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Bierteljährlich a Wart 25 Pfx. Tür auswärtig« Abstinenten mit dem betreffen« Sien Postausschra«. Sie ein je&ieSitin« wer 10 Psg.

JK 165.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hauau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, lnd Samstags mit der Berliner Provinzial-Lorrespondenz.

Dienstag den 18. Juli

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1876.

BekanstMachLnge« Kömgl. LaKdrathSamLs dahier.

Das diesjährige Ober-Ersatz-Geschäft für den Aushebungsbezirk Hanau findet am 19., 20. und 21. Juli c. im Lokale des Gast- wirths Müller zu Kesselstadt statt und beginnt an jedem Tage um 9V2 Uhr. Die Militairpflichtigen habe« Behufs Berlesens fich präcis 8V2 Uhr Morgens einzufinden.

Hierzu haben sich alle in den Jahren 1854 bis incl. 1855 gebo­renen Militairpflichtigen, sowie diejenigen älteren, welche eine definitive Ent cheidung noch nicht erhalten haben, hier gestellungspflichtig sind und von der Ersatz-Commission:

1) zur Ersatz-Reserve I. Classe in Vorschlag gebracht,

2) für brauchbar und einstellungsfähig erachtet sind, einzufinden.

Die Eltern oder sonstigen Angehörigen, zu deren Gunsten wegen Arbeitsunfähigkeit Ansprüche auf Zurückstellung begründet werden sollen, haben bei Meldung der Nichtberücksichtigung ihrer Ansprüche im Ter­min persönlich zu erscheinen. Jede Störung der Ordnung während des Geschäfts wird mit einer Geldstrafe bis zu 15 Mark oder ent­sprechender Gefängnißstrafe geahndet.

Die Ortsvorstände wollen streng darüber wachen, daß die Mili­tairpflichtigen im nüchternen Zustande mit volländig reinem Körper und in sauberer Kleidung erscheinen. Diese Bekanntmachung ist aus ortsübliche Weise zu veröffentlichen. Die per Couvert zugehenden spe­ciellen Ladungen sind an die betreffenden Militairpflichtigen auszuhän- digen, über den Empfang und die erfolgte Behändigung ist eine Be­scheinigung bis spätestens zum 10. Juli c. hierher einzusenden.

Dem Geschäft haben die Ortsvorstände an den drei Tagen persönlich beizuwohnen. Die RekrutirungS-Stammrollen des Jahr­gangs 1856 sind bis zum 15. Juli c., soweit nicht bereits geschehen, hierher einzusenden.

Hanau am 29. Juni 1876.

Gefunden: Ein braun-seidener Sonnenschirm. Ein goldener Ring mit Steinchen. Eine schwarze Moir^schürze. Ein weißes Ta­schentuch. Eine blaue gedruckte Schürze. Ein Notizbuch nebst L00- sungsschein, auf den Namen Johann Adam Rehbein aus MottgerS lautend.

Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.

Verloren: Ein Pfandschein auf Hose, Weste und Jaquet; aus­gestellt in Augsburg.

Hanau am 18. Juli 1876.

S H e M

Das preußische Unterrichts-Ministerium hat Maßregeln in Aussicht genommen (die hierauf bezügliche Enquete ist eben im Gange), welche dahin zielen, daß die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienste an den Gymnasien und Realschulen nicht mehr wie bisher ein­fach ersessen werden kann, sondern auch hier an ein Examen, vielleicht gar an das Abiturienten-Examen, geknüpft werden soll. Die Absicht ist, die Gymnasien von denjenigen Schülern zu entlasten, welche auf ihnen nichts weiter als die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst suchen und diese Schüler auf die Anstalten hinzuweisen, welche ihnen neben der gewünschten Berechtigung eine geeignetere und ab­schließende Bildung geben.

Wiederum w.rd konstatirt, daß die Auswanderung aus Deutsch­land, welche, als sie vor einigen Jahren erheblich stieg, alle politischen und sozialen Wunderdoktoren in Bewegung brächte, in stetiger Abnahme begriffen ist. Nach dem neuesten Heft der Statistik des d. Reiches ^"^rten in die Ver. Staaten von Nordamerika im Jahre 1871 107,201, 1872 155.595, 1873 133,141, und 1874 56,927 Deutsche ejn. Nach den diesseitigen AuswanderungS-Verzeichnissen wurden über Hamburg und Bremen nach den Ver. Staaten 1871 73,816, 1872 119,105, 1873 94.274 und 1874 42,006 deutsche Auswanderer beför- dert. ^m ^ahre 1874 betrug die Zahl sämmtlicher deutscher AuSwan- oerer (nach allen transatlantischen Ländern) über die Häfen Bremen,

- Hamburg, Antwerpen und Havre 46,359, im Jahre 1875 32,204. Die Zahl der deutschen Auswanderer nach überseeischen Ländern ist also um j 14,155 gegen das Jahr 1874 zurückgegangen. Diese Abnahme trifft i besonders die Auswanderung nach den Ver. Staaten, wo die ungünstigen i wirthschaftlichen Verhältnisse sogar eine beträchtliche Rückwanderung | nach Deutschland (im Jahre 1875 nach amtlichen Ermittelungen in [ Hamburg und Bremen 22,081 Personen) veranlaßt haben. Nächst den : Ver. Staaten sind die meistbegünstigten Reiseziele der deutschen Aus« Wanderer Brasilien und Australien. Nach beiden Ländern hat die Aus- ; Wanderung im Jahre 1875 zugenommen, ohne jedoch die Höhe früherer Jahre zu erreichen. Während im Jahre 1874 nach Brasilien nur 1019 s Deutsche sich eingeschifft haben, beträgt die Zahl derselben im Jahre ; 1875 1387. Nach Austialten gingen im Jahre 1874 900, im Jahre ' 1875 1026 Deutsche. Andere überseeische Länder kommen für die deutsche Auswanderung wenig in Betracht. Nach den zentral- und südamerikanischen Staaten, mit Ausnahme von Brasilien, fand im ©an» j zen ein Rückgang statt, wenngleich bei Peru und den Argentinische« 8 Staaten eine geringe Zunahme bemerkbar ist. Die Deutsche Auswan- ; derung nach dem Orient bewegt sich, so weit sie über Bremen und Hamburg geht, noch immer in sehr bescheidenen Grenzen und ist gegen - das Jahr 1874 ganz unverändert geblieben. Es wurden in beiden Jahren je 38 Personen nach Asien und Afrika befördert.

In den deutschen Münzstätten sind bis zum 8. Juli 1876 geprägt: an Goldmünzen: 1,082,085,960 Mark Doppel­kronen, 325,045,080 Mark Kronen; hiervon auf Privatrechnung: i 171,113,805 Mk.; an Silbermünzen: 56,907,625 Mark 5-Markstücke, 1,381,678 Mk. 2-Markstücke, 141,066,337 Mark 1-Markstücke, 30,033,338 j Mark Pf. 50-Pfennigstücke, 28,070,053 Mark Pf. 20-Pfennig- : stücke; an Nickelmünzen : 18,125,733 Mark 70 Pf. 10-Pfennigstücke, j 10,267,003 Mk. 90 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 5,612,536 i Mark 52 Pf. 2-Pfennigstücke, 3,138,193 Mark 93 Pfennige l-Pfennig- stücke. Gesammtausprägung: an Goldmünzen: 1,407,131,040 Mark; ; an Silbermünzen: 257,459,031 Mark Pf.; an Nickelmünzen: : 28,392,737 Mark 60 Pfennige; an Kupfermünzen: 8,750,730 Mark ' 45 Pf.

Gotha. Nachdem die nöthigen Mitte! beschafft sind, werden s nunmehr auf dem hier neu anzulegenden Friedhofs gemäß einem Be­schluß der städtischen Vertretung die Einrichtungen für Leichenverbren- nung getroffen werden.

München, 14. Juli. Das Turnen hat nach derA. Abd.-- 1 Ztg." längst auch die Schwelle der Mädchenschule überschritten und ist i mehrfach in die Reihe der obligaten Schulgegenstände getreten. Selbst : in Klosterschulen, die durch gehends mit großer Aufmerksamkeit und . Sorgfalt den Forderungen der staatlichen Aufsichtsbehörden nachzukom- men trachten, hat es Eingang gefunden und wir kennen mehrere von englischen Fräuleins geleitete Institute, in welchen fleißig geturnt wird. Um nun weltlichen wie klösterlichen Lehrerinnen Gelegenheit zu geben, sich selbst in diesem so wichtigen Erziehungs- und Unterrichtszweig die nöthigsten Anschauungen und Begriffe zu sammeln, hat das KultuS- mrnisterium Anordnung getroffen, daß vom 16. bis 30. September l. Js. an der kgl. Zentralturnlehrerbildungsanstalt in München ein KurS für solche Fräulein abgehalten wird, welche an Mittel- oder Volks­schulen Mädchen Turnunterricht ertheilen wollen.

München, 16. Juli. Um den Mannschaften in Krankheits­fällen, bei Manövern, größeren Märschen rc. besondere Menagezulagen und Erfrischungen gewähren zu können, wurden vom Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer 59,000 M. bewilligt, welche von anderweitigen Abstrichen herrühren. Zur Erledigung der von Offizieren, welche vor 1870 nach dem Regulativ vom Jahre 1822 pensionirt wurden und noch keine Zulage erhalten haben, eingereichte Petitionen um Pensions- s erhöhung wurde beschlossen, daß denselben durch Umrechnung des Guide« s mit 1,80 Mark eine fünfprozentige Erhöhung zu gewähren sei, außer- s dem wurde dem Kriegsminister eme bestimmte Summe bewilligt, um ; in besonderen Fällen noch einige Zulagen gewähren zu können. («ugäb. Abdztg.,