Einzelbild herunterladen
 

88s**<*t#tS- «re»:

«Lhrp« 9 M-rL Aawj.4 1St.S0P. »i-rt-lMrlich

8 Mari 26 Ps» Wr autwürtig« Nboimrnt«»

E dem b-trejfe». ten Pastoistchl«» M? einzeln« Nmn- *« M Pj«.

Hanaurr Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, tob Semstags mit der Berliner Provinzial.Torrespondenz.

M 176

Montag den 3L Juli.

1876.

Bestellungen

auf den

Hanauer Anzeiger nebst Unterhaltungsblatt für die Monate August und September werden von allen Postanstalten, sowie von der Expedition, Hammer- gaffe Nr. 9, entgegengenommen.

Hie Expedition.

WekMLtWkchnugen Äömgl. LaKÄrathsamts dahier.

Am 4 August er. von Morgens 6 bis Nachmittags 2 U6r wird auf dem hiesigen Excercierplatze das vom Kön glichen Kriegs-Ministe- rium befohlene Prüfungsschießen stat!finden.

Das Publikum wird gewarnt, zur genannten Zeit das Puppen- Wäldchen so wie die dahinter gelegenen Wiesen zu betreten.

Die Ortsvorstände von Rückingrn, Langenselbold, Langendiebach, Ober- und Niedenssigheim, Ravolzhausen, Bruchköbel wollen dies be- sonders veröffentlichen.

Hanau, am 29. Juli 1876.

Für die bevorstehende Sedansfeier wird auf die im Verlag von O. Radke in Essen erschienenen FestschriftenSedaubüchlein", derFran- zosenkrieg",Friedrich Wilhelm, Kronprinz des deutschen Reichs und von Preußen", sowieLouise, Königin von Preußen" ; ferner auf die neue Bearbeitung deS BüchleinsSedanfeier für Schule und HauS" von J. G. Jskraut (Verlag von Hugo Klein in Barmen) aufmerksam gemacht.

Hanau, am 27. Juli 1876.

Die Herrn OrtSvorstände wollen die ihnen per Couvert zugehen- den Ausmusterungs- und Ersatz-Reserve-Scheine den Militairpflichtigen alsbald behändigen.

Hanau, am 29. Juli 1876.

LKgesschKU.

Zur politischen Lage.

A. b. Schw. Merl.

Die Zusammenkunft der Kaiser Wilhelm und Franz Josef in Salzburg, mit der die Reihe der Kaiserbegegnungen für dieses Jahr geschlossen ist, soll einen ganz besonders freundschaftlichen und herzlichen Charakter an sich getragen haben. Veränderungen in der allgemeinen Lage hat sie um so weniger herbeigeführt, da die Monarchen nicht von ihren Ministern begleitet waren. Die Vereinbarungen, welche jüngst in Reichstadt getroffen waren, brauchten in Salzburg weder ergänzt noch abgeändert zu werden. Salzburg war nur das Siegel auf das zwischen den drei Kaisern bestehende Freundschaftsverhältniß, welches die Erhal­tung des europäischen Friedens verbürgt. Trotz dieses friedlichen Cha­rakters der Zusammenkunft scheint die allgemeine politische Lage nicht so rosig und heiter zu sein, als man gern annehmen möchte. Kaiser Wilhelm selbst soll in Salzburg auf die Frage nach seinem Befinden geantwortet haben:ich befinde mich so wohl, als es die ernsten Ver- hältniffe gestatten1 Und ernst scheinen die Verhältnisse allerdings zu sein. Nachdem mau in Reichstadt eben erst das Prinzip der Nichtein­mischung aufgestellt, ist jetzt schon das WortEinmischung" in Aller Munde^ Die barbarische Art und Weise, mit welcher der Krieg auf oeiden Seite» geführt wird, die verhältnißmäßige Bedeutungslosigkeit aller bisherigen Operationen, welche befürchte» läßt, daß der Krieg sich »och lange hinausziehen werde, die haarsträubenden Unmenschlichkeiten, welche besonders in der Bulgarei Seitens der türkischen Soldateska an den Aufständischen, selbst an Weiber» und Kindern verübt werde«, die wachsende Parteinahme des russischen Volkes für die unglücklichen sla­vischen Bruderstämme, die schwere geistige Krankheit, an welcher der

