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tinium: Anzeiger.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, md Samstags mit der Berliner ProvinziastLorresssörrdenz.

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Dienstag den 25» Juli.

1876.

BekMKtWachuugen Kömgl. LaudrathsamtS dahier.

Bei dem am 20. d. M. stattgefundenen Remonteankauf wurden drei Pferds vorgeführt. Angekauft wurde ein Pferd zum Preise von 650 Mark.

Hanau am 21. Juli 1876.

Gesunde«: Eine kleine Scheere. Ein Strickzeug, woran ein Zettel mit dem NamenKatharina Dorn". Eine Sense und Rechen. Ein Kinder-Strohhütchen. Ein Kinderschuh. Ein schwarzbrauner Hand­korb; am 22 d. M. auf hiesigem Wochenwarkte stehen geblieben.

Zugelaufen: Ein dunkler Spitzhund mit Kette.

Hanau, am 25. Juli 1876.

TsZeZschK«.

93 erlitt, 20. Juli. Am 19. starb zu Lauenburg i. Pomm. der Senior der altkonservativen Partei in Preußen, Herr v. Dexzin, welcher beinahe 40 Jahre hindurch Mitglied verschiedener Vertretungs­körper gewesen war. Dem pommerschm Provinziallandtage gehörte er von 1838 bis 1864 an und war in Folge dessen auch auf dem einigten Landtage von 1847 und 1848. Bis zum Jahre 1853 w

ver-

einigten Landtage von 1847 und 1848. Bis zum Jahre 1853 war er Mitglied der 1. Kammer. Seit 1853 vertrat er mit wenigen Unter­brechungen den Wahlkreis Lauenburg-Bütow Stolp im Abg.-Hause. Er war Mitglied des 1. d utschen Reichstages und hatte in dem jetzigen Reichstag ein Mandat für den Wahlkreis Stolp. Lauenburg. Auch bei politischen Gegnern genoß er wegen seines milden und versöhnlichen Wesens große Achtung. Der Reichstag verliert an ihm dasjenige Mit­glied, das für gesellschaftliche Veranstaltungen mit angeborenem Geschick die Mühewaltung zu übernehmen pflegte. <«chw. Merr.:

Der Brief des Kaisers an Grant wird nun auch vom Reichsanz., und zwar in der ursprünglichen deutschen Faflung (die Zeitungen hatten nur eine Rückübersetzung gegeben) mitgetheilt. In derselben lautet er: Berlin den 9. Juni 1876. Wilhelm von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen rc. rc., an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Großer und guter Freund. Es ist Ihnen beschieden, die hundertjährige Feier des Tages zu begehen, an welchem das große Gemeinwesen, an dessen Spitze Sie stehen, in die Reihe der unabhängigen Staaten eingetreten ist. WaS die Begrün­der desselben in weiser Benützung der Lehren der Geschichte der Staa- tenbilvungen und mit weitem Blick in die Zukunft geordnet, hat sich in einer Entwicklung ohne Gleichen bewährt. Sie und das amerika- Nische Volk darüber zu beglückwünschen, ist Mir eine um so größere Freude, als seit dem FreundichaftSvertrage, welchen Mein in Gott ruhender Ahnherr, König Friednch II. glorreichen Andenkens mit den Vereinigten Staaten geschlossen hat, jederzeit eine ungetrübte Freund, schaft zwischen Deutschland und Amerika bestanden und sich durch die rmmer zunehmenden Beziehungen beiderseitiger Angehörigen und einen immer fruchtbareren Austausch auf allen Gebieten deS Verkehrs und der Wissenschaft entwickelt und befestigt hat. Daß die Wohlfahrt der Bereinigten Staaten und die Freundschaft beider Völker auch ferner mit einander wachsen mögen, ist Mein aufrichtigster Wunsch und meine zuversichtliche Hoffnung. Empfangen Sie die erneuerte Versicherung meiner vorzüglichen Achtung. Wilhelm, von BiSmarck.

(Das deutsche Panzer-Kanonenboot Wespe.) Das am 6. Juli von den Werftm der Schiffsbaugesillschast Weser in Bremen vom r-tapel gelaufene Panzer-Kanonenboot Wespe ist das erste der 5 dort im Bau befindlichen Fahrzeuge dieser Art. Diese Panzerboote haben die Bestimmung, im Verein mit Torpedos Küstenstrecken und Fluß­mündungen wirksam zu vertheidigen, sowie kleine Expeditionen in der Rahe der heimathlichen Hafenplätze und Gewässer auSzüführen. Um Dielen Aufgaben zu entsprechen, wurden unter Berücksichtigung der Ge- stauung der deutschen MeereSgestadt alS KonstruktionSbedingungen hin­reichende See- und Manövrirfähigkeit, geringer Tiefgang, mäßige Ge­schwindigkeit und die Bewaffnung mit einem zum Durchschlagen sehr starker Panzer auf große Entfernungen geeigneten Geschütz, sowie eine

