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Zugleich Amtliches OrgN« für Kreis ofc Stadt Hanau.
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Samstag den 22. Juli.
1876«
BekasstAachNngen Köuigl. LasdrathSamtS daßier.
Auf der Rückinger Straße ist eine Heugabel und Peitsche gefunden worden, welche beim Herrn Bürgermeister in Rückingen in Empfang genommen werden kann.
Hanqu am 19. Juli 1876.
Gefunden: Eine Kreuzhacke nebst langen eisernen Nägeln. Eine Brille mit Futteral. Ein Portemonnaie. Ein Notizbuch. Ein gelbes Tasckentuch.
Hanau am 22. Juli 1876.
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DÄ** Die Wochenschau ist für die heutige Nr. zu spät eingetroffen.
— Die Rednerliste der letzten Session deS pr. Abg.-HauseS ist erschienen. Von den Abg. ist eS wiederum Windthorst (Meppen), der den Reigen mit 149 Reden eröffnet. Ihm folgen Miguel mit 109, Larker mit 105, Virchow mit 86, Windthorst (Bielefeld) 79, Wehren» Pfennig 77, Hammacher 76, Frhr. v. Schorlemer 55, Richter (Hagen) 53, Berger 51, Hänel 44 rc.
— Im Prozeß Arnim hatte die Vertheidigung beantragt, Thiers als Zeugen vorzuladen. Der alte Herr, der zur Zeit ein wenig ag den Augen und an läufigen Katarrhen leidet, hat, wie die K. Z. hört, erwidert, er fei grundsätzlich bereit, der an ihn gerichteten Aufforderung nachzukommen. Aber eine Reise nach Berlin scheine ihm unter den gegenwärtigen Verhältnissen kaum angemessen. Wenn man ihn dagegen, etwa durch eine Kommission, in Paris befragen wolle, so stehe er gern zu Diensten. Uebr'gens glaube er nicht, daß sein Zeugniß von Belang sei, da er nichts Thatsächliches über die Haltung des Grafen Arnim beizubringen habe. Die Gemahlin deS Grafen Harry v. Arnim hat sich mit ihren Töchtern in Begleitung des jungen Herrn v. Arnim- Schlagenthin nach Karlsbad zu ihrem Gatten begeben, wo derselbe zur Kur noch einige Zeit verweilen wird. ES bestätigt sich, daß d>r Graf seiner VermögenSobjekte in Preußen und Deutschland sich vollständig entledigt hat, doch bezweifelt man in juristischen Kreisen, ob der Staats» gerichtShof bei einer eventuellen Sequestration diese Entäußerung recht» lich anerkennen wird, da dieselbe größtentheils nur zum Schein zeschehen sein soll.
— Nach Absatz 2 des §. 1 des Gesetzes über das Kostenwesen in AusemandersetzungSsachen vom 24. Juni 1875 haben die betheiligten Kirchen, Pfarren, Küstereien und Schulen die auf sie fallenden Kosten» beiträge nur insoweit zu entrichten, als diese aus dem verfügungsfreien Vermögen und Einkommen des betheiligten Instituts nach Abzug der zur ordnungsmäßigen Unterhaltung des letzteren erforderlichen Ausgaben entnommen werden können und insofern dieses Vermögen oder Einkommen nicht dem amtlichen Nießbrauch der kirchlichen oder Schulbeamten unterworfen ist. Hiernach sind die vorgenannten Institute in dem angegebenen Umfange von der Kostenpflicht gesetzlich befreit. Folgewei e ch, nach einem Cirkularerlaß des Ministers für die landwirthschaftlichen Angelegenheiten, wenn Seitens der in Rede stehenden Institute auf Grund drs allegirten Gesetzes Kosten bezahlt worden sind, zur Rück» zahlung der letzteren in Folge eines nachträglich beigebrachten Armurhs- Mgmues die Genehmigung des Ministers nicht mehr erforderlich.
— Bonn, 18. Juli. Bonn, die Rheinlande, ganz Deutschland haben einen ihrer besten Söhne verloren. Karl Simrock ist gestorben.
andauerndes Leiden trübte schon seine letzten Jahre, ohne den un- ermuhiVyn, pflichttreuen Mann seinen (iterativen Arbeiten und seiner akademischen Thätigkeit zu entziehen. Eine Reise, die er um Pfingsten na$ Dresden unternahm, konnte seine Kräfte nicht herstellen; als er am vergangenen Freitag zum letzten Mal aus der Vorlesung erschöpft zuruckketzrte, trat ein Schwächezustand ein, der heute Abend halb 7 Uhr innern Leben ein Ziel setzte. Der Tod war leicht; er starb umgeben von Kindern und Enkeln. Die Bonner Universität hat tn den letzten Monaten schon zwei ihrer ausgezeichnetsten Mitglieder,
Diez und Lassen, verloren. Heute verbindet sich mit dem Schmerz um eine seltene wissenschaftliche Begabung die noch tiefere Trauer um den liebenswürdigen Dichter, den echten Sänger des Rheines, den Ehrenmann, und für die, welche ihm nahe standen, um den treuen, bewährten Freund, der mit Herz und Hand an der rechten Stelle wirksam war.
(Kein. Ztg.)
— St. Ingbert. Ei» Weinbergbesitzer aus Pont a Mousson hatte eine Taglöhnersfamilie (Vater mit zwei Söhnen) eines nahegelegenen Dorfes dieser Tage in seinen Weinbergen beschäftigt. In der Mittagsstunde brächte die Taglöhnersfrau ihren Angehörigen das Mit- tagSessin mit einem Krug Wein und entfernte sich. Als der Weinbergbesitzer im Laufe des Nachmittags nach seinen Arbeitern sehen wollte, fand er sie sämmtlich todt; der Verdacht fiel sofort auf die Frau. Durch chemische Untersuchung hat sich im Essen nichts vorgefunden, es hieß also gleich, der Wein ist vergiftet. Die Frau versicherte, daß sie den Wem aus demselben Fasse, wovon täglich getrunken, gezapft hätte und zum Beweis ihrer Unschuld trank sie den noch vorhandenen Ueber- rest aus dem Kruge und war nach wenigen Minuten ebenfalls eine Leiche. Hoffentlich wird die Untersuchung Ausklärung in die Sache bringen.
— München, 20. Juli. Meinem Berichte, so schreibt ein Corr. der „Augsb. Abdztg.", über mehrfache Zuwendungen von Zulagen an pcysionirte Militärpersonen habe ich noch nachzutragen, daß auch den pensionirten Unteroffizieren und Soldaten eine mindestens 5-pro« jentige Zulage, wie den Offizieren und Beamten, zu Theil werden soll; in gleicher Weise soll den Wittwen und Waisen der Unteroffiziere und i Soldaten die Pension um 20 Proz. erhöht werden. Für Erreichung dieses Zweckes waren bereits 85,000 M. vorgesehen, der AuSschuß bewilligte noch weitere 65,000 M. Es treffen auf die Wittwen und Waisen der Offiziere und Beamten 43,000 M., der Unteroffiziere und Soldaten 26 000 M., so daß noch 81 000 M. zu besonderen Zulagen an mit kleinen Brzügen Bedachte verbleiben. Außerdem stehen noch 44,564 M. zur bessern Verpflegung der Soldaten bei außerordentlichen ; Anstrengungen zur Verfügung.
' — Lörrach, 20. Juli. Die Stadt Todtnau im Schwarzwald ; ist von einer großin Feuersbrunst heimgesucht worden, durch welche 88 Häuser, darunter die Kirche und das Rathhaus, in Asche gelegt worden i sind. 248 Familien sind obdachlos.
— In Metz ist neuerdings, wie die Karlsr. Z. berichtet, ein Generalstabrosfizier zum dortigen Gouvernement und also in eine Stelle tommanbirt worden, welche für gewöhnlich nur in Kriegszeiten besetzt wird und zur Zeit auch bei keiner anderen Festung besitzt ist. Die ' exponirte Lage von Metz wie dessen politische und militärische Bedeu- s tung rechtsirtigen das zunächst auf ein Jahr befohlene Kommando in : einen Posten, der im zukünftigen Etat neu erschienen, zu einer parla- i mentarischen Debatte aber kaum Anlaß geben wird. Der betreffende ; Generalstabsoffizier, Major Barteuwerffer, hat das Eiserne Kreuz 1. i Klasse und gilt als hervorragend befähigter Offizier.
— Nach einem Telegramm des W. T. B. vom 19. Juli Abends i aus Salzburg wurde der Kaiser Wilhelm bei seiner Ankunft daselbst von einem Flügelodjutanten des Kaisers von Oesterreich, sowie von dem deutschen Botschafter, Grafen Stolberg, empfangen. Vom Bahnhöfe aus, an welchem sich eine große Menschenmenge eingefunden hatte, welche den Kaiser mit freudigen Kundgebungen begrüßte, fuhr Se. Majestät nach dem Hotel „Erzherzog Karl." — Die großherzoglich badische Fa- milk hatte den Kaiser von der Mainau bis Lindau begleitet. — Auf der Fahrt wurde Se. Majestät überall, namentlich in Kempten und Rosnheim, enthusiastisch ingrüßt. — Ein zweites Telegramm aus Salzburg vom 20. Juli lautet: „Der Kaiser Franz Jofif stattete heute Morgen bald nach 9 Uhr in Begleitung des Flügeladjutanten Freiherr» v. Salis Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm einen Besuch ab. ' Sie beiden Monarchen begrüßten sich auf das Herzlichste und zogen sich nachdem sie ihr beiderseitiges Gefolge gegenseitig vorgest-llt hatten, zu einer Conferenz zurück. Um 10 Uhr erwiderte Kaiser Wühlern den Be-