neue Sultan leidet, Alles dieses und noch Anderes sind Dinge, welche den Gedanken an eine baldige Einmischung Seitens der christlichen Mächte, um den Gräueln des Krieges ein Ende zu machen, allerdings nahe legen. Der erste Schritt zur Intervention führt aber offenbar zugleich die Gefahr der Uneinigkeit, wenn auch nicht zwischen den Drei« kaisermäckten unter einander, so doch zwischen ihnen und den übrii e» Großmächten mit sich. Es unterliegt nämlich wohl keinem Zweifel, daß eine solche Intervention mit der Gefährdung der Integrität des türkischen Reichs ziemlich gleichbedeutend wäre. Denn in den einzelnen türkischen Provinzen kann nur dann Ruhe und Ordnung mieötryerge> stellt und den Christen ein menschenwürdigeres Dasein gesichert werden, wenn sie aus ihrem bisherigen Verhältniß zur Pforte gelöst und als mehr oder weniger unabhängige Fürstemhümer anerkannt werden. Daß aber bei der Ordnung dieser Angelegenheiten leicht Eifersucht und Rei­bungen zwischen den einzelnen Mächten entstehen können, wer dürfte sich das verhehlen? Ohne Zweifel wird eine Jntervmtion der Großmächte nicht eher erfolgen, als bis sich auf der einen oder der anderen Seite der Kriegführenden eine entscheidende Aktion vollzogen hat; bis dahin werden sie eS in ihrem Interesse finden, dem fortschreitenden Zerfall der Türkei unthätig zuzuschauen, im angegebenen Fall ist die Inter­vention wohl aber schon im Interesse der Humanität und Zivilisation mit Sicherheit zu erwarten. Wir halten indeß auch für diesen Fall an unserem bisherigen Vertrauen auf die Erhaltung des europäische» Friedens unerschüttert fest, trotzdem zahlreiche Hände, und in verschie­denen Lagern, zur Zeit geschäftig sino, an der Basis des bisherigen FriedeuSstandes zu zerren Es ist kein Grund abzusehen, weßhalb die Dreikaisermächte um der Türkei willen, für die nächste Zeit wenigstens, in Sonst kt mit einander gerathen sollten. Was aber die übrigen Mächte betrifft, so scheint sich das Verhältniß Englands zu den Drei­kaisermächten gerade in letzter Zeit günstiger gestaltet zu haben. Die englische Regierung hat bekanntlich längst ihre Ansicht dahin ausge­sprochen, daß eS am besten sei, wenn die gegenwärtig um ihre Unab^ Hängigkeit kämpfenden christlichen Volktstämme sich frei und unabhängig von der Pforte konstituiren könnten. Für England ist daher nur der Besitz von Konstantinopel, welches es um keinen Preis in der Hand Rußlands sehen möchte, eine Frage, um deretwillen es sich eventuell in einen Krieg stürz n würde. Ist nun aber die Lösung dieser Frage, allem Anschein nach, vertagt, denkt Rußland vor der Hand nicht daran, seine Hand an Konstantinopel zu legen, wie sollte denn die Ordnung des Schicksals der Länder im Norden der europäischen Türkei England mit den Kaisermächten in Konflikt bringen? Hört man doch auch aus guter Quelle, daß England, nachdem es über Konstantinopel beruhigt worden, recht friebfeitig auftrete und, seitdem Lord Russell mit dem Fürsten Bismarck in Würzburg konferirt, ein freundschaftliches Einver­nehmen mit dem deutschen Reiche und damit zugleich mit allen Kaiser­mächten anzubahnen suche! Frankreich und Italien aber, welche sich in der orientalischen Frage überhaupt zurückhaltend verhalte«, w.rben ohne Zweifel mit jeder Lösung dieser Frage, der England Und die Kaisermächte ihre Zustimmung geben, zufrieden sein.

B e rlin, 28. Juli. Der Generalfeldmarschall Graf v. Moltke wird sich noch bis Mitte August auf seinem Gute Kreisau in Schlesien aufhalten und alsdann an der Uebungsreise des Generalstabes theil« nehmen. Den Manövern in der Provinz und dem Königreich Sachsen, in Württemberg und in Elsaß Lothringen wohnt Gras Moltke, dessen Gesundheitszustand ein durchaus befriedigender ist, an der Seite des Kaisers bei.

Die vielfach ungünstige Gestaltung der Betriebsresultate in den letzteren Jahren hat bei fast allen Bahnverwaltungen daS B streben wachgerufen, in den Betriebsausgaben möglichst Ersparnisse zu erzielen. So gerechtfertigt diese Maßnahme an sich sein dürfte, so läßt sich doch auch nicht verkennen, daß bei einer allzu strengen Durchführung mancher­lei Mißstände daraus entstehen, die dann zu einer schweren Schädigung des Betriebes führen können. Der Handels-Minister hat sich deshalb