mindestens 200 Millimeter starke eigene Panzerung vorgelchrieben. Diesen Anforderungen gemäß erhält jedes der 5 Boote eine Länge von 43,5 M., eine Breite von 10,65 M. und einen Tiefgang von 3,1 M. Da dieselben im Gefecht dem Feinde stets mit ihrem Vordertheil gegen* übertreten müssen, so ist dem Panzer am Bug seine volle Stärke von 200 Mm. belassen. Der Panz-r des Decks ist 80 Mm. stark; für den Fall, daß derselbe von Stechschüssen durchbohrt wird, sind die Fahrzeuge durch die Anordnung einer emprechenden Zahl wasserdichter Abthei­lungen und eines doppelten Bodens vor dem Sinken geschützt. Behufs Entleerung von etwa e'ngedrungenem Wasser dient ein die tivote durch­ziehendes Röhrensystem und außer den Maschinenpumpen noch 2 Dor- tonpumpen für Handbetrieb. Eine Takelage erhalten die Boote nicht, nur einen Siznalwast. Zwei getrennt von einander ausgestellte Ma- schinen mit zusammen 700 Pserdekraft geben ihr en eine Geschwindigkeit | von 9 Knoten in der Stunde. Der Kohlenvorrath ist auf den Ver- I brauch für 40 Stunden mit voller Kraft bemessen, kann indeß bei wei- ! teren Expeditionen, wo es auf das In,schalten des geringen Tiefgang« nicht ankommt, bedeutend vermehrt werden. Armirt wird jedes der Boote mit einem der schwersten Schiffsgeschütze, von SO1^ Crntimeter Kaliber, dar hinter einer oben offenen, kreisförmigen, gepanzerten Brust­wehr steht. Dieses Geschütz mit seinen gewaltigen Geschossen befähigt i die Boote, selbst mit großen Panzerschiffen den Kampf aufzunehmen, ; während sie andererseits, beweglicher als jene, sich durch Umläufen in > seichteres Wasser, resp, den Rückzug in Watten und hinter Molen einer i Verfolgung und einem Naha griff entziehen können. In der Nähe der j Küste, wo die Schwierigkeit des Fahrwassers die an Schnelligkeit ihnen überlegenen Panzerschiffe nöthigt, sich langsamer zu bewegen, dürfen sie indeß selbst einen direkten Angriff auf dieselben nicht fernen, weil die hohe Lage über Wasser, welche ihr schweres Geschütz erhalten, den un­gehinderten Gebrauch derselben sichert und die Art der Montirung, das Vorhandensein von zwei Schrauben für die Bewegung des Fahrzeuges, und ein besonderer Dampfsteue-apparat, den Wechsel der Richtung des­selben erleichtert. Flach gehender Panz rfahrzeuge können sich die Pan­zerkanonenboote im Nahkampfe durch Rammer entledigen, da sie eine dazu geeignete Form des Bugs erhalten haben. Aus weitere Entfer­nungen genügt in diesem Falle das Geschütz- weil eS mit seinen Ge­schossen noch auf Distanzen, bei denen die von jenen geführten Geschütze nur geringe AuSsicht auf Trefffähigkeit haben, durchbohrend wirkt. Um den Schiffen mehr Seefähigkeit zu geben, namentlich bei starkem Seegang, und um der Besatzung gesunde luftige Wohnräume zu ver­schaffen, ist auf dem gepanzerten Oberdeck vor dem Geschützstande ein leichter eiserner Aufbau hergestellt, während hinter diesem Geschützstande ein Deckhaus sich befindet, welches die Schachte der Maschinen- und Äeff« Huten, der Küche und den Niedergang für die im Unteren Theil ; liegenden Wohnräume der Offiziere und Deckoffiziere umschließt und sie i gegen überkommende See schützt. Die Wespe wird, da Panzer und f Maschinen nach demReichSanz." fertig gestellt sind, und nur ange* ! bracht und eingesetzt zu werden brauchen, im Oktober dieses JahreS ihre Probefahrten machen können. Ihr werden die übrigen 4 Boote j in kurzen Zwischenräum n folgen. In diesen Panzerfahrzeugen wächst j der Kriegsmarine ein für die Verstärkung der lokalen Vertheidigung der deutschen Küsten wesentliches Element zu. Die Herstellung der 5 neuen Fahrzeuge auf der Bremer Werft fft ein weiterer erfreuliches Zeichen von der zunehmenden Unabhängigkeit vom AuSlande, zu welcher sich der vaterländische Schiffbau emporzuschwinaen strebt.

Wenn mehrere Personen gemeinsam die Ausführung eines strafbaren Betruges gegen einen Dritten planen, und sodann einer von ihnen in Gegenwart der Uebrigen den Betrug durch Vorspiegelung faT* scher Thatsachen zur Ausführung bringt, so sind, nach einem Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 13. Juni d. J., alle Betheiligten als Be­trüger zu bestrafen, auch wenn die übrigen Complicen den Hauptakteur nicht in der Vorspiegelung falscher Thatsachen direkt Unterstufen, son­dern sich nur während des Aktes stillschweigend verhalten haben.Das Stillschweigen der Letzteren erscheint nicht als ein rein passiver Ver-