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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, ind Samstag« mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.
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Dienstag den 1. August.
1876.
Bekanntmachunge« Kömgl. LandrathSamtS dahier.
Gefunden: Eine Brille. Eine Serviette C. L. gezeich. Eine goldene Broche. Ein Potemonnaie mit etwa« Geld. Eine schwarze Moir^schürze. Ein Rechenbuch für Schüler des 6. und 7. Schuljahrs. Ein französisches Schreibuch für einen Prima Schüler der Realschule.
Hanau, am 1. August 1876.
Tegerschs«.
— Berlin, 30. Juli. Fürst BiSmarck ist heute Vormittag nach Varzin abgereist.
— DaS Gesetz, durch welches der Regierung 6 Millionen Mark aus dem preußischen Antheil an der französischen Kriegsentschädigung zur Verfügung gestellt worden, um der Gemeinde Caub und den durch die FrühjahrShochfluthen sowie durch den Bergsturz zu Caub beschädigten Personen und Gemeinden Beihülfen zu gewähren, ist am 22. Juli d. J. Allerhöchst vollzogen worden.
— Nachdem Seitens des Deutschen Reiches eine ReichS-Medizinal- statistik, welche sich auch auf die MorbiditätS-Statistik in den allgemeinen Krankenhäusern, in den öffentlichen und privaten Irren Heil- und Pflegeanstalten, sowie in den Augenheil- und Entbindungsanstalten er- strecken wird» in AuSsicht genommen ist, hat der Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten mit Berücksichtigung der bereits in Angriff genommenen JrrenhauS- Statistik die Sistirung der durch seine Verfügung vom 30. April 1867 angeordneten Erhebung der Krankenhaus- Statistik beschloss n.
— Briefjendungen für S. M. S. „Victoria" sind bis 1. Oktober er. nach Rio de Janeiro (via Liverpool), vom 2. bis inkl. 17. Oktober er. nach Pernambuko (via Bordeaux), vom 18. Oktober bis inkl. 3. November er. nach Demarara (Georgetown) — via St. Nazaire — Fort de France — und vom 4. November er. ab bis auf Weiteres nach St. Thomas (West-Indien) zu dirigiren.
— Dresden, 31. Juli, Vormittags. Die Generalkonferenz der deutschen Eisenbahnen zwecks Einführung-eineS einheitlichen Ta-ifsystemS, welche gestern geschloffen wurde, hat im Wesentlichen die auf 4 Spezial- tarifen basirende Vorlage der Harzburger TarifoerbandeS und eventuell eine diese Borlage auf 3 Spezialtarife modifizirende Vorlage des preußischen Handels-Ministeriums angenommen. Nach dem Schluß der Konferenz reiften die Mitglieder derselben nach München.
— München, 28. Juli. Nachdem die Jury für die deutsche Kunst- und SunstindustrieauLstellung im K. Glaspalaste hier schon vor etwa einer Woche ihre Arbeiten beendigt hatte, hat gestern auch noch eine Sitzung der Nachjury stattgefunden. Nach ihr wird heute die endgültige Feststellung der auSzuzeichnenden Preisträger erfolgen und mor- gen oder doch bäldestenS die öffentliche Verkündigung. Die Zustellung der Auszeichnungen soll diesmal nicht, wie das bisher bei dergleichen Ausstellungen gebräuchlich war, so ganz nüchtern und prosaisch, durch einen Briefträger etwa oder einen Dienstmann höchstens, also klang- und sangloS vor sich gehen. Nein, es besteht die Absicht vielmehr, die Prämientrüger öffentlich und feierlich, und zwar in Verbindung mit einem heiteren Künstlerfest, zu ehren. Hierfür ist der sehr geräumige und dazu auch ganz paffende, wohlbeschattete, kgl. Hofgarten bereits in AuSsicht genommen. — Der Besuch der Ausstellung steigert sich fort- während in ganz befriedigender Wtise. Dieser gilt namentlich auch für denjenigen von außen. Der Fremdenverkehr nimmt lebhaft zu. Sonder- und sonstige VergnügungSzüge find bereits mehrfach angekommen und M die nächsten Monate noch stqttlicher angemeldet. Namentlich der östreichische Kaiserstaat, Wien voran, liefert dazu sein überaus starkes Kontingent
— München, 29. Juli. Im KriegSministerium finden z. Zt. Berathungen über die Frage der Neubewaffnung statt. Der Direktor der Gewehrfabrik in Amberg, Generallieutenant v. Podewils, ist hierher beordert worden, um an diesen Berathungen Theil zu nehmen. — Die • P^«> Direktion hat durch Beschluß vom 24. d. Mts. die m München bestehende Vereinigung der sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands als selbstständischen politischen OrtSverein erklärt und I dessen Schließung verfügt. - 30. Juli. Wie nun bestimmt ist, wird |
der Kronprinz deS deutschen Reichs am 3. September in Regensburg eintreffen und am 4. und 5. September den großen Manövern der in der Umgebung von RegenSburg konzentrirten Kavallerie-Division beiwohnen.
