreten des englischen Botschafters beim Großvezier, um den Barbareien ein Ende zu machen. Es ist jedoch zu keinem Beschluß definitiver Art gekommen, da nach den letzten Erfolgen die Kriegspartei im Divan stark vertreten ist.

New- Iork, 15. August. Der Hamburger Postdampfer Wieland" ist heute Morgen 11 Uhr hier eingetroffen.

Washington, Dienstag, 15. August. Nach dem Berichte des landwirthschaftlichen Departements hat sich der Stand der Baum­wollenernte im Monat Juli im Allgemeinen gebessert. Der in Nord- Karolina, Florida und Misfisippi angerichtete Schaden hat sich vermin­dert. In Louisiana ist der Stand unverändert. In den übrigen Staaten ist eine Besserung zu konstatiren. t«. u.

Vom Kriegsschauplätze liegen neuere Nachrichten nicht vor.

Lokales doN Hier und Umgegend, sowie ProvinzieLeK- HKKKA, 17. August 1876.

Die Preisvertheilungen von Seiten der Jury der Münchener Ausstellung haben in hiesigen Kreisen große Verwunderung erregt. Daß die blinde Verteilung durch das Loos gerechter ausgefallen wäre, als diese im schnellsten Tempo arbeitende Jury entschieden hat, ist die all­gemeine Annahme. Solche Preisoertheilungen haben sich überhaupt wohl überlebt und find nur als unvermeidliche geschäftliche Anhängsel zu be­trachten, die jedenfalls durch die Absurditäten und Partei-Intriguen der Jury in München noch mehr wie bisher an Werth verlöre« haben. Nicht die Gerechtigkeit, sondern die mehr oder weniger geschickte diplo­matische Leitung erobert für gewisse Landsleute und Geschäftsfreunde die größere Zahl der Medaillen. Wie wir erfahren haben, hat Herr Fischbach die ihm zuerkannte 3. Medaille zurückgewiesen, da eine ab­sichtliche Zurücksetzung zu deutlich in dieser fraglichen Auszeichnung ausgesprochen ist. (Die meisten Fabrikanten, die nur Zeichnungen von Herrn Fischbach ausgeführt haben, erhielten die 2.Medaille.) Nach­stehender Brief des ehrenwerthen Präsidenten der Ausstellung, Erzgieße­rei-Direktor von Miller, an Herrn Fischbach ist als Bestätigung unserer Ansicht wohl für die hiesigen Aussteller von Interesse:

München, 14. Aug. 1876. Hochgeehrter Herr! Die Ableh­nung der von der Jury Ihnen zugedachten Auszeichnung habe ich dem Direktorium mitgetheilt; für mich, der ich Ihr erfolgreiches Stre­ben seit Jahren kenne und beobachte, ist diese Ablehnung vollkommen klar und natürlich und mich bekümmert in dieser Bertheilung nur das Eine, daß sich, durch solche Kränkung» Männer wie Sie, entmuthigen lassen könnten, in Ihrem Wirken; ich bitte thun Sie das nicht und aus Liebe für unser gemeinsames Ziel, aus Liebe für unser großes dem scher Vaterland wir dürfen nicht länger mehr in der Kunst- industrie die Schleppträzer der Franzosen sein.

Ueber die ursprüngliche Auffassung unserer Ausstellung im deutschen Norden ließ; sich gar Vieles sagen, sind wir froh darüber daß doch Alles noch so wie es jetzt ist, geworden.

Ich kann Ihnen nicht sagen, wie viel Herzeleid mir diese Jury- B-schlüss- schon bereitet, allein ich bin ohnmächtig der gewählten Jury

Empfang?» Sie die Versicherung meiner Verehrung und Hochach- ^ung und schalten Sie in freundlichem Andenken

_. _ Ihren ergebensten: v. Miller."

Die Ausstellung des Zeichenlehrers Herrn Simon Jassoy in

München besteht aus 3 eingerahmten Blättern mit reiche« für die Aus­stellung besonders angefertigten Malereien von Schmucksachen. Diese Blätter sind auf der Gallerte placirt, sind aber weder im Katalog ver­zeichnet, noch von der Jury beachtet. Aus solchen Vorfällen, die nicht vereinzelt dastehen, kann man ermessen, wie fürsorglich unsere Interesse« in München gewahrt worden sind, sj

Eingesandt. U ?

In den letzten Monaten ist eS bereits mehrmals vorgekommen, daß, nachdem unser städtischerIuSschuß seine Meinung über diesen oder jenen Punkt abgegeben hat, in einer anderen Sitzung derselbe gegen sei« früheres Votum gestimmt hat. Ich nehme an, daß Gründe herbei- gebracht worden sind gewichtiger Natur, welche Gründe Männer wie die Mitglieder unseres städtischen Ausschusses bestimmen konnten früher gefaßte Beschlüsse aufzuheben. Soweit ist das alles gut; wer wollte sich gegen bessere Einsicht verschließen?!! aber eine andere Frage ist er, ob, wenn sich derartige Fällen häufen, nicht das Ansehen unserer städti­schen Corporationen Noth leiden müßte, waS sehr beklagenSwerth wäre. Sollte es nicht möglich sein gleich bei der erste« Berathung möglichst allseitige Meinungen einzuziehe«; dann aber auch einen Beschluß auf­rechterhalten.er

Eingesandt.

Ist es der städtischen Behörde bekannt, daß die Reinigung deS Neustädter Markplatzes ohne vorherige Beziehung vorgenom­men wird? Thatsächlich geschah dies seither und bedarf es wohl kaum der Erwähnung, daß bei jetziger Hitze hierdurch wahre Staubwolken i« die Höhe wirbeln, die in erster Linie den Lungen der Nächstwohneude« zu Gute kommen; abgesehen von dem Schmutze, der durch Fenster und Thüren in die Häuser dringt.

Einsender kann nur annehmen, daß hier eine grobe Nachlässigkeit der betr. Arbeiter vorliegt und ist überzeugt, daß diese Anregung genügt um sofortige Abhülfe zu schaffen. R . . .

Vorgestern fand die landespolizeiliche Begehung der projektir- ten Bahnlinie Hanau-Friedberg statt und wird an der j tzigen Traei« rung der Linie festgehalten. Für unsere Altstädter ist Hoffnung vor­handen, eine Haltestelle in der Nähe der Wilhelmsbrücke zu erhalte». Herr Oberbürgermeister Cassian stellte einen diesbezüglichen Antrag, dem sich Herr Landrath v. Schrötter anschloß.

Heute Morgen gegen VilO Uhr rückte das 1. Bataillon deS Hess. Füs.-RgtS. Nr. 80 mit klingendem Spiele zum Reziments-Exer- zieren in unsere Stadt ein.

Heute Nacht wurden zwei Personen, ein hiesiger Lehrer und ein Unterförster, wegen Ruhestörung, Unfolgsamkcit resp. Widersetzlich­keit gegen einen Polizeibeamten im Dienste, unter Zuhilfenahme einer Militairpatrouille, verhaftet und in Arrest abgeführt.

In hiesiger Stadt hat sich das Gerücht von einem große« Brande, der in Schlächtern auSgebrochen sein soll, verbreitet, dem ist nicht so, sondern nur der Dachstuhl sowie das obere Stockwerk des Kauf­mann Gutermuth'schen Hauses in der Unterstadt sind vorgestern ein Raub der Flammen geworden.

BersteigerungS« «»d Verpachtuugs Kalendee .für Freitag den 18. August.

Verschiedene für die hiesige Garnisonverwaltung auszuführende Bau­arbeiten sollen an die Mindestfordernden submissionsweise vergeben wer­den. Unternehmungslustige haben ihre Angebote spätestens bis Borm. 10 Uhr genannter Verwaltung zugehen zu lassen (s. Nr. 187Han. Anz."). Zweiter Verkaufstermin des zum Nachlaß der verstorbene« Kraushaar'schen Eheleute gehörigen Grundvermögens: Wohnhaus, Sei« tenbäue, Holzschuppen rc., an der franz. Allee, findet Borm. zwischen 11 und 12 Uhr im Sitzungsaal Königl. Kreisgerichts, I. Abtheilung, statt.

Für heute. Nachmittags 5 Uhr: Oeffentliche Sitzung der Gemeinde-Ausschusses.

DerR.- u. St.-A." Nr. 192 enthält folgende Personal« Veränderungen in der Armee: Graf v. Schwerin, Maj. vom Füs.« Regt. Nr. 80, in das Jnf.'Rrgt. Nr. 30 versetzt. Oesterreich, Major, agqr. dem Füs.-Regt. Nr. 80, in das Regiment einrangirt.

Windecke», 16. August. Heute Mittag gegen 1 Uhr brach die dem Ackermann R. gehörende Scheuer zusammen. Dieselbe war zwar baufällig, allein durch die große Hitze wurde sie zusammen ge« drückt.r.

Die Direktion der Landeskreditkasse macht unterm 12. August imAmtsblatts" bekannt, daß in Gemäßheit des Gesetzes vom 25. De­cember 1869 die Einlösung der am 1. September d. J. fällig werden­den Zinsabschnitte der Landeskreditkasse zu Cassel, außer bei dieser selbst, bei allen Königlichen Steuerkassen des Regierungsbezirks Cassel erfolgen wird.

Dem künftigen Kaufmann, dem Gewerbebetreibenden, dem Bau­techniker fehlte es, so schreibt dieH. M.", seither nicht an Gelegen­heit, sich für seinen demnächstigen Lebensberuf in einer Lehranstalt vor« zubereite», welche neben den nothwendigen Fachkenntnissen ihm zugleich das Recht auf den einjährige» Militärdienst sicherte. Nur für die Söhne i wohlhabender und gebildeter Landwirthe mangelte es an Lehranstalten, I welche beide Zwecke vereinigten. Auch diesem Bedürfnisse ist jetzt Ab«