— M ainz, 30. Juli. DaS Schützenfest wurde gestern unter kolossaler Betheiligung von auswärtigen Schützen und sonstigen Gästen bei herrlichstem Wetter eröffnet und sind im Laufe deS Tages 7500 Eintrittskarten gelöst worden. Innerhalb deS FestplotzeS wurden 4000 Flaschen Schützenwein und 731/» Hektoliter Bür konsumirt. (S-- «nz.)
— Ein abermaliger Szenewechsel steht, so schreibt der „Schw. Merk.", in Stambul bevor. Diesmal allerdings nicht ganz unerwartet. Daß Sultan Murad krank, sehr krank ist, war seit Wochen bekannt. Die Neigung für geistige Getränke hat dem „Schatten GotteS" dermaßen zugesetzt, daß nicht einmal die Investitur mit dem Unglücklichen hat vorgenommen werden können. Lange Zeit gaben sich die Wiener Türkenfreunde redlich Mühe, die Nachrichten von der Krankheit bei Sultans für russische Erfindungen auSzugeben, ihnen zufolge war noch vor ein paar Tagen Murad V. so gesund wie ein Fisch im Wasser; jetzt sind sie eS selber, welche denselben nicht blos krank, sondern unmittelbar dem Tode nahe sein lassen. Jede Stunde kann die Nachricht von seiner Auflösung bringen. Und die wirklichen Leiter der Dinge in Konstantinopel haben gar nicht diesen Augenblick der Auflösung abgewartet, sie sind ihm, an die Absetzung des Padiichah bereits gewöhnt, zuvorgekommen und haben den Nachfolger einstweilen als Regenten eingesetzt, bis sie ihn zum Sultan ausrufen können. Nach dem türkischen Erbfolgegesetz geht die Nachfolge auf den nächstgebornen Bruder bei Sultans über, in diesem Falle auf Abdul Hamid, den um zwei Jahre jüngeren Bruder MuradS. Wie immer, und wie eS auch bei Murcd der Fall war, wird seine Thronbesteigung mit Posaunenstößen eingeweiht, welche die erwartungsvolle Welt auf die nun beginnende Aera des Heils vorbereiten sollen. Der türkische Sultan soll ein Mann von strotzender Gesundheit und Kraft sein, fromm, rechtschaffen, ein aufgeklärter Freund der Christen, kurz, er berechtigt zu den besten Erwartungen. Leider erinnert man sich, daß durch dieselben Stimmen vor Kurzem der Sultan Murad ganz in derselben Weise eingesührt wurde: als jugendkräftig, aufgeklärt, ein Mann von europäischer Bildung, vom ganzen Ernste seines Herrscherberufes erfüllt. Jetzt kann, nachdem seine Uhr abgelaufen ist, das Urtheil nur dahin gehen, daß seine Regierung zu den unheimlich blutigsten Tagen deS osmanischen Reiches gehört. Sie begann mit der Selbstmordung des Onkels Abdul Aziz, es folgte die grausige Ministermordszene, und währenddem waren ganze Provinzen des Reichs, über die man Horden von asiatischen Würgern loSge- lassen hatte, von Blutgeruch erfüllt. Der Nachfolger übernimmt das Reich in einer äußerst kritischen Lage. Drei Provinzen sind im Aufstand, zwei Vasallen im Krieg, und bis jetzt stehen die türkischen Generale noch immer vor den Pforten des Feindes, das Kriegsglück erwartend. Aber schon die Art, wie der neue Herrscher zur Regierung gelangt, ist ein weiteres Anzeichen der inneren Fäulniß, der fortschreitenden Auflösung des Reichs. Der christlichen Bevölkerung, die sich mit einer achtungSwerthen, freilich unzulänglichen Kraftanstrengung wider ihre Verbindung mit einem so grauenvollen Regiment erhoben hat, möchte man gerne ihre endliche Erlösung wünschen. Was haben auch diese Völker, die sicher nicht zivilisirt, aber der Zivilisation fähig sind, gemeinsam mit einem Reiche, das von seinen eifrigsten Freunden aufgegeben ist, mit einer Rasse, die dem unaufhaltsamen Verfall entgegen- geht?
— Konstantinopel, 29. Juli. Die Kommission zur Prüfung der Strafurtheile gegen die in der Affaire von Salonichi Kompromit« tirten hat den Exgouverneur von Salonichi zu einjährigem Gefängniß verurtheilt. — Da Freiwillige von Widdin Serbenkinder als Sklaven verkauft haben, so hat der Großvezier angeordnet, daß künftighin die Urheber solcher Akte mit dem Tode bestraft werden sollen.
— Paris, 28. Juli. Man bereitet in den großen Städten von Frankreich einen Arbeiterkongreß vor, welcher im September in Paris gehalten werden soll. Er wird nach dem Programm als geschlossene Versammlung zusammentreten und nur die Arbeiter